Die Auswirkung der Bilateralen I auf die Einkommen der Inländer:innen in der Schweiz sei «praktisch vernachlässigbar», behauptete «Swiss Economics» in einer Studie im Auftrag der EU-skeptischen Organisation autonomiesuisse. Man reibt sich verwundert die Augen. Das ist eine ziemliche Ansage.
Ökonomisch ist die Studie von «Swiss Economics» leider ziemlich dünn. Sie kritisiert vor allem die Studien im Auftrag des Bundes (Ecoplan, BAK) ohne substanzielle eigene Überlegungen anzustellen. Dass diese Studien des Bundes ihre Limiten haben, war schon lange klar. Ecoplan nahm beispielsweise an, dass ohne Personenfreizügigkeit rund 20'000 Personen weniger in die Schweiz einwandern würden. Ob das plausibel ist, kann man sich fragen.
Andere Faktoren wären jedoch wichtiger. Die Personenfreizügigkeit - verbunden mit einem starken Lohnschutz - ist ein effizientes Migrationssystem. Anstatt dass der Staat über irgendwelche Kriterien entscheidet, wer in die Schweiz kommen kann und wer nicht, erfolgt das über den Arbeitsmarkt selber. Wer eine Stelle mit einem Schweizer Lohn hat, kriegt eine Aufenthaltsbewilligung. Kanada oder England haben hingegen Punktesysteme. Die Erfahrungen mit solchen Systemen sind negativ. Der Staat bevorzugt junge Akademiker:innen. Doch viele von ihnen finden danach gar keine entsprechende Stelle, sondern arbeiten als Taxifahrer:innen oder machen Hilfsarbeiten in Restaurants.



