Mit Mindestlöhnen und Lohnkontrollen gegen Lohnungleichheit

  • Gleichstellung von Mann und Frau
Medienmitteilung

Lohndiskriminierung stoppen!

Um die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau ist es in der Schweiz nicht gut bestellt. Dies zeigen die Statistiken. Gemäss neusten Zahlen des Bundes entgehen den Frauen aufgrund der Lohndiskriminierung jährlich 7,7 Milliarden Franken. Dabei handelt es sich um Lohnunterschiede, die nicht auf objektiv erklärbare Faktoren wie Unterschiede bei Alter, Ausbildung, Dienstalter, Tätigkeitsbereich usw. zurückzuführen sind. Die Frauen erleiden also allein aufgrund ihres Geschlechts eine milliardenschwere Lohneinbusse. Je nach Branche variieren die einzig vom Geschlecht abhängigen Anteile an den Lohndifferenzen zwischen 13,5 und 87 Prozent.

Besonders stossend ist die Lohnungleichheit in Tieflohnbranchen. Die Lohndiskriminierung dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass Frauen überdurchschnittlich stark von Tieflöhnen betroffen sind. So verdienten im Jahr 2010 15,7 Prozent der Frauen mit einem Lehrabschluss nur einen Tieflohn (zwei Drittel des Medianlohns, was 2010 3986 Fr. ausmachte), während es bei den Männern fast drei Mal weniger waren (5,6 Prozent).

Verbreitet und von grosser Tragweite ist diese Problem im Detailhandel. In dieser Branche arbeitet fast jede fünfte arbeitstätige Frau. Rund 60‘000 Frauen aus dem Verkauf verdienten dabei im Jahr 2010 bloss einen Tieflohn, wie Corinne Schärer, Geschäftsleitungsmitglied der Gewerkschaft Unia ausführte. Die auf das Geschlecht zurückzuführende Lohndiskriminierung belief sich auf knapp 50 Prozent und machte 633 Franken aus. Diese Zahlen zeigen, dass korrekte Mindestlöhnen, wie sie die Mindestlohn-Initiative fordert, dringend nötig sind. Sie würden in Tieflohnbranchen einen bedeutenden Teil der Lohndiskriminierung eliminieren.

Stark betroffen ist auch die stark expandierende Kinderbetreuung, wo fast ausschliesslich Frauen arbeiten. Der Personalmangel – der in anderen Branchen die Löhne in die Höhe treibt – wurde dazu benutzt, den Anteil an nicht ausgebildetem Personal zu erhöhen und damit die Lohnkosten zu drücken, erklärte Michela Bovolenta, Zentralsekretärin des VPOD. Die Löhne sind äusserst tief. In der Deutschschweiz etwa empfiehlt der Familiienservice 3200 Fr. bei einer 43Std-Woche, der Verband KitaS empfiehlt 3500 Franken. Das Tessin zeigt, dass die Löhne oft noch tiefer sind. Dort erhält die Hälfte des nicht-ausgebildeten Personals Löhne von unter 2560 Franken.

Ein Beispiel für die Wirkung von Mindestlöhnen in Sachen Lohnungleichheit liefert die grafische Industrie. Dank der kontinuierlichen Erhöhung der Mindestlöhne im Gesamtarbeitsvertrag, sank die totale Lohndifferenz zwischen 2008 und 2010 von 24,5 auf 22,5 Prozent, wie Syndicom-Geschäftsleitungsmitglied Bernadette Häfliger erklärte. Das reicht jedoch noch nicht. Damit weitere Fortschritte erzielt werden können, braucht es zwingende Lohnkontrollen. Nur sie scheinen dafür sorgen zu können, dass der Verfassungsgrundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ endlich umgesetzt wird.

Referate:

 

  • <media 1069 - - "TEXT, 130613 CW Frauen um 7Mrd Lohn betrogen, 130613_CW_Frauen_um_7Mrd_Lohn_betrogen.pdf, 88 KB">Christina Werder, SGB-Zentralsekretärin SGB-Frauenkommission: "</media><media 1069 - - "TEXT, 130613 CW Frauen um 7Mrd Lohn betrogen, 130613_CW_Frauen_um_7Mrd_Lohn_betrogen.pdf, 88 KB">Frauen jedes Jahr um mehr als 7 Milliarden Lohn betrogen!"</media>
  • <media 1072 - - "TEXT, 130613 Bovolenta Redetext, 130613_Bovolenta_Redetext.pdf, 139 KB">Michela Bovolenta, VPOD-Zentralsekretärin: "Niedriglöhne in Frauenberufen: zum Beispiel in der Kinderbetreuung"</media>
  • <media 1071 - - "TEXT, 130613 Redetext TK syndicom, 130613_Redetext_TK_syndicom.pdf, 145 KB">Bernadette Häfliger Berger, Syndicom-Geschäftsleitungsmitglied: "Viel Handlungsbedarf in der grafischen Industrie"</media>
  • <media 1070 - - "TEXT, 130613 Schaerer Redetext, 130613_Schaerer_Redetext.pdf, 35 KB">Corinne Schärer, Unia Geschäftsleitungsmitglied: "Schluss mit dem Lohndumping bei Frauen!"</media>
Auskünfte:

 

  • Christina Werder, SGB-Zentralsekretärin SGB-Frauenkommission, 079 341 90 01
  • Michela Bovolenta, VPOD-Zentralsekretärin, 079 647 72 83
  • Bernadette Häfliger Berger, Syndicom-Geschäftsleitungsmitglied, 079 874 46 67
  • Corinne Schärer, Unia Geschäftsleitungsmitglied, 079 219 94 20

 

Zuständig beim SGB

Regula Bühlmann

Zentralsekretärin

031 377 01 12

regula.buehlmann(at)sgb.ch
Regula Bühlmann
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