Leichter Rückgang als Nachwehen der Krise

  • Gewerkschaftspolitik
Medienmitteilung
Verfasst durch Ewald Ackermann

Mitgliederentwicklung des SGB im vergangenen Jahr

Der SGB, die mit Abstand grösste gewerkschaftliche Dachorganisation der Schweiz, zählte Ende 2010 genau 372'042 Mitglieder. Nach einem Anstieg im Jahre 2009 von rund 9000 Mitgliedern verfügt der SGB nunmehr im Jahresvergleich 09/10 über 5285 Mitglieder weniger. Das entspricht einem Rückgang von 1,4 %. 

Zulegen konnte der SGB erneut bei den Frauen. Ende 2009 waren erstmals über 100'000 Frauen im SGB organisiert, ein Jahr später hat ihre Zahl um 594 zugenommen. Der Frauenanteil erhöht sich innert Jahresfrist um 0,5 % auf 27,3 %. Im Zweijahresvergleich legte der SGB um rund 6500 Frauen zu. 

Die Zahl der Mitgliederverbände hat sich wegen der Fusion der Gewerkschaften Kommunikation und comedia zur syndicom von 16 auf 15 reduziert. Von diesen 15 Gewerkschaften haben 4 zugenommen, 1 blieb unverändert, 10 haben Mitglieder verloren. 

Bemerkungen zu den einzelnen grossen Verbänden

Die Unia hat nach zwei Jahren mit stabiler Mitgliederentwicklung im vergangenen Jahr einen Mitgliederverlust von 1,3% erlitten. Wie bei den anderen Gewerkschaften auch haben sich bei ihr die Folgen der Wirtschaftskrise mit zeitlicher Verzögerung niedergeschlagen. Im Dienstleistungssektor der Unia stiegen die Mitgliederzahlen weiterhin an, im Gewerbe waren sie leicht rückläufig. Insbesondere in der Metall- und Maschinenindustrie und in der Chemie wirkte sich der krisenbedingte Personalabbau auf die Mitgliederzahl aus. Zugelegt hat Unia bei den Frauen – und dabei die Hürde von 40‘000 genommen. 

Der überdurchschnittliche Rückgang bei syndicom ist durch die Fusion zu erklären. Eine gewerkschaftliche Fusion absorbiert Kräfte, die dann für die Werbung und Betreuung der Mitglieder fehlen. 

Der SEV hat bei den Aktiven zugelegt, sein Organisationsgrad bei der SBB liegt denn auch bei gut 70%. Hingegen hat der SEV gut 1000 Rentner/innen durch Tod verloren.

Zugelegt hat der VPOD, die viertstärkste Gewerkschaft des SGB, und dies vor allem bei den Frauen. Knapp die Hälfte aller VPOD-Mitglieder sind mittlerweile weiblich.

Zuständig beim SGB

Daniel Lampart

Sekretariatsleiter und Chefökonom

031 377 01 16

daniel.lampart(at)sgb.ch
Daniel Lampart
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