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         xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
         xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>SGB RSS Feed</title><link>https://sgb.ch/</link><description>Beiträge des SGB</description><language>de-CH</language><copyright>Schweizerischer Gewerkschaftsbund</copyright><pubDate>Sat, 25 Apr 2026 21:25:02 +0200</pubDate><lastBuildDate>Sat, 25 Apr 2026 21:25:02 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>Schweizerischer Gewerkschaftsbund</generator><item><guid isPermaLink="false">news-11637</guid><pubDate>Sat, 25 Apr 2026 09:45:00 +0200</pubDate><title>Ungenügender Jugendarbeitsschutz: Überproportional viele Berufsunfälle bei jungen Lernenden in einer Berufslehre</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ungenuegender-jugendarbeitsschutz</link><description>Hohe Risiken für Leib und Leben</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Jedes Jahr verunfallen in der Schweiz rund 23’000 Junge in ihrer Berufslehre. Das entspricht fast jeder/jedem neunten Lernenden. Das Unfallrisiko ist damit doppelt so hoch wie bei erwachsenen Arbeitnehmenden. Dreiviertel aller Berufsbildner:innen verfügen über keinerlei Zeit für die Ausbildung und Begleitung der Lernenden. Trotz klarer gesetzlicher Vorgaben sind Gesundheitsschutz und Sicherheit der Lernenden nicht gewährleistet.&nbsp;</p><p>Besonders betroffen von Berufsunfällen sind junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Ihnen fehlen es neben Erfahrung und Routine v.a. an Begleitung und Aufsicht durch qualifizierte Berufs- und Praxisbildner:innen mit entsprechenden zeitlichen Ressourcen. Gleichzeitig sind die Lernenden einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt.&nbsp;</p><p>Typische Unfälle passieren bei Arbeiten mit Maschinen oder von Hand, durch Stolpern und Stürzen oder durch Fremdkörper, häufig an Augen und Händen. Jedes Jahr enden zwei bis drei Arbeitsunfälle von Lernenden tödlich. Vor allem in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Baubranche. Viele dieser Unfälle ereignen sich bereits im ersten Lehrjahr. Ein eindeutiger Hinweis auf Defizite bei Einführung, Betreuung und Aufsicht.</p><h3 class="heading--h4">Gute Gesetze, ungenügende Umsetzung</h3><p>Die rechtlichen Grundlagen sind klar: Jugendliche unterstehen einem besonderen Schutz und Arbeitgeber haben ihnen gegenüber eine erhöhte Fürsorgepflicht. Gefährliche Arbeiten sind grundsätzlich verboten und mögliche Ausnahmen streng begrenzt.</p><p>Gefährliche Tätigkeiten sind für Lernende nur in Ausnahmefällen zulässig, sofern sie für die Ausbildung zwingend notwendig sind und unter strengen Schutzbedingungen erfolgen.</p><p>Das Problem liegt damit klar im Vollzug und damit im Verantwortungsbereich der Lehrbetriebe. Studien zeigen, dass Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Praxis aufgrund von Produktivitätsdruck, fehlender Qualifizierung und Nachlässigkeit zu oft in den Hintergrund geraten.</p><h3 class="heading--h4">Zu wenig Betreuung, falsche Verantwortungsdelegation</h3><p>Ein zentrales Problem ist die ungenügende Betreuung vieler Lernenden im Lehrbetrieb. Repräsentative Umfrageresultate zeigen besorgniserregende Zustände: 76 Prozent der Berufsbildner:innen verfügen über keinerlei zeitlichen Ressourcen in Form von Entlastung für die Ausbildung und Begleitung der Lernenden.&nbsp;</p><p>Im Gegensatz dazu wird von den Lernende erwartet, Risiken selbst zu erkennen und proaktiv STOPP zu sagen. Kampagnen wie «Sichere Lehrzeit» sind richtig und wichtig, aber den oftmals minderjährigen Lernenden die Verantwortung zuzuschieben ist höchst problematisch. Lernende haben hierarchisch bedingt einen tiefen Status und können sich oft nicht gegen gefährliche Situationen wehren. Arbeitssicherheit ist eindeutig eine Führungsaufgabe und darf nicht auf Lernende abgewälzt werden.</p><h3 class="heading--h4">Psychische Belastung nimmt zu</h3><p>Neben den physischen Risiken nehmen auch psychische Belastungen der Lernenden zu. Stress und Zeitdruck wirken sich direkt auf deren Arbeitssicherheit aus. Allerdings werden psychosoziale Risiken in Ausbildung und Betrieben noch immer zu wenig berücksichtigt oder bagatellisiert.</p><h3 class="heading--h4">Jetzt handeln</h3><p>Wer die Berufsbildung stärken will, muss den Schutz der Lernenden ins Zentrum stellen. Der SGB fordert die konsequente Umsetzung aller Jugendarbeitsschutzvorschriften, insbesondere in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz sowie Arbeits- und Ruhezeiten.</p><p>Dazu gehören eine klare Verantwortungsübernahme durch die Lehrbetriebe, eine Nulltoleranz gegenüber Verstössen sowie Zeit und Ressourcen für Berufsbildner:innen, einschliesslich einer verbindlichen Aus- und Weiterbildung.</p><p>Zudem braucht es regelmässige Kontrollen durch die Lehraufsicht sowie insgesamt gesundheitsförderliche und sichere Arbeitsbedingungen für Lernende mit ausreichenden Erholungsmöglichkeiten, unter anderem in Form von mehr Ferien.</p><p>Eine Ausbildung darf nicht krank machen oder gefährlich sein. Der Schutz der Lernenden ist unverhandelbar und eine Mindestvoraussetzung für eine attraktive Berufsbildung.<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/illustrativ/arbeit/Auszubildende-Werkstatt-Qualitaetskontrolle-Kopftuch_fotografixx-iStock.jpg" length="436560" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-11607</guid><pubDate>Thu, 02 Apr 2026 11:03:36 +0200</pubDate><title>Mindestlöhne stärken Weiterbildung und gefährden die Berufsbildung nicht</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/mindestloehne-staerken-weiterbildung-und-gefaehrden-die-berufsbildung-nicht-1</link><description>Neue Studie</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Eine neue Studie zeigt positive Effekte der Einführung von Mindestlöhnen auf die Weiterbildung von allen Beschäftigten: Kantonale Mindestlöhne führen zu mehr arbeitgeberfinanzierter Weiterbildung und zwar ohne negative Effekte auf die Ausbildung von Lernenden.</p><p>Eine neue Studie des Swiss Leading House «Economics of Education» widerlegt ein zentrales Argument der Mindestlohn-Gegner:innen: Die Einführung kantonaler Mindestlöhne gefährdet weder die Berufsbildung noch die Ausbildung von Lernenden. Im Gegenteil: Mindestlöhne führen dazu, dass Unternehmen mehr in formale, allgemeine Weiterbildung investieren, und zwar während der Arbeitszeit und auf Kosten der Arbeitgeber.</p><h3 class="heading--h5">Mindestlöhne sind keine Gefahr für die Berufsbildung</h3><p>Drei Gruppen von Arbeitnehmenden sind in der Regel von kantonalen Mindestlöhnen ausgenommen: Lernende, Studierende in Praktika sowie Personen, die in arbeitsmarktlichen Integrationsprogrammen beschäftigt sind.</p><p>Dennoch wird von den Gegner:innen immer wieder behauptet, Mindestlöhne würden Betriebe dazu veranlassen, weniger Lehrstellen anzubieten oder dass sich Jugendliche nicht mehr für eine Berufslehre interessieren würden. Die Studie kommt hingegen zu einem klaren Ergebnis: Dafür gibt es keinerlei Evidenz. Weder der Anteil der ausbildenden Betriebe noch der Anteil Geringqualifizierter oder Lernender an der Gesamtbelegschaft verändert sich nach der Einführung kantonaler Mindestlöhne. Auch das Gegenteil, eine Substitution von niedrig qualifizierten Arbeitnehmenden durch Lernende, konnte ausgeschlossen werden. Mindestlöhne beeinflussen die berufliche Grundbildung nicht, obwohl Lernende von Mindestlöhnen ausgenommen sind und deutlich weniger verdienen als der Mindestlohn.</p><h3 class="heading--h5"><strong>Mindestlöhne fördern Weiterbildung substanziell und langfristig</strong></h3><p>Untersucht wurden die Effekte der Einführung kantonaler Mindestlöhne zwischen 2018 und 2022 in fünf Kantonen (Neuenburg, Jura, Genf, Tessin, Basel-Stadt). Die Resultate sind eindeutig:</p><ul><li>Die Weiterbildungsbeteiligung der Arbeitnehmenden steigt um rund 8 %</li><li>Die Weiterbildungsintensität, das heisst der zeitliche Umfang der Weiterbildung, nimmt um rund 14 % zu</li><li>Die Effekte setzen bereits im Einführungsjahr ein und lassen sich bisher anhaltend beobachten</li></ul><p>Mit anderen Worten: Die Einführung kantonaler Mindestlöhne erhöht die Wahrscheinlichkeit der Arbeitnehmenden, an Weiterbildung teilzunehmen, im Durchschnitt um drei Prozentpunkte und steigert die Weiterbildungsintensität im Mittel um rund eine halbe Stunde pro Monat.</p><p>Besonders relevant: Der Weiterbildungszuwachs betrifft vor allem formale und allgemeine Weiterbildung, also Qualifikationen, die auch ausserhalb des aktuellen Betriebs verwertbar sind. Und: Die zusätzliche Weiterbildung findet überwiegend während der Arbeitszeit statt und wird fast vollständig von den Arbeitgebern finanziert.</p><h3 class="heading--h5"><strong>Positive Effekte nicht nur im Niedriglohnbereich, sondern für alle Arbeitnehmenden</strong></h3><p>Alle Beschäftigten – unabhängig von ihrer Betriebszugehörigkeit – wiesen nach der Einführung von Mindestlöhnen eine höhere Weiterbildungsbeteiligung und -intensität auf. Die Studie zeigt zudem ausgeprägte «Spillover-Effekte»: Weiterbildung nimmt nicht nur bei direkt vom Mindestlohn betroffenen Personen zu, sondern auch bei Arbeitnehmenden, die deutlich mehr als den Mindestlohn verdienen. Mindestlöhne wirken somit qualifikationsfördernd für einen substanziellen Teil der Belegschaft.</p><h3 class="heading--h5"><strong>Zentrale Erkenntnis</strong></h3><p>Die Autor:innen interpretieren die Resultate als Hinweis darauf, dass Unternehmen auf höhere Lohnkosten nicht mit Entlassungen, sondern aus Eigeninteresse mit Produktivitätssteigerungen durch Weiterbildung reagieren und vermehrt in ihre Arbeitnehmenden investieren. Allerdings ist es nicht so, dass sie die Erträge aus produktivitätssteigernder Weiterbildung systematisch mit ihren Beschäftigten teilen würden. Frühere Studienresultate zeigen, dass Arbeitnehmende Lohnerhöhungen nach Weiterbildung typischerweise erst bei einem Arbeitgeberwechsel realisieren können.</p><h3 class="heading--h5"><strong>Fazit aus gewerkschaftlicher Sicht</strong></h3><p>Die Ergebnisse sind arbeitsmarkt- und bildungspolitisch hoch relevant:</p><ul><li>Mindestlöhne und Berufsbildung sind kein Widerspruch</li><li>Mindestlöhne stärken Investitionen in Weiterbildung</li><li>Arbeitnehmende profitieren doppelt: durch bessere Löhne und bessere Qualifikationen</li></ul><p>Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund ist klar: Faire Löhne und Qualifizierung gehören zusammen. Kantonale Mindestlöhne sind nicht nur ein Instrument gegen Lohndumping, sondern auch ein wirksamer Hebel für mehr Weiterbildung, höhere Produktivität und bessere Zukunftsperspektiven für Arbeitnehmende.</p><p><br>Link zur Studie:<br><a href="http://repec.business.uzh.ch/RePEc/iso/leadinghouse/0242_lhwpaper.pdf" target="_blank" class="link--icon--external" rel="noreferrer"><i class="fa-solid fa-file-pdf" aria-hidden="true"></i> «Minimum Wages and Provision of Training.» Swiss Leading House «Economics of Education» Working Paper No. 242, 2025. By Katarina Zigova and Thomas Zwick</a></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Löhne und Vertragspolitik</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/illustrativ/bildung/Weiterbildung-Seminar_stockfour-ist.jpg" length="347885" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-11592</guid><pubDate>Mon, 23 Mar 2026 17:15:50 +0100</pubDate><title>Berufsbildung unter Druck: Jetzt braucht es konkrete Verbesserungen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/berufsbildung-unter-druck-jetzt-braucht-es-konkrete-verbesserungen</link><description>Bildungsbericht 2026</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der heute veröffentlichte Bildungsbericht Schweiz 2026 zeigt eindeutig, dass die berufliche Grundbildung ein zentrales und erfolgreiches Fundament der Schweizer Wirtschaft bleibt. Gleichzeitig treten ihre strukturellen Schwächen immer deutlicher zutage. Der Mythos der «perfekten Berufsbildung» hält der Realität nicht stand. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB fordert, dass die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Lernende verbessert werden. Dazu gehören mehr Ferien sowie ein besserer Gesundheitsschutz. Der Berufsabschluss für Erwachsene muss deutlich gefördert werden.</p><p>Der Bildungsbericht 2026 zeigt, dass wirtschaftliche Krisen zu einem direkten Rückgang des Lehrstellenangebots führen. Betriebe reduzieren oder stoppen ihre Ausbildungstätigkeit. Gleichzeitig dürfte sich der Lehrstellenmarkt in den kommenden Jahren aufgrund steigender Schulabgängerzahlen weiter anspannen. Es droht eine neue Lehrstellenknappheit, insbesondere weil Betriebe nicht automatisch wieder ausbilden. Bis 2033 wird ein Wachstum der Lernendenzahlen um 16% erwartet (insbesondere in den Berufsfeldern Informatik und Kommunikationstechnologie sowie Gesundheit und Soziales), während gleichzeitig viele Fachkräfte in Pension gehen. Das System steht damit unter doppeltem Druck. Mehr Ausbildungsbedarf trifft auf eine unsichere Ausbildungsbereitschaft der Betriebe.</p><h3 class="heading--h5">Strukturelle Defizite bei Qualität und Attraktivität</h3><p>Ein Viertel der Lernenden löst den Lehrvertrag vorzeitig auf. Nur 80% steigen wieder ein, 20% fallen nach einer Lehrvertragsauflösung ganz aus dem System. Das ist ein massives Qualitätsproblem und kein Randphänomen. Der Bericht benennt klar, dass tiefe Erfolgsquoten mit ungenügender betrieblicher Ausbildungsqualität zusammenhängen. Damit wird die Verantwortung der Lehrbetriebe deutlich, die seitens Lehraufsicht der Kantone bisher zu wenig eingefordert wird.</p><h3 class="heading--h5">Zu tiefe Löhne nach der Lehre</h3><p>Ein Lehrabschluss reduziert zwar das Arbeitslosigkeitsrisiko deutlich, führt aber gemäss Bildungsbericht nur zu einem Einkommensplus von durchschnittlich rund 10% gegenüber Ungelernten. Diesen traurigen Fakt belegte bereits die SGB-Lohnstudie: Jede:r dritte Beschäftigte mit Lehre arbeitet für einen Lohn unter 5'000 Franken. Das ist aus gewerkschaftlicher Sicht klar ungenügend.</p><h3 class="heading--h5">Profitables System für die Betriebe</h3><p>Die Wirtschaft verdient immer mehr an der Ausbildung von Lernenden. Berufslernende erwirtschafteten einen Nettonutzen von jährlich etwa 800 Mio. Franken. Pro Lehrjahr und Lehrverhältnis erarbeiteten sie durchschnittlich 4’500 Franken (Nettonutzen): rund 9'600 Franken für eine zweijährige EBA-Lehre, knapp 14’000 Franken für eine dreijährige EFZ-Lehre und sogar 17’500 Franken Nettonutzen für eine vierjährige EFZ-Lehre. Diese Befunde zeigen klar: mehr Ferien für eine bessere Erholung der Lernenden wären für die Betriebe finanzierbar.</p><h3 class="heading--h5">Soziale Ungleichheit und begrenzte Perspektiven</h3><p>Die sozioökonomische Herkunft bestimmt weiterhin stark den Bildungsweg und die Berufswahl. Chancengleichheit ist nicht gewährleistet. Jugendliche mit Migrationshintergrund haben aber grössere Schwierigkeiten, eine Lehrstelle zu finden und müssen deutlich mehr Bewerbungen einreichen als Schweizer Jugendliche. Auch die Durchlässigkeit bleibt begrenzt, denn eine tertiäre Ausbildung machen nur Wenige. Lediglich rund 20% treten innerhalb von acht Jahren nach dem Abschluss in eine höhere Berufsbildung ein, sogar nur 15% beginnen innerhalb dieser Zeit ein Fachhochschulstudium. Damit tritt nur ein kleiner Teil der Absolvent:innen mit Lehrabschluss in die Tertiärstufe über. Ohne Berufsmaturität sind die Chancen massiv eingeschränkt. Die Zahl der lehrbegleitenden BM1-Abschlüsse ist zwischen 2014 und 2023 sogar um 13% gesunken.</p><h3 class="heading--h5">Fehlende Nachqualifizierung von Erwachsenen</h3><p>Rund 530’000 Erwachsene verfügen gemäss Bildungsbericht über keinen Abschluss auf Sekundarstufe II, obwohl 70% von ihnen erwerbstätig sind. Rund 14% der 25- bis 64-Jährigen in der Schweiz verfügen über keine nachobligatorische Ausbildung. Das Potenzial für Berufsabschlüsse für Erwachsene ist enorm, aber die Betriebe, Branchenverbände und Kantone unterstützen hier klar zu wenig. Allen Sirenengesängen des Fachkräftemangels zum Trotz fehlt es nach wie vor am politischen Willen.</p><p>Geben wir der Berufslehre ihren Wert, den sie verdient! Die Ergebnisse des Bildungsberichtes 2026 müssen Konsequenzen haben. Der SGB fordert konkrete Verbesserungen:</p><p>• Die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Lernende müssen verbessert werden. Dazu gehören mehr Ferien sowie ein besserer Gesundheitsschutz. Der Berufsabschluss für Erwachsene muss deutlich gefördert werden.</p><p>• Die Qualität der Ausbildung muss gesichert werden. Es braucht verbindliche Mindeststandards für Lehrbetriebe sowie mehr Unterstützung für Berufs- und Praxisbildner:innen sowie Kontrolle.</p><p>• Die Betriebe müssen stärker in die Pflicht genommen werden. Es braucht Massnahmen, damit genügend Lehrstellen angeboten werden, beispielsweise durch die Förderung von Lehrbetriebsverbünden und Berufsbildungsfonds.</p><p>• Aufwertung der Lehre: Berufsbildung muss sich lohnen: Deshalb fordert der SGB für Leute mit abgeschlossener Berufslehre keine Löhne unter 5'000 Franken.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/banner/Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl.jpg" length="501608" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-11392</guid><pubDate>Thu, 20 Nov 2025 16:22:42 +0100</pubDate><title>Lernende werden vergessen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/lernende-werden-vergessen</link><description>Reaktion auf das Spitzentreffen Berufsbildung</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die Probleme der Lernenden sind unbestritten. Stress und historisch hohe Lehrabbrüche zeigen deutlich, dass die Berufslehre aufgewertet werden muss. Das heutige Spitzentreffen der Berufsbildung mit Bundesrat Parmelin hätte ein entscheidender Moment sein können, um Massnahmen zu verabschieden, die den Wert der Berufslehre stärken. Stattdessen werden die Lernenden erneut im Stich gelassen. Die vorgeschlagenen Schritte sind einseitig arbeitgeberorientiert, Verbesserungen für die Jugendlichen bleiben unbeantwortet.</p><h3 class="heading--h4 heading--h5"><strong>Recht auf Erholung statt Dauerstress</strong></h3><p>Der Anteil der beruflichen Grundbildung an allen Abschlüssen der Sekundarstufe II ist rückläufig, besonders bei jungen Frauen. Wer diesen Trend brechen will, muss jene ernst nehmen, die mitten in der Ausbildung stehen. Mehr als die Hälfte der Lernenden leidet unter Stress und Erschöpfung, rund ein Viertel bricht die Lehre ab. Während der Druck hoch ist, bleiben Unterstützung und Kontrollen der kantonalen Lehraufsichten unzureichend. Viele berichten von mangelhafter Ausbildungsqualität, fehlender Betreuung und geringer Wertschätzung. Belastungen im Lehrbetrieb nennen sie als Hauptgrund für psychische Probleme. Diese Situation darf nicht weiter ignoriert werden.</p><h3 class="heading--h4 heading--h5"><strong>Mangel bei Ausbildungsqualität, Betreuung und Gesundheitsschutz</strong></h3><p>Berufsbildnerinnen und Berufsbildner verfügen häufig über zu wenig zeitliche Ressourcen, um Lernende angemessen zu begleiten. Stress, Erschöpfung und Lehrvertragsauflösungen prägen für viele Jugendliche den Alltag. Die Mehrfachbelastung durch Arbeiten im Betrieb, Berufsfachschule, überbetriebliche Kurse und Lernen in der Freizeit hat sich verstärkt. Trotzdem schlägt das Spitzentreffen kaum Massnahmen vor, die auf Entlastung, bessere Begleitung oder verbindliche Qualitätsstandards abzielen.</p><h3 class="heading--h5"><strong>Arbeitgeberperspektive dominiert</strong></h3><p>Die präsentierten Vorschläge konzentrieren sich fast ausschliesslich darauf, die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu fördern und Prozesse zu vereinfachen. Was fehlt, sind Antworten auf die zentralen strukturellen Probleme: verbesserte Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, besseren Gesundheitsschutz und ausreichende Erholungszeiten für Lernende.<br>Der Schweizerische Gewerkschaftsbund kritisiert, dass Anliegen der Arbeitnehmerseite kaum berücksichtigt wurden. Hinweise auf Belastungen der Lernenden oder auf ungenügende Ausbildungsqualität wurden im Prozess teilweise als reputationsschädigend abgetan, statt als notwendige Grundlage für Verbesserungen. Eine Verbundpartnerschaft, die kritische Stimmen marginalisiert, nimmt ihre Verantwortung gegenüber den Jugendlichen nicht wahr.</p><h3 class="heading--h5"><strong>Der SGB fordert konkrete Schritte für eine starke Berufslehre</strong></h3><p>Der SGB steht hinter der dualen Berufslehre als tragendem Pfeiler des Schweizer Bildungssystems. Doch die Lehre befindet sich in einer Krise. Um sie aufzuwerten, braucht es echte Verbesserungen für die Lernenden: mehr Ferien, klare Einhaltung von Ruhezeiten und Jugendarbeitsschutz sowie eine starke Qualitätssicherung mit häufigeren Kontrollen durch die Lehraufsichten, verbindlichen betrieblichen Standards und garantierten Zeitressourcen für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Es braucht eine nationale Strategie zur Sicherung der betrieblichen Ausbildungsqualität.<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/illustrativ/bildung/Lernender-muede-gestresst_ist_fg-trade.jpg" length="330739" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-11384</guid><pubDate>Mon, 17 Nov 2025 13:30:30 +0100</pubDate><title>Betriebe verdienen immer mehr an Lernenden</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/betriebe-verdienen-immer-mehr-an-lernenden</link><description>Kosten-Nutzen-Erhebung Lernenden-Ausbildung</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die Lehrlingsausbildung bleibt für Betriebe ein gutes Geschäft. Jetzt müssen auch die Lernenden profitieren und die Lehre aufgewertet werden. Die heute veröffentlichte fünfte Kosten-Nutzen-Erhebung des Schweizerischen Observatoriums für die Berufsbildung bestätigt erneut: Die Ausbildung von Lernenden bringt den Betrieben im Durchschnitt einen klaren finanziellen Nutzen. Die Erhebung zeigt, der Nutzen der Betriebe an den Lernenden nimmt zu.</p><p>Die fünfte Kosten-Nutzen-Erhebung, welche das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI zusammen mit der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung heute den Medien vorgestellt hat, zeigt, dass die Betriebe ihre Profite mit der Ausbildung von Lernenden weiter steigern konnten. Waren es in der letzten Erhebung noch 63 Prozent der Betriebe mit einem Nettonutzen, sind es jetzt sogar 71 Prozent. Auch die Renditen sind deutlich gestiegen. Betrugen sie im Ausbildungsjahr 2016/2017 im Durchschnitt noch gut 3’000 Franken pro Lehrjahr und Lehrverhältnis, liegt der Nettonutzen im Lehrjahr 2022/2023 bereits bei gut 4’500 Franken. Für zweijährige EBA Lehren liegt der durchschnittliche Nettonutzen bei 9’630 Franken, für dreijährige EFZ Lehren bei 13’940 Franken. Bei vierjährigen EFZ Lehren beträgt er 17’510 Franken, ein klarer Anstieg gegenüber der letzten Erhebung.</p><p>Die Ergebnisse unterstreichen, dass Lernende einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung leisten, häufig bereits ab dem zweiten Lehrjahr. Die Erhebung belegt, dass betriebliche Investitionen in die Ausbildung nicht nur amortisiert, sondern oft deutlich übertroffen werden. Gleichzeitig leidet mehr als die Hälfte der Lernenden unter Stress und Erschöpfung. Jede vierte Person bricht die Lehre ab. Der Druck auf die Lernenden ist hoch, während Unterstützung und Kontrollen durch die kantonalen Lehraufsichten klar unzureichend bleiben. Viele Lernende berichten von mangelhafter Ausbildungsqualität, fehlender Betreuung und geringer Wertschätzung. Zwei Drittel der Jugendlichen in einer Berufslehre nennen lange Arbeitszeiten und weniger Ferien als eine ihrer drei grössten Sorgen und haben Mühe, sich zu motivieren. Belastungen im Lehrbetrieb nennen sie gar als Hauptgrund für psychische Probleme.</p><p>Darum fordert der SGB:</p><ul><li><strong>Aufwertung der Berufslehre: Mehr Ferien für Lernende</strong><br>Wenn Betriebe von der Arbeit der Lernenden profitieren, müssen sie etwas zurückgeben. Die Lehre ist heute belastend. Lernende haben deutlich weniger Erholungszeit als Schülerinnen und Schüler. Eine Erhöhung auf acht Wochen Ferien ist überfällig.</li><li><strong>Investitionen in Ausbildungsqualität statt nur in Imagekampagnen</strong><br>Die wiederholt positiven Kosten-Nutzen-Ergebnisse zeigen klar, dass Betriebe genügend finanziellen Spielraum haben, um die Betreuung sowie die betrieblichen Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Lernende zu verbessern.