Die Schweizer Arbeitnehmenden gehören zu den produktivsten der Welt. Nur in wenigen Ländern erarbeiten Arbeitnehmende in der gleichen Zeit mehr. Ein wichtiger Grund ist die gute Ausbildung. Ebenso wichtig ist auch, dass die Arbeitnehmenden ihre Fähigkeiten anwenden können. Sie können sich in Unternehmen spezialisieren und bringen so immer wieder Innovationen hervor. Die Spezialisierung und die Innovationskraft wären nicht möglich, wenn die Schweizer Unternehmen ihre Waren und Dienstleistungen nicht im Ausland verkaufen könnten. Das zeigt das Beispiel des Maschinenbauers Liechti. Das Unternehmen stellt fünfachsige Fräsmaschinen für den Turbinenbau her. In der kleinen Schweiz gibt es für diese komplexen und teuren Geräte kaum Abnehmer. Nur weil das Unternehmen sie weltweit verkauft, lohnt es sich, sie überhaupt in der Schweiz herzustellen.
Hohe Löhne dank weltweitem Handel
- Aussenwirtschaft
- Löhne und Vertragspolitik
Spezialisierung
Mehr Handel heisst in der Regel eine höhere Produktivität. Die Unternehmen und ihre Beschäftigten können in grösserer Stückzahl produzieren. Entsprechend führt vieles, was Handel erleichtert, zu einer höheren Produktivität. So hat die Erfindung des Schiffcontainers oder des Internets den Handel vereinfacht und der Produktivität einen Schub verliehen. Auch politisch kann man Handel mit Handelsabkommen weniger teuer machen. Solche Abkommen, wie sie die Schweiz neu zum Beispiel mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten oder mit Malaysia abgeschlossen hat, senken Zölle und erleichtern die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.
Arbeitsrechte stärken
Damit die Handelsgewinne bei den Arbeitnehmenden ankommen, benötigen sie eine starke Verhandlungsposition. Dazu braucht es starke Gewerkschaften und ausgebaute Arbeitnehmendenrechte. Es ist deshalb wichtig, dass die Schweizer und ihre Partnerländer ihre Versprechen zur Einhaltung und Förderung der Arbeitsrechte, die sie sich in den Freihandelsabkommen neben den Zollsenkungen geben, tatsächlich einhalten.
Höhere Löhne
Klar: Solche Abkommen fördern nicht im selben Ausmass Handel und Produktivität, wie es der Container tat. Dennoch verbreitern sie die Absatzmärkte und machen die Schweizer Exporte weniger abhängig von den USA oder China. Für die Arbeitnehmenden ist das ein Vorteil. Denn mehr Produktivität vergrössert den Spielraum für Gewerkschaften, bessere Löhne auszuhandeln (siehe Grafik oben). Diesen Zusammenhang zeigt die Schweiz eindrücklich: Die Arbeitnehmenden sind hierzulande nicht nur sehr produktiv. Wir haben auch die höchsten Löhne der Welt – selbst wenn man das hohe Preisniveau in der Schweiz mit berücksichtigt.
Dieser Artikel ist zunächst in der Zeitschrift «work» erschienen.
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