Fremdwährungsanlagen sind riskanter als früher. Die SNB kann das ändern, was das Problem des starken Frankens lindern würde

Blog Daniel Lampart

Pensionskassen und andere institutionelle Anleger haben die Wechselkursrisiken gegenüber früher stark reduziert. Weil sich der Franken immer wieder aufgewertet hat, gab es auf Fremdwährungsanlagen Verluste. Selbst wenn in der Eurozone oder in den USA höhere Zinsen gezahlt wurden. 

Das war bis zum Aufwertungsschock 2010/11, als sich der Franken in erschreckendem Tempo gegenüber dem Euro von 1.50 auf 1.03 aufwertete, anders. Vor diesem Schock hat sich eine Euro-Anlage für Schweizer Anleger:innen gelohnt. Der Franken-Euro-Kurs war ziemlich stabil. Gleichzeitig gab es auf Euro-Anlagen rund 1.5 Prozent mehr Zins. 

Zinsen für Staatsobligationen mit 5 Jahren Laufzeit

Die Grafik unten illustriert in Attraktivität einer Fremdwährungsanlage für eine Staatsobligation mit 5 Jahren Laufzeit. Die blaue Linie zeigt den Wechselkurs, bei dem sich diese Anlage in Euro gelohnt hätte. Die rote Linie zeigt den tatsächlichen Franken-Euro-Kurs. Ist diese über der blauen, gibt es eine Zusatzrendite. Ist sie darunter, gibt es auf der Fremdwährungsanlage einen Verlust. 

Erforderlicher Wechselkurs, damit sich eine Fremdwährungsanlage lohnt

Die Grafik illustriert, dass das Verlustrisiko auf Euroanlagen seit 2010 sehr stark gestiegen ist. Es gab kaum Phasen, in denen ein Gewinn resultiert hat. So ist es kein Wunder, dass die institutionellen Anleger weniger Fremdwährungsrisiken eingehen. 

Das verstärkt die Aufwertungstendenz. Die Nationalbank hätte ein grosses Interesse, dass sich das ändert. Wenn die Schweizer Anleger:innen mehr in Fremdwährungen investieren würden, muss die Nationalbank weniger gegen die Aufwertung tun. Doch um das zu erreichen, müsste die Nationalbank in die Vorleistung gehen. Sie muss den Devisenmarkt-Teilnehmer:innen klar vermitteln, dass die Aufwertung des Frankens unerwünscht ist bzw. dass sie einen stabileren, schwächeren Franken wünscht. Und sie muss auch klare Signale aussenden, dass sie sich einer Aufwertung entgegenstemmen würde. 

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