</li></ul><p>Die fünfte Kosten-Nutzen-Erhebung liefert eine klare Botschaft: Die betriebliche Lehrlingsausbildung ist für die allermeisten Betriebe kein Kostenfaktor, sondern ein finanzieller Vorteil. Zusätzlichen Nutzen können die Betriebe generieren, indem sie die Lernenden nach Lehrabschluss fest anstellen. Sie sparen damit Such- und Einarbeitungskosten für die Rekrutierung von Fachkräften von durchschnittlich 13'490 Franken pro Lehrverhältnis (2016/2017: 10'700 Franken). Auch hier gibt es eine deutliche Profitsteigerung für die Betriebe. Wer die Attraktivität der Berufsbildung wirklich verbessern will, muss Lernenden eine verbesserte Ausbildungsqualität, eine bessere Betreuung und mehr Erholung bieten. Die Betriebe können es sich leisten, die Daten zeigen es schwarz auf weiss.<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/illustrativ/arbeit/Lernender_Werkstatt_AGeorgiev-ist.jpg" length="209659" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-11350</guid><pubDate>Sat, 15 Nov 2025 14:16:00 +0100</pubDate><title>Bessere Ausbildungsqualität verhindert Lehrabbrüche</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bessere-ausbildungsqualitaet-verhindert-lehrabbrueche</link><description>Ausbildungsbedingungen in der beruflichen Grundbildung</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Die Volkswirtschaft – herausgegeben vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO – beleuchtet Nicole Cornu, Zentralsekretärin Bildungspolitik und Jugend beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund SGB, die Ursachen für Lehrabbrüche und fordert bessere Ausbildungsbedingungen in der beruflichen Grundbildung.</p><p>Rund ein Viertel aller Lernenden in der Schweiz löst während der Lehre den Vertrag auf – häufig wegen Überforderung, fehlender Unterstützung, schlechter Arbeitsatmosphäre oder sexueller Belästigung. Eine neue Workmed-Studie zeigt: Aktuell denken 22 % der Lernenden über einen Abbruch nach. Besonders betroffen sind Berufe mit hohem Frauenanteil, etwa in der Pflege oder im Coiffeurgewerbe.</p><p>Lehrabbrüche sind kein individuelles Scheitern, sondern Ausdruck mangelhafter Arbeits- und Ausbildungsbedingungen. Die Realität: 76% der Berufsbildner:innen haben laut einer EHB-Studie nicht einmal Zeit für ihre zentrale Aufgabe. Gleichzeitig erreichen nur 90 % der Jugendlichen einen Abschluss auf Sekundarstufe II. Das bildungspolitische Ziel von 95 % bleibt damit auch zwanzig Jahre nach seiner Festlegung verfehlt.</p><p>Der SGB fordert:</p><ul><li>Verbesserte betriebliche Ausbildungsqualität mit verbindlichen Standards;</li><li>Mehr Zeit und Anerkennung für Berufsbildende: garantierte Mindestpensen und regelmässige Weiterbildungen;</li><li>Wirksame Lehraufsicht (maximale Falllast-Regelungen, verpflichtende Betriebsbesuche, unangekündigte Kontrollen und Interventionsmöglichkeiten) sowie flächendeckende Schulsozialarbeit an Berufsfachschulen;</li><li>Institutionalisierte Mitspracherechte und mehr Ferien für Lernende (mind. 8 Wochen);</li></ul><p>Nur mit einer jugendgerechten, fairen Lehre lassen sich Lehrabbrüche wirksam senken und Fachkräfte sichern.</p><p><a href="https://dievolkswirtschaft.ch/de/2025/10/bessere-ausbildungsqualitaet-verhindert-lehrabbrueche/" target="_blank" rel="noreferrer">Zum vollständigen Standpunkt von Nicole Cornu in Die Volkswirtschaft.</a><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/banner/Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl.jpg" length="501608" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-11225</guid><pubDate>Wed, 10 Sep 2025 07:09:23 +0200</pubDate><title>Marketing-Titelzusätze „Professional Bachelor/Master“ reichen nicht – es braucht echte Verbesserungen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/marketing-titelzusaetze-professional-bachelor-master-reichen-nicht-es-braucht-echte-verbesserungen</link><description>BBG-Revision</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Ständerat hat am 8. September das Massnahmenpaket 25.046 zur Stärkung der Höheren Berufsbildung einstimmig angenommen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB unterstützt die Stärkung der Höheren Berufsbildung, kritisiert aber, dass die Vorlage mit den neuen ergänzenden Titelzusätzen «Professional Bachelor» und «Professional Master» an den eigentlichen Problemen vorbeigeht.</p><p>Während sich Massnahmen wie der Bezeichnungsschutz «Höhere Fachschule», Englisch als mögliche, zusätzliche Prüfungssprache oder die Flexibilisierung der NDS-HF-Nachdiplomstudien als unbestritten erwiesen, sorgte der neue Artikel 44a BBG im Ständerat für kontroverse Diskussionen.</p><h3 class="heading--h5">Symbolpolitik und Marketing in Reinform</h3><p>Der „Professional Bachelor“ für eidgenössische Fachausweise / Berufsprüfungen und HF-Diplome sowie der „Professional Master“ für eidgenössische Diplome / Höhere Fachprüfungen stülpt ein vereinfachtes Titelschema (zwei Titelzusätze für drei unterschiedliche Abschlusstypen auf vier verschiedenen Niveaus) über das äusserst heterogene System der Höheren Berufsbildung.</p><p>Die kommunikative Vereinfachung einer Zweistufigkeit wird für Verwirrung und falsche Erwartungen sorgen, anstatt die Verständlichkeit, Transparenz und Wertigkeit der Abschlüsse zu verbessern. So ist nicht verwunderlich, dass gleichentags bereits SDA wie SRF von der Schaffung neuer „Titel“ sprachen. Es ist anzunehmen, dass dies zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden wird.</p><h3 class="heading--h5">Fehlende internationale Kohärenz</h3><p>Der Schweizer Sonderweg untergräbt auch die Vergleichbarkeit: In Deutschland gibt es den „Bachelor professional“ erst auf Niveau 6, hierzulande soll er bereits für Berufsprüfungen auf Niveau 5 vergeben werden.</p><p>Besonders gefährdet sind kritische Abschlüsse im Gesundheitswesen: In der Pflege würden Fachausweise und HF-Diplome künftig denselben Zusatz «Professional Bachelor» tragen – trotz massiver Unterschiede im Ausbildungsniveau und aufeinander aufbauenden Abschlüssen. Das ist paradox, weil die Politik die Profile der unterschiedlichen Bildungsgefässe eigentlich schärfen wollte.</p><h3 class="heading--h5">SGB-Forderung: Echte Verbesserungen&nbsp;</h3><p>Die Berufsbildung braucht mehr als kosmetische Titelzusätze. Notwendig sind:</p><ul><li>Abgestimmte Einführung und Titelzusatz-Verwendung mit den beiden Pionierländern Deutschland und Österreich sowie Erfahrungsaustausch bezüglich des Nutzens und der Wirksamkeit</li><li>Klare und international kompatible Stufigkeit der Schweizer Abschlüsse inkl. der neuen Titelzusätze im nationalen resp. europäischen Qualifikationsrahmen (NQR/EQR)</li><li>Verstärkte Zusammenarbeit zwischen Berufsbildung und Hochschulen zwecks Koordination und komplementärer Profilschärfung sowie Anrechenbarkeit und Durchlässigkeit der Angebote</li><li>Finanzielle Entlastung der Bildungsnehmer:innen der Höheren Berufsbildung inkl. Arbeitgeber-Beteiligung an den Weiterbildungskosten; konkurrenzfähige Kurs- und Studiengebühren der Höheren Berufsbildung gegenüber den Fachhochschulen</li><li>Materielle Verbesserungen der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in der vorgelagerten beruflichen Grundbildung / Berufslehre (u.a. mehr Ferien)</li></ul><p>Das Geschäft geht nun in die zuständige Kommission des Nationalrates WBK-N, wird voraussichtlich in der Wintersession traktandiert (1.-19. Dezember 2025) und vom Nationalrat als Zweitrat behandelt.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/banner/Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl.jpg" length="501608" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-11198</guid><pubDate>Thu, 21 Aug 2025 13:00:00 +0200</pubDate><title>176’447 Unterschriften für 8 Wochen Ferien in der Lehre</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/176447-unterschriften-fuer-8-wochen-ferien-in-der-lehre</link><description>Appell an den Bundesrat übergeben </description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">In nur zwei Monaten sind 176’447 Unterschriften für 8 Wochen Ferien in der Lehre gesammelt worden. Heute überreichten Lernende, ehemalige Lernende und junge Arbeitnehmende den Appell an den Bundesrat. Es ist ein starkes Zeichen: Die Berufslehre muss aufgewertet und die Jugendlichen müssen entlastet werden. Lernende haben heute keine Stimme in der Politik. Das muss sich ändern. Die Rekord-Petition ist erst der Anfang.</p><p>Lernende leisten viel, doch ihre Erholung kommt oft zu kurz. Während Gleichaltrige an Gymnasien oder Fachmittelschulen 13&nbsp;Wochen Ferien haben, müssen sich Lernende mit nur 5&nbsp;Wochen begnügen. Das ist eine klare Ungleichbehandlung. Hinzu kommt, dass viele Jugendliche überlastet sind: Umfragen zeigen, dass zwei Drittel der Lernenden psychisch belastet sind und jede vierte Person die Lehre abbricht. Zu lange Arbeitszeiten, zu wenig Ferien und fehlende Unterstützung sind zentrale Gründe.</p><h3 class="heading--h4 heading--h5"><strong>Starkes Signal der Lernenden</strong></h3><p>Deshalb haben sich vor zwei Monaten Lernende aus verschiedenen Branchen und Berufen zusammengeschlossen und die Petition für 8&nbsp;Wochen Ferien lanciert. Bei der Übergabe vor der Bundeskanzlei beim Bundeshaus sagte Lea, Coiffeuse im 3.&nbsp;Lehrjahr, vor den Medien: «Wir bleiben dran, bis wir 8 Wochen Ferien in der Lehre haben.» Auch Félicia Fasel, Präsidentin der SGB-Jugendkommission, betont: «176’000 Unterschriften – das ist eine historische Zahl für die Lernenden. Lernende brauchen eine Stimme in der Politik.» Und Vincent, frisch ausgebildeter Elektroplaner, ergänzt: «Mit 8 Wochen Ferien nehmen wir Druck raus, ohne den Anspruch zu senken. Wir investieren in Qualität, Sicherheit und in die Zukunft unserer Fachkräfte.»</p><p>Wer die Berufslehre stärken will, muss die Attraktivität erhöhen. Die heutigen Arbeits- und Ferienregelungen schrecken viele Jugendliche ab. Mehr Ferien würden die Berufslehre konkurrenzfähiger machen gegenüber Mittelschulen. Für die Zukunft der Berufsbildung ist das entscheidend.</p><h3 class="heading--h4 heading--h5"><strong>Breite Unterstützung in Gesellschaft und Bildung</strong></h3><p>Die Forderung nach 8&nbsp;Wochen Ferien stösst auf breite Unterstützung – nicht nur von Lernenden, auch von Jugendorganisationen, Lehrpersonen, Bildungsexpert:innen und der Bevölkerung. Viele Lehrpersonen erleben aus nächster Nähe, dass Lernende zu stark belastet sind. Auch Bildungsfachleute fordern mehr Erholung: Nur so haben junge Menschen die Chance, sich neben der Arbeit schulisch und persönlich weiterzuentwickeln.</p><h3 class="heading--h5"><strong>Investition in eine Zukunft mit genügend Fachkräften</strong></h3><p>8 Wochen Ferien sind eine Investition in die Zukunft: Lernende können sich besser erholen, sind gesünder, motivierter und leistungsfähiger. Mehr Ferien senken den Druck, reduzieren Stress und beugen Abbrüchen vor.</p><p>Die Schweiz ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Eine attraktive und faire Ausbildung ist dafür entscheidend. Mehr Ferien bedeuten nicht weniger Qualität, sondern bessere Qualität – und sind damit ein Gewinn für Lernende, Betriebe und die ganze Gesellschaft.</p><h3 class="heading--h5"><strong>Lernende haben keine Stimme in der Politik – das muss sich ändern</strong></h3><p>Bislang haben Lernende kaum eine Lobby in der Politik. Mit der Übergabe der über 176’000 Unterschriften beginnt ein Prozess, der diese Lücke schliessen soll. Der heutige Anlass ist nicht das Ende der Kampagne, sondern der Anfang. Lernende und ihre Unterstützer:innen werden weiter Druck machen, bis ihre Anliegen auch in der Politik Gewicht haben.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/kampagnen/8wochen-8semaines/8Wochen-Einreichung-UH2.jpg" length="558520" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-11030</guid><pubDate>Thu, 10 Jul 2025 16:00:00 +0200</pubDate><title>Chatbot hilft bei Fragen in der Berufslehre</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/chatbot-hilft-bei-fragen-in-der-berufslehre-rechte-der-lernenden</link><description>Rechte der Lernenden auf einen Klick</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Was tun, wenn die Chefin Überstunden verlangt oder die Spesen nicht bezahlen will? Die Gewerkschaftsjugend des SGB stärkt Lernende mit einem neuen digitalen Angebot: Auf der Plattform <a href="http://www.rechte-der-lernenden.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.rechte-der-lernenden.ch</a> beantwortet neu ein Chatbot rund um die Uhr Fragen zu Arbeitsbedingungen, Ferien, Lohn oder Überstunden – kostenlos, anonym und ohne Fachjargon.</p><p>Damit Lernende ihre Rechte kennen und einfordern können, hat der SGB den bewährten Ratgeber «Ich kenne meine Rechte» digital zugänglich gemacht. Der neue Chatbot basiert auf diesem Ratgeber, auf der langjährigen Beratungspraxis der Gewerkschaften sowie weiteren geprüften Quellen. Lernende können ihre Fragen direkt eingeben und erhalten sofort verständliche Antworten – zum Beispiel zu Ferienansprüchen während der Schulzeit oder zur Zulässigkeit von Überstunden. Bei komplexeren Fällen verweist der Chatbot auf kantonale Anlaufstellen oder die gewerkschaftliche Rechtsberatung.</p><h3 class="heading--h4"><span><strong>Unterstützung für Lernende</strong></span></h3><p>Hinter dem Angebot steht die Gewerkschaftsjugend des SGB, die sich seit Jahren für faire Arbeitsbedingungen in der Lehre einsetzt. Ziel der Plattform ist es, junge Menschen frühzeitig zu stärken – bevor es zu Konflikten kommt – oder ihnen bei Problemen eine erste Orientierung zu bieten.&nbsp;</p><p>Neben dem Chatbot bleibt das digitale Nachschlagewerk von A bis Z erhalten: Über 400 klar formulierte Stichworte – von A wie Arbeitszeit über K wie Kündigung bis Z wie Zwischenzeugnis – geben Orientierung zu rechtlichen und praktischen Fragen im Lehralltag.&nbsp;</p><h3 class="heading--h4"><span><strong>Psychische Belastungen: hoher Druck auf Lernende</strong></span></h3><p>Aktuelle Studien bestätigen den grossen Handlungsbedarf: Laut der Umfrage von WorkMed (2025) berichten 61 Prozent der Lernenden von psychischen Problemen – oft ausgelöst oder verstärkt durch die Ausbildung. Ein Drittel fühlt sich dadurch in der Lehre eingeschränkt. Hauptgründe sind lange Arbeitszeiten, zu wenig Ferien und schulischer Druck. Über ein Fünftel denkt an einen Lehrabbruch – besonders bei Problemen mit der Berufsbildnerin oder dem Berufsbildner.</p><p>Auch die Unia-Lernendenumfrage von 2024 zeigt alarmierende Missstände: Viele Lernende leiden unter Stress, Überlastung und Diskriminierung. Fast alle fühlen sich erschöpft, über die Hälfte arbeitet regelmässig mehr als neun Stunden pro Tag – oft gesetzeswidrig.</p><p>Die Plattform <a href="http://www.rechte-der-lernenden.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.rechte-der-lernenden.ch</a> will diesem Missstand entgegenwirken: mit einem niederschwelligen Angebot, das aufklärt, stärkt und Orientierung gibt. Der neue Chatbot ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Selbstbestimmung und Unterstützung für junge Menschen im Arbeitsleben.</p><h3 class="heading--h4"><span><strong>Grosse Resonanz zeigt den Bedarf</strong></span></h3><p>Die starke Nachfrage zeigt: Lernende brauchen einfache, zugängliche Informationen zu ihren Rechten. In den ersten sechs Monaten 2025 verzeichnete die bestehende Plattform bereits über 347’000 Aufrufe. Zudem hat der SGB in den vergangenen Monaten einen TikTok-Kanal aufgebaut, der mit über 60’000 Likes und starken Interaktionen verdeutlicht, wie sehr das Thema «Rechte der Lernenden» beschäftigt.</p><p>Auch die breite Unterstützung für die Petition «8 Wochen Ferien in der Lehre» mit 168’000 Unterschriften unterstreicht den grossen Problemdruck. Lernende wollen nicht nur über ihre Rechte Bescheid wissen und sich wehren können – sondern auch ihre Arbeitsbedingungen und ihre Rechte verbessern.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/illustrativ/arbeit/Lernender_Werkstatt_AGeorgiev-ist.jpg" length="209659" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-4401</guid><pubDate>Fri, 27 Jun 2025 07:25:00 +0200</pubDate><title>Ferienjobs: das gilt es zu beachten </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ferienjobs-das-gilt-es-zu-beachten</link><description>Tipps zum Arbeitsrecht für SchülerInnen und Studierende</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die Ferien sind da. Und damit für viele Schüler/innen und Student/innen eine Möglichkeit, sich via Ferienjobs Geld zu verschaffen. Wer einen solchen Kurzjob macht, ist Arbeitnehmer/in. Auch für sie gilt das Arbeitsrecht.</p><p>Das Arbeitsgesetz (ArG) erlaubt Erwerbsarbeit erst ab 15 Jahren. Ab 13 können Jugendliche leichte Arbeiten verrichten. Unter 13 Jahren ist Beschäftigung zulässig in sportlichen und kulturellen Tätigkeiten, dies unter speziellen Bedingungen und mit Bewilligung einer kantonalen Behörde (Art. 30 ArG; Art. 7 ArGV 5). In all diesen Fällen ist die elterliche Einwilligung für die Unterzeichnung des Arbeitsvertrages nötig.</p><h3>Wer darf was (nicht)?</h3><p>Für unter 18-Jährige sind gefährliche Arbeiten verboten, ebenso die Beschäftigung in gewissen Bereichen (Diskotheken, Bars, Nachtlokale, Filmvorführungen, Zirkus und Schaustellerei, vgl. Art. 4 bis 6, ArGV 5). Sonntagsarbeit ist nur zulässig für Jugendliche mit beendeter obligatorischer Schulpflicht, maximal einen Sonntag auf zwei und ausschliesslich im Gastgewerbe (in dem Mindestbeschäftigungsalter 16 herrscht), bei Tierpflegebetrieben und in Bäckereien (ArGV 5, Art 13). In touristischen Zonen ist Sonntagsarbeit möglich in touristisch ausgerichteten Betrieben während der ganzen Dauer der Sommerferien (Art. 15 ArGV 5; Art. 25 ArGV 2). Nachtarbeit ist für unter 18-Jährige verboten, ausser sie sei für die berufliche Grundausbildung unerlässlich (Art. 12 ArGV 5).</p><h3>Wie lange?</h3><p>Die Arbeit der unter 13-Jährigen darf maximal drei Stunden pro Tag und 9 Stunden pro Woche betragen (Art. 10 ArGV 5). Jugendliche über 13 Jahre ohne beendete Schulpflicht können bis zu 8 Stunden pro Tag (40 h pro Woche) während der Hälfte der Schulferien, zwischen 6.00 und 18.00 Uhr, beschäftigt werden, wobei bei mehr als fünf Stunden eine Pause von mindestens einer halben Stunde zu gewähren ist (Art. 11 ArGV 5). Für alle Jugendlichen gilt, dass ihre Arbeitsdauer jene der anderen vom Unternehmen Angestellten nicht überschreiten darf (max. 9 h pro Tag) und innerhalb einer Zeitspanne von 12 Stunden zu erfolgen hat (Art. 31 Abs. 1 ArG). Sie haben Anrecht auf eine tägliche Ruhezeit von mindestens 12 aufeinander folgenden Stunden (Art. 16 ArGV 5). Abends dürfen unter 16-Jährige nur bis 20.00 Uhr, 16- bis 18-Jährige bis 22.00 Uhr beschäftigt werden (Art. 31 Abs. 2 ArG).</p><h3>Bei Gefahr nein sagen</h3><p>In Ferienjobs tun viele Jugendliche die ersten Schritte in die Arbeitswelt. Auch in dieser lauern Gefahren, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Das Berufsunfallrisiko junger Jobber/innen ist sehr hoch, vor allem in den ersten Tagen der Anstellung. Deshalb: Sicherheitsvorschriften immer genau beachten. Die entsprechenden Unterrichtungen des Arbeitgebers sind sorgsam zu beachten, auch wenn sie einem übertrieben vorkommen sollten. In jedem Fall sind gefährliche Arbeiten bis zum Alter von 18 Jahren verboten. Ist jemand trotz allem einer Gefahr ausgesetzt, dann muss er wagen, STOPP zu sagen. Es lohnt sich, Hilfe einzuholen bei einem erfahrenen Arbeitskollegen.</p><h3>Richtig versichern</h3><p>Während eines kleinen Ferienjobs die Sozialversicherungen zu vernachlässigen, kann sich rächen. Alle Arbeitnehmenden sind unabhängig ihres Alters obligatorisch durch den Arbeitgeber bei der Unfallversicherung zu versichern. Wenn sie weniger als 8 Stunden beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind, deckt diese Versicherung nur die Berufsunfälle. Ist das Pensum höher, sind alle Unfälle gedeckt. Bei einem Unfall hat der Arbeitgeber die Eltern zu benachrichtigen (Art. 32 ArG). Für Anstellungen unter drei Monaten gibt es keine Verpflichtung, im Krankheitsfalle ein Gehalt zu zahlen. Die anderen Sozialversicherungen (AHV/IV/EO) sind erst ab 18 obligatorisch. Wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht zahlt, ist dies Schwarzarbeit und hat Sanktionen zur Folge.</p><h3>Lohn: minimale und übliche Löhne</h3><p>In der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn. Theoretisch könnte damit der Arbeitgeber den Lohn zahlen, der ihm passt. Allerdings muss der Arbeitgeber Gesamtarbeitsverträge (GAV) und Normalarbeitsverträge (NAV) respektieren. Für Ferienjobs besonders bedeutend sind der Landes-GAV Gastgewerbe, die verschiedenen GAV im Bau, in der Reinigung, im Detailhandel (Coop, Migros sowie kantonale und kommunale GAV), für den Temporärbereich (Personalverleih) und ebenso die kantonalen NAV in der Landwirtschaft. Die meisten vertraglichen Mindestlöhne findet man auf dem <a href="http://www.gav-service.ch/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">GAV-Service der Unia.</a> Die Arbeitgeber müssen zudem die branchen- und ortsüblichen Löhne respektieren. Die meisten davon findet man auf dem<a href="http://www.lohn-sgb.ch/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer"> Lohnrechner des SGB</a>. Der SGB empfiehlt einen Mindestlohn von 22.- Fr./h.</p><h3>Und die Ferien?</h3><p>Schliesslich darf der Ferienanspruch nicht vergessen werden. Wenn man - wie gewöhnlich bei kleinen Ferienjobs - im Stundenlohn beschäftigt ist, hat man Anrecht auf einen Lohnzuschlag von 10,64 % (bis zu 20 Jahren). Bei Jugendlichen ab 20 beträgt dieser Zuschlag 8,33 %. Auf der Lohnabrechnung ist dieser Zuschlag klar auszuweisen.</p><p><strong>Tipp:</strong> Die SGB-Jugendkommission hat in einer Ratgeber-Broschüre von A bis Z alle wichtigen Informationen zum Arbeitsrecht erfasst. Diese kann man <a href="/service/broschueren-buecher/bestellformular" class="link link--internal">hier</a> bestellen. Ausserdem gibt es sie als Online-Version auf <a href="https://www.rechte-der-lernenden.ch" target="_blank" class="link link--external-blank" rel="noreferrer">www.rechte-der-lernenden.ch</a></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/_processed_/4/e/csm_ferienjob-junge-frau-cafebar_iStock-highwaystarz-617895934_dc3eaa6489.jpg" length="236572" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10677</guid><pubDate>Mon, 16 Jun 2025 09:41:19 +0200</pubDate><title>Lernende unter Druck: Zwei Drittel aller Berufslernenden fühlen sich psychisch belastet</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/lernende-unter-druck-zwei-drittel-aller-berufslernenden-fuehlen-sich-psychisch-belastet</link><description>Grosse Lernenden-Umfrage mit erschreckenden Resultaten</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Eine repräsentative Befragung von rund 49'000 Berufslernenden in der Schweiz durch das Kompetenzzentrum WorkMed bestätigt die alarmierenden Ergebnisse der Lernenden-Umfrage der Unia aus dem Vorjahr: Viele Lernende sind psychisch belastet und erhalten im Berufsbildungssystem zu wenig Unterstützung. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) fordert rasches Handeln. Ein erster wichtiger Schritt wären mehr Ferien während der Lehre – fünf Wochen reichen nicht. Die laufende Petition an den Bundesrat für «8 Wochen Ferien in der Lehre» wurde über dieses Wochenende von mehr als 95`000 Lernenden und Jugendlichen unterschrieben (<a href="https://jetzt.8wochen.ch/unterschreiben" target="_blank" rel="noreferrer">8wochen.ch</a>). Der Leidensdruck und Handlungsbedarf ist offensichtlich. Die Berufslehre muss aufgewertet werden – durch mehr Anerkennung und mehr Erholung.</p><h3 class="heading--h5">Fast zwei Drittel aller Lernenden fühlen sich psychisch belastet</h3><p>61 Prozent der Befragten gaben an, während der Lehre psychische Probleme gehabt zu haben. 60 Prozent dieser Lernenden berichten, dass ihre Probleme durch die Lehre ausgelöst oder verstärkt wurden. Die Hälfte von ihnen gibt zudem an, dass diese Probleme sie in der Lehre einschränken – das betrifft rund 30 Prozent aller befragten Lernenden. Die Umfrage zeigt klar: Psychische Belastungen sind ein zentraler Grund für Lehrvertragsauflösungen.</p><h3 class="heading--h5">Lange Arbeitszeiten und zu wenig Ferien sind die häufigsten Sorgen</h3><p>63 Prozent der Lernenden nennen lange Arbeitszeiten, zu wenig Ferien und die Angst vor schulischer Überforderung als häufigste Belastungen. An zweiter Stelle folgt das mangelnde Verständnis des Lehrbetriebs bei Fehlern oder persönlichen Schwierigkeiten (60 Prozent). Als wichtigste Faktoren für einen erfolgreichen Lehrabschluss und eine Weiterempfehlung des Betriebs nennen Lernende Wertschätzung durch ein unterstützendes Team (48 Prozent) und ein angenehmes Arbeitsklima (25 Prozent).</p><h3 class="heading--h5">Ein Fünftel denkt über einen Lehrabbruch nach</h3><p>Nur 56 Prozent der Lernenden würden ihren Lehrbetrieb uneingeschränkt weiterempfehlen, 33 Prozent nur bedingt – und jede:r zehnte Lernende (11 Prozent) gar nicht. In sehr kleinen Betrieben ist der Anteil jener, die über einen Lehrabbruch nachdenken, am höchsten. Am häufigsten werden Problemen mit dem/der Berufsbilder:in (63%) genannt, weil den Lernenden das Gefühl gegeben wurde, nichts zu können, weil sie sich im Team unwohl fühlten und sie nicht gefördert wurden. Insgesamt ziehen über ein Fünftel (22 Prozent) der Befragten zum Zeitpunkt der Umfrage eine Lehrvertragsauflösung in Erwägung.