100 000 Unterschriften für 100 000 neue Arbeitsplätze

  • Energie und Umwelt
Artikel
Verfasst durch Christian Levrat, Nationalrat FR und Präsident SP Schweiz

Gemeinsam bauen wir die Zukunft der Schweiz: Seit Mitte März können Unterschriften für die Initiative „Neue Arbeitsplätze durch erneuerbare Energie (Cleantech-Initiative)“ gesammelt werden, die von der SP lanciert und von den Gewerkschaften unterstützt wird. Ziel dieses Volksbegehrens ist ein verstärktes Engagement von Bund, Kantonen und Wirtschaft im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Dabei zählt jede Unterschrift. Denn: 100'000 Unterschriften schaffen rund 100'000 neue Arbeitsplätze – in der ganzen Schweiz.

Die Schweizer Wirtschaft braucht neue Lösungen. Nötig ist eine Investition in den Werkplatz Schweiz, die eine bleibende Antwort auf die Wirtschaftskrise gibt. Mit der Cleantech-Initiative schaffen wir reale Werte und nachhaltigen Wohlstand. Sie macht den Weg frei für saubere Technologien und neue Arbeitsfelder. Rund 100'000 Menschen können dank der Initiative im Bereich der erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und der sauberen Technologien (Cleantech) beschäftigt werden. Es entstehen neue Berufe und neue Ausbildungen und schliesslich neue Anreize für Schweizer Unternehmern. Das ist ein Ziel, das nicht utopischen Vorstellungen entspringt, sondern sowohl die wirtschaftliche Realität als auch den globalen Fortschritt im Auge behält.

Potenzial besser nutzen

Der Sektor der erneuerbaren Energien hat enormes Wachstumspotenzial: 70 Prozent mehr Beschäftigte in den letzten vier Jahren allein in Deutschland. Bis 2020 wird sich dieser Sektor in Deutschland auf 400'000 neue Arbeitsplätze ausweiten.

In der Schweiz schlummert ein ähnlich grosses Potenzial: So stehen bspw. über 5000 Projekte auf der Liste des Bundesamts für Energie und warten auf den Bescheid für finanzielle Förderung. Die Schweizer Forschung belegt im Cleantech-Bereich international Spitzenplätze. Doch dieses Potenzial wird momentan im Ausland genutzt: Schweizer Patente werden beispielsweise in Deutschland umgesetzt und vermarktet. Das muss sich ändern. Hierfür braucht es politische Rahmenbedingungen: Mit der Cleantech-Initiative sorgen wir dafür, dass das Schweizer Potenzial bei uns genutzt wird und der Schweizer Wirtschaft dient.

Mehr Wohlstand statt Abhängigkeit

Mit Investitionen in Sonnenenergie, Wind, Geothermie und Biomasse schaffen wir nicht nur langfristige, neue Arbeitsplätze, sondern investieren auch in die Unabhängigkeit der Schweiz. Wir sind heute zu 80 Prozent von Erdöl-, Erdgas- und Uranimporten aus dem Ausland abhängig. Mit Hilfe der Cleantech-Initiative wird Energie zu einem in der Schweiz regional verankerten Gut. Wenn wir zusätzlich noch effizienter mit der heimischen Energie umgehen, schonen wir nicht nur unsere Umwelt sondern auch unser Portemonnaie. Das kommt allen zu Gute und schafft mehr Wohlstand für alle.

Kein Komfortverlust

Die Initiative baut auf Energieeffizienz, nicht auf Komfortverlust, um Energie einzusparen. Durch bessere Isolationen, effizientere Geräte und saubere Technologien ist es möglich, unseren Energieverbrauch stark zu senken und die Energieeffizienz zu erhöhen. Dazu braucht es aber von Bund und Kantonen zur Verfügung gestellte finanzielle Anreize für Privatpersonen und Unternehmer. Eine gesteigerte Energieeffizienz hat so einzig Vorteile: Es muss niemand auf das Champions League-Finale vor dem heimischen Fernseher mit gekühltem Bier oder die Heizung im Winter verzichten. Aber in Zukunft soll das kühle Bier einem energieeffizienteren Kühlschrank entnommen und die wohlige Wärme mit einer Wärmepumpe erzeugt werden.

Die Schweiz muss aufwachen

Der ökologische Wandel läuft. Neue Windturbinen ersetzen weltweit alle zwei Wochen ein AKW. Deutschland baut an einem Tag so viele Solarstromanlagen wie wir in einem ganzen Jahr. Wirtschaftsnationen wie Deutschland oder die USA haben verstanden, worum es geht: Wer jetzt nicht in erneuerbare Energien investiert, wird nicht an der Mitgestaltung der Zukunft teilnehmen. Die Schweiz muss jetzt handeln, statt weiter zu zaudern, wenn sie im Bereich Cleantech nicht nur forschen, sondern auch produzieren und profitieren will.

Mehr Infos: www.cleantech-initiative.ch. Dort können Unterschriftenbogen heruntergeladen oder kostenlos Flyer, Plakate und Unterschriftenkarten bestellt werden.

Das will die Eidgenössische Volksinitiative "Neue Arbeitsplätze dank erneuerbaren

Energien (Cleantech-Initiative)“:

1. Bund und Kantone stellen zusammen mit der Wirtschaft unsere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien sicher.

2. Der Bund unterstützt Innovationen im Energiebereich und auch private und öffentliche Investitionen zugunsten erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz. Das schafft rund 100‘000 neue Arbeitsplätze, vorab in kleinen und mittleren Unternehmen in allen Regionen.

3. Der Bund erlässt Vorschriften über den Energieverbrauch von Anlagen, Fahrzeugen und Geräten. Bei Vorschriften für neue Anlagen, Fahrzeugen und Geräte wird immer die beste verfügbare Technologie berücksichtigt.

4. Unser Land soll sich von der einseitigen Abhängigkeit vom Erdöl befreien. In 20 Jahren wollen wir uns mindestens zur Hälfte aus erneuerbaren Energien versorgen

Zuständig beim SGB

Dore Heim

Zentralsekretärin

031 377 01 21

dore.heim(at)sgb.ch
Dore Heim
Top