Bildung soll nicht länger ein Privileg der Kinder von bereits Studierten sein

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Ja zur Stipendien-Initiative

Die Stipendien-Initiative will für mehr Ausbildungswillige mehr Unterstützung. Höhere Bildung wird damit vermehrt auch Kindern aus bildungsfernen Schichten ermöglicht und nicht nur denen, deren Eltern bereits studiert haben.

Sogar der Wirtschaftsdachverband economiesuisse gibt es im "dossierpolitik" vom 30.3.2015 zu: Wer in einer wohlhabenden Familie aufwächst, hat klar bessere Chancen auf einen Hochschulabschluss als Jugendliche aus bescheidenen Verhältnissen. Chancengleichheit bei der höheren Ausbildung gibt es also nicht - und das hat auch mit dem jeweiligen Budget von Familien zu tun.

Mehr Stipendien

Genau das korrigiert die Stipendieninitiative, die der VSS (Verband der Schweizer Studierendenschaften) lanciert hat und die vom SGB und seinen Gewerkschaften unterstützt wird. Die Initiative will für mehr Ausbildungswillige mehr Unterstützung. Heute erhalten nur 7 Prozent der Studierenden ein Stipendium. Es müssten aber 20 Prozent sein, wollte man wirklich Chancengleichheit beim Zugang zur Bildung. Bei einem Ja zur Initiative würden also logischerweise mehr Kinder aus einfachen Verhältnissen besser gefördert.

Auch Absolventen/innen höherer Berufsbildung fördern

Kommt dazu: Die Initiative fordert bessere Stipendien für die gesamte sogenannte "Tertiärstufe". Das umfasst die akademische Ausbildung, aber auch die höhere Berufsbildung (eidgenössische Fach- und höhere Berufsprüfungen, höhere Fachschulen). Diese Ausbildungen werden vor allem von Jungen aus nichtakademischem Milieu absolviert. Die Initiative ermöglicht, dass auch die Absolventen/innen der höheren Berufsbildung vermehrt Stipendien bekommen. Das ist heute nur sehr selten der Fall - obwohl die Gebühren für die höhere Berufsbildung oft bedeutend höher sind als diejenigen für akademische Ausbildungen. Mit einem Ja zur Initiative werden die Kantone hier nicht mehr so stark auf der Bremse hocken können.

Fertig mit kantonaler Willkür

Die Stipendien sollen nicht nur erhöht, sondern auch national harmonisiert werden. Heute diktieren die Kantone die Spielregeln - und die meisten geizen dabei. Es ist nicht gerecht, dass eine Studentin aus Neuenburg im Durchschnitt nur die Hälfte des Betrages ihrer Zürcher Kollegin erhält - oder dass der Jura jährlich 85 Franken pro Kopf für Stipendien ausgibt und Schaffhausen nur 19 Franken. Die Stipendieninitiative beendet diese Ungleichbehandlung aufgrund der geografischen Herkunft.

Konkret gegen Fachkräftemangel

Die Initiative bringt aber nicht nur mehr Chancengleichheit. Sie stellt auch den wirksamsten Vorschlag zur Behebung des Fachkräftemangels dar, der gegenwärtig im Raum steht. Denn zu einer guten Fachkraft wird sich nur weiterbilden, wer Beruf, Familie und Bildung vereinbaren kann. Auch das ermöglicht eine bessere Stipendienpolitik - und auch deshalb braucht es am 14. Juni ein Ja zur Stipendieninitiative.

Mehr zum Thema

Sieben gewerkschaftliche Argumente und der Wortlaut der Stipendieninitiative

Die Website des Initiativkomitees

Alles zur Stipendieninitiative auf der Website des VSS

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Zuständig beim SGB

Laura Perret Ducommun

Stellvertretende Sekretariatsleiterin

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Laura Perret
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