Schweiz soll ILO-Abkommen über menschenwürdige Arbeit von Hausangestellten ratifizieren!

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Verfasst durch Luca Cirigliano

Der SGB zum 6. Welttag für menschenwürdige Arbeit

Am Welttag für menschenwürdige Arbeit mobilisieren sich die Gewerkschaften überall auf der Welt. Der SGB verlangt in diesem Zusammenhang eine schnelle Ratifikation des ILO-Übereinkommens Nr. 189 über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte.

Besonders in Schwellenländern wie Brasilien oder arabischen Boomwirtschaften werden die Rechte der Hausangestellten, insbesondere der Frauen, mit Füssen getreten: Fehlende oder unklare Verträge, das Verbot gewerkschaftlicher Tätigkeit und handfeste Misshandlungen sind für Hausangestellte leider an der Tagesordnung. In der Schweiz wurden diese menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen schlaglichtartig aufgedeckt, als in Genf Mitglieder der lybischen Gaddafi-Familie verhaftet wurden, weil sie ihr Personal misshandelt hatten. In verschiedenen Ländern Südamerikas oder Arabiens werden z.B. MigrantInnen, welche als Hausangestellte im Haushalt des Arbeitgebers leben, die Pässe weggenommen und die Aufenthaltsbewilligung an das Wohlwollen des Chefs gebunden. So sind sie der Willkür des Arbeitgebers schutzlos ausgeliefert.

Umso wichtiger ist es, dass das Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) Nr. 189 über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte möglichst flächendeckend ratifiziert wird, um diesen besonders verletzlichen Arbeitnehmenden einen Minimalschutz durch das Völkerrecht zu garantieren.

Ratifikation auch in der Schweiz

Hier kann die Schweiz mit gutem Beispiel vorangehen. Menschenwürdige Arbeit von Hausangestellten wird weltweit immer wichtiger: Care-Arbeit mit Betagten ist in unseren Gesellschaften mit der gesteigerten Lebenserwartung eine Branche mit grossem wirtschaftlichem Potential. Vieles liegt aber noch sehr im Argen, wenn es um den Gesundheitsschutz und die Rechte der Arbeitnehmenden geht. Auch in der Schweiz gibt es verschiedene Probleme (Respektierung Höchstarbeitszeiten, genügend Pausen, Lohndumping, etc.).

Zwar sind die Probleme von Hausangestellten in der Schweiz bzw. Westeuropa nicht mit denjenigen in Südamerika oder dem Nahen Osten zu vergleichen. Umso mehr soll die Schweiz mit gutem Beispiel vorangehen, gerade auch als Gastland der UNO-Agentur ILO. Der SGB fordert anlässlich des 6. Welttages für menschenwürdige Arbeit das Schweizer Parlament auf, ein Zeichen gegen die schlimmsten Formen prekärer Arbeit im Care-Bereich zu setzen und möglichst bald das IAO-Übereinkommen Nr. 189 über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte zu ratifizieren.

Ein Überblick über die internationalen Aktionen unter Verantwortung des Internationalen Gewerkschaftsbundes IGB findet sich hier .

Zuständig beim SGB

Daniel Lampart

Sekretariatsleiter und Chefökonom

031 377 01 16

daniel.lampart(at)sgb.ch
Daniel Lampart
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