Den Pensionskassen geht es gut. Doch die Renten steigen nicht. Es droht eine "verlorene Generation" in der 2. Säule

Blog Daniel Lampart

In den letzten fünf Jahren ging es mit den Pensionskassenguthaben der Berufstätigen spürbar aufwärts. Von 2021 bis 2025 gab es einen Zuwachs von fast 20 Prozent. Weil die Pensionskassen aufgrund der guten Anlageergebnisse wesentlich mehr Zins gaben. 

Verzinsung der Sparguthaben in den Pensionskassen (gemäss Swisscanto)

Bei den Renten gab es hingegen wenig Bewegung. Positiv war immerhin, dass einige Kassen einmalige 13. Renten oder andere einmalige Erhöhungen ausschütteten. Doch eine generelle Erhöhung der Rentenleistungen gab es kaum. Sogar die Zürcher Kantonalbank kritisierte das in ihrer Pensionskassenstudie: «Die guten Renditeaussichten würden es den Kassen erlauben, die Umwandlungssätze zu erhöhen. Die Kassen hüten sich jedoch vor langfristigen Leistungsverbesserungen, um flexibler auf die Entwicklung der Kapitalmärkte zu reagieren.» 

Die falsche Kritik, dass in der 2. Säule von den «Jungen zu den Älteren» umverteilt würde, hat ihre Spuren hinterlassen. Warum ist diese Kritik falsch? Wer heute «jung» – also berufstätig – ist, kann bereits morgen «alt» – sprich pensioniert – sein. Wenn die Guthaben der Berufstätigen über eine gewisse Zeit tief verzinst werden, und danach die Renten nicht steigen, trifft es zwei Mal die gleichen. Etwas zugespitzt kann man sagen: In der 2. Säule gibt es eine «verlorene Generation». Das sind Berufstätige, die in den letzten Jahren pensioniert wurden. Sie haben weniger hohe Altersguthaben und tiefere Umwandlungssätze. 

Die Oberaufsichtskommission der Beruflichen Vorsorge OAK hat die Kritik der Umverteilung zwischen jung und alt in ihren Publikationen wiederholt kolportiert. Mit der höheren Verzinsung der Vorsorgeguthaben in den letzten paar Jahren hat sich die Situation geändert. Nun gibt es nach den Schätzungen der OAK eine Umverteilung von «alt» gegen «jung». Doch der entscheidende Fakt, dass die damaligen «Jungen», die gemäss OAK nicht profitiert hätten, nun «alt» sind, findet man im Bericht nicht. 

Fazit: Wenn es bei den Pensionskassen aufwärts geht, müssen die Leistungen besser werden. In Form von höheren Zinsen und höheren Renten. 

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