In keiner anderen Versicherung ist das Preis-Leistungs-Verhältnis so komfortabel

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Verfasst durch Ewald Ackermann

AHVplus ist problemlos finanzierbar

AHVplus bringt allen einen Zuschlag von 10 % auf die Rente. Wenn man AHVplus vollständig über Lohnbeiträge finanzieren will, kostet das jeden Arbeitnehmenden 0,55 zusätzliche Lohnprozente. Nirgendwo sonst kriegt man für so wenig Geld später eine solche Leistung. Und: der Beitrag kann auch tiefer sein, denn neben den Lohnprozenten gibt es auch andere Finanzierungsmöglichkeiten.

Die Frau in Beige wehrt mit erhobener Hand ab, aber, immerhin, sie läuft nicht einfach weiter:

„Dereinst 10 % mehr AHV, das würd ich schon nehmen. Aber wer zahlt das? – Wohl ich selber? Oder dann doch die Jungen? Also die, die das Geld dringend notwendig haben.“

Marc, ein begnadeter Unterschriftensammler für AHVplus, lässt sich nicht beirren. Er fordert die Frau in Beige auf zu rechnen:

„10 % mehr AHV, das sind rund 3,6 Milliarden Franken. 3,6 Mia. Franken entsprechen 1,1 Lohnprozenten. Also zahlen Sie 0,55 % mehr Beitrag und ihr Arbeitgeber nochmals diesen Betrag. Dafür kriegen Sie während Ihrem ganzen nachberuflichen Leben 10 % mehr AHV-Rente.“

„Das geht doch nicht auf. Nur 0,55 % mehr Beitrag und dafür 10 % mehr Rente, das kann gar nicht aufgehen…“

Marc ist sattelfest und hat alle Statistiken intus. Er nimmt seine ganze Didaktik und dazu seine Schwester als Beispiel: Diese verdient 54‘000 Fr. pro Jahr und hätte für AHVplus einen zusätzlichen Lohnabzug von 297 Fr. pro Jahr zu gewärtigen. Die jährliche Rentenerhöhung dereinst betrüge jedoch über 2000.- pro Jahr. Die Ausführungen sind lang, die Frau in Beige kann ihnen folgen, ist ja nicht auf den Kopf gefallen. Und sie versteht, was Marc gleichsam als Fazit zieht: „Statt viel Geld in private Vorsorgelösungen zu stecken, können Sie sich mit wenig Geld via AHVplus einen guten Rentenzustupf leisten

Andere Quellen möglich

Die Initiative AHVplus schreibt keinen Finanzierungsschlüssel vor. Marc blieb in seiner Erklärung bei den Lohnprozenten als alleiniger Quelle. Es stehen jedoch auch andere Einnahmen für die AHV zur Diskussion.

-           Heute wird dem Volk vorgegaukelt, dass die Erträge aus der Tabak- und Alkoholsteuer direkt in die AHV fliessen. In Wahrheit fliesst dieses Geld in die allgemeine Bundeskasse. Der Bund finanziert daraus einen Teil seines gesetzlich festgelegten 20-Prozent-Beitrags für die AHV. Wenn der Bund die Tabaksteuer erhöht, bekommt die AHV deshalb keinen einzigen Zusatzfranken. Würden die Erträge aus der Tabaksteuer direkt in die AHV gesteckt und am normalen Bundesbeitrag festgehalten, würden der AHV 2,2 Milliarden Franken zufliessen. Bei der Alkoholsteuer kämen nochmals 300 Millionen Franken hinzu.

-           Auch die Mehrwertsteuererhöhung für die AHV aus dem Jahr 1999 kommt nicht voll der AHV zugute. Der Bund zweigt vom AHV-Mehrwertsteuerprozent einen Anteil von 17 Prozent in die eigene Kasse ab – mit der Begründung, dass er bereits einen Bundesbeitrag leistet. Das sind nochmals 500 Millionen Franken.

-           Noch vor AHVplus wird über die Einführung einer nationalen Erbschaftssteuer auf Erbschaften über 2 Mio. Franken entschieden. Die Erträge würden zu zwei Drittel der AHV zufliessen. Das bedeutet für die AHV 2 Milliarden Franken mehr pro Jahr. Mehr als die Hälfte der Mehrkosten von AHVplus wären bereits dadurch gedeckt.

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Übrigens: die Frau in Beige hat die Volksinitiative noch auf der Strasse unterzeichnet. Sie stellte, noch bevor Marc auf die anderen Arten der Finanzierung als über Lohnprozente zu sprechen kommen konnte, eine, wie sie selbst sagte, „Milchbüechlirechnung“ an.

„Ich denk ja nicht nur an mich bei AHVplus, sondern auch an meine Tochter, die demnächst ihren ersten Beitrag zahlen wird. Sie wird also im Lauf ihrer Erwerbsbiografie 0,55 % mehr Beitrag auf ihren Lohn zahlen. Sagen wir 45 Jahre auf durchschnittlich 50‘000 Franken pro Jahr. Das macht 275 Fr. mal 45 = 12‘375.-. Dafür kriegt sie über 2000 Fr. mehr Rente pro Jahr, sagen wir 20 Jahre mal 2000 = 40‘000 Franken. Sie kriegt also mehr als das Dreifache zurück als was sie einbezahlt hat. Oder wenn sie nur 10 Jahre die AHV bekommen sollte, immerhin noch fast das Doppelte. Da kann man es sich gut leisten, wenn die Preise für Waren und Dienstleistungen in einem minimalen Ausmass steigen, weil die Arbeitgeber ihren zusätzlichen Teil von 0,55 % auf die Preise überwälzen werden.“

Kasten:

In der AHV ist Demografie Nebensache

Bei der AHV spielt die Demografie nur eine untergeordnete Rolle. Das Verhältnis von Beitragszahlenden zu Rentenbeziehenden hat sich seit Einführung der AHV andauernd verschlechtert, die AHV hat dies jedoch spielend verdaut. 1948, bei der Einführung der AHV, standen beinahe 7 Beitragszahlende einem Rentenbezüger gegenüber. Heute sind es 3,8 Beitragszahlende. Wieso hat die AHV dies problemlos geschafft? Weil sie jeden Lohnfranken, also auch die Supersaläre, also die gesamte Lohnsumme erfasst. Die Lohnsumme ist gestiegen. Dies, weil die Löhne und auch die Zahl der Erwerbstätigen gestiegen sind. Das wird auch in Zukunft so sein – schon nur aus dem einfachen Grund, dass immer mehr Frauen immer mehr arbeiten wollen. Die Änderung von heute (3,8 zu 1) zu 2050, wo ein Verhältnis von 2 zu 1 vorausgesagt wird, ist zudem weniger ausgeprägt als die von 1948 zu 2012.

Mit andern Worten: die AHV funktioniert zu einem guten Teil jenseits der Demografie, weil jeglicher Lohn, gegen oben unbegrenzt, erfasst wird. Das erklärt wohl auch, warum die Reichen dieses Landes seit Jahrzehnten predigen, der AHV-Ausbau sei nicht mehr finanzierbar...

 

Zuständig beim SGB

Gabriela Medici

Zentralsekretärin

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Gabriela Medici
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