</p><h3 class="heading--h5">Fehlende Unterstützung im Berufsbildungssystem</h3><p>Trotz psychischer Belastungen fand bei 78 Prozent der betroffenen Lernenden kein Gespräch im Lehrbetrieb oder in der Berufsfachschule statt. Nur acht Prozent sprachen mit der Lehraufsicht / dem kantonalen Berufsbildungsamt. Beratungsangebote der Berufsfachschule oder des Lehrbetriebs nutzten lediglich zwei Prozent der Lernenden. Besonders wichtig wären den Jugendlichen: ein kostenloses Angebot (51 Prozent), Vertraulichkeit (49 Prozent) und garantierte Anonymität (41 Prozent). Doch Unterstützungsstrukturen, die diesen Anforderungen genügen, fehlen in der Schweiz noch weitgehend. Umso wichtiger wären eine stärkere Präsenzmöglichkeit der Gewerkschaften an Berufsschulen, um die Lernenden bei ihren Rechten und Möglichkeiten zu unterstützen, und ein rascher Ausbau der Schulsozialarbeit an Berufschulen.</p><h3 class="heading--h5">Dringender Handlungsbedarf zur Stärkung der Berufslehre</h3><p>Die Berufslehre ist ein zentraler Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Berufslernende von heute sind die Fachkräfte von morgen. Ein erfolgreicher Berufsabschluss ermöglicht soziale Mobilität und stärkt die Schweizer Volkswirtschaft. Trotzdem wird immer noch vorwiegend ins Berufs- und Lehrstellenmarketing investiert – nicht aber in die Lernenden selbst und in substanziell bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen. Die öffentlichen Mittel für die berufliche Grundbildung sind bescheiden, während v.a. in Hochschulen investiert wird. Dabei lohnt sich die Ausbildung von Lernenden auch für die Betriebe: Sie profitieren von einem durchschnittlichen Nettonutzen von über 3’000 Franken pro Jahr und Lehrverhältnis.</p><p>Die Studie zeigt klar: Je besser Lernende von Berufsbildner:innen und Lehrpersonen unterstützt werden und je positiver das Klima in Betrieb und Schule ist, desto seltener treten psychische Probleme auf – und desto grösser sind die Lernfortschritte und die Leistungen.</p><p>Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sollten ein starkes Interesse daran haben, die Bedingungen für junge Lernende zu verbessern.</p><h3 class="heading--h5">Der SGB fordert rasches Handeln und eine echte Aufwertung der Lehre</h3><p>Das bedeutet auch konkrete und spürbare Anerkennung für die Lernenden, die viel leisten – und von denen viele am Anschlag sind. Acht Wochen Ferien wären ein erster konkreter Schritt zur Aufwertung der Berufslehre, damit das Erfolgsmodell der Schweizer Berufsbildung auch in Zukunft funktioniert.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/kampagnen/8wochen-8semaines/keyvisual_4x3_DE_kl.jpg" length="170302" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10675</guid><pubDate>Fri, 13 Jun 2025 07:30:00 +0200</pubDate><title>Appell an den Bundesrat: 8 Wochen Ferien in der Lehre!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/appell-an-den-bundesrat-8-wochen-ferien-in-der-lehre</link><description>Lernende lancieren Kampagne zur Aufwertung der Berufslehre</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Lernende leisten viel – doch ihre Erholung kommt oft zu kurz. Viele von ihnen leiden unter Stress, jede:r Vierte bricht die Lehre ab. Während Gleichaltrige an Gymnasien oder Fachmittelschulen 13 Wochen Ferien haben, stehen Lernenden in der beruflichen Grundbildung nur 5 Wochen zu. Diese Ungleichbehandlung ist nicht gerecht. Fachpersonen Gesundheit und Betreuung, Köchinnen und Köche, Zimmerleute, Coiffeur:innen, Sanitärinstallateur:innen, Hotel-Kommunikationsfachleute, Spengler:innen oder Velomechaniker:innen – Lernende aus über 15 Berufen <a href="https://jetzt.8wochen.ch/brief/?source=mm" target="_blank" rel="noreferrer">richten einen Appell an den Bundesrat</a>. Sie fordern, dass die fehlende Anerkennung ausgeglichen wird, unter anderem mit 8 Wochen Ferien für Jugendliche in Ausbildung. Diese Forderung stösst auf breite Unterstützung: Neben der Präsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, Dagmar Rösler, unterzeichnet auch der Berufsweltmeister Yunus Ruff (Automatiker EFZ) den offenen Brief. Die Berufslehre ist ein zentrales Fundament der Schweiz – jetzt soll sie mit einer konkreten Massnahme endlich aufgewertet und attraktiver gemacht werden.</p><p>Mit einem offenen Brief an den Bundesrat startet heute die Allianz «8 Wochen Ferien in der Lehre» eine nationale Kampagne zur Stärkung der Berufsbildung. Lernende aus mehr als 15 Lehrberufen fordern gemeinsam mit Jugendorganisationen, Lehrpersonen und Bildungsexpert:innen mehr Erholung und mehr Anerkennung: 8 Wochen Ferien für alle Lernenden. Kurz vor den Sommerferien wird die Ungleichbehandlung besonders sichtbar: Während Jugendliche an Gymnasien und Fachmittelschulen jährlich 13 Wochen Ferien haben, müssen Lernende mit nur 5 Wochen auskommen. Das ist zu wenig – und mit ein Grund dafür, dass sich immer weniger Jugendliche für eine Berufslehre entscheiden.</p><p><a href="https://jetzt.8wochen.ch/brief/?source=mm" target="_blank" class="button" rel="noreferrer">Jetzt informieren und unterschreiben</a><br>&nbsp;</p><h3 class="heading--h4"><strong>Lehre in der Krise</strong></h3><p>Die Lehre wird oft als Königsweg bezeichnet, das duale Bildungssystem gilt als Erfolgsmodell der Schweiz – auch im Hinblick auf Durchlässigkeit, soziale Mobilität und tiefe Jugendarbeitslosigkeit. Die Berufslehre ist auch hocheffizient. Gleichzeitig profitieren die Betriebe von ihren Lernenden auch finanziell mit einem Nettonutzen von durchschnittlich rund 3'000 Franken pro Lehrjahr und Lehrverhältnis. Viele Branchen und Betriebe sind auf Lernende und die Ausbildung künftiger Fachkräfte angewiesen.</p><p>Doch die aktuelle Lernendenbefragung der Gewerkschaft Unia zeigt: Über die Hälfte der Lernenden leidet unter Stress, jeder vierte Lehrvertrag wird vorzeitig aufgelöst. Die Berufslehre droht zunehmend in eine Krise zu geraten. Die Schweiz ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen – eine attraktive Ausbildung ist dafür zentral. Seit Jahren wird von der nötigen Aufwertung der Berufsbildung gesprochen. Konkrete, spürbare Schritte wurden aber keine gemacht. Darum braucht es jetzt eine zeitgemässe Aufwertung mit 8 Wochen Ferien für alle Lernenden. Diese drei zusätzlichen Ferienwochen für Lernende sind organisatorisch problemlos machbar – für die Jugendlichen bedeuten sie jedoch eine echte Entlastung und eine wichtige Anerkennung.&nbsp;</p><h3 class="heading--h4"><strong>Offener Brief als Petition an den Bundesrat</strong></h3><p>Der offene Brief wurde von Lernenden, Berufsbildnerinnen, Lehrpersonen, Jugendorganisationen und Bildungsexpertinnen unterzeichnet. Eine vollständige Liste der Erstunterzeichnenden sowie die Plattform der Allianz mit dem offenen Brief an den Bundesrat finden sich unter <a href="https://jetzt.8wochen.ch/brief/?source=mm" target="_blank" rel="noreferrer">8wochen.ch</a>.</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/kampagnen/8wochen-8semaines/keyvisual_4x3_DE_kl.jpg" length="170302" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10640</guid><pubDate>Mon, 19 May 2025 13:28:30 +0200</pubDate><title>Jetzt mitreden: Die Berufsbildung attraktiver machen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/jetzt-mitreden-die-berufsbildung-attraktiver-machen</link><description>Konsultation zur Attraktivität der Berufsbildung</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die Berufsbildung steht unter Druck: Immer weniger Jugendliche interessieren sich für eine Berufslehre. Bis am 16. Juni 2025 können sich Interessierte beim Bund mit Kritik und Vorschlägen zur Schweizer Berufsbildung einbringen. Der SGB ruft zur breiten Beteiligung auf.</p><p>Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat im Auftrag von Bundesrat Guy Parmelin eine breite Konsultation zur Attraktivität der Berufsbildung lanciert. Ziel ist es bis Herbst 2025 eine Standortbestimmung mit konkretem Handlungsbedarf zu erarbeiten.</p><p>Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) begrüsst dieses Vorgehen ausdrücklich und beteiligt sich mit einer eigenen Stellungnahme. Als Mitglied der Tripartiten Berufsbildungskonferenz (TBBK) ruft der SGB alle Gewerkschaften, Arbeitnehmerverbände, Personalkommissionen, aber auch Lernende, Berufs- und Praxisbildner:innen, Berufsfachschullehrpersonen, Jugendarbeiter:innen und Eltern dazu auf, ebenfalls eine Stellungnahme einzureichen. &nbsp;Es ist an der Zeit, auf die Anliegen der Berufslernenden aufmerksam zu machen und sich kritisch-konstruktiv für verbesserte Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen einzusetzen.</p><h3 class="heading--h4 heading--h5">Warum mitmachen?</h3><p>Viele Jugendliche in einer Berufslehre berichten, dass es ihnen schlecht geht und sie unter psychischen Problemen leiden. Als häufigsten Grund dafür geben sie Belastungen im Lehrbetrieb an. Viele fühlen sich mit ihren Problemen in der Berufslehre nicht abgeholt. Sie getrauen sich nicht, ihre Probleme offen anzusprechen, weder bei den Berufsbildner:innen im Lehrbetrieb, noch bei den Lehrpersonen in der Berufsfachschule. Als Sorgen geben sie an, dass im Lehrbetrieb kein Verständnis für Fehler herrsche und sie unter langen Arbeitszeiten und wenig Ferien leiden. Während ihre Altersgenossen an Mittelschulen 13 Wochen Ferien geniessen, müssen Berufslernende mit lediglich fünf Wochen auskommen – trotz eines hohen Wochenpensums und der Dreifachbelastung von Arbeit im Betrieb, Schule und Lernen zuhause. Es darf daher nicht überraschen, dass der Anteil der dualen Berufsbildung gegenüber allgemeinbildenden Mittelschulen abnimmt. Zudem bleiben die Zahl der Lehrvertragsauflösungen und die Durchfallquoten bei Schlussprüfungen hoch.</p><p>Im Konsultationsdokument wird nur ein Teil dieser Probleme offen benannt. Darum braucht es jetzt deutliche Rückmeldungen aus Sicht der Arbeitnehmenden. Diese tauschen sich zu den genannten Problemfeldern am Dialogforum OdA Arbeitnehmende vom 21. Mai aus und der SGB wird basierend auf den Rückmeldungen eine Musterstellungnahme verfassen.</p><h3 class="heading--h4 heading--h5">Stellungnahme einreichen – so geht's:</h3><p>Das SBFI stellt im Rahmen der Konsultation ein Konsultationsformular zur Verfügung. Stellungnahmen können bis am 16. Juni 2025 eingereicht werden – entweder online via Microsoft Forms oder per Word-Formular.&nbsp;</p><p><a href="http://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/bildung/bwb/bb-steuerung/projekte-und-initiativen/attraktivitaet-der-berufsbildung.html#915215539" target="_blank" class="button" title="Konsultation Berufsbildung" rel="noreferrer">Alle Informationen und Unterlagen sind hier zu finden.</a></p><h3 class="heading--h4 heading--h5"><br>Unsere Haltung</h3><p>Der SGB wird sich in seiner Stellungnahme für bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen einsetzen. Konkret heisst das etwa eine Erhöhung der betrieblichen Ausbildungsqualität, flächendeckende, professionelle Schulsozialarbeit an Berufsfachschulen, bessere Betreuung, Begleitung und Unterstützung, mehr Kontrollen durch die kantonale Lehraufsicht, ein verbesserter Gesundheits-/Jugendarbeitsschutz und mehr Ferien. Die Stimme der Lernenden und der Arbeitnehmenden muss bei der Weiterentwicklung der Berufsbildung miteinbezogen und gehört werden.<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/_processed_/6/8/csm_jungeFrauInWerkstatt_aerogondo-iStock_39047413ba.jpg" length="160504" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10513</guid><pubDate>Tue, 18 Feb 2025 08:42:19 +0100</pubDate><title>Einheitliches Qualifikationsverfahren statt schriftlicher Abschlussprüfung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/einheitliches-qualifikationsverfahren-statt-schriftlicher-abschlusspruefung</link><description>Reform der Allgemeinbildung in der Berufsbildung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Seit jeher setzen sich die Gewerkschaften für eine Stärkung des Allgemeinbildenden Unterrichts (ABU) in der Berufsbildung ein, damit sich Lernende – egal ob Jugendliche oder Erwachsene – persönlich, gesellschaftlich und beruflich möglichst gut entwickeln und ihr Potenzial verwirklichen können. Nicht nur in ihrer Rolle als Arbeitnehmer:in, sondern auch als Individuum, Staatsbürger:in und Teil der Gesellschaft. Neben dem berufskundlichen Unterricht vermittelt der ABU grundlegende Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, politische Bildung sowie kritisches Denken und leistet damit einen wichtigen Beitrag für mehr Chancengleichheit. Der ABU soll Lernende in ihren persönlichen Ressourcen und Selbständigkeit bestmöglich unterstützen. Im Hinblick auf die soziale Mobilität soll der ABU deshalb möglichst breit und berufsunabhängig, jedoch lebenspraktisch und handlungsorientiert gestaltet sein.</p><p>Nach fast zwanzig Jahren soll die Verordnung über Mindestvorschriften für den Allgemeinbildenden Unterricht (ABU) in der beruflichen Grundbildung totalrevidiert werden. In der Vernehmlassung hat sich der SGB für eine Stärkung des ABU in Form eine Vereinheitlichung und Erhöhung der Verbindlichkeit ausgesprochen und dafür, dass die neue Verordnung den ABU künftig für alle beruflichen Grundbildungen gleich regeln wird. Ebenso forderte der SGB, dass auch die Umsetzung in den Kantonen und die Ausgestaltung kantonaler Schullehrpläne möglichst einheitlich erfolgen soll.</p><p>Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hatte eine Verordnungsrevision in die Vernehmlassung geschickt, welche im Rahmen der Verbundpartnerschaft vorgängig gemeinsam erarbeitet worden war und die eine Neugestaltung des Qualifikationsverfahrens vorsah. Die bis dahin schriftliche ABU-Abschlussprüfung sollte durch eine Mischung aus Erfahrungsnote und Schlussarbeit (inkl. einer Präsentation und eines Prüfungsgesprächs) ersetzt werden. Der SGB unterstützte diesen Vorschlag und sprach sich im Rahmen seiner Vernehmlassungsantwort für eine höhere Gewichtung der Erfahrungsnote aus.</p><h4>Einheitliche Standards statt kantonaler Willkür</h4><p>An ihrer Sitzung vom 12. Februar sprach sich die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates (WBK-S) nun plötzlich dafür aus, die schriftliche Schlussprüfung doch beizubehalten, beziehungsweise den Kantonen diesbezüglich Umsetzungsfreiheit zu gewähren. Dieser Entscheid konterkariert den verbundpartnerschaftlich erarbeiteten Vorschlag einer Neugestaltung des Qualifikationsverfahrens basierend auf Erfahrungsnoten sowie einer aufgewerteten Schlussarbeit mit Präsentation und vertiefender mündlicher Prüfung.</p><p>Das würde bedeuten, dass weiterhin unterschiedliche Regelungen in den Kantonen bestehen bleiben könnten. Damit würde die schweizweite Verbindlichkeit in Bereich der Qualitätssicherung – eines der wichtigsten Ziele der Reform – aufgegeben. Der SGB stellt sich nach wie vor hinter das zu Beginn des Reformprojektes «Allgemeinbildung 2030» definierte Ziel einer schweizweiten Harmonisierung der Allgemeinbildung, um Chancengerechtigkeit und Rechtsgleichheit für alle Lernenden sicherzustellen. Bereits heute bestehen erhebliche Unterschiede in der Umsetzung des allgemeinbildenden Unterrichts (ABU) zwischen den Kantonen und Berufsfachschulen, was die Vergleichbarkeit erschwert. Eine nationale Lösung würde die Mobilität der Lernenden erhöhen und die Gleichwertigkeit der Abschlüsse sichern.</p><h4>Stärkung der Handlungskompetenz statt veraltete Prüfungsformen</h4><p>Das Reformprojekt «Allgemeinbildung 2030» setzt auf eine Stärkung der Handlungskompetenz der Lernenden. Die bisherige Schlussprüfung ist ein Relikt vergangener Pädagogik, das die aktuellen Anforderungen an die Allgemeinbildung nicht mehr widerspiegelt. Eine praxisnahe Abschlussarbeit mit mündlicher Präsentation und anschliessendem Prüfungsgespräch fördert hingegen die nachhaltige Anwendung von Wissen und Kompetenzen in realen Handlungssituationen und stellt für viele Lernende eine Chance dar.&nbsp;</p><h4>Gewerkschaften fordern verbindliche Umsetzung der Reform</h4><p>Der SGB fordert das SBFI und den Bundesrat auf, an der geplanten Revision der Verordnung festzuhalten und die Abschlussarbeit inkl. Präsentation und Prüfungsgespräch als neuen Standard im Qualifikationsverfahren der Allgemeinbildung – neben den beizubehaltenden Erfahrungsnoten – zu verankern. Eine einheitliche Lösung auf nationaler Ebene ist entscheidend, um die Vergleichbarkeit und Durchlässigkeit der Abschlüsse zu gewährleisten. Die Berufsbildung darf nicht in ein kantonales Flickwerk aus unterschiedlichen Prüfungsmodalitäten zerfallen.<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/banner/Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl.jpg" length="501608" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10457</guid><pubDate>Tue, 17 Dec 2024 16:48:15 +0100</pubDate><title>8 Wochen Ferien für Lernende: Eine notwendige Investition zur Stärkung der Berufslehre</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/8-wochen-ferien-fuer-lernende-eine-notwendige-investition-zur-staerkung-der-berufslehre</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) fordert, dass alle Berufslernenden in der Schweiz künftig Anspruch auf 8 Wochen Ferien haben. Diese Forderung wurde am 29. November 2024 von der Delegiertenversammlung des SGB beschlossen und anschliessend der parlamentarischen Gruppe Arbeit vorgestellt.</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/banner/Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl.jpg" length="501608" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10324</guid><pubDate>Wed, 18 Sep 2024 09:30:41 +0200</pubDate><title>Jugendallianz vereint gegen den BVG-Bschiss</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/jugendallianz-vereint-gegen-den-bvg-bschiss</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Mit Blick auf die Abstimmung über die Reform des Gesetzes über die berufliche Vorsorge (BVG) hat sich die Jugendallianz wieder formiert. Die Jugendallianz wird von den jungen Gewerkschafter*innen des SGB, der Sozialistischen Jugend der Schweiz, den Jungen Grünen und der Jungen Partei der Arbeit getragen und will die Rechte der Arbeitnehmenden sowie der Rentner*innen in der Schweiz verteidigen. Diese Reform ist ein dreister Bschiss, mit dem nicht nur eine drastische Rentenkürzung bei gleichzeitigen Beitragserhöhungen droht, sondern ein direkter Angriff auf die soziale Gerechtigkeit. Die irreführenderweise als notwendig dargestellte Reform droht Ungleichheiten zu verschärfen und die Schwächsten zu bestrafen, statt die Rentenbedingungen wirklich zu verbessern.</p><h4>Frauen und Junge bezahlen den Preis!&nbsp;</h4><p>Im Gegensatz zu den Behauptungen des Bundes wären Frauen und Junge die Hauptverlierer*innen dieser Reform. Frauen, die auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schon benachteiligt sind, würden mit dieser Reform noch mehr verlieren. Die Realität weiblicher Berufskarrieren wird komplett ignoriert: Wer Familienarbeit leistet, unterbricht oft die Erwerbstätigkeit und riskiert damit, dass die Rentenansprüche trotz eines zusätzlichen Arbeitsjahres drastisch geschmälert würden. Die Erhöhung der Beiträge würde auch die jüngeren Generationen treffen: Milliarden an zusätzlichen Beiträgen werden ihnen abgeknöpft, ohne Garantie für eine faire Rente im Alter.</p><h4>Versäumnisse bei der Rentenverwaltung: Doppelmoral und Profite für die Finanzindustrie!</h4><p>Und als ob das nicht genug wäre, beweist das jüngste AHV-Fiasko beim Eidgenössischen Departement des Innern, dass der Bund seine Hausaufgaben nicht macht. Milliarden für die Rettung der Credit Suisse – aber kein fairer Deal für unsere Renten? Das ist pure Doppelmoral! Diese BVG-Reform ist nichts anderes als ein Geschenk für Versicherungen und Finanzindustrie, die sich noch mehr bereichern könnten. Das alles auf Kosten der Arbeitnehmenden, die mehr bezahlen müssten, um weniger zu erhalten. Eine soziale Ungerechtigkeit sondergleichen, die selbst die Basis der SVP nicht ignorieren kann.</p><h4>Sagen wir am 22. September Nein zur BVG-Reform!</h4><p>Angesichts dieser Ungerechtigkeiten ruft die Jugendallianz alle Kräfte des Landes auf, diese ungerechte Reform nicht zu unterstützen. Es geht um nichts weniger als eine gerechte Rente für alle, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Alter und um den Rentenschutz künftiger Generationen. Die Generationensolidarität und die Gleichstellung stehen im Mittelpunkt unserer Forderungen. Die Allianz appelliert an alle, sich für die Verteidigung eines gerechten Rentensystems einzusetzen, das die sozialen Errungenschaften schützt und allen ein würdiges Leben im Alter gewährleistet. Gemeinsam können wir diesen Bschiss bodigen und eine gerechtere Zukunft aufbauen.</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Berufliche Vorsorge</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/kampagnen/BVG-Referendum/SGB_BVG_Bschiss_Screen_Mann_RGB_1200x900_DE.jpg" length="586723" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10311</guid><pubDate>Fri, 06 Sep 2024 11:36:30 +0200</pubDate><title>Der SGB verurteilt unverantwortliche Sparmassnahmen im Bildungs- und Jugendbereich</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/der-sgb-verurteilt-unverantwortliche-sparmassnahmen-im-bildungs-und-jugendbereich</link><description>Die Vorschläge des «Berichts Gaillard» bedrohen die Chancengleichheit und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die am 5. September veröffentlichten Vorschläge der Expertengruppe zur Aufgaben- und Subventionsüberprüfung 2024 («Bericht Gaillard») hätten besonders im Bereich Bildung und Jugend verheerende Folgen. Der SGB zeigt sich zutiefst besorgt und empört über diese unsozialen und zukunftsfeindlichen Sparvorschläge, die eine ernsthafte Bedrohung für die Chancengleichheit und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes darstellen und fordert Bundesrat und Parlament darauf zu verzichten.</p><h4>Berufs- und Weiterbildung in Gefahr</h4><p>Der Bericht schlägt beispielsweise massive Kürzungen bei den Pauschalbeiträgen für die Berufsbildung an die Kantone vor sowie bei den Innovations- und Projektbeiträgen in der Berufs- und Weiterbildung. Mit dem vorgeschlagenen Verzicht auf das Weiterbildungsgesetz setzt die Expertengruppe auch ein klares Zeichen gegen lebenslanges Lernen. Dies ist ein fataler Fehler angesichts der zunehmenden Anforderungen des Arbeitsmarktes, die von den Arbeitnehmenden ständige Weiterbildung verlangen. Statt die Weiterbildungsmöglichkeiten zu stärken, sollen sie weiter eingeschränkt werden – eine Entwicklung, die der SGB scharf verurteilt.</p><h4>Angriffe auf die Berufsbildung und die Integration junger Flüchtlinge</h4><p>Die Integration von Jugendlichen und jungen erwachsenen Flüchtlingen auf die Berufsbildung zu fokussieren, ist ein grosses Risiko bei gleichzeitiger Begrenzung der finanziellen Abgeltungspflicht durch den Bund auf vier Jahre unabhängig vom Integrationserfolg. Diese vorgesschlagene Sparmassnahme will primär die Kantone unter Druck setzen, macht letztendlich aber Jugendliche und junge Erwachsene zum Spielball im Verantwortungsstreit zwischen Bund und Kantonen bezüglich Finanzierungspflicht. Damit gefährdet sie eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. Dies ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch kontraproduktiv in einer Zeit, in der gut ausgebildete Arbeitskräfte aus dem In- und Ausland dringend benötigt werden.</p><h4>Massive Mehrbelastung für Studierende und junge Menschen</h4><p>Der Bericht schlägt unter anderem vor, die Studiengebühren an Schweizer Hochschulen drastisch zu erhöhen (verklausuliert als so genannte «Stärkung der Nutzerfinanzierung»). So sollen die Gebühren für inländische Studierende verdoppelt und für ausländische Studierende sogar vervierfacht werden. Diese Massnahmen sind inakzeptabel, da sie den Zugang zur Bildung für viele junge Menschen erschweren und eine Zwei-Klassen-Bildung schaffen. Bildung darf kein Luxusgut sein – sie ist ein Grundrecht und muss für alle zugänglich bleiben, unabhängig von der finanziellen Situation. Darüber schlägt sieht der Bericht vor, die Mittel für die internationale Mobilität im Bildungsbereich um 10 Prozent zu kürzen. Dies beeinträchtigt die Chancen junger Menschen auf dem international vernetzten Arbeitsmarkt massiv.</p><h4>Schwächung des Forschungsstandortes Schweiz</h4><p>Zudem können mit dem vorgeschlagenen Verzicht auf projektgebundene Beiträge an kantonale Fachhochschulen und Universitäten wichtige Projekte, beispielsweise in den Bereichen Chancengerechtigkeit (Gleichstellung, Diversität und Inklusion) sowie zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses nicht umgesetzt werden. Diese sind jedoch nötig, um in einer krisengeschüttelten und unsicheren Zeit den Forschungsstandort Schweiz zu stärken.&nbsp;</p><p>Der SGB lehnt die Vorschläge des «Berichts Gaillard» entschieden ab. Die geplanten Kürzungen im Bildungs- und Jugendbereich gefährden die Zukunftschancen der jungen Generation und schwächen den Bildungs- und Forschungsstandort Schweiz. Der SGB fordert den Bundesrat und das Parlament auf, auf diese unsozialen und zukunftsfeindlichen Sparmassnahmen zu verzichten und stattdessen in eine starke, gerechte und zukunftsorientierte Bildungspolitik zu investieren.<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/illustrativ/steuern-zahlen/junge_frau_verzweifelt_rechnungen_taschenrechner_lores.jpg" length="491982" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10232</guid><pubDate>Fri, 31 May 2024 13:00:00 +0200</pubDate><title>Gelernte haben mehr verdient: Mindestens 5000 Franken Lohn mit Lehre</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/gelernte-haben-mehr-verdient-mindestens-5000-franken-lohn-mit-lehre</link><description>Lehre aufwerten</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Jede und jeder dritte Beschäftigte arbeitet trotz einem Lehrabschluss für einen Lohn unter 5000 Franken – auf Vollzeit gerechnet. An der heutigen 307. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) haben die Delegierten deshalb beschlossen, dass alle Arbeitnehmenden mit Lehre mindestens 5000 Franken verdienen müssen, damit die Lehre attraktiv bleibt. Generell müssen die Löhne mindestens 4500 Franken betragen. Der Lohn muss für alle zum Leben reichen.</p><p>Die duale Berufsbildung wird oft als Königsweg bezeichnet. Sie bringt fähige Arbeitskräfte hervor. Doch das Versprechen, nach einer Lehre ein gutes und sicheres Einkommen zu erzielen, wird in vielen Fällen nicht mehr eingehalten. Jede und jeder dritte Beschäftigte mit Lehre arbeitet für einen Lohn unter 5000 Franken – auf Vollzeit gerechnet. Besonders tief sind die Löhne in Berufen mit vielen Frauen. Für viele Gelernte steigen die Löhne nämlich selbst mit jahrelanger Erfahrung kaum. Kurz vor der Pensionierung hat ein Viertel aller Gelernten weniger als 5000 Franken. Mit 5000 Franken kann man in der Schweiz bloss mit grossen Einschränkungen leben. Nach Krankenkassen, Mieten und Deckung des Grundbedarfs bleibt nur wenig übrig. Für eine Familie ist ein angemessenes Leben mit den kleinen Freiheiten und ohne finanzielle Sorgen schlicht nicht möglich.</p><p>Die tiefen Löhne schaden auch der Berufsbildung selbst. Viele Jugendliche sind nicht mehr bereit, ein Leben lang schlecht zu verdienen. Sie treten entweder erst gar keine Lehre an oder verlassen ihren Beruf, sobald sie ihre Lehre abgeschlossen haben. Es ist deshalb kein Wunder, fehlen vielerorts die benötigten Fachkräfte. Statt nur darüber zu klagen, müssten die Arbeitgeber aber endlich handeln – und anständige Löhne zahlen.</p><p>Der SGB fordert: wer eine Lehre gemacht hat, soll mindestens 5’000 Franken pro Monat verdienen. Generell müssen die Löhne mindestens 4’500 Franken betragen. Damit die Lohnentwicklung ausgeglichener ist und sich die Lohnschere schliesst, braucht es generelle Lohnerhöhungen und eine Abkehr von den ungerechten Bonus-Lohnsystemen.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Löhne und Vertragspolitik</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/banner/Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl.jpg" length="501608" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10179</guid><pubDate>Wed, 24 Apr 2024 15:53:58 +0200</pubDate><title>Kein Sparen bei der Bildung!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/kein-sparen-bei-der-bildung</link><description>SGB-Kommentar zur BFI-Botschaft 2025-2028</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Für die kommende BFI-Botschaft 2025-2028, welche die Schwerpunkte und den Finanzrahmen in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation definiert, beginnen ab Ende April die Vorberatungen in den zuständigen Kommissionen. Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund SGB der Moment, um sich nochmals in aller Deutlichkeit gegen die Sparvorschläge des Bundes zu positionieren.</p><h3 class="heading--h4"><strong>Für eine Priorisierung des BFI-Bereichs</strong></h3><p>Gemäss BFI-Botschaft 2025-2028 will der Bundesrat am Ziel «Die Schweiz bleibt führend in Bildung, Forschung und Innovation» festhalten. Die Schweiz muss dazu ihr Arbeitskräftepotenzial besser ausschöpfen und deutlich mehr in Aus- und Weiterbildung investieren. Dies erfordert eine Bildungsoffensive inklusive einer politischen Priorisierung der damit verbundenen Investitionen.&nbsp;</p><p>In der Vergangenheit wurden die Investitionen in den BFI-Bereich vom Bund jeweils an den erwarteten Zuwachs an Auszubildenden und Studierenden angepasst. Hier erfolgt nun mit der BFI-Botschaft 2025-2028 ein klarer Bruch. Es drohen schlechtere Betreuungsverhältnisse, eine vermehrte Abhängigkeit von Drittmitteln, Qualitätseinbussen in der Ausbildung, Beschränkungen der Zulassung und Anzahl Ausbildungsplätze, Leistungsabbau sowie steigende Studiengebühren.</p><h3 class="heading--h4"><strong>Ungenügender Finanzrahmen</strong></h3><p>Gemäss der Vernehmlassungsvorlage von Anfang Juni 2023 schlug der Bundesrat für den BFI-Bereich einen Finanzrahmen von 29,7 Milliarden Franken vor, sowie ein Mittelwachstum von nominal 2 Prozent. In seiner Vernehmlassungsantwort hatte der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB eine reale durchschnittliche Wachstumsrate von mindestens 2,5 Prozent gefordert, sowie den Verzicht auf fixe Obergrenzen. Die zu erwartende Teuerung muss kompensiert und die Ausgaben an die steigenden Studierendenzahlen angepasst werden.</p><p>Doch nun will der Bundesrat das nicht teuerungsbereinigte, nominale Mittelwachstum sogar bei nur 1.6 Prozent plafonieren und hat die Vorlage im Rahmen der Legislaturfinanzplanung nochmals um eine halbe Milliarde auf 29.2 Milliarden Franken gekürzt, ohne dass jedoch die Ziele und die Förderschwerpunkte angepasst worden wären. Die vom Bundesrat vorgeschlagene BFI-Botschaft 2025-2028 ist angesichts der Teuerung und des zu erwartenden Zuwachs an Auszubildenden und Studierenden de facto eine Sparvorlage, was einem Abbau bei Bildung und Forschung gleichkommt.</p><h3 class="heading--h4"><strong>Keine die Kannibalisierung der verschiedenen Bildungsbereiche</strong></h3><p>Die unterschiedlichen Bildungsbereiche (Berufsbildung, Hochschulbildung, Weiterbildung) dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Aller propagierter Exzellenz zum Trotz erreicht die Schweiz ihr Ziel von 95% der 25-Jährigen mit einem Sek. II-Abschluss nicht und rund 300'000 Erwerbspersonen zwischen 25 und 50 Jahren verfügen über keinen Berufsabschluss. Zu Recht wurde die Weiterbildung in der BFI-Botschaft 2025-2028 deshalb als Förderschwerpunkt definiert. Das ist zur Bewältigung der drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen richtig und wichtig. Vor allem auch, weil die Schweiz aufgrund der demographischen Entwicklung ihr inländisches Fachkräftepotenzial besser ausschöpfen muss durch eine verbesserte Arbeitsmarktintegration von Migrant:innen, Frauen und älteren Arbeitnehmenden.</p><h3 class="heading--h4"><strong>Wider dem leichtfertigen Sparen in der Bildung</strong></h3><p>Wegen einer strikten Interpretation der Schuldenbremse will der Bundesrat nun sparen, trotz des im internationalen Vergleich tiefen Schuldenniveaus der Schweiz. Dabei wird nur die Ausgabenseite in den Blick genommen. Dass sich ein ausgeglichener Bundeshaushalt auch durch Mehreinnahmen erzielen liesse, wird kaum diskutiert. Stattdessen werden lineare Querschnittskürzungen von 1.4% auf allen schwach gebundenen Ausgaben durchgesetzt, die den BFI-Bereich überproportional stark treffen. Bundespolitisch gelten die meisten Ausgabenposten im BFI-Bereich als sog. „schwach gebundene Ausgaben“. Für kurzfristige Budgetkorrekturen zur Haushaltsbereinigung müssen diese nun herhalten – kurz: aller gegensätzlichen Beteuerungen zum Trotz soll nun doch bei der Bildung gespart werden.</p><h3 class="heading--h4"><strong>Das Parlament muss nun korrigieren</strong></h3><p>Wenn der Bundesrat aus finanzpolitischen Gründen keinen Handlungsspielraum sehen will, muss das Parlament nun aktiv werden. Ein politisch schwieriges Unterfangen, in Zeiten wo Geld rasch für Bankenrettungen oder die Armee ausgegeben wird. Der SGB und seine Mitgliedverbände werden sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Schweiz dem proklamierten Führungsanspruch in Bildung, Forschung und Innovation Taten folgen lässt.</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/_processed_/3/2/csm_ETH-Zuerich_Foto_josipivankovicunsplash_96d259b181.jpg" length="318023" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-7903</guid><pubDate>Wed, 13 Oct 2021 09:01:06 +0200</pubDate><title>«Ich kenne meine Rechte» – die eigenen Rechte kennen und durchsetzen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/die-eigenen-rechte-kennen-und-durchsetzen</link><description>Neuer Online-Ratgeber für Lernende</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Mehr als 400 ausführliche Einträge zu Rechten und Pflichten in der Berufslehre und zum Schutz der Lernenden: Das bietet ab heute der neue Online-Ratgeber des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) «Ich kenne meine Rechte» (<a href="http://www.rechte-der-lernenden.ch" target="_blank" class="link link--external-blank" rel="noreferrer">www.rechte-der-lernenden.ch</a>). Die Texte sind in klarer und verständlicher Sprache verfasst, von Fachjurist:innen geprüft und durch Hinweise auf nützliche Websites sowie Gesetze und Verordnungen ergänzt. Arbeitszeiten, Urlaub oder Mobbing: Wenn Lernende ihre Rechte kennen, können sie diese besser durchsetzen und so die Qualität ihrer Ausbildung verbessern.</p><p>Über 75’000 Lernende haben dieses Jahr in der Schweiz eine berufliche Grundausbildung begonnen. Sie sind oft jünger als 18 Jahre und kennen die Arbeitswelt noch nicht. Sie können zwar darauf zählen, dass ihr Arbeitgeber sie an ihre Pflichten erinnern wird, doch über ihre Rechte sind sie oft nicht ausreichend informiert. Dabei gelten gerade für Jugendliche in Ausbildung eine ganze Reihe besonderer Schutzmassnahmen.</p><h3 class="heading--h4">Welche Rechte habe ich als Lernender? Hilfe in Konfliktsituationen</h3><p>Wie lange darf ich pro Tag arbeiten? Welche Regeln gelten für Nacht- und Sonntagsarbeit? Wie soll ich auf Mobbing oder sexuelle Belästigung reagieren? Wo kann ich Hilfe bekommen? Der Ratgeber der SGB-Jugendkommission liefert die für die Berufsbildung geltenden Antworten, ergänzt durch hilfreiche Verweise auf Ämter, Beratungs- und Hilfsangebote sowie auf die einschlägigen Rechtstexte.</p><p>Der Online-Ratgeber richtet sich insbesondere an Lernende, ist aber auch für andere Akteur:innen der Berufsbildung sowie für alle Jugendlichen in Ausbildung eine wertvolle Informationsquelle. Besonderes Augenmerk wurde auf eine klare Sprache gelegt, damit die Texte für ein breites Publikum verständlich sind. Alle Angaben wurden von auf Arbeits- und Ausbildungsrecht spezialisierten Anwält:innen geprüft.</p><h3 class="heading--h4">Ab sofort kostenlos online verfügbar</h3><p>Der SGB-Ratgeber ist seit heute unter <a href="http://www.rechte-der-lernenden.ch" target="_blank" class="link link--external-blank" rel="noreferrer">www.rechte-der-lernenden.ch</a> online verfügbar. Hier können Lernende per Stichworteingabe gezielt Informationen abrufen oder die Schlagwortliste von A bis Z durchsuchen.</p><p>Der Ratgeber kann auch als Büchlein <a href="/service/broschueren-buecher/bestellformular" class="link link--internal">zum Preis von 5 Franken bestellt werden</a>. Das in der Schweiz gedruckte Buch umfasst etwas mehr als 250 Seiten und hat ein kompaktes und handliches Format.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/_processed_/9/2/csm_Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl_e9efd2de28.jpg" length="110257" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-7570</guid><pubDate>Thu, 20 May 2021 12:46:04 +0200</pubDate><title>Dialogforen sollen Betroffene besser in Berufsbildung einbeziehen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/dialogforen-sollen-betroffene-besser-in-berufsbildung-einbeziehen</link><description>Neue Gremienstruktur in der Berufsbildung</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die Berufsbildung ist eine Aufgabe von Bund, Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt (OdA). Gemeinsam setzen sie sich für eine qualitativ hochstehende Berufsbildung ein. Arbeitnehmende und ihre Interessen werden auf allen Ebenen vertreten. Damit ein breiter Einbezug erfolgt, wurden neu sogenannte Dialogforen geschaffen. Ein erstes Dialogforum OdA Arbeitnehmende findet am 23. Juni 2021 statt.</p><p>Auf den 1. Januar 2021 hin wurde die <a href="https://tbbk-ctfp.ch/de/organisation/tbbk" target="_blank" class="link link--external-blank" rel="noreferrer">Tripartite Berufsbildungskonferenz (TBBK)</a> geschaffen, als Bindeglied zwischen den verschiedenen Gremien auf operativer Ebene und dem nationalen Spitzentreffen auf der politischen Ebene. Die TBBK steuert die Berufsbildung verbundpartnerschaftlich auf strategischer Ebene und entwickelt sie weiter. Die Arbeitnehmenden werden in der TBBK durch ihre beiden Dachverbände SGB und Travail.Suisse vertreten.</p><p>Eine besondere Bedeutung nehmen in der neuen Gremienstruktur die sogenannten <a href="https://tbbk-ctfp.ch/de/organisation/dialogforen" target="_blank" class="link link--external-blank" rel="noreferrer">Dialogforen</a> ein. Sie stellen einen breiten Einbezug und den direkten Austausch der Akteure unter sich sowie mit den Mitgliedern der TBBK sicher. Insgesamt gibt es vier Dialogforen, je nach Zielgruppe. Für die Arbeitnehmenden und ihre Anliegen von besonderer Relevanz ist das Dialogforum OdA Arbeitnehmende, welches vom SGB und von Travail.Suisse organisiert wird.</p><p>Für das erste Dialogforum OdA Arbeitnehmende wird es folgende zwei Zielgruppen-Schwerpunkte geben:</p><ul><li>Menschen mit Migrationshintergrund und ihre Anliegen in der Berufsbildung (koordiniert durch den SGB, Kontakt: Nicole Cornu, Zentralsekretärin Bildungspolitik, <a href="#" data-mailto-token="thpsav1upjvsl5jvyubGzni5jo" data-mailto-vector="7" class="link link--mail">nicole.cornu(at)sgb.ch</a>)</li><li>Menschen mit Behinderungen und ihre Anliegen in der Berufsbildung (koordiniert durch Travail.Suisse, Kontakt: Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik, <a href="#" data-mailto-token="thpsav1dlilyGayhchpszbpzzl5jo" data-mailto-vector="7" class="link link--mail">weber(at)travailsuisse.ch</a>)</li></ul><p>Zum Dialogforum OdA Arbeitnehmende von Mittwochvormittag, 23. Juni 2021, von 9:15 bis 12:15 Uhr online sind Vertreter:innen aus den beiden Arbeitnehmer:innen-Dachverbänden, ihren angeschlossenen Verbänden, assoziierten Mitgliedern, Mitgliedern im Beobachterstatus und Organisationen der genannten Zielgruppen eingeladen. Die Veranstaltung findet online als Videokonferenz statt und ist auf vierzig Teilnehmende limitiert.</p><p>Das Dialogforum OdA Arbeitnehmende soll eine Plattform bieten, um aus dem Blickwinkel der betroffenen Arbeitnehmenden bezogen auf Berufsbildung den Puls zu fühlen, Fragestellungen zu diskutieren und «good practice» auszutauschen. Das Dialogforum hat den Charakter einer Arbeitstagung und strebt konkrete Outputs an (bspw. Anträge zuhanden der TBBK). Auf diese Art und Weise kann ein Dialogforum Einfluss auf die Bearbeitung von Themen nehmen.</p><p>Interessierte melden sich bitte bei den angegebenen Kontaktpersonen.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/_processed_/8/4/csm_organisation_d_60ec2d8e6b.jpg" length="79132" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-7449</guid><pubDate>Wed, 10 Feb 2021 13:54:27 +0100</pubDate><title>Bildungspolitik und stellvertretende Sekretariatsleitung neu besetzt</title><link>https://www.sgb.ch/themen/gewerkschaftspolitik/detail/bildungspolitik-und-stellvertretende-sekretariatsleitung-neu-besetzt</link><description>Wechsel im SGB-Zentralsekretariat </description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Ab dieser Woche übernimmt Nicole Cornu beim SGB die Dossiers Bildungs- und Jugendpolitik. Sie löst in dieser Funktion Laura Perret Ducommun ab, die zum Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) gewechselt hat, als nationale Leiterin der Sparte Ausbildung. Die vakante stellvertretende Sekretariatsleitung übernimmt Gabriela Medici, die seit 2018 als SGB-Zentralsekretärin für Sozialversicherungen für den SGB tätig ist.</p><p><strong>Nicole Cornu</strong> übernimmt die Dossiers Bildung und Jugend in unruhigen Zeiten: Die Situation ist für Lernende in vielen Branchen angespannt und die Perspektiven für die LehrabgängerInnen sind schwierig. Zahlreiche Jugendliche fürchten, dieses Jahr keine Lehrstelle zu finden und junge Lernende sowie LehrabgängerInnen sorgen sich um ihre Zukunft. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB beteiligt sich aktiv an der Task Force «Perspektive Berufslehre», damit für die jungen Lernenden ihre Ausbildung und ein Berufsabschluss sichergestellt werden können. «Als Zentralsekretärin Bildungs- und Jugendpolitik engagiere ich mich mit Herzblut für die Zukunftsperspektiven dieser jungen Generation», sagt Cornu. Nicole Cornu ist am 25. November 2020 vom SGB-Vorstand einstimmig als Zentralsekretärin zuständig für die Dossiers Bildungs- und Jugendpolitik gewählt worden. Sie trat ihre Funktion am 8. Februar 2021 an. Die 38-jährige Berner Politologin ist ausgewiesene Expertin im Bereich Bildung mit Schwerpunkt Berufsbildung.</p><p><strong>Gabriela Medici</strong> ist am 25. November 2020 vom SGB-Vorstand einstimmig als stellvertretende Sekretariatsleiterin gewählt worden. Die 35-jährige Zürcher Juristin ist seit 2018 als Zentralsekretärin des SGB im Bereich Sozialversicherungen tätig.</p>]]></content:encoded><category>Schweiz</category><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/logos/logo_sgb_website.jpg" length="257846" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-7423</guid><pubDate>Wed, 20 Jan 2021 17:36:11 +0100</pubDate><title>Berufsbildung dank Kurzarbeit</title><link>https://www.sgb.ch/corona-virus/details/berufsbildung-dank-kurzarbeit</link><description>Willkommene Unterstützung für Lehrbetriebe, die trotz Pandemiemassnahmen weiter ausbilden</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Bundesrat hat am 20. Januar beschlossen, die Kurzarbeitsentschädigung auf Lernende auszuweiten. Damit will er die von den Pandemiemassnahmen betroffenen Lehrbetriebe finanziell entlasten, damit sie Lernende nicht entlassen müssen, sondern diese weiter ausbilden können. Folgerichtig ist die Ausrichtung der KAE an die Bedingung geknüpft, dass die Ausbildung weiter gewährleistet ist.</p><p>Der SGB begrüsst die finanzielle Unterstützung der Betriebe, bei der die Menschen in Ausbildung nicht von der Arbeit freigestellt werden, sondern im Gegenteil ihre Lehre fortsetzen können. Denn eine solche hat nicht primär zum Ziel, dass die Berufseinsteiger_innen damit ihren Lebensunterhalt verdienen, sondern dass diese ihr Handwerk lernen und so für die Berufslaufbahn fit gemacht werden.</p><p>Doch wenn Betriebe aufgrund von Covid-Massnahmen schliessen müssen, ist die Ausbildung trotz KAE gefährdet. Deshalb muss der Bund mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt (ODA) weitere Lösungen finden, damit junge Menschen trotz Betriebsschliessungen in noch offenen Betrieben oder Ersatzformaten ihre Lehre fortführen können. Der SGB ist Teil der vom Bund eingesetzten Task Force «Perspektive Berufslehre», die solche Projekte fördert und finanziell unterstützt.</p>]]></content:encoded><category>Corona</category><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/illustrativ/arbeit/Teambesprechung-Corona-Masken_iStock-Pixelfit.jpg" length="685375" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-7386</guid><pubDate>Wed, 16 Dec 2020 15:41:18 +0100</pubDate><title>Der Nationalrat spricht sich für Verbesserungen im Asylbereich aus</title><link>https://www.sgb.ch/themen/migration/detail/der-nationalrat-spricht-sich-fuer-verbesserungen-im-asylbereich-aus</link><description>Abgewiesene AsylbewerberInnen dürfen Lehre beenden</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">AsylbewerberInnen, die im Arbeitsmarkt integriert sind und hier eine Lehre absolvieren, sollen diese auch beenden können – selbst wenn ihr Asylgesuch abgelehnt wird. Der Nationalrat hat einer entsprechenden Motion seiner Staatspolitischen Kommission zugestimmt. Stimmt auch der Ständerat zu, hätte es endlich ein Ende mit der unmenschlichen Praxis, junge Menschen ohne Ausbildung in ein Land zurückzuschicken, das sie mangels Zukunftsaussichten verlassen haben.</p><p>Mehr als zwei Drittel des Nationalrats nahmen die Motion „Keine Lehrabbrüche nach langen Verfahren. Rückkehrhilfe durch den Abschluss einer bereits begonnenen Lehre bei einem negativen Asylentscheid“ der Staatspolitischen Kommission SPK-N an (129 zu 54 Stimmen). Bisher müssen abgewiesene Asylbewerberinnen und -bewerber ihre Berufslehre in der Schweiz abbrechen. Dies ist nicht nur für ihre Arbeitgebenden ein Problem, sondern beeinträchtigt auch ihre Chancen auf eine erfolgreiche Integration im Arbeitsmarkt – auch in ihrem Heimatland, falls sie dorthin zurückreisen müssen. Es ist unmenschlich, jungen Menschen die Zukunft derart zu verbauen.</p><p>Dennoch wollten der Bundesrat und eine Minderheit der SPK-N diese Praxis beibehalten. Sie verstehen sie als Teil eines Abwehrmechanismus, der Menschen davon abhalten soll, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in die Schweiz zu kommen. Glücklicherweise hat der Nationalrat nun den Bundesrat beauftragt, die rechtlichen Grundlagen so anzupassen, dass im Arbeitsmarkt integrierte Asylsuchende mit einem Lehr- oder Ausbildungsvertrag dank einer verlängerten Ausreisefrist auch bei einem negativen Asylentscheid ihre berufliche Grundbildung abschliessen können.</p><p>Gar nicht erst eingetreten ist der Nationalrat auf eine Änderung des Ausländer- und Integrationsgesetzes AIG, die Asylsuchende, vorläufig aufgenommene und schutzbedürftige Menschen massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt hätte, nämlich mit einem Reiseverbot ins Ausland. Diese massive Verschärfung hätte auch der Vorteil, dass die Betroffenen aus beruflichen Gründen einfacher den Kanton hätten wechseln können, keinesfalls wettgemacht.</p><p>Bleibt zu hoffen, dass der Ständerat dem Nationalrat folgt und in der Frühjahrssession ebenfalls dazu beiträgt, dass die Schweiz für Menschen ohne Schweizer Pass etwas freundlicher wird, statt ihnen weiterhin berufliche Chancen zu verbauen und sie in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken.</p>]]></content:encoded><category>Migration</category><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/illustrativ/sgb/Nationalratssaal_der_Schweiz-Superikonoskop-Wikimediacommons-ccbysa.jpg" length="337362" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-7272</guid><pubDate>Wed, 14 Oct 2020 17:02:52 +0200</pubDate><title>Trotz Corona genügend Lehrstellen – dank sozialpartnerschaftlicher Task Force </title><link>https://www.sgb.ch/corona-virus/details/trotz-corona-genuegend-lehrstellen-dank-sozialpartnerschaftlicher-task-force</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt durchgeschüttelt. Dies betrifft auch die Berufslehren. Im Frühjahr kamen darum Befürchtungen auf, dass Schulabgänger_innen dieses Jahr nur mit Mühe eine Lehrstelle finden würden. Dank der Nationalen Task Force „Perspektive Berufslehre 2020“, in der auch der SGB mitarbeitet, konnte dieses Szenario verhindert werden: 76‘500 Lehrverträge sind zustande gekommen, per September 2020 konnten somit sogar mehr Jugendliche eine Berufslehre in Angriff nehmen als 2019. Auch die Arbeitslosigkeit von Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern hat sich trotz Pandemie-Situation im Sommer nicht mehr verschärft als in anderen Jahren.</p><p>Die Task Force hat diese Erfolge dank drei Teilprojekten erreicht:</p><ul><li>Kommunikation und Sichtbarmachen von bestehenden und neuen Massnahmen</li><li>Monitoring des Lehrstellen- und Lehrabgänger_innenmarktes sowie</li><li>Unterstützung von Projekten zur Förderung von Lehrstellen.</li></ul><p>Trotz der momentan entspannten Situation für Schul- und Lehrabgänger_innen, gilt es jedoch wachsam zu bleiben. Die Task Force „Perspektive Berufslehre 2020“ hat ihr Mandat bis Ende 2020 und wird die Situation auch hinsichtlich Berufswahlprozess der Schulabgänger_innen 2021 eng begleiten. Und der SGB wird den Lehrstellenmarkt und die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit weiterhin beobachten und bei Bedarf weitere Massnahmen fordern.</p>]]></content:encoded><category>Corona</category><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/banner/Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl.jpg" length="501608" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-7221</guid><pubDate>Fri, 11 Sep 2020 14:44:46 +0200</pubDate><title>Generation Praktikum: Missbräuche und Dumping müssen gestoppt werden</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/generation-praktikum-missbraeuche-und-dumping-muessen-gestoppt-werden</link><description>Kantonale Vorstosswelle für einen besseren Schutz in Praktika</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Immer mehr junge Arbeitnehmende werden mit Praktikumsverträgen angestellt. Die Folge sind schlechte Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne. Der Bundesrat sieht die Kantone in der Pflicht. Um den Druck auf diese zu erhöhen, lanciert der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB mit seiner Jugendkommission eine flächendeckende Welle von Vorstössen in den Kantonen.</p><p>In über 15 Kantonen wurden anlässlich des Studienbeginns 2020 Vorstösse zur Praktikasituation eingereicht oder sind bereits hängig. Viele Studierende, aber auch Personen, die eine Berufslehre antreten oder eine Fachhochschule besuchen möchten, sind oftmals gezwungen ein Praktikum zu absolvieren. Der Bundesrat sieht indes keinen schweizweiten Handlungsbedarf und weist den Kantonen die Verantwortung zu, die unsägliche Praktikapraxis zu regeln. Nun nimmt der Schweizerische Gewerkschaftsbund die Kantone in die Pflicht: Praktika müssen reglementieret und, wo nötig, verboten werden.</p><p>Der Bundesrat erläuterte in seiner Antwort auf die Motion 18.3489, welche Praktika auf eidgenössischer Ebene regeln wollte, dass die Arbeitsmarktaufsicht durch die Kantone vollzogen werde und somit auch die Kantone die nötigen Instrumente hätten, gegen missbräuchliche Praktika vorzugehen. In der Realität verfügen jedoch wenige Kantone über griffige Regulierungsinstrumente für Praktika. Dies, obwohl seit 2010 die Anzahl von Praktika laufend steigt. Rund 10 Prozent der 15- bis 24jährigen Arbeitnehmenden befinden sich schweizweit in einem Praktikum.</p><p>Besonders prekär ist die Situation jener Jugendlichen, die im Gesundheits- und Betreuungsbereich vor einer Berufslehre teils sehr lange Praktika absolvieren müssen. Ebenso prekär ist sie für jene StudienabgängerInnen, die auch Jahre nach Ausbildungsende nur Praktikumsstellen erhalten. Oftmals befinden sich junge Menschen auch in der Situation, dass ihr Praktikum immer wieder verlängert wird unter dem Versprechen, es folge bald eine Festanstellung. In solchen Fällen handelt es sich klar um Lohndumping. Junge Menschen werden in Praktikumsverträge zu tiefen Löhnen gezwungen, mit fatalen Folgen: Die Praktikumslöhne reichen für die Jungen nicht zum Leben und sie ersetzen Festangestellte mit höheren Löhnen, die zum Leben reichen.</p><p>Grundsätzlich sollten Praktika nur in ganz spezifischen Konstellationen nötig sein, wie beispielsweise im Zusammenhang mit der Arbeitsmarktintegration. Praktika müssen hierbei eine Ausbildungskomponente beinhalten. Der SGB fordert zudem, dass Praktika vor der Lehre – insbesondere im Pflege- und Betreuungsbereich – verboten werden. Zusätzlich soll die Dauer von anderen Praktika auf sechs Monate befristet werden, und eine angemessene Betreuung während dieser Ausbildungszeit muss garantiert werden.</p><p>In den Vorstössen werden die Kantone aufgefordert, die Praktikabedingungen zu kontrollieren, zu dokumentieren und einzuschreiten, wenn es Verstösse und Ausbeutung gibt. Insbesondere soll überprüft werden, ob durch Praktika ohne Ausbildungscharakter ortsübliche Löhne und Anstellungsbedingungen unterlaufen werden. Die Kontrolle kann über die üblichen sozialpartnerschaftlichen Instrumente (tripartite Kommissionen) oder eine andere geeignete Stelle erfolgen.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/_processed_/6/8/csm_jungeFrauInWerkstatt_aerogondo-iStock_39047413ba.jpg" length="160504" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-7025</guid><pubDate>Mon, 15 Jun 2020 19:07:15 +0200</pubDate><title>Pierre-Yves Maillard neuer Präsident des Bildungsinstituts Movendo</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/pierre-yves-maillard-neuer-praesident-des-bildungsinstituts-movendo</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes und Waadtländer Nationalrat wurde an der Delegiertenversammlung von Ende Mai zum Präsidenten des gewerkschaftlichen Bildungsinstituts Movendo gewählt. Er übernimmt die Nachfolge von Corinne Schärer.</p><p>Für Maillard bildet die Aus- und Weiterbildung die zentrale Grundlage, um die Interessen von Arbeitskolleginnen und -kollegen in Betrieben und Branchen zu vertreten. Von neuen Schulungen zur komplexen Kontrolle der Lohngleichheit oder der Weiterbildung von Mitgliedern einer Personalkommission, bis zur Unterstützung der Mitsprache in den beruflichen Vorsorgeeinrichtungen oder einer Weiterbildung zur persönlichen Kommunikationskompetenz in Beruf und Alltag: «Nur mit dem nötigen Wissen, können wir auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern verhandeln.» Das Weiterbildungsinstitut sei ein zentraler Pfeiler einer basisorientierten Gewerkschaftsbewegung und biete einen grossen Nutzen für die Mitglieder. Darüber hinaus habe die Weiterbildung eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung. Movendo leiste damit einen Beitrag zur «Demokratisierung des Wissens», so Maillard bei der Amtsübergabe.</p><p>Das Bildungsinstitut wird von verschiedenen SGB-Verbänden getragen und bietet jährlich rund 250 Kurse zu Themen der Arbeitswelt an. Die Angebote stehen allen Interessierten offen. Die Gewerkschaften übernehmen bei ihren Mitgliedern die Kosten für mindestens einen Kurs pro Jahr.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/_processed_/f/7/csm_IMG_4011_a4dd4ca788.jpg" length="95999" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-6495</guid><pubDate>Thu, 07 May 2020 13:11:42 +0200</pubDate><title>Die Lehrlinge dürfen nicht für die Corona-Krise bezahlen müssen!</title><link>https://www.sgb.ch/corona-virus/details/die-lehrlinge-duerfen-nicht-fuer-die-corona-krise-bezahlen-muessen</link><description>Massnahmenpaket, um den Lehrabschluss und den Lehrbeginn 2020 zu garantieren</description><content:encoded><![CDATA[<h3 class="heading--h4">Priorität 1: Erhalt eines anerkannten Titels im Sommer 2020</h3><p>Rund 75’000 Lehrlinge im letzten Lehrjahr sollten diesen Sommer ihre Lehrabschlussprüfung ablegen. Und nun hat der Coronavirus alles auf den Kopf gestellt, sowohl für diese jungen Menschen als auch für den Rest der Gesellschaft.</p><p>Seit dem Tag, nachdem der Bundesrat bekannt gegeben hatte, dass sich die Schweiz in einer ausserordentlichen Lage im Sinne des Epidemiegesetzes befindet, arbeitete der SGB gemeinsam mit den anderen Sozialpartnern sowie den Behörden des Bundes und der Kantone intensiv an Lösungen, um diesen Jugendlichen in diesem Sommer den Erwerb ihrer Qualifikationen zu ermöglichen. Der Nationale Berufsbildungsgipfel vom 9. April unter dem Vorsitz von Bundesrat Guy Parmelin billigte den von den Sozialpartnern hart ausgehandelten Kompromiss, der es für jeden Beruf erlaubt, die für die Organisation der praktischen Prüfungen am besten geeignete Variante zu wählen, wobei die Vorschriften des BAG zum Schutz der Lehrlinge, der betrieblichen AusbildnerInnen sowie der ExpertInnen eingehalten werden müssen.</p><p>Die Kantone konnten zudem Ausnahmen aufgrund der durch Covid-19 verursachten besonderen Situation beantragen. So wurden die Schulprüfungen gestrichen. Stattdessen wird der Durchschnitt der im Schuljahr erzielten Noten als Abschlussnote verwendet. Parallel zu diesen Arbeiten stellte sich eine Vielzahl von Fragen, so z. B. die Beschäftigung von Lehrlingen in der Ausnahmesituation, Kurzarbeit von Lehrlingen, Wiederholer, Gewichtungen, Notenberechnung usw. Schliesslich wurden die Berufsmaturitätsprüfungen in der ganzen Schweiz gestrichen und durch Schulnoten ersetzt.</p><h3 class="heading--h4">Priorität 2: Einen Ausbildungsplatz für den Lehrbeginn 2020 erhalten</h3><p>Sobald die Lösung für die Lehrabschlussprüfungen unter Dach und Fach war, machten sich der SGB und die Sozialpartner an die Arbeit, um die Situation der künftigen Lehrlinge zu klären. Zunächst muss sichergestellt werden, dass Jugendliche, die ihre obligatorische Schulzeit beenden, für den Beginn des neuen Lehrjahres einen Ausbildungsplatz finden, obwohl es seit Mitte März kaum noch Schnupperlehren oder Bewerbungsgespräche gab. Die Zahl der Lehrstellen dürfte in bestimmten von der Krise besonders betroffenen Branchen und Kantonen zurückgehen.</p><p>Der SGB hat konkrete Massnahmen vorgeschlagen, um dieses Problem anzugehen, insbesondere die Finanzierung des vollen Lohns für Unternehmen mit Kurzarbeit, wenn sie Lehrlinge einstellen. Ein weiterer Vorschlag besteht darin, die Rückzahlungspflicht der Bundesdarlehen für Lehrbetriebe 1’000 Franken pro übernommenem Lehrling zu kürzen, bzw. sogar um 2.000 für Lehrbetriebe, die im September Jugendliche aufnehmen, die im Sommer keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Die Westschweizer Kantone haben ihrerseits vorgeschlagen, eine «Lehrlingsprämie» in Form der Finanzierung des Lehrlingslohns über einen bestimmten Zeitraum zu schaffen. Wichtig ist schliesslich auch die Betreuung junger Menschen in dieser besonderen Zeit. All diese Vorschläge werden in einer Task Force zu den Perspektiven der Lehrlingsausbildung 2020 diskutiert, die diese Woche vom Wirtschaftsminister eingesetzt wurde.</p>]]></content:encoded><category>Corona</category><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/banner/Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl.jpg" length="501608" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-6450</guid><pubDate>Tue, 14 Apr 2020 09:32:33 +0200</pubDate><title>Dank Sozialpartnern: Eine ausgewogene Lösung für Lernende</title><link>https://www.sgb.ch/corona-virus/details/dank-sozialpartnern-eine-ausgewogene-loesung-fuer-lernende</link><description>Lehrabschlüsse trotz Corona-Krise möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Den Lehrlingen trotz Corona-Krise die Möglichkeit geben, ihre Abschlüsse unter den bestmöglichen Bedingungen zu erwerben: Dieses Ziel wird dank der zwischen den Sozialpartnern gefundenen Lösung erreicht. Es sieht praktische Prüfungen unter Einhaltung von Gesundheitsstandards vor und garantiert die Qualität der in diesem Jahr verliehenen Qualifikationen. Es geht jetzt darum, die ordnungsgemässe Einstellung von Lehrlingen für das nächste Jahr sicherzustellen, insbesondere durch eine verstärkte Unterstützung der Ausbildungsbetriebe.</p><p>Die Sozialpartner haben sich am 9. April auf Regelungen geeinigt, die es den 75.000 Auszubildenden im letzten Lehrjahr ermöglichen, ihren Abschluss bis zum Sommer zu erwerben. Die Massnahmen des BAG zum Schutz der Lehrlinge, aber auch der Experten und der betrieblichen Ausbildner werden respektiert. Während die Schulprüfungen für Allgemeinwissen und Fachkenntnisse nicht stattfinden, können die praktischen Prüfungen durchgeführt werden. Jede Branche wird für die praktische Arbeit aus drei Varianten wählen können. Auf diese Weise kann den besonderen Gegebenheiten der verschiedenen Branchen und Kantone Rechnung getragen werden. Lehrlinge erhalten so die für den Arbeitsmarkt nötigen anerkannten Diplome.</p><p>Der SGB spielte eine aktive Rolle beim Aufbau dieses Kompromisses und begrüsst dessen Annahme durch den Nationalen Berufsbildungsgipfel unter der Leitung des von Bundesrat Guy Parmelin. Der SGB erwartet von den kantonalen Behörden und Berufsverbänden, dass die praktischen Prüfungen im Einklang mit den Gesundheitsvorschriften durchgeführt werden und dass die Überwachung der Prüfungen in diesem Jahr intensiviert wird, um faire und gerechte Prüfungs- und Beurteilungsbedingungen für die Lehrlinge zu gewährleisten. In stark belasteten Sektoren wie dem Gesundheitswesen oder dem Einzelhandel fordert der SGB, dass den praktischen Prüfungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.</p><p>Damit ist zwar ein wichtiger erster Schritt im Hinblick auf die Lehrabschlussprüfungen getan, aber es gibt noch eine Reihe wichtiger Fragen, die zu behandeln sind. Beginnend mit der Rekrutierung von Lehrlingen für das kommende Jahr. Gegenwärtig ist es den BewerberInnen nicht möglich, Schnupperlehren zu absolvieren und die Einstellungsverfahren werden stark eingeschränkt. Es ist wichtig, die Unternehmen zu ermutigen, weiterhin Lehrlinge einzustellen, um zu verhindern, dass zu viele junge Menschen zu Beginn des neuen Schuljahres im Regen stehen bleiben. Der SGB fordert Bund und Kantone auf, diesen Aspekt in alle Überlegungen und Massnahmen, welche die Wirtschaft betreffen, zu integrieren, z.B. kürzere Arbeitszeiten oder günstigere Bürgschaften für Unternehmen, die Lehrlinge einstellen.</p><p>Aufmerksamkeit sollte auch Lehrlingen aus anderen Jahrgängen geschenkt werden, die in dieser Zeit ihre schulische und praktische Ausbildung nicht vollständig abschliessen konnten und Lücken aufzuholen haben. Diese Lücken werden umso grösser sein für Auszubildende mit Lernschwierigkeiten sowie für Auszubildende mit Migrationshintergrund, die Sprachschwierigkeiten und solche bei der Verwendung von digitalen Hilfsmitteln haben. Es ist unerlässlich, geeignete Massnahmen zu entwickeln, um diesen jungen Menschen zu ermöglichen, ihre Ausbildung unter den bestmöglichen Bedingungen fortzusetzen.</p>]]></content:encoded><category>Corona</category><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/banner/Ausbildung_Lehrlinge-im-Gespraech-mit-Meister_iStock-SolStock_kl.jpg" length="501608" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-6999</guid><pubDate>Mon, 02 Dec 2019 14:16:00 +0100</pubDate><title>«Ich kenne meine Rechte» – Lehrlingsrechte von A bis Z</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ich-kenne-meine-rechte-lehrlingsrechte-von-a-bis-z</link><description>In einer handlichen Broschüre und mit neuem Onlinenagebot können sich Lernende leicht über ihre Rechte informieren</description><content:encoded><![CDATA[<p><a href="/themen/detail/die-eigenen-rechte-kennen-und-durchsetzen"><i>Update: Die aktuellste Ausgabe findet sich hier.</i></a></p><p>In der Ausbildung oder im ersten Job ist vieles neu. Bei den ersten Schritten trifft man auf viele Regeln, Fragen oder Unsicherheiten, mit denen man bislang nichts zu tun hatte. Darum hat die Gewerkschaftsjugend des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes ein neues Online-​Angebot geschaffen. Das Nachschlagewerk «Ich kenne meine Rechte» hilft jungen Menschen, in Ausbildung und Beruf ihre Rechte zu kennen und durchzusetzen. Der Ratgeber, der unter <a href="https://www.rechte-​der-lernenden.ch" target="_blank" class="link link--external-blank" rel="noreferrer">www.rechte-​der-lernenden.ch</a> zu erreichen ist, richtet sich an Lernende, junge Arbeitnehmende, aber auch an Jugendliche, die keine Arbeit haben oder sich in einem Zwischenjahr befinden.</p><h3>Welche Rechte habe ich als Lernender?</h3><p>Über 400'000 junge Menschen in der Schweiz befinden sich derzeit in der Berufsausbildung, rund die Hälfte davon im dualen Modell, also im Betrieb und in der Schule. Und dort trifft man auf viele neue Herausforderungen und Fragen. Zum Beispiel: «Wie viel Tage Bildungsurlaub stehen mir zu?» «Was sind erlaubte und verbotene Tätigkeiten?» «Wie ist die Internetnutzung im Betrieb geregelt?» Das neue Online-​Ratgeber der Gewerkschaftsjugend hilft dabei, die richtigen Antworten zu finden. In einem übersichtlichen Nachschlagewerk von A wie Absenzen bis Z wie Zwischenlösungen finden sich in rund 400 Schlagworten wichtige und wertvolle Hinweise. Eine bequeme Suchfunktion erleichtert jungen Menschen zudem das Finden.</p><p>Die Webseite <a href="https://www.rechte-​der-lernenden.ch" target="_blank" class="link link--external-blank" rel="noreferrer">www.rechte-​der-lernenden.ch</a> ist natürlich auch per Smartphone einfach zu nutzen. Wer dennoch lieber ein Lexikon auf Papier benutzt, kann den Ratgeber auch als handliche Broschüre auf Deutsch, Französisch und Italienisch beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund <a href="/service/broschueren-buecher/bestellformular" class="link link--internal">bestellen</a>.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/docs/brochures/lehrlingsbroschuere_titel_dreisprachig_beschnitten.png" length="193563" type="image/png"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-5826</guid><pubDate>Tue, 15 Jan 2019 10:00:00 +0100</pubDate><title>Probleme bei der Kaufkraft und der Rentenhöhe rasch angehen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/gewerkschaftspolitik/detail/probleme-bei-der-kaufkraft-und-der-rentenhoehe-rasch-angehen</link><description>SGB-Jahresmedienkonferenz 2019</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweiz hat ein Kaufkraftproblem und ein Rentenproblem. Trotz Aufschwung stagnieren die Reallöhne. Gleichzeitig fressen Krankenkassenprämien und steigende Beiträge an die Pensionskassen immer mehr vom Lohn weg, so dass der effektiv verfügbare Lohn gar sinkt. Und wer in Pension geht, erhält immer weniger Rente von seiner Pensionskasse. Dies zeigen diverse Analysen, die der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB an seiner Jahresmedienkonferenz präsentierte.</p><p>Obwohl die Schweizer Wirtschaft in den letzten zwei Jahren kräftig gewachsen ist, stagnierten die Reallöhne. Sogar Deutschland, das lange eine schädliche «Lohnzurückhaltung» pflegte, hat heute ein stärkeres Lohnwachstum. Besonders betroffen sind langjährige Arbeitnehmende mit 20 oder mehr Jahren Betriebszugehörigkeit: Ihre Löhne sind seit 2010 kaum noch gestiegen. Derweil steigen die Ausgaben für die Krankenkassen immer weiter und nagen an der Kaufkraft.</p><p>Hinzu kommt, dass die Beiträge an die zweite Säule ebenfalls steigen. Seit der Finanzkrise bewegt sich der durchschnittliche reglementarische Beitragssatz von 18 auf 19,5 Prozent zu. Dafür bekommen die künftigen RentnerInnen aber nicht mehr Rente. Das Gegenteil ist der Fall. Seit 2005 sind die durchschnittlichen Pensionskassenrenten um 9 Prozent gesunken. Und die Situation spitzt sich immer mehr zu. Die neuste Auswertung des SGB bei 42 Pensionskassen mit 750'000 Versicherten zeigt: nachdem der mittlere Umwandlungssatz 2013 noch 6,4% betrug sinkt er im laufenden Jahr von 5,8 auf 5,6%. Künftige Rentnerinnen und Rentner werden damit nicht nur viel mehr einbezahlt haben als die Rentnerjahrgänge zuvor. Sie werden auch deutlich tiefere Renten erhalten.</p><p><strong>Der SGB fordert folgende Massnahmen, um das Kaufkraftproblem der Schweiz anzugehen:</strong></p><ul><li>Die Löhne müssen substanziell steigen. Insbesondere bei langjährigen MitarbeiterInnen und bei den Frauen. Zur Verbesserung der Lohnsituation der Frauen müssen die im neuen Gleichstellungsgesetz verankerten Lohnüberprüfungen rasch und konsequent durchgeführt werden.</li><li>In der Altersvorsorge braucht es eine Stärkung der AHV mit ihrem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis. Der SGB erarbeitet zurzeit einen Initiativtext für eine 13. AHV-Rente.</li><li>In der 2. Säule dürfen keine Gewinne auf Kosten der Versicherten gemacht werden. Dazu braucht es Gewinneinschränkungen für Lebensversicherer, Transparenz in Bezug auf die Verwaltungskosten und einheitliche, verständliche Vorsorgeausweise. Zur Verbesserung des Preis-Leistungsverhältnisses sollte die Umlagekomponente im BVG gestärkt werden. Die Schweizerische Nationalbank darf dem AHV-Ausgleichsfonds (compenswiss) keine Negativzinsen belasten. Weiter sollen die Einnahmen der SNB aus den Negativzinsen an die 2. Säule ausgeschüttet werden (Verteilung über den Sicherheitsfonds).</li><li>Zur finanziellen Entlastung der Haushalte mit unteren und mittleren Einkommen sind mehr Krankenkassen-Prämienverbilligungen nötig. Der SGB unterstützt die entsprechende Volksinitiative, die fordert, dass niemand mehr als 10 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens für die Krankenkassenprämien ausgeben muss.</li><li>Die Geldpolitik muss aktiv dafür sorgen, dass der Franken fair bewertet ist. Eine isolierte Zinserhöhung der SNB – wie von Bankenkreisen gefordert – wäre hingegen fatal.</li></ul><p><strong>&nbsp;<br> Grund- und Weiterbildung für alle.</strong><br> Weiter hat der SGB die Situation in der Berufsbildung analysiert. Nach wie vor ist der Anteil jener mit einer Grundausbildung auf Sekundarstufe II ungenügend. Hier müssen Benachteiligungen und finanzielle Hürden abgebaut und spezifische Unterstützungsmassnahmen für die Betroffenen ausgebaut werden.</p><p>Deutlich machte der SGB auch, dass beim Rahmenabkommen die vom Bundesrat im Jahr 2013 beschlossenen roten Linien weiterhin gelten müssen. Die Flankierenden Massnahmen dürften nicht aufgeweicht werden. Im Gegenteil: Es braucht mehr Schutz und mehr Gesamtarbeitsverträge mit guten Mindestlöhnen.<br><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Schweiz</category><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>AHV</category><category>Verteilung</category><category>Löhne und Vertragspolitik</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/redaktion/photos/illustrativ/steuern-zahlen/Rechnungen-viele_iStock-rawpixel_klein.jpg" length="556986" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-5710</guid><pubDate>Fri, 05 Oct 2018 10:00:00 +0200</pubDate><title>«Ich kenne meine Rechte» - Neuer Online-Ratgeber für Lernende und junge Arbeitnehmende</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ich-kenne-meine-rechte-neuer-online-ratgeber-fuer-lernende-und-junge-arbeitnehmende</link><description>Gewerkschaftsjugend stellt Online-Angebot vor</description><content:encoded><![CDATA[<p>In der Ausbildung oder im ersten Job ist vieles neu. Bei den ersten Schritten trifft man auf viele Regeln, Fragen oder Unsicherheiten, mit denen man bislang nichts zu tun hatte. Darum hat die Gewerkschaftsjugend des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes ein neues Online-Angebot geschaffen. Das Nachschlagewerk «Ich kenne meine Rechte» hilft jungen Menschen, in Ausbildung und Beruf ihre Rechte zu kennen und durchzusetzen. Die Webseite, die unter <a href="https://www.rechte-der-lernenden.ch" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">www.rechte-der-lernenden.ch</a> zu erreichen ist, richtet sich an Lernende, junge Arbeitnehmende, aber auch an Jugendliche, die keine Arbeit haben oder sich in einem Zwischenjahr befinden.<br><br> Über 400'000 junge Menschen in der Schweiz befinden sich derzeit in der Berufsausbildung, rund die Hälfte davon im dualen Modell, also im Betrieb und in der Schule. Und dort trifft man auf viele neue Herausforderungen und Fragen. Zum Beispiel: «Wie viel Tage Bildungsurlaub stehen mir zu?» «Was sind erlaubte und verbotene Tätigkeiten?» «Wie ist die Internetnutzung im Betrieb geregelt?» Das neue Online-Angebot der Gewerkschaftsjugend hilft dabei, die richtigen Antworten zu finden. In einem übersichtlichen Nachschlagewerk von A wie Absenzen bis Z wie Zwischenlösungen finden sich in rund 400 Schlagworten wichtige und wertvolle Hinweise. Eine bequeme Suchfunktion erleichtert jungen Menschen zudem das Finden.<br><br> Die Webseite <a href="https://www.rechte-der-lernenden.ch" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">www.rechte-der-lernenden.ch</a> ist natürlich auch per Smartphone einfach zu nutzen. Wer dennoch lieber ein Lexikon auf Papier benutzt, kann den Ratgeber auch als handliche Broschüre beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund <a href="/service/broschueren-buecher/bestellformular" class="link link--internal">bestellen</a>.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><enclosure url="https://sgb.ch/fileadmin/_processed_/8/9/csm_lehrlingsbroschuere_titel_dreisprachig_beschnitten_9a11c4f857.png" length="106829" type="image/png"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-5138</guid><pubDate>Tue, 24 Oct 2017 14:58:25 +0200</pubDate><title>9’500 Jugendliche haben noch keine Lehrstelle!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/9-500-jugendliche-haben-noch-keine-lehrstelle</link><description>Lehrstellenbarometer verharmlost</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Am 19. Oktober hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) den Lehrstellenbarometer per Ende August 2017 veröffentlicht. Der SGB interpretiert die Zahlen weniger optimistisch als das SBFI. </p><p>Der neueste Lehrstellenbarometer unterschätzt die Schwierigkeiten, welchen die Jugendlichen auf Lehrstellensuche aktuell ausgesetzt sind. Zwar übersteigt das Angebot an Lehrstellen in absoluten Zahlen die Nachfrage. Die Lage der Jugendlichen ist aber alles andere als rosig. Die Nachfrage nach Lehrstellen hat gegenüber dem Vorjahr um 13 % zugenommen, die angebotenen Lehrstellen jedoch nur um 3 %. Beinahe 9'500 Jugendliche hatten am 31.August 2017 noch keine Lehrstelle und auch keine andere Lösung gefunden.
</p><p> Mehrere Branchen bieten heute zu wenig Lehrstellen an. Das gilt vor allem für mehrheitlich weiblich geprägte Berufsfelder wie Gesundheit und Soziales. Deswegen sind junge Frauen zu viel mehr Bewerbungen gezwungen als ihre männlichen Kollegen. Das ist unbefriedigend - und diskriminierend. 
</p><p>Es gibt aber auch das Umgekehrte: In einigen Branchen werden viele Lehrstellen nicht besetzt. Das gilt insbesondere für Berufe im Bau und in den Dienstleistungen. Die Arbeitgeber geben den Jugendlichen die Schuld - sie würden den Erwartungen nicht entsprechen. Oder sie verweisen auf mangelnde Unterstützung bei der Werbung durch Schulen und Eltern. Verschwiegen wird dabei, dass es sich bei diesen Branchen häufig um jene handelt, in denen die Jugendlichen rasch als billige Arbeitskraft behandelt und folglich die Qualität der Ausbildung und die Sicherheitsvorschriften hintenan gesetzt werden. 
</p><p>Deshalb verlangt der SGB, dass Bund und Kantone die Lehraufsicht verstärken und vermehrt darüber wachen, dass die Schutzmassnahmen für Lehrlinge besser umgesetzt werden. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-5130</guid><pubDate>Thu, 12 Oct 2017 14:04:58 +0200</pubDate><title>Dossier 124: Immer mehr höhere Ausbildung </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/dossier-124-immer-mehr-hoehere-ausbildung</link><description>Analyse und gewerkschaftliche Forderungen</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Die Hälfte aller Erwerbstätigen zwischen 25 und 39 Jahren verfügt heute über einen tertiären Abschluss, also einen Abschluss auf Stufe Hochschule oder höhere Berufsbildung. Was bedeutet das? Dieser Frage geht das neueste SGB-Dossier nach. </p><p>Auch bei den 55- bis 65-jährigen ist der Anteil jener mit einem tertiären Abschluss hoch. Er beträgt 35 %. Dennoch weckt die Tertiarisierung der Ausbildung Ängste. Welche Zukunft für die Jugendlichen, die keine rein schulische Ausbildung anstreben wollen bzw. können? Hat die Lehre noch einen eigenen Wert oder ist sie zu einer Zwischenstufe vor der Tertiärausbildung geworden? Und: werden die neu akademisch Ausgebildeten alle eine Beschäftigung finden?
</p><p>Dieses Dossier untersucht die Entwicklung des Bildungsstands der Schweizer Erwerbsbevölkerung seit dem Jahr 1970, insbesondere den Anteil an Tertiärabschlüssen in den verschiedenen Berufen und Branchen. Anschliessend analysiert es diesen Wandel und erhebt entsprechende Vorschläge und Forderungen.
</p><h3>Je nach Berufsfeld andere Entwicklung</h3><p>Die Daten zeigen: Das Ausbildungsniveau der Erwerbstätigen entwickelt sich je nach Beruf und Bildungsstand der Individuen sehr unterschiedlich. Die Berufe in den Bereichen Informatik, Chemie, Elektronik, Finanz und Marketing wurden immer mehr durch Menschen besetzt, die eine Ausbildung auf tertiärem Niveau absolviert haben. In anderen Berufen, z.B. im Gewerbe, in Bau, Verkauf, Verkehr, Uhren- und Metallindustrie, ist hingegen die Lehre dominant geblieben. Schliesslich ist festzustellen, dass ein Grossteil der Zunahme tertiärer Ausbildung nicht durch den Arbeitsmarkt, sondern institutionell bedingt ist und nach einem politischen Willen beschlossen wurde (PrimarlehrerInnen, KrankenpflegerInnen, usw.). 
</p><p>Des Weitern zeigt die Analyse, dass es einerseits in fast allen Berufen immer mehr Erwerbstätige mit Abschlüssen auf höherem Niveau gibt. Andererseits steigt die Anzahl der Beschäftigten in den Berufen mit hohen Qualifikationsanforderungen. Die neueren Generationen bevorzugen also höhere Abschlüsse und (in Bezug auf die Ausbildung) anspruchsvollere Berufe; sie verändern damit schrittweise das Ausbildungsniveau der Erwerbsbevölkerung in der Schweiz. 
</p><h3>Forderungen der Gewerkschaften </h3><p>Die Erwerbstätigen müssen von der Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren können. Dazu sind gewisse Massnahmen nötig. Grundsätzlich muss in der Schweiz der Zugang zu Grundausbildung und Weiterbildung für alle – ohne Rücksicht auf die soziale Schicht und das Alter – gewährleistet sein. Der Erwerb von Kernqualifikationen und von digitalen Kompetenzen ist ein absolutes Muss.
</p><p>Ein bezahlter Bildungsurlaub von mindestens 5 Tagen würde die Schwelle für Weiterbildungen senken. Für diejenigen, die gewisse Kompetenz- und Qualifikationsanforderungen nicht erreichen können, müssen Alternativen zu den üblichen Ausbildungswegen geschaffen werden. Die Lehre ist insbesondere weiter zu fördern, als hochwertige Ausbildung an sich und als Zwischenstufe für eine Tertiärausbildung. Die am Arbeitsplatz oder in Ausbildung erworbenen Kompetenzen sind aufzuwerten und zu entwickeln, sodass alle Arbeitenden ihre Beschäftigungsfähigkeit und Chancen auf dem sich verändernden Arbeitsmarkt aufrechterhalten können. Bildungs- und Berufsberatung sowie Kompetenzbilanz sind zu erweitern.
</p><p>Obwohl sie immer besser ausgebildet sind, sind die Frauen auf dem Arbeitsmarkt immer noch benachteiligt. Massnahmen zur Vereinbarkeit von Ausbildung, Arbeit und Familie müssen ausgebaut werden. Menschen mit Migrationshintergrund brauchen ebenfalls spezifische Unterstützung, um Ungleichheiten endlich abzubauen. Schliesslich muss die Aus- und Weiterbildung finanziell unterstützt werden, zum Beispiel durch die GAV, und den Arbeitenden sollte genug Zeit für Weiterbildung und berufliche Entwicklung eingeräumt werden. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-5114</guid><pubDate>Mon, 02 Oct 2017 08:49:57 +0200</pubDate><title>Die Digitalisierung muss den Berufstätigen nützen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/arbeit/detail/die-digitalisierung-muss-den-berufstaetigen-nuetzen</link><description>SGB-Studie zu den Folgen der Digitalisierung der Arbeitswelt</description><content:encoded><![CDATA[<p> Die "Digitalisierung" hat viele Facetten. Viele Leute denken an den verstärkten Einsatz von Computern und Robotern in den Firmen. Und an die Vergabe von Jobs und Aufträgen über Internetplattformen ("Uberisierung", "Crowdworking").
</p><p>Tatsächlich sind aber die Verlagerung von Büro-Arbeitsplätzen ins Ausland, das Wachstum des Internethandels oder die Verschiebung von Print- zu Onlinewerbung ebenso bedeutend. Arbeit und Freizeit drohen sich zu vermischen.
</p><p>Die Digitalisierung bringt viele Vorteile, beinhaltet aber auch Gefahren für Löhne, Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen. In der Vergangenheit hat die Schweiz die Phasen des technologischen Wandels relativ gut gemeistert. Unter den Betroffenen gab es zwar immer wieder traurige Schicksale. Doch die Gewerkschaften und die Wirtschaftspolitik haben dafür gesorgt, dass die Berufstätigen insgesamt davon profitieren.
</p><p>Die Digitalisierung muss den Berufstätigen nützen. Die Gewerkschaften fordern u.a.:</p><ul><li>Eine Kontrolloffensive gegen digitale Schwarzarbeit und arbeitsrechtliche Missbräuche.</li><li>Regelungen fürs Homeoffice, wo Gesetzeslücken im Arbeitnehmerschutz bestehen, z. B. in den Bereichen Gesundheit und Materialkosten sowie bei Haftungsfragen.</li><li>Gesamtarbeitsverträge (GAV) mit Mindestlöhnen sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in gefährdeten Branchen: Detailhandel, JournalistInnen, Taxi, Versicherung, Banken (Verbesserung des bestehenden GAV).</li><li>Eine Offensive bei der Aus- und Weiterbildung. Die Kantone und die Arbeitgeber sollen endlich ausreichend Angebote für Erwachsene schaffen (Validation, Nachholbildung usw.) und mitfinanzieren.</li><li>Ausreichend hohe Gewinnsteuern der Firmen, um allfällige Zusatzgewinne abzuschöpfen - zur Finanzierung der Aus- und Weiterbildung.</li><li>Einen besseren Kündigungsschutz für langjährige ältere Arbeitnehmende.</li></ul><h5>Auskünfte:</h5><ul><li>Daniel Lampart, Chefökonom und Leiter Sekretariat SGB, 079 205 69 11</li><li>Luca Cirigliano, SGB-Zentralsekretär für Arbeitsrecht, 076 335 61 97</li><li>Thomas Zimmermann, Leiter Kommunikation SGB, 079 249 59 74 </li></ul>]]></content:encoded><category>Arbeit</category><category>Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz</category><category>Arbeitsrechte</category><category>Gewerkschaftspolitik</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-5106</guid><pubDate>Wed, 27 Sep 2017 11:40:56 +0200</pubDate><title>Höhere Beiträge für AbsolventInnen höherer Berufsbildung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/hoehere-beitraege-fuer-absolventinnen-hoeherer-berufsbildung</link><description>Gewerkschaftliches Beharren zahlt sich aus!</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Wer sich auf eine eidgenössische Berufsprüfung vorbereitet, wird vom Bund ab nächstem Jahr finanziell markant besser unterstützt. Das hat der Bundesrat am 15. September 2017 beschlossen. Auch auf gewerkschaftlichen Druck hin. </p><p>Wer eine höhere Berufsbildung anpackt, kann ab dem 1.1.2018 neu verlangen, dass ihm 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren zurückerstattet werden. Für eidgenössische Berufsprüfungen sind dies maximal 9'500, für höhere Fachprüfungen maximal 10'500 Franken. Diese neuen Subventionen, stets nach der Ausbildung ausbezahlt, korrigieren eine alte Ungleichheit zwischen höherer Berufs- und höherer Allgemeinausbildung. Denn AbsolventInnen der höheren Berufsbildung blättern dafür gut und gern mal 20'000 oder mehr Franken hin. Ein Bachelor-Abschluss auf Hochschulebene kostet demgegenüber im Durchschnitt rund 6'000 Franken. Die Gewerkschaften hatten seit langem gefordert, die AbsolventInnen der höheren Berufsbildung vermehrt zu unterstützen. Es ist also ein Erfolg zu vermelden. 
</p><h3>Wer knapp dran ist, bekommt Unterstützung vorher </h3><p>Gleichzeitig haben die Linke und die Gewerkschaften einen weiteren Fortschritt durchsetzen können. Immer wieder konnten Ausbildungswillige mit magerem Portemonnaie die Kursgebühren nicht aufbringen, weil sie zu lange auf die Auszahlung der Bundesbeiträge warten mussten. Sie können nun einen Antrag auf Auszahlung von Teilbeiträgen schon vor der eidgenössischen Prüfung stellen. Der Bundesrat wollte ursprünglich diesen Vorbezug nur für die Allerärmsten ermöglichen. So etwa bei einer alleinstehenden Person erst ab einem monatlichen Bruttoeinkommen ab 2'107.- Wer kann mit einem solchen Lohn in der Schweiz würdig leben? Niemand! 
</p><h3>Schwelle angehoben </h3><p>Deshalb verlangte der SGB eine Anhebung dieser Schwelle - und ein Modell, das sich auf die Ergänzungsleistungen stützt. Bei unseren Berechnungen kamen wir auf einen Betrag von 3300.- brutto pro Monat. Der Bundesrat korrigierte sich mittlerweile auf 3200.-, eine Annäherung also, die wir als Fortschritt Nr. 2 festhalten können. Und vor allem eine effiziente Hilfe an minderbemittelte Ausbildungswillige, die dank Weiterbildung ihre Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern können. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4929</guid><pubDate>Wed, 07 Jun 2017 15:08:25 +0200</pubDate><title>Berufswahl: 16‘000 Junge noch ohne Lösung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/berufswahl-16-000-junge-noch-ohne-loesung</link><description>Lehrstellenbarometer zu optimistisch</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Es gilt nach wie vor: Die Jugendlichen sind bei der Lehrstellensuche nicht auf Rosen gebettet. Allzu viele wussten im April noch nicht, wie es im Herbst weitergeht. </p><p>Der am 7. Juni 2017 publizierte Lehrstellenbarometer unterschätzt die Schwierigkeiten, denen sich die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche ausgesetzt sehen. Rein zahlenmässig übertrifft zwar das Angebot an Lehrstellen die Nachfrage. Dennoch ist die Lage der Jugendlichen nicht rosig. Die Nachfrage hat im Vergleich zu 2016 um 7,6 % zugenommen, das Angebot jedoch ist gleich geblieben. An die 16'000 Jugendliche hatten im April noch keine Lösung für den Herbst gefunden. 
</p><h3>Mehr Lehrstellen in Gesundheit und Soziales sind nötig</h3><p>Mehrere Branchen bieten heute zu wenig Lehrstellen an. Das gilt insbesondere für mehrheitlich weiblich besetzte Bereiche wie Gesundheit und Soziales. Deshalb müssen sich die jungen Frauen viel häufiger für eine Lehrstelle bewerben als die jungen Männer. Das ist unbefriedigend - und diskriminierend. 
</p><p>Auf der anderen Seite werden in einigen Branchen die angebotenen Lehrstellen nicht besetzt. Besonders betroffen sind etwa der Bau, die Dienstleistungen und der Verkauf. Die Arbeitgeber schieben die Schuld den Jugendlichen in die Schuhe: Sie seien den Herausforderungen nicht gewachsen. Oder sie beklagen mangelnde Werbung in den Schulen und fehlende Unterstützung bei den Eltern. 
</p><h3>Bessere Lehrstellenaufsicht</h3><p>In Wirklichkeit sind die betroffenen Branchen häufig diejenigen, welche die Jugendlichen sehr rasch als Hilfsarbeiter behandeln und in denen die Qualität der Ausbildung und die Sicherheitsmassnahmen nur zweitrangige Anliegen darstellen. Aus diesem Grund fordert der SGB Bund und Kantone auf, die Lehrstellenaufsicht zu verstärken und die Umsetzung der Sicherheitsmassnahmen zugunsten der Lehrlinge zu verbessern. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4578</guid><pubDate>Wed, 23 Nov 2016 14:27:14 +0100</pubDate><title>BFI-Botschaft: Subventionen auch während der Weiterbildung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bfi-botschaft-subventionen-auch-waehrend-der-weiterbildung</link><description>Vorschau Wintersession – BFI-Botschaft 2017-2020</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Die Botschaft Bildung, Forschung und Innovation (BFI) 2017-2020 enthält ein Programm mit einem Budget von 26 Milliarden Franken. Einer der vier Förderschwerpunkte ist die Finanzierung der Vorbereitungskurse für die eidgenössischen Berufs- und Fachprüfungen. Da bleibt eine letzte kleine Differenz zu bereinigen.</p><p>In der vergangenen Herbstsession hat das Parlament den Finanzrahmen der Botschaft bestimmt und dabei den Vorschlag des Bundesrates um 395 Millionen Franken erhöht. Ein schöner Etappensieg. 
</p><p>In der Wintersession ist eine letzte Differenz zu bereinigen: Sie betrifft den Zeitpunkt, an dem die neue Subvention für die Vorbereitungskurse auf die Abschlüsse der höheren Berufsbildung ausgerichtet werden soll. Der Bundesrat wollte die Subvention erst nach Studienabschluss ausrichten. Das könnte Personen mit bescheidenen finanziellen Mitteln jedoch abhalten, eine solche Ausbildung überhaupt zu beginnen. Immerhin kosten die Kurse im Schnitt mehr als 10'000.-, was auch für Familien mit mittleren Einkommen recht abschreckend wirken kann. 
</p><p>Sowohl der Ständerat wie der Nationalrat haben entschieden, dass die sich Weiterbildenden auch während der Kurse Anrecht auf finanzielle Unterstützung haben sollen. Dabei müssen sie in der Wintersession noch eine kleine Differenz bereinigen. Es gilt also: Das Prinzip der Unterstützung während der Studien ist gesichert. Eine gute Botschaft für die Betroffenen. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4530</guid><pubDate>Mon, 24 Oct 2016 09:30:40 +0200</pubDate><title>9000 Junge immer noch ohne Lösung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/9000-junge-immer-noch-ohne-loesung</link><description>Lehrstellenbarometer - und keine Entwarnung</description><content:encoded><![CDATA[<p> Der am 20. Oktober publizierte Lehrstellenbarometer unterschätzt die Schwierigkeiten, denen sich die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche nach wie vor ausgesetzt sehen. Rein zahlenmässig übertrifft zwar das Angebot an Lehrstellen die Nachfrage. Dennoch ist die Lage der Jugendlichen nicht rosig. 9'000 Jugendliche hatten bis zum Stichtag, dem 31. August 2016, noch keine Lösung gefunden. Das sind 20 % mehr als ein Jahr zuvor. 
</p><p>Mehrere Branchen bieten heute zu wenig Lehrstellen an. Das gilt insbesondere für mehrheitlich weiblich besetzte Bereiche wie Gesundheit und Soziales. Deshalb müssen sich die jungen Frauen viel häufiger für eine Lehrstelle bewerben als die jungen Männer (im Schnitt 15 weibliche Bewerbungen gegenüber 9 männlichen). Das ist unbefriedigend - und diskriminierend. 
</p><p>Auf der anderen Seite bleibt in einigen Branchen eine bedeutende Anzahl der Lehrstellen nicht besetzt. Besonders betroffen sind etwa der Bau, das Gewerbe und die Industrie. Die Arbeitgeber schieben die Schuld den Jugendlichen in die Schuhe: Sie seien den Herausforderungen nicht gewachsen. Oder sie beklagen mangelnde Werbung in den Schulen und fehlende Unterstützung bei den Eltern. In Wirklichkeit sind die betroffenen Branchen häufig diejenigen, welche die Jugendlichen sehr rasch als Hilfsarbeiter behandeln und in denen die Qualität der Ausbildung und die Sicherheitsmassnahmen nur zweitrangige Anliegen darstellen. 
</p><p>Aus diesem Grund fordert der SGB Bund und Kantone auf, die Lehrstellenaufsicht zu verstärken und die Umsetzung der Sicherheitsmassnahmen zugunsten der Lehrlinge zu verbessern. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4478</guid><pubDate>Mon, 12 Sep 2016 14:16:59 +0200</pubDate><title>Ungenügende Resultate der Fachkräfteinitiative</title><link>https://www.sgb.ch/themen/arbeit/detail/ungenuegende-resultate-der-fachkraefteinitiative</link><description>SGB-Kommentar zum Spitzentreffen Fachkräfte Schweiz</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Fünf Jahre nach ihrer Lancierung hat die Fachkräfteinitative nach wie vor wenig Handfestes vorzuweisen. Es wurde viel Papier produziert, ohne aber konkrete Resultate zu liefern.</p><p>Der Schweizerische Gewerkschaftsbund ist enttäuscht über die magere Zwischenbilanz. Denn gerade die Umsetzung des Verfassungsartikels 121a über die Zuwanderung setzt voraus, dass das inländische Arbeitskräftepotenzial besser ausgeschöpft wird. Spitzentreffen wie das heutige 1. Nationale Spitzentreffen Fachkräfte Schweiz sind nur sinnvoll, wenn effektive Massnahmen beschlossen und dann auch umgesetzt werden.
</p><p>Dabei sind die Probleme real: Ältere Arbeitnehmende, die ihren Job verloren haben, haben beispielsweise grosse Mühe, rasch wieder eine Stelle zu finden. Ältere, langjährige Angestellte brauchen deshalb einen besseren Kündigungsschutz in Form von längeren Kündigungsfristen. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) scheut sich in seinem Bericht über die Finanzierung von Weiterbildungsmassnahmen für ältere Arbeitnehmende jedoch, konkrete Handlungsempfehlungen abzugeben. Hier muss es nun vorwärts gehen, auch mit der Bereitstellung der dazu nötigen Finanzmittel.
</p><p>Ausserdem braucht es einen Bildungseffort für die rund 600'000 erwachsenen Arbeitnehmenden, die über keine nachobligatorische Bildung verfügen. Angesichts des ausgewiesenen Bedarfs für eine Bildungsoffensive, ist es leider ein schlechtes Signal, wenn das Parlament bei der Beratung über die Botschaft Bildung, Forschung und Innovation 2017-2020 sparen will.
</p><p>Konsens ist unter den verschiedenen Beteiligten, dass die Arbeitnehmenden Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen können müssen. Aber auch hier gibt es keine neuen Resultate. Es braucht zusätzliche Investitionen in familienergänzende Betreuungsstrukturen. In dieser Frage hat der SGB vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe der Sozialpartner, der Kantone und des Bundes einzusetzen, die konkrete Massnahmen ausarbeitet. Selbst dieser bescheidene Schritt wurde von Arbeitgeberseite abgelehnt.
</p><p>Stattdessen forderten die Arbeitgeber weitere Deregulierungsmassnahmen im Arbeitsmarkt (weitgehende Rückschritte bei der Arbeitszeiterfassung, Flexibiliserung der Arbeitsbedingungen), die jedoch im Kampf gegen den Fachkräftemangel kaum helfen. Keine Lösung ist auch die vom Bundesrat angestrebte Abschaffung der "Heiratsstrafe". In der konkreten Ausgestaltung handelt es sich schlicht um Steuersenkungen für Gutverdienende.
</p><h5>Auskünfte:</h5><ul><li>Laura Perret, SGB-Zentralsekretärin zuständig für Bildungsfragen, 079 810 12 13</li><li>Thomas Zimmermann, Leiter Kommunikation SGB, 079 249 59 74 </li></ul>]]></content:encoded><category>Arbeit</category><category>Gleichstellung von Mann und Frau</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4458</guid><pubDate>Thu, 08 Sep 2016 14:22:57 +0200</pubDate><title>Kein Abbau von Qualität</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/kein-abbau-von-qualitaet</link><description>Sessionsvorschau: Botschaft BFI</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Wer die Qualität von Bildung und Forschung erhöhen will, muss investieren. Eine Binsenwahrheit. Aber die bürgerliche Politik will das nicht einsehen. </p><p>Die Botschaft für die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI-Botschaft) 2017-2020 benennt die entsprechenden Ziele und Mittel für diese Periode. Sie sieht ein Budget von fast 26 Mia. Franken, verteilt auf 4 Jahre, sowie vier Förderschwerpunkte vor: die Finanzierung der Vorbereitungskurse zu den eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die Erhöhung der Abschlüsse in Humanmedizin und die Förderung der Innovation. 
</p><p>Der BFI-Bereich ist leider ein Opfer des Stabilisierungsprogramms 2017-2019. Der Bundesrat sieht darin für den Bereich BFI Spareinschnitte von 485 Mio. Franken vor. Das nunmehr vorgeschlagene BFI-Budget genügt bei weitem nicht und wird in einigen Bereichen, insbesondere in der Berufsbildung und bei den Hochschulen, zu Verschlechterungen führen. Aus diesem Grund hat die vorberatende Kommission des Nationalrates, die WBK-N, den Vorschlag korrigiert und Erhöhungen von 948 Millionen Franken vorgeschlagen. In der Sommersession dieses Jahres hat jedoch das Plenum des Nationalrates den Vorschlag des Bundesrates befürwortet und alle Erhöhungsvorschläge abgewiesen. 
</p><p>Die zuständige Kommission des Ständerates hat sich im August über das Geschäft gebeugt. Sie hat den Vorschlag des Bundesrates nur bescheiden verändert - mit ungenügenden Erhöhungen für die Berufsbildung, die Hochschulen und für Forschungsinstitutionen von nationaler Bedeutung. Zurückgewiesen wurden jedoch die Anträge für eine bessere Ausstattung der Weiterbildung und der Stipendien und Studiendarlehen. Auf dieser Grundlage wird nunmehr das Plenum der kleinen Kammer die Vorlage in dieser Herbstsession beraten. 
</p><p>Für den SGB ist klar: Im Bereich BFI darf es keine Sparübungen geben. Im Gegenteil. Für die Berufsbildung, die Hochschulen, die Weiterbildung sowie für Stipendien und Studiendarlehen braucht es signifikant mehr Mittel. Das ist unerlässlich, um die Qualität des Bildungssystems zu erhalten. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4407</guid><pubDate>Wed, 17 Aug 2016 11:11:24 +0200</pubDate><title>Ein Ideenwettbewerb zum Geburtstag</title><link>https://www.sgb.ch/themen/migration/detail/ein-ideenwettbewerb-zum-geburtstag</link><description>SAH – 80 Jahre Solidarität und Engagement </description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Kein rauschendes Fest zum Geburtstag, sondern ein Ideenwettbewerb. Für eine neue Politik der Integration. Von Jugendlichen für Jugendliche. So begeht das SAH seinen 80. Geburtstag. </p><p>1936 gründeten die SP Schweiz und der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH. Diese Gründung war eine konkrete Antwort der Arbeiterbewegung auf steigende Arbeitslosigkeit und zunehmende Not in der Arbeiterschaft. 80 Jahre später bestehen die gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen nach wie vor. Das SAH engagiert sich noch immer mit derselben Entschlossenheit. 
</p><p>Heute besteht das SAH aus 10 Regionalvereinen, welche sich mittels Unterstützung bei der Stellensuche, Motivationssemestern, Sprachkursen, Kinderferienlagern, sozialer Auftrags- und Stellenvermittlung und vielen weiteren Angeboten ganz konkret für die soziale und berufliche Integration von Jungen und weniger Jungen, Schweizer/innen und Migrant/innen, prekarisierten und diskriminierten Menschen einsetzen. 
</p><p>Das SAH will sein 80Jahr-Jubiläum würdig feiern. Es verzichtet auf ein teures Jubiläumsfest und organisiert stattdessen einen Ideenwettbewerb. Ziel ist es, herauszufinden, wie die Politik der sozialen und beruflichen Integration modernisiert werden kann. Der Wettbewerb richtet sich an Jugendliche in allen Kantonen. Die eingereichten Projektideen müssen die soziale und berufliche Integration von Jugendlichen fördern. Eine Jury aus namhaften Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft wird die sechs besten Ideen prämieren. Der Wettbewerb ist mit einem Gesamtpreis von 80'000 CHF dotiert. 8'000 CHF erhalten die Gewinner/innen in Form eines Preisgeldes, der Rest wird für die Realisierung einer der eingereichten Ideen eingesetzt. Die Teilnahmeunterlagen müssen bis am 15. Oktober eingereicht werden.</p>]]></content:encoded><category>Migration</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4330</guid><pubDate>Thu, 09 Jun 2016 18:22:48 +0200</pubDate><title>Bildung abgewürgt</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bildung-abgewuergt</link><description>Fataler Entscheid des Nationalrates</description><content:encoded><![CDATA[<p> Am 9.6. hat der Nationalrat die Botschaft zu Bildung, Forschung und Innovation (BFI) diskutiert. Die SVP verlangte eine zusätzliche Sparmilliarde, während die zuständige Kommission die Aufstockung um ebenfalls rund eine Milliarde Franken der zuvor bereits vom Bundesrat gekürzten Summe beantragte. Die grosse Kammer folgte nach lebhafter Debatte dem Willen des Bundesrates. 
</p><p>Dieser Entscheid ist katastrophal. Es werden die Mittel fehlen, um die in diesem Programm festgehaltenen Prioritäten auch umzusetzen. Ursprünglich sah die Botschaft ein jährliches Wachstum von 3,2 % vor. Der Bundesrat kürzte dieses dann auf 2 %. Das waren 800 Mio. Franken weniger. Das ist ein enormer Betrag, den die nationalrätliche Kommission korrigieren wollte, leider erfolglos. 
</p><p>Und die Folgen? Die Stärkung der höheren Berufsbildung wird nun auf dem Rücken der Lehrlinge ausgetragen. Denn die Kantone werden für die zusätzlich anfallenden Kosten aufkommen müssen. Und sie werden diese im gleichen Feld sparen wollen: also bei den Lehrlingen. Die Stärkung der Grundkompetenzen für Erwachsene (Lesen, Schreiben, Mathematik, IT) und die Weiterbildung werden an Ort treten. Die Stipendienangebote werden zurückgehen. Die Hochschulen werden sich nicht genügend entwickeln können und ihren guten Platz in der weltpolitischen Bildungslandschaft verlieren. 
</p><p>Ab dem 20. Juni wird sich die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Ständerates mit dem gleichen Dossier befassen. Sie und anschliessend das Plenum der kleinen Kammer müssen den absurden Entscheid des Nationalrates korrigieren. Denn wenn der BFI-Tanker wirklich nach Vorstellung des Nationalrates Fahrt aufnimmt, wird die Bildung auf Grund auflaufen. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4255</guid><pubDate>Mon, 25 Apr 2016 09:46:57 +0200</pubDate><title>Sozialpartnerschaft – in der Berufsbildung nach wie vor prägend</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/sozialpartnerschaft-in-der-berufsbildung-nach-wie-vor-praegend</link><description>Gemeinsame zukunftsweisende Bekenntnisse </description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Die Resultate des nationalen Spitzentreffens zur Berufsbildung, das am 18. April unter Leitung von Bundesrat Schneider-Ammann die Vertreter/innen des Bundes, der Kantone, der Politik und der Sozialpartner vereinigte, dürfen sich sehen lassen. In drei Bereichen wurde Wichtiges an- und weitergestossen. Was auch zeigt: in der Berufsbildung spielt die Sozialpartnerschaft. Wenigstens da noch...</p><p>Die Diskussionen waren dicht. Aber dann gelangten die Verbundpartner der Berufsbildung, also auch die Sozialpartner, zu konsensgeprägten Einigungen. Dies in drei wichtigen Themen: in der Entwicklung einer Vision der künftigen Berufsbildung, bei der mittelfristigen Finanzierung der Bildung und bei der Integration der Flüchtlinge. Der SGB war federführend beteiligt an diesen Diskussionen. Er wird sich auch künftig für ein effizientes Bildungssystem einsetzen, das die sozioprofessionelle Integration der Bevölkerung begünstigt.
</p><h3> Berufsbildung in Zukunft </h3><p>Wie soll, wie wird die Berufsbildung im Jahr 2030 aussehen? Es war der wichtigste Anstoss des Spitzentreffens, dass die Partner beschlossen, sich ab sofort dieser Frage reflexiv zu stellen. Denn jetzt, 12 Jahre nach Inkraftsetzung des Berufsbildungsgesetzes, ist die Zeit gekommen, den Blick auf die künftigen Herausforderungen zu richten. Dazu gehören: Demografie, Migration, Mobilität, beruflicher Wandel, Digitalisierung, Industrie 4.0, Wandel der Arbeits- und Lebensweisen usw. Diese Frage gelangte auf die politische Agenda, weil der SGB und andere Dachorganisationen der Verbundpartner an früheren Tagungen darauf gedrängt hatten. Eine verbundpartnerschaftlich zusammengesetzte und mit Wissenschaftler/innen erweiterte Arbeitsgruppe wird diese ersten Schritte in die konzeptuelle Zukunft nun tun - und ihre Fragestellung auch auf Schnittstellen zu obligatorischer Schule, Hochschulen und Weiterbildung richten. 
</p><h3>Der Berufsbildung genug Geld sichern </h3><p>Erfreulich zum zweiten, dass sich die Anwesenden einstimmig für ausreichende Mittel einsetzten, die der Berufsbildung im Rahmen der Botschaft zur Finanzierung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI-Botschaft) gewährt werden sollen. Der Bundesrat hat diese Botschaft im Februar 2016 verabschiedet, das Parlament wird sich noch dieses Jahr darüber beugen. Zur Erinnerung: die BFI-Botschaft bestimmt die Ziele und die finanziellen Mittel des Bundes für Bildung, Forschung und Innovation für die Jahre 2017 bis 2020. Das Budget liegt in der Grössenordnung von 26 Milliarden Franken. Dies ist trotz der auf den ersten Blick hohen Summe beunruhigend. Denn aufgrund des Stabilisierungsprogrammes 2017 bis 2020 des Bundes sind Einsparungen von 555 Mio. Franken vorgesehen. Zudem liegt das Wachstum der Ausgaben tiefer als in der vorangehenden Periode: Es beträgt nur mehr 2 %, 2013 bis 2016 lag dieser Wert bei 3,7 %. Zum dritten kommt kantonales Sparen dazu. Der SGB hat deshalb vorgeschlagen, dass für die Umsetzung der BFI-Botschaft 2017 bis 2020 die nötigen Mittel gesprochen werden müssen. Die verbesserte Finanzierung der höheren Berufsbildung darf dabei nicht zu einer Vernachlässigung der beruflichen Grundbildung führen. Dieser Vorschlag wurde von allen anwesenden Organisationen unterstützt - ein starkes Signal somit an die Adresse des Parlamentes. Dieses hat bereits reagiert. Die zuständige Kommission des Nationalrates hat an ihrer Sitzung Mitte April beschlossen, die Pauschalbeiträge, welche der Bund für die Vorbereitungskurse auf die Prüfungen der höheren Berufsbildung den Kantonen entrichtet, um 286 Mio. Franken zu erhöhen.
</p><h3> Flüchtlinge besser integrieren </h3><p>Besprochen wurden am Spitzentreffen zudem die Probleme der Flüchtlinge. Erfreuliches auch hier. Das Staatssekretariat für Migration will eine Flüchtlingslehre anstossen. Mit jährlich je 1000 solchen Lehrstellen für 2018 bis 2021 entspricht das Vorhaben jedoch nicht der Dringlichkeit der Lage. Der SGB schlug Massnahmen vor, um die Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen zu beschleunigen. Die Verbundpartner werden diese Probleme unter Beteiligung der Migrationsbehörden angehen. Dazu sollen nicht neue Angebote geschaffen, sondern die bestehenden, allenfalls angepasst, genutzt werden.
</p><h3> Massnahmen für Nachholende </h3><p>Bereits 2014 stand die berufliche Qualifizierung für Erwachsene im Zentrum des damaligen Treffens. Die entsprechenden Bemühungen sollen weitergehen. Geplant sind zwei Studien, welche die Bedürfnisse sowohl der Wirtschaft wie der betroffenen Personen analysieren sollen. Der SGB erachtet es als vordringlich, dass möglichst viele Erwachsene über einen Berufsbildungsabschluss verfügen. Er hat deshalb beim Treffen erneut entsprechende Massnahmen für alle gefordert, die einen solchen Abschluss nachholen wollen. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4205</guid><pubDate>Wed, 30 Mar 2016 18:02:24 +0200</pubDate><title>«Ich kenne meine Rechte»</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ich-kenne-meine-rechte</link><description>SGB-Bestseller für Lernende neu überarbeitet und ins Italienische übersetzt</description><content:encoded><![CDATA[<p> Jedes Jahr beginnen in der Schweiz mehr als 70'000 junge Menschen eine Berufslehre in einer Unternehmung. Sie sind in der Regel zwischen 16 und 18 Jahre alt und kennen die Arbeitswelt praktisch nicht. Mit ihrer Unterschrift unter den Lehrvertrag haben sie sich als Gegenleistung zur Berufsausbildung verpflichtet, mehrere Jahre für einen Arbeitgeber zu arbeiten. Und der Lehrmeister wird es nicht versäumen, sie immer auf ihre Pflichten aufmerksam zu machen.
</p><p>Hingegen sind sich viele Lernende ihrer Rechte nicht bewusst und deshalb auch oft nicht in der Lage, diese Rechte einzufordern. Gewisse Lehrmeister haben etwa den Hang zu "vergessen", dass 16-Jährige nicht mehr als 9 Stunden pro Tag arbeiten dürfen. Oder dass für eine Lernende im Verkauf Sonntagsarbeit verboten ist. Dabei sind junge Arbeitskräfte gesetzlich speziell geschützt, damit ihre persönliche, körperliche und psychische Entwicklung nicht beeinträchtigt wird.
</p><p>Im Bewusstsein um diese Schwierigkeiten hat die Jugendkommission des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) ihren Bestseller, den Leitfaden "Ich kenne meine Rechte - Jugendrecht für Lernende von A bis Z", überarbeitet und den neuen rechtlichen Bestimmungen angepasst. Zudem wurde die 17. Auflage der Broschüre ins Italienische übersetzt. Der Leitfaden enthält alle unentbehrlichen Informationen in Bezug auf die Arbeitswelt (Arbeitsbedingungen, Bildung, Sozialversicherungen, Steuern, Arbeitslosigkeit ...) sowie Hinweise auf die rechtlichen Grundlagen und weiterführende Links.
</p><p>Der SGB-Bestseller "Ich kenne meine Rechte" erscheint in einer Neuauflage von 49'000 Exemplaren (deutsch, französisch und italienisch). Ein Exemplar kann für 5 Franken (inkl. Versand) unter info@sgb.ch bestellt werden. Interessierten Medienschaffenden stellen wir auf Anfrage gerne ein Gratisexemplar zu. Weitere Informationen finden sich unter <a href="/aktuell/jobs-und-loehne-verteidigen/meta-1" class="internal-link">www.gewerkschaftsjugend.ch/lehrlingsrechte</a>. 
</p><h5>Auskünfte</h5><ul><li>Matthias Preisser, SGB Kommunikation, 031 377 01 24</li><li>Laura Perret Ducommun, SGB-Zentralsekretärin, zuständig für Bildungs- und Jugendpolitk, <br>079 810 12 13</li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4145</guid><pubDate>Thu, 25 Feb 2016 10:00:04 +0100</pubDate><title>Bundesrat im Rückwärtsgang, wo doch mehr Tempo verlangt wäre</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bundesrat-im-rueckwaertsgang-wo-doch-mehr-tempo-verlangt-waere</link><description>Der SGB zur Botschaft Bildung, Forschung, Innovation 2017 - 2020</description><content:encoded><![CDATA[<p> Der Bundesrat sieht für die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) der Jahre 2017 bis 2020 lediglich ein mageres Wachstum von 2 % vor. Für den SGB ist dieser Entscheid absolut inakzeptabel. Wie kann der Bundesrat den BFI-Bereich als prioritär erklären und gleichzeitig solche Budgetkürzungen vornehmen? Der Fachkräftemangel wird sich in einigen Branchen noch zuspitzen. Folglich muss der Bereich BFI vermehrt zur Ausbildung qualifizierten Personals beitragen und so Wirtschaft und Stellenerhalts fördern.
</p><p> Kommt dazu: Obwohl der Bund seine Rechnung 2015 mit einem Überschuss von 2,3 Milliarden Franken abschloss, hat der Bundesrat kürzlich ein Stabilisierungsprogramm 2017-2019 in Vernehmlassung geschickt, das für den BFI-Bereich einen Spareinschnitt von 555.3 Millionen Franken vorsieht. Das sind 20% (!) des BFI-Budget. 
</p><p>Zum Vergleich: für die Periode 2008-2012 betrug das BFI-Wachstum 6.3 % und für jene von 2013-2016 lag es bei 3.7 %. Der heute beschlossene Rückwärtsgang ist alles andere als zielführend. Deshalb unterstützt der SGB die Motion der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, die für den BFI-Bereich ein jährliches mittleres Wachstum von 3,9 % verlangt. Das Plenum der grossen Kammer wird diese Motion am 9. März behandeln. 
</p><p>Der SGB wird dafür einstehen, dass die dem Bereich BFI gewährten Mittel ausreichen, um die zwischen Sozial- und Bildungspartnern vereinbarten Projekte durchzuführen. Sie betreffen die höhere Berufsbildung, den Berufsabschluss für Erwachsene, die Sicherung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die Innovation, die Weiterbildung und die Stipendien. 
</p><h5>Auskünfte: </h5><ul><li>Laura Perret, SGB-Zentralsekretärin für Bildung und Jugend, 079 810 12 13 </li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-4089</guid><pubDate>Wed, 03 Feb 2016 14:41:51 +0100</pubDate><title>Neue SGB-Zentralsekretärin: Laura Perret Ducommun </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/neue-sgb-zentralsekretaerin-laura-perret-ducommun</link><description>Dossier Bildung wieder besetzt</description><content:encoded><![CDATA[<p> Ab Februar dieses Jahres hat Laura Perret Ducommun ihre Arbeit als Zentralsekretärin des SGB aufgenommen. Laura Perret Ducommun ist im SGB-Sekretariat neu verantwortlich für den Bereich Bildung und Jugendpolitik. Sie löst in dieser Funktion Véronique Polito ab, die zur Unia gewechselt hat und dort neu Mitglied der Geschäftsleitung ist. 
</p><p>Die 39-jährige Laura Perret Ducommun setzt sich seit langem intensiv mit Fragen der Bildungspolitik und vor allem der Berufsbildungspolitik auseinander. In den letzten fünf Jahren war sie als stellvertretende Abteilungsleiterin im Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) für den Bereich der höheren Berufsbildung (eidgenössische Berufsprüfungen, eidgenössische höhere Fachprüfungen und Bildungsgänge der höheren Fachschulen) zuständig. Zuvor war sie im Hochschulbereich tätig, namentlich im Bundesamt für Statistik für Finanzen und Personal der Hochschulen und früher im Generalsekretariat der Westschweizer Universitätskonferenz (CUSO). Sie hat zehn Jahre Erfahrung als Erwachsenenbildnerin. 
</p><p>Laura Perret Ducommun hat ein Studium der Informatik mit dem Doktorat abgeschlossen und einen Master of Public Administration (MPA) erworben. Sie wohnt in Savagnier (NE), ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. 
</p><h5>Auskünfte</h5><ul><li>Laura Perret Ducommun, SGB-Zentralsekretärin 031 377 01 23 oder 079 810 12 13 </li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2307</guid><pubDate>Thu, 20 Aug 2015 09:00:00 +0200</pubDate><title>SGB-Jugendkommission fordert besseren Schutz der Lehrlinge vor der Krise</title><link>https://www.sgb.ch/themen/arbeit/detail/sgb-jugendkommission-fordert-besseren-schutz-der-lehrlinge-vor-der-krise</link><description>Lehrbeginn</description><content:encoded><![CDATA[<p> Rechtzeitig zum Lehrbeginn fordert die SGB-Jugendkommission die Kantone auf, Lehrlinge besser vor der Krise zu schützen: Ein entsprechender Vorstoss in zahlreichen Kantonsparlamenten beauftragt unter dem Titel "Lehrstellen erhalten - Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen" die Kantonsregierungen, alle bestehenden Möglichkeiten zu prüfen, den Lehrstellenmarkt zu stärken. Denn die Lehrlinge müssen vor den gestiegenen Risiken im Zusammenhang mit der Frankenkrise und insbesondere vor Arbeitslosigkeit geschützt werden.
</p><p>Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Monaten deutlich verschlechtert. Als Folge des Entscheids der Nationalbank, den Mindestkurs des Frankens zum Euro nicht mehr zu garantieren, reissen die Meldungen über Restrukturierungen und Stellenabbau nicht mehr ab. Jugendliche bezahlen in Krisenzeiten einen besonders hohen Preis, da sie zu den schwächsten Gliedern der Kette gehören. Dies ist bereits jetzt spürbar: In den letzten Monaten ist die Jugendarbeitslosigkeit gegenüber den Vorjahresmonaten jeweils angestiegen. Im Juli lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 3.2 Prozent und damit höher als die generelle Arbeitslosenquote.
</p><p>Aus diesen Gründen fordert die SGB-Jugendkommission von den Kantonen die Stärkung der Lehraufsicht. Jugendliche sollen an ihrem Arbeitsplatz besser begleitet werden. Zudem braucht es einen Ausbau der Lehrstellenförderung und die Einrichtung eines Outplacementdienstes. Dieser vermittelt Jugendlichen eine neue Lehrstelle, wenn sie aufgrund von Restrukturierungen oder Personalabbau ihren Ausbildungsplatz verlieren. Diese Massnahmen sollen Jugendliche massgeblich darin unterstützen, optimal ins Erwerbsleben zu starten. Denn wir müssen heute in die Ausbildung junger Menschen investieren, um ihre Zukunft nicht im Vornherein zu verbauen.
</p><p>Diese Forderungen wurden in einen Mustervorstoss gegossen. Er wird, angepasst an die lokalen Gegebenheiten, in einer Mehrheit der Kantone während den nächsten Sessionen eingereicht. 
</p><p>&nbsp;</p><p class="TitelAusknfte">&nbsp;</p><h5>Auskünfte</h5><ul><li>Lena Frank, Präsidentin SGB-Jugendkommission, Nationale Jugendsekretärin Unia, 079 586 70 55</li><li>Lucie Waser, SEV-Jugendsekretärin, 079 916 76 46</li></ul><p class="GliederungText">&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Arbeitsrechte</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2269</guid><pubDate>Mon, 15 Jun 2015 11:34:00 +0200</pubDate><title>Was es zu beachten gilt </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/was-es-zu-beachten-gilt</link><description>Ferienjobs und Arbeitsrecht

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Die Ferien nahen. Und damit für viele Schüler/innen und Student/innen eine Möglichkeit, sich via Ferienjobs Geld zu verschaffen. Wer einen solchen Kurzjob macht, ist Arbeitnehmer/in. Zu beachten: Auch für Kurzjobber/innen gilt das Arbeitsrecht. </p><p>Das Arbeitsgesetz (ArG) erlaubt Erwerbsarbeit erst ab 15 Jahren. Ab 13 können Jugendliche leichte Arbeiten verrichten. Unter 13 Jahren ist Beschäftigung zulässig in sportlichen und kulturellen Tätigkeiten, dies unter speziellen Bedingungen und mit Bewilligung einer kantonalen Behörde (Art. 30 ArG; Art. 7 ArGV 5). In all diesen Fällen ist die elterliche Einwilligung für die Unterzeichnung des Arbeitsvertrages nötig. 
</p><h3>Wer darf was (nicht)? </h3><p>Für unter 18-Jährige sind gefährliche Arbeiten verboten, ebenso die Beschäftigung in gewissen Bereichen (Diskotheken, Bars, Nachtlokale, Filmvorführungen, Zirkus und Schaustellerei, vgl. Art. 4 bis 6, ArGV 5). Sonntagsarbeit ist nur zulässig für Jugendliche mit beendeter obligatorischer Schulpflicht, maximal einen Sonntag auf zwei und ausschliesslich im Gastgewerbe (in dem Mindestbeschäftigungsalter 16 herrscht), bei Tierpflegebetrieben und in Bäckereien (ArGV 5, Art 13). In touristischen Zonen ist Sonntagsarbeit möglich in touristisch ausgerichteten Betrieben während der ganzen Dauer der Sommerferien (Art. 15 ArGV 5; Art. 25 ArGV 2). Nachtarbeit ist für unter 18-Jährige verboten, ausser sie sei für die berufliche Grundausbildung unerlässlich (Art. 12 ArGV 5). 
</p><h3>Wie lange? </h3><p>Die Arbeit der unter 13-Jährigen darf maximal drei Stunden pro Tag und 9 Stunden pro Woche betragen (Art. 10 ArGV 5). Jugendliche über 13 Jahre ohne beendete Schulpflicht können bis zu 8 Stunden pro Tag (40 h pro Woche) während der Hälfte der Schulferien, zwischen 6.00 und 18.00 Uhr, beschäftigt werden, wobei bei mehr als fünf Stunden eine Pause von mindestens einer halben Stunde zu gewähren ist (Art. 11 ArGV 5). Für alle Jugendlichen gilt, dass ihre Arbeitsdauer jene der anderen vom Unternehmen Angestellten nicht überschreiten darf (max. 9 h pro Tag) und innerhalb einer Zeitspanne von 12 Stunden zu erfolgen hat (Art. 31 Abs. 1 ArG). Sie haben Anrecht auf eine tägliche Ruhezeit von mindestens 12 aufeinander folgenden Stunden (Art. 16 ArGV 5). Abends dürfen unter 16-Jährige nur bis 20.00 Uhr, 16- bis 18-Jährige bis 22.00 Uhr beschäftigt werden (Art. 31 Abs. 2 ArG). 
</p><h3>Bei Gefahr nein sagen </h3><p>In Ferienjobs tun viele Jugendliche die ersten Schritte in die Arbeitswelt. Auch in dieser lauern Gefahren, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Das Berufsunfallrisiko junger Jobber/innen ist sehr hoch, vor allem in den ersten Tagen der Anstellung. Deshalb: Sicherheitsvorschriften immer genau beachten. Die entsprechenden Unterrichtungen des Arbeitgebers sind sorgsam zu beachten, auch wenn sie einem übertrieben vorkommen sollten. In jedem Fall sind gefährliche Arbeiten bis zum Alter von 18 Jahren verboten. Ist jemand trotz allem einer Gefahr ausgesetzt, dann muss er wagen, STOPP zu sagen. Es lohnt sich, Hilfe einzuholen bei einem erfahrenen Arbeitskollegen.
</p><h3> Richtig versichern </h3><p>Während eines kleinen Ferienjobs die Sozialversicherungen zu vernachlässigen, kann sich rächen. Alle Arbeitnehmenden sind unabhängig ihres Alters obligatorisch durch den Arbeitgeber bei der Unfallversicherung zu versichern. Wenn sie weniger als 8 Stunden beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind, deckt diese Versicherung nur die Berufsunfälle. Ist das Pensum höher, sind alle Unfälle gedeckt. Bei einem Unfall hat der Arbeitgeber die Eltern zu benachrichtigen (Art. 32 ArG). Für Anstellungen unter drei Monaten gibt es keine Verpflichtung, im Krankheitsfalle ein Gehalt zu zahlen. Die anderen Sozialversicherungen (AHV/IV/EO) sind erst ab 18 obligatorisch. Wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht zahlt, ist dies Schwarzarbeit und hat Sanktionen zur Folge. 
</p><h3>Lohn: minimale und übliche Löhne </h3><p>In der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn. Theoretisch könnte damit der Arbeitgeber den Lohn zahlen, der ihm passt. Allerdings muss der Arbeitgeber Gesamtarbeitsverträge (GAV) und Normalarbeitsverträge (NAV) respektieren. Für Ferienjobs besonders bedeutend sind der Landes-GAV Gastgewerbe, die verschiedenen GAV im Bau, in der Reinigung, im Detailhandel (Coop, Migros sowie kantonale und kommunale GAV), für den Temporärbereich (Personalverleih) und ebenso die kantonalen NAV in der Landwirtschaft. Die meisten vertraglichen Mindestlöhne findet man auf: <a href="http://www.gav-service.ch/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">www.gav-service.ch</a>. Die Arbeitgeber müssen zudem die branchen- und ortsüblichen Löhne respektieren. Die meisten davon findet man auf <a href="http://www.lohn-sgb.ch/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">www.lohnrechner.ch</a> . Der SGB empfiehlt einen Mindestlohn von 22.- Fr./h. Und die Ferien? Schliesslich darf der Ferienanspruch nicht vergessen werden. Wenn man - wie gewöhnlich bei kleinen Ferienjobs - im Stundenlohn beschäftigt ist, hat man Anrecht auf einen Lohnzuschlag von 10,64 % (bis zu 20 Jahren). Bei Jugendlichen ab 20 beträgt dieser Zuschlag 8,33 %. Auf der Lohnabrechnung ist dieser Zuschlag klar auszuweisen. 
</p><p><b>Tipp</b>: Die SGB-Jugendkommission hat in einer Ratgeber-Broschüre alle wichtigen Informationen zum Arbeitsrecht erfasst. Diese ist downloadbar unter: <a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch/aktuell/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">www.gewerkschaftsjugend.ch</a> . </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Arbeitsrechte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2251</guid><pubDate>Tue, 02 Jun 2015 15:44:00 +0200</pubDate><title>SGB-Jugendkommission verlangt Massnahmen für mehr Lehrstellen </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/sgb-jugendkommission-verlangt-massnahmen-fuer-mehr-lehrstellen</link><description>Beunruhigende Zahlen des Lehrstellenbarometers</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die SGB-Jugendkommission hat aufgrund der heute veröffentlichten ersten Ergebnisse des Lehrstellenbarometers vom April 2015 mit grosser Besorgnis zur Kenntnis genommen, dass das Angebot an Lehrstellen in Industrie und kaufmännischem Bereich stark zurückgegangen ist. In der Industrie ist zudem die Nachfrage nach Lehrstellen deutlich gestiegen. Und im Gesundheitsbereich ist trotz Fachkräftemangel die Nachfrage nach Lehrstellen bei weitem nicht gedeckt. In der Informatik fehlen 2‘500 Lehrstellen. Die definitiven Zahlen des Lehrstellenbarometer im KV-Bereich dürften noch schlechter auffallen: Denn erst sie werden den jüngst gefällten Entscheid der SBB, alle Reisebüro zu schliessen, berücksichtigen. 
</p><p>Die SGB-Jugendkommission befürchtet, dass ohne dezidierte Gegensteuer die Jugendarbeitslosigkeit in unmittelbarer Zukunft stark ansteigen wird. Deshalb verlangt die Kommission in den Kantonen entschiedene Massnahmen zur Lehrstellenförderung. Die Betriebe sind so zu motivieren, mehr Lehrstellen anzubieten. Die Berufsbildungsämter haben zudem alle Massnahmen auszuschöpfen, damit Jugendliche, die in von der Krise bedrohten Unternehmen ihre Lehre absolvieren, diese dennoch beenden können. &nbsp;
</p><h5>&nbsp;Auskünfte:</h5><p>- Véronique Polito, Zentralsekretärin SGB, 079 436 21 29
</p><p>- Lena Frank, Co-Präsidentin SGB-Jugendkommission, 079&nbsp;586 70 55</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2225</guid><pubDate>Wed, 13 May 2015 17:36:00 +0200</pubDate><title>Stipendieninitiative: Chance zur Chancengleichheit</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/stipendieninitiative-chance-zur-chancengleichheit</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Auch Jugendlichen aus ärmeren Schichten soll ein Studium zugänglich sein. Damit das in Zukunft vermehrt der Fall ist, braucht es mehr Stipendien. Und damit dies der Fall ist, ein Ja zur&nbsp; Stipendieninitiative am 14. Juni. </p><p>Ich hab vom Sputnik-Schock profitiert. Sputnik-Schock? 1957 schossen die Sowjets mit Sputnik 1 den ersten Erdsatelliten ins Weltall. Ein böses Indiz für den Westen: Der Feind im Osten hatte bildungsmässig aufgeholt oder den Westen gar überholt. Die Antwort hierzulande: mehr Jugendliche akademisch ausbilden. Die Volksschullehrer, auch bei uns in tiefer Provinz, ermunterten plötzlich regelmässig 3 bis 4 Köpfe pro Klasse (und ihre Eltern), doch das Gymi zu wählen. Und wer es wählte, ging später an die Uni. Und bekam Stipendien. Zuvor war der Sohn des Maurers Maurer geworden, der Sohn des Bäckers Bäcker. Und die Töchter kamen im Gastgewerbe unter – bis sie heirateten. 
</p><h3>Immer noch Schichtbarrieren</h3><p>Das sind tempi passati. Zum Glück. Aber dennoch: Jede aktuelle Erhebung zeigt, dass beim Zugang zur Hochschule die Schicht immer noch ein bestimmendes Moment ist. Kinder von Akademikern sind viel eher wieder in akademischen Ausbildungen anzutreffen als Kinder von Nichtakademikern. Das mag vielfältige Ursachen haben, eine gewichtige bleibt die des Budgets. Das könnte die Politik korrigieren, mit Stipendien. Aber das hat sie nicht getan in den letzten Jahren. Vielleicht auch, weil es keine sowjetische Konkurrenz mehr gibt. Sie hat, trotz Gezeter über den Fachkräftemangel, die Stipendien zurückgefahren. 
</p><p>Das ist der erste Hauptgrund, warum der SGB mit Überzeugung Ja sagt zur Stipendieninitiative. Stipendien sind ein Mittel, die akademische Welt auch den weniger Privilegierten zu öffnen. Stipendien bilden den Stoff, aus dem Chancengleichheit wächst. Wenn heute nur 8 % aller auf akademischem Niveau Studierenden ein Stipendium erhalten, und viele von ihnen bloss eine milde Gabe, dann ist diese Chancengleichheit irgendwo zuvor abgewürgt worden.
</p><h3>Hilft auch AbsolventInnen der höheren Berufsbildung</h3><p>Der zweite Hauptgrund? Wer heute einen Ausbildungsweg der höheren Berufsbildung (höhere Fachschulen, eidgenössische Prüfungen) wählt, muss zwar sehr oft sehr tief (und viel tiefer als Studenten) ins Portemonnaie greifen, wird aber nur sehr selten mit Stipendien gestützt. Gerade mal 4 % all dieser Jugendlichen kriegen heute ein Stipendium. Dieses fällt je nach Kanton nur sehr mickrig aus. Die Initiative wird auch hier für Änderung sorgen. Und das hat Bedeutung auch für viele junge GewerkschafterInnen.
</p><p>Die Stipendieninitiative ist eine Chance zur Chancengleichheit. Deshalb bejaht sie der SGB. Sie hilft vielen aus jener Schicht, die er vertritt. Und dies ganz konkret.
</p><h5>Mehr zum Thema</h5><ul><li>Sieben gewerkschaftliche Argumente und der Wortlaut der Stipendieninitiative</li><li><a href="http://www.stipendieninitiative.ch/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Die Website des Initiativkomitees</a></li><li><a href="http://www.vss-unes.ch/stipendieninitiative/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Alles zur Stipendieninitiative auf der Website des VSS</a></li><li>3 x Ja&nbsp;– mehr soziale Gerechtigkeit: Der SGB zu den Abstimmungen vom 14. Juni</li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2210</guid><pubDate>Thu, 30 Apr 2015 13:27:00 +0200</pubDate><title>Stipendieninitiative:  Die Kluft zwischen beruflichem und akademischem Weg endlich kleiner machen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/stipendieninitiative-die-kluft-zwischen-beruflichem-und-akademischem-weg-endlich-kleiner-machen</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der SGB unterstützt die Stipendieninitiative. Die Initiative nützt insbesondere auch den Jugendlichen, die eine höhere Berufsbildung absolvieren wollen. Sie könnten leichter als heute in den Genuss von Stipendien kommen.
</p><p>Die Schweiz hat in den letzten 20 Jahren ihre Bildungsanstrengungen massiv erhöht. Die zusätzlichen Investitionen haben es erlaubt, die Finanzierung der Forschung (+77%, &lt;media 2784 - - "BILD, grafik bildung, grafik__bildung.png, 89 KB"&gt;siehe Grafik&lt;/media&gt;), und die der Hochschulen und der beiden ETH (+97%) stark zu steigern. &nbsp;Von dieser Entwicklung profitierten jedoch nicht alle Bereiche. Obwohl die Zahl der Studierenden stark zunahm, stagnierten die Mittel für Stipendien. Real gemessen gingen sie gar zurück. Im Bereich der höheren Berufsbildung ging die Finanzierung ebenfalls massiv zurück (-51%), weil der Staat seine Mittel in den Aufbau der Fachhochschulen investierte. 
</p><p>Diese Entwicklung wirkt sich nachteilig aus auf Jugendliche, die den Weg der Berufslehre wählen und dabei nicht das Glück haben, eine Berufsmatura absolvieren zu können. Diese Jugendlichen stammen aus Familien, die zumeist über weniger Ressourcen verfügen, und sind in mehrfacher Hinsicht benachteiligt:</p><ol><li>Wenn sie sich für eine höhere Berufsbildung entscheiden, haben sie einen grossen Teil der Ausbildungskosten selbst zu berappen. Im Fall der höheren Fachschulen übernimmt der Staat nur 50 % der Kurskosten. Im Fall der Vorbereitungskurse für die eidgenössischen Berufsprüfungen beträgt der Subventionsanteil aktuell weniger als 20 %.[1] Das bedeutet für die betroffenen Jugendlichen eine Last von jährlich mehreren Tausend Franken, die zum Lohnausfall hinzukommen.</li><li>In den Kantonen benachteiligen die Anspruchskriterien für Stipendien allgemein Personen, die bereits im Erwerbsleben gestanden sind (z. B. Einstufung aufgrund der letzten Steuererklärung). Personen, die den Weg der Lehre gewählt haben, werden dabei bestraft. So beziehen heute etwa nur 3 bis 4 % derjenigen, die eine höhere Berufsbildung absolvieren, ein Stipendium. </li></ol><p>Der Befund ist eindeutig: Diese Entwicklung der Verteilung der finanziellen Mittel hat die Ungleichheiten zwischen beruflichem und akademischem Weg verstärkt. Der Stipendieninitiative kommt das Verdienst zu, klar auf dieses Problem hinzuweisen und – im Unterschied zu Bundesrat Schneider-Ammann – endlich wirksame Lösungen vorzuschlagen. &nbsp;
</p><p>Aus diesen Gründen unterstützt der SGB die Initiative:</p><ul><li>&nbsp;Ein Stipendiensystem nach dem Muster der Volksinitiative ermöglichte, die Anspruchskriterien an die persönliche Situation anzupassen und damit auf die spezifischen Bedürfnisse derer zu antworten, die den Weg der Lehre gewählt haben;</li></ul><ul><li>Faire Stipendien ermöglichten es den Jungen, sich endlich auf die Prüfungen zu konzentrieren und rascher die nötigen Berufsqualifikationen zu erlangen. &nbsp;</li></ul><ul><li>Die jungen (und weniger jungen) Berufsleute könnten Qualifizierung, Berufskarriere und Familie endlich besser vereinbaren - ohne dabei ihre Gesundheit opfern zu müssen.</li></ul><h5>Zum Herunterladen</h5><ul><li>&lt;media 2784 - - "BILD, grafik bildung, grafik__bildung.png, 89 KB"&gt;Grafik Ausgabenwachstum im Bildungsbereich&lt;/media&gt;</li></ul><p>&nbsp;</p><p>[1] Eine Revision des Berufsbildungsgesetzes befindet sich im Moment in der Vernehmlassung. Sie hat zum Ziel, diese Situation zu verbessern. Leider will der Bund den Kantonen den grössten Teil der mit der Reform verbundenen zusätzlichen Kosten überbürden. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2192</guid><pubDate>Tue, 14 Apr 2015 16:06:00 +0200</pubDate><title>Bildung soll nicht länger ein Privileg der Kinder von bereits Studierten sein</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bildung-soll-nicht-laenger-ein-privileg-der-kinder-von-bereits-studierten-sein</link><description>Ja zur Stipendien-Initiative</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead"> Die Stipendien-Initiative will für mehr Ausbildungswillige mehr Unterstützung. Höhere Bildung wird damit vermehrt auch Kindern aus bildungsfernen Schichten ermöglicht und nicht nur denen, deren Eltern bereits studiert haben.</p><p>Sogar der Wirtschaftsdachverband economiesuisse gibt es im "dossierpolitik" vom 30.3.2015 zu: Wer in einer wohlhabenden Familie aufwächst, hat klar bessere Chancen auf einen Hochschulabschluss als Jugendliche aus bescheidenen Verhältnissen. Chancengleichheit bei der höheren Ausbildung gibt es also nicht - und das hat auch mit dem jeweiligen Budget von Familien zu tun.
</p><h3>Mehr Stipendien</h3><p>Genau das korrigiert die Stipendieninitiative, die der VSS (Verband der Schweizer Studierendenschaften) lanciert hat und die vom SGB und seinen Gewerkschaften unterstützt wird. Die Initiative will für mehr Ausbildungswillige mehr Unterstützung. Heute erhalten nur 7 Prozent der Studierenden ein Stipendium. Es müssten aber 20 Prozent sein, wollte man wirklich Chancengleichheit beim Zugang zur Bildung. Bei einem Ja zur Initiative würden also logischerweise mehr Kinder aus einfachen Verhältnissen besser gefördert.
</p><h3>Auch Absolventen/innen höherer Berufsbildung fördern</h3><p>Kommt dazu: Die Initiative fordert bessere Stipendien für die gesamte sogenannte "Tertiärstufe". Das umfasst die akademische Ausbildung, aber auch die höhere Berufsbildung (eidgenössische Fach- und höhere Berufsprüfungen, höhere Fachschulen). Diese Ausbildungen werden vor allem von Jungen aus nichtakademischem Milieu absolviert. Die Initiative ermöglicht, dass auch die Absolventen/innen der höheren Berufsbildung vermehrt Stipendien bekommen. Das ist heute nur sehr selten der Fall - obwohl die Gebühren für die höhere Berufsbildung oft bedeutend höher sind als diejenigen für akademische Ausbildungen. Mit einem Ja zur Initiative werden die Kantone hier nicht mehr so stark auf der Bremse hocken können.
</p><h3>Fertig mit kantonaler Willkür</h3><p>Die Stipendien sollen nicht nur erhöht, sondern auch national harmonisiert werden. Heute diktieren die Kantone die Spielregeln - und die meisten geizen dabei. Es ist nicht gerecht, dass eine Studentin aus Neuenburg im Durchschnitt nur die Hälfte des Betrages ihrer Zürcher Kollegin erhält - oder dass der Jura jährlich 85 Franken pro Kopf für Stipendien ausgibt und Schaffhausen nur 19 Franken. Die Stipendieninitiative beendet diese Ungleichbehandlung aufgrund der geografischen Herkunft.
</p><h3>Konkret gegen Fachkräftemangel</h3><p>Die Initiative bringt aber nicht nur mehr Chancengleichheit. Sie stellt auch den wirksamsten Vorschlag zur Behebung des Fachkräftemangels dar, der gegenwärtig im Raum steht. Denn zu einer guten Fachkraft wird sich nur weiterbilden, wer Beruf, Familie und Bildung vereinbaren kann. Auch das ermöglicht eine bessere Stipendienpolitik - und auch deshalb braucht es am 14. Juni ein Ja zur Stipendieninitiative. 
</p><h5>Mehr zum Thema</h5><p>Sieben gewerkschaftliche Argumente und der Wortlaut der Stipendieninitiative
</p><p><a href="http://www.stipendieninitiative.ch/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Die Website des Initiativkomitees</a></p><p><a href="http://www.vss-unes.ch/stipendieninitiative/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Alles zur Stipendieninitiative auf der Website des VSS</a></p><p>Drei Mal Ja für eine gerechtere und sozialere Schweiz</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Schweiz</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2190</guid><pubDate>Mon, 13 Apr 2015 15:33:00 +0200</pubDate><title>Stipendieninitiative: Mehr Chancengleichheit und Unterstützung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/stipendieninitiative-mehr-chancengleichheit-und-unterstuetzung</link><description>Gerade Jugendliche aus einfachen Verhältnissen profitieren - Kurzargumentarium des SGB zur Stipendieninitiative</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 14. Juni kommt die Stipendieninitiative zur Abstimmung. Sie wurde vom Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) lanciert und wird von zahlreichen gewerkschaftlichen und akademischen Verbänden und Organisationen sowie Parteien, Jung- und Lokalparteien unterstützt. Dazu gehört auch der SGB, der dementsprechend die Ja-Parole zur Stipendieninitiative beschlossen hat. Nachfolgend die sieben wichtigsten Gründe für ein Ja aus gewerkschaftlicher Sicht.
</p><p class="Text">&nbsp;</p><h3>Höhere Bildung auch für die Kinder der einfachen Leute und nicht nur die, deren Eltern bereits studiert haben.</h3><p>Unser Bildungssystem ist noch lange nicht durchlässig. Obwohl Fortschritte zu verzeichnen sind: Kinder von Studierten studieren viel häufiger als Kinder von Nicht-Studierten. Das jeweilige Budget ist dafür zwar kein ausschliesslicher, aber doch ein wichtiger Grund. Das korrigiert die Stipendieninitiative, denn sie will für mehr Ausbildungswillige mehr Unterstützung. Das ist ein konkreter Schritt zu mehr gesellschaftlicher Chancengleichheit. Und ein Fortschritt für Kinder aus einfachen Verhältnissen. Denn vor allem sie profitieren von der Initiative.
</p><h3>Höhere Bildung heisst nicht nur Uni, ETH und Fachhochschule. Sie umfasst auch die höhere Berufsbildung. Auch wer eine solche absolviert, wird von der Stipendieninitiative profitieren.</h3><p>Die Initiative fordert bessere Stipendien für die gesamte sogenannte "Tertiärstufe". Das umfasst die akademische Ausbildung, aber auch die höhere Berufsbildung (eidgenössische Fach- und höhere Berufsprüfungen, höhere Fachschulen). Die höhere Berufsbildung wird vorwiegend von Jungen absolviert, die aus nichtakademischem Milieu stammen. Die Initiative ermöglicht, dass auch die Absolventen/innen der höheren Berufsbildung vermehrt in den Genuss von Stipendien kommen sollen. Das ist ein konkreter Schritt zu mehr gesellschaftlicher Chancengleichheit. Und ein Fortschritt für Kinder aus einfachen Verhältnissen.
</p><h3>Das aktuelle Stipendiensystem benachteiligt die Absolventen/innen der höheren Berufsbildung. Die Initiative wird hier wenigstens teilweise korrigieren.</h3><p>Heute gewähren die Kantone den Absolventen/innen der höheren Berufsbildung nur sehr selten ein Stipendium. Dabei sind die Gebühren für die höhere Berufsbildung oft bedeutend höher als die für die akademische Ausbildung.
</p><p>Die Kantone rechtfertigen die Benachteiligung der Absolventen/innen der höheren Berufsbildung damit, es sei gerecht, dass sie denen, die bereits gearbeitet und vielleicht etwas auf die Seite gelegt hätten, kein Stipendium mehr gewährten. Dabei gehen die Kantone aber viel zu rigoros vor. Die allermeisten Väter oder Mütter, die sich beruflich weiterbilden wollen, können das nur tun, wenn sie jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis finanziell unterstützt. Oder sie verschulden sich. Die Initiative schlägt ein Stipendiensystem vor, das der jeweiligen persönlichen Situation gerecht wird. Damit können auch die Absolventen/innen der höheren Berufsbildung besser zu Stipendien gelangen.
</p><h3>Chancengleichheit statt kantonale Lotterie</h3><p>Im heutigen Stipendienwesen spielt der Bund nur eine Nebenrolle. Die Kantone schalten und walten, wie sie wollen. Bern zum Beispiel hat in den letzten 20 Jahren den Aufwand für Stipendien von 54 auf 27 Mio. Franken pro Jahr heruntergefahren. Die Waadt dagegen hat im gleichen Zeitraum ihr Engagement von 11 auf 51 Mio. Franken ausgebaut. Das zeigt: Je nachdem, wo man wohnt, wird man einigermassen grosszügig oder aber nur sehr mickrig gefördert. Das ist nicht gerecht. Die Stipendieninitiative stoppt eine solche ungleiche Behandlung. Sie will eine Harmonisierung des Stipendienwesens auf nationaler Ebene.
</p><h3>Alle reden vom Fachkräftemangel. Die Stipendieninitiative ist ein konkreter Schritt zu seiner Behebung.</h3><p>Schlagwörter wie Fachkräftemangel und Qualifizierungsoffensive sind in aller Munde. Wie kommt man zu mehr Fachkräften? Vor allem dadurch, dass man Jungen, die Fachkräfte werden wollen, diesen Weg auch ermöglicht. Genau das will die Stipendieninitiative. Wer das Rüstzeug für eine höhere Qualifizierung hat, der soll sich qualifizieren. Tausende können das aus finanziellen Gründen nicht. Da helfen bessere Stipendien. Sie sind ein nachhaltig wirksamer Schritt gegen den Fachkräftemangel.
</p><h3>Stipendien, um Beruf, Familie - und Bildung zu vereinbaren</h3><p>Bildungsstopp mit 25: diese Zeiten sind vorbei. Eine Spezialisierung oder eine Neuorientierung mindestens einmal während des Berufslebens drängen sich auf. Die beruflichen und familiären Pflichten sind jedoch so hart, dass beinahe niemand mehr beides korrekt zu vereinbaren mag. "Weiterbildung liegt in der individuellen Verantwortung", posaunen die Wirtschaftsbosse. Hören wir auf, von uns selbst das Unmögliche zu verlangen! Es braucht ein modernes Stipendiensystem, das Frauen wie Männern den Zugang während des ganzen Berufslebens ermöglicht.
</p><h3>Stipendien verkürzen die Ausbildungszeit, unterbinden den Praktika-Missbrauch und ermöglichen den Jungen einen früheren Erwerbseintritt.</h3><p>Die Arbeitswelt wird immer anspruchsvoller. Qualifikationen, die in der Vergangenheit erlaubten, einige Berufe auszuüben, genügen heute nