Frau schläft auf Laptop ein

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Mehr Sonntagsarbeit, längere Arbeitstage und weniger Ruhezeit

  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Medienmitteilung

Ständeratskommission setzt Angriffe auf das Arbeitsgesetz fort

Die zuständige Ständeratskommission hält an der Verdreifachung der Sonntagsverkäufe fest. Gleichzeitig will sie zentrale Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen für Beschäftigte mit einem Jahreseinkommen ab 120'000 Franken sowie bei Telearbeit lockern. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) kritisiert diesen Rundumschlag auf den Arbeitnehmerschutz scharf und fordert den Ständerat auf, die Verschlechterungen zu stoppen.

Die Kommission hält an bis zu zwölf statt bisher vier Sonntagsverkäufen pro Jahr fest. Damit stellt sie sich gegen den Entscheid des Ständerats, der die Ausweitung im Juni abgelehnt hatte. Den Preis bezahlen die Beschäftigten im Detailhandel, die schon heute unter hohem Arbeitsdruck und schlecht planbaren Arbeitszeiten leiden. Besonders widersprüchlich sind die Entscheide zur Sonntagsarbeit: Während sie die vom Nationalrat beschlossene Ausweitung der Sonntagsarbeit aus der Telearbeitsvorlage streicht, hält sie im Detailhandel daran fest und will das Sonntagsarbeitsverbot für Beschäftigte mit einem Jahreseinkommen ab 120'000 Franken sogar ganz aufheben. Die Korrektur bei der Telearbeit ist zu begrüssen. Gleichzeitig zeigen diese Entscheide, wie wenig durchdacht die Lockerungen des Arbeitsgesetzes sind.

Längere Arbeitstage, weniger Erholung

Auch bei den Arbeits- und Ruhezeiten bleibt die Kommission auf Abbaukurs. Für Beschäftigte mit einem Jahreseinkommen ab 120'000 Franken sollen zentrale Schutzbestimmungen wegfallen. Wichtige gesetzliche Grenzen der Arbeitszeit und verbindliche Ruhezeiten würden für sie gestrichen. Ein höheres Einkommen schützt jedoch nicht vor Überlastung, Stress und gesundheitlichen Schäden.

Auch die Telearbeitsvorlage bleibt trotz der Streichung der Sonntagsarbeit problematisch. Die vorgesehenen Lockerungen ermöglichen Arbeitstage, die sich über 17 Stunden erstrecken. Zudem soll die tägliche Ruhezeit verkürzt und unterbrochen werden können. Damit steigt der Druck, frühmorgens und spätabends arbeiten und ständig erreichbar sein zu müssen. Das gefährdet die Erholung und erschwert die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben.

Referendum wegen Arbeitszeit und Sonntagsruhe

Der SGB fordert den Ständerat auf, die Ausweitung der Sonntagsarbeit und die Aufweichung der Arbeits- und Ruhezeiten zu stoppen. Die Delegiertenversammlung des SGB hat bereits im Dezember 2025 einstimmig rote Linien beschlossen und das Referendum angekündigt, falls das Parlament überlange Arbeitstage und eine weitreichende Ausweitung der Sonntagsarbeit beschliesst.

Zuständig beim SGB

Gabriela Medici

Co-Sekretariatsleiterin

031 377 01 13

gabriela.medici(at)sgb.ch
Gabriela Medici (SGB)
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