10'000 neue Lehrstellen wider die Krise

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Verfasst durch Ewald Ackermann

Die SGB-Jugendkommission schlägt Alarm. In den nächsten Monaten dürfte die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen stark ansteigen. Deshalb sollen 10'000 neue Ausbildungsplätze, vor allem Lehrstellen, geschaffen werden.

Trotz einiger Lichtblicke in den zwei letzten Jahren ist die Lehrstellenlage immer nochprekär. Denn immer noch sind rund 20'000 Jugendliche in Zwischenlösungen. Angesichtsder Gefahr, dass in den nächsten Monaten die Jugendarbeitslosigkeit markant zunehmenkönnte, verlangt deshalb die SGB-Jugendkommission 10'000 neue Lehrstellen, notfallsauch vollzeit-schulische. SGB-Zentralsekretär Jean Christophe Schwaab appelliert nichtnur an die Unternehmen sondern auch an die Behörden: „Insbesondere zu verbessern sinddie aktive Suche nach Lehrstellen (die sog. Klinkenputzerei), die Schaffung von Ausbildungsverbündenund die spezielle Unterstützung von schulschwächeren Jugendlichen.“Dabei sollen die kantonalen Berufsbildungsfonds helfen, die es bis heute in GE, FR, NE,VS, JU und ZH, bald auch in VD, gibt.

Nicht falsch sparen

Des Weiteren fordert die SGB-Jugendkommission keine Spareinschnitte in Bildungsbudgets.Das betrifft Ausbildungsplätze in öffentlichen postobligatorischen Schulen, Unterstützungsprogrammezur Schaffung von mehr Lehrstellen und Hilfsmassnahmen für dieJugendlichen selbst, aber ebenso die arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM) für Jugendlichemit einem postobligatorischen Abschluss. Denn dank der AMM finden Jugendliche,die nach der Lehre arbeitslos geworden sind, in der Regel rasch wieder eine Stelle. Deshalb fordert die SGB-Jugendkommission, dass der Bundesrat die Kostenreduktionbei den AMM für Jugendliche wieder zurücknehmen muss.

Qualität sichern

Die SGB-Jugendkommission fordert aber auch bei den dringend neu zu schaffendenLehrstellen einen qualitativ hoch stehenden Standart. Jugendliche kurzzeitig einfach nurzu beschäftigen, ohne ihnen gleichzeitig das Rüstzeug für eine berufliche Entwicklungmitzugeben, führe in die Sackgasse. Dass diese Befürchtung alles andere als grundlos ist,zeigen Umfragen der Unia. Diese belegen ein Malaise, das über die Ausbildungsqualitäthinausgeht und die allgemeine Wertschätzung der Lehrlinge umfasst. So sind etwa 52Prozent der Lehrlinge mit ihrem Lohn unzufrieden. Einer weiteren Lehrlingsbefragungder Unia aus Genf zufolge klagen 38 Prozent aller Lehrlinge gewisser Branchen übergesundheitliche Beeinträchtigungen infolge atypischer Arbeitszeiten.

Weitere Ergebnisse der Unia-Lehrlingsumfrage

Die Unzufriedenheit steigt mit der Dauer der Lehre an: 55 Prozent Unzufriedene im 3. und über 60 Prozent im 4. Lehrjahr.

  • 64 Prozent der Lehrlinge erhalten einen 13. Monatslohn. Diese sind tendenziel lmit dem Lehrlingslohn zufriedener als die andern.
  • Verpflegung wird von 46 Prozent, Transport von 42 Prozent und Schulmaterialvon 19 Prozent der Jugendlichen als belastender Ausgabeposten genannt.
  • 65 Prozent der Lehrbetriebe beteiligen sich nicht an Schulmaterial und Transportkosten.7 Prozent tragen Transport- und Schulmaterialkosten vollumfänglich, 27 Prozent teilweise.

Zuständig beim SGB

Laura Perret Ducommun

Stellvertretende Sekretariatsleiterin

031 377 01 23

laura.perret(at)sgb.ch
Laura Perret
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