Lohngleichheit - wir bleiben dran

  • Gleichstellung von Mann und Frau
Artikel
Verfasst durch SGB-Frauenkommission

Zum Internationalen Tag der Frau

Während ein Mann 50 Franken verdient, erhält eine Frau für gleichwertige Arbeit nur 41 Franken. Nur die Hälfte dieses Lohnunterschieds lässt sich erklären, etwa dadurch dass Frauen mit Kindern bei der Berufskarriere zurückstecken. Für die andere Hälfte gilt einzig und allein: Frauen werden diskriminiert, weil sie Frauen sind. Trotz Verfassungsartikel und Gleichstellungsgesetz hält in der Schweiz somit der Skandal der Lohndiskriminierung an.

Das muss sich ändern! Wir wollen Gleichstellung und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen. Wir Gewerkschaften kritisieren nicht nur, wir packen das konkret an. Die Stimmenden hierzulande werden sich in naher Zukunft zu mehr Gleichstellung äussern können. Denn wir haben dazu zwei politische Pflöcke eingeschlagen.

1. Mindestlohn 4'000.- – Initiative eingereicht

Die Volksinitiative des SGB verlangt einen Mindestlohn von 4‘000 Franken pro Monat resp. 22 Franken pro Stunde. 400‘000 Menschen, davon 300‘000 Frauen, werden unverzüglich von dieser Bestimmung profitieren. Die neuen Mindestlöhne werden auch für mittlere Löhne den Weg zur Lohngleichheit ebnen.

Voraussichtlich im Frühjahr 2014 stimmen wir über diese Initiative ab.

2. Höhere Renten – Initiative startbereit

Die SGB-Initiative AHVplus verlangt eine lineare Erhöhung der AHV-Renten um zehn Prozent. Alle Frauen werden davon profitieren, insbesondere aber alleinerziehende Mütter.

Im Frühjahr 2013 werden wir diese Initiative starten.

Lohndiskriminierung: Wir bleiben dran

Ob in Lohn- oder GAV-Verhandlungen: die Gewerkschaften bleiben dran am Thema Lohndiskriminierung. Heute geht’s mit dem sogenannten Lohngleichheitsdialog, dem gemeinsamen Versuch von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Bund, gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu verankern, nur schleppend vorwärts. Wenn die Wirtschaft bei der Beseitigung dieses Unterschieds weiter so trödelt wie in den letzten 10 Jahren, dann wird Lohngleichheit erst in 66 (!) Jahren erreicht sein.

Die Wirtschaft muss jetzt Gas geben, sonst werden wir zwingende gesetzliche Instrumente zur Durchsetzung der Lohngleichheit verlangen. Bundesrat und Parlament sind da längst nicht aus dem Schneider.

Ganz klar nicht akzeptierbar ist in diesem Kontext eine Erhöhung des AHV-Rentenalters für Frauen von 64 auf 65 Jahre. Solange die tatsächliche Gleichstellung nicht erreicht ist, kommt dieser Rentenabbau für die Frauen nicht in Frage!

Fotos der Aktion auf flickr

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Zuständig beim SGB

Regula Bühlmann

Zentralsekretärin

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regula.buehlmann(at)sgb.ch
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