Mit dem Zollschock von 39 Prozent im August 2025 hat die Regierung Trump klar gezeigt, dass sie auch der Schweiz gegenüber eine knallharte nationalistische Interessenpolitik macht. Am WEF hat Trump nachgedoppelt. Die Schweiz hätte die USA ausgenutzt. Deshalb müsse sie zahlen.
Damit platzt auch der SVP-Wunschtraum, die Handelsbeziehungen mit den USA zu verbessern, damit man aus den Bilateralen aussteigen kann. Das war auch ein wichtiges Argument für die SVP-Nachhaltigkeitsinitiative.
Nationalrat Thomas Matter argumentierte bereits 2020 so: «Selbst bei einer Kündigung der Bilateralen I hätte die Schweiz nichts zu befürchten. Erstmals in der Geschichte der Eidgenossenschaft sind die Exporte in die EU tiefer als jene in die restliche Welt. Unsere Wachstumsmärkte befinden sich in Amerika und in Asien.»
Nationalrätin Martullo-Blocher wurde im Februar 2025 – wenige Monate nach der Wahl von Trump - sogar euphorisch: «Ich bin überzeugt, dass die Schweiz bald ein Freihandelsabkommen haben wird mit den USA. Die Ausgangslage ist sehr gut. Trump liebt die Schweiz.» Eine kapitale Fehleinschätzung, wie es sich bereits wenige Monate später zeigte.
Es ist mittlerweile offensichtlich, dass das Wunschbild der SVP mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Die SVP-Initiative kommt aus einer Zeit, die definitiv von gestern ist. Ein Ausstieg aus den Bilateralen wäre heute folgenschwerer denn je. Die Schweiz würde sich plötzlich sehr alleine in der grossen Welt wiederfinden. Das wäre ein grosser Fehler, wirtschaftlich wie politisch.
