Matthias Hartwich, Vania Alleva, Pierre-Yves Maillard und David Gallusser sitzen am Referentinnen-Tisch

Matthias Hartwich, Vania Alleva, Pierre-Yves Maillard und David Gallusser

 

Kaufkraft muss steigen, 2.5% Lohnwachstum notwendig

  • Löhne und Vertragspolitik
Medienmitteilung

SGB-Lohnforderungen 2027

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) fordert generelle Lohnerhöhungen von 2.5 Prozent für 2027. Höhere Löhne sind dringend nötig, denn die Lohnentwicklung im letzten Jahrzehnt war schwach. Insbesondere vor dem Hintergrund der verbesserten Konjunktur muss es auch bei den Arbeitnehmenden aufwärts gehen. Höhere Löhne sind notwendig, um die Kaufkraft zu verteidigen.

Die Lohnentwicklung seit 2016 war schwach. Die Produktivität in der Schweiz ist in dieser Periode stärker gestiegen als die Löhne. Arbeitnehmende leisten also mehr, werden aber nicht am steigenden Wohlstand beteiligt. «Seit Jahren hinken die Reallöhne der Produktivität hinterher», bilanziert Unia-Präsidentin Vania Alleva. Wäre der mittlere Lohn im letzten Jahrzehnt – wie in der Vergangenheit – mit der Produktivität gewachsen, läge er heute monatlich 500 Franken höher. Teilweise glichen die mageren Lohnerhöhungen nicht einmal die Teuerung aus. In einzelnen Branchen wie dem Gesundheitswesen, im Gastgewerbe oder in den Verkehrsbranchen liegen die Kaufkraft der Löhne unter dem Niveau von 2016. SEV-Präsident Mattias Hartwich ergänzt: «Lohnerhöhungen sind auch nötig, um die aufgelaufene Teuerung der letzten Jahre auszugleichen».

Kaufkraft steht nach wie vor unter Druck

Das leben in der Schweiz wird teurer. Die Preise dürften auch in diesem Jahr im Durchschnitt um 0.6 Prozent steigen. Darüber hinaus lasten die Krankenkassenprämien immer schwerer. Die mittlere Prämie für Erwachsene beträgt bereits 5’600 Franken im Jahr. Für mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden ist das mehr als ein ganzer Monatslohn. Die Prämien steigen trotzdem weiter ungebremst. In diesem Jahr hat der Prämienanstieg die Schweizer Haushalte durchschnittlich 0.3 Prozent ihres verfügbaren Einkommens gekostet, im nächsten Jahr wird ein vergleichbarer Anstieg erwartet. Die Löhne müssen im Ausmass der Teuerung und der Prämien steigen, um den Verlust der Kaufkraft auszugleichen.

Höhere Löhne für alle Beschäftigten

Die Kaufkraft muss aber nicht nur verteidigt, sondern auch ausgebaut werden. Sie sollte mit dem Anstieg der Produktivität um mindestens ein Prozent steigen. Diese Lohnanpassungen müssen generell erfolgen. Bei individuellen Lohnerhöhungen entscheiden die Chefs nach eigenem Ermessen. Teilweise werden Lohnerhöhungen dafür missbraucht, um neue Mitarbeitende einstellen zu können. Viele Arbeitnehmende gehen leer aus.

Mindestens 5’000 Franken mit Lehre

Tiefe Löhne bleiben auch in der reichen Schweiz ein Problem. Rund 15 Prozent verdienen weniger als 4’500 Franken im Monat – und haben damit einen Lohn, mit dem sie kaum über die Runden kommen. Besonders problematisch sind die vielen tiefen Löhne von Beschäftigten mit Lehrabschluss. Rund ein Drittel von ihnen verdient weniger als 5’000 Franken. «Bei den Frauen sind es gar 40 Prozent», so Alleva. Das muss sich ändern. Löhne unter 4’500 Franken müssen der Vergangenheit angehören. Wer einen Lehrabschluss hat, muss mindestens 5’000 Franken verdienen.

Zuständig beim SGB

David Gallusser

Zentralsekretär

031 377 01 18

david.gallusser(at)sgb.ch
David Gallusser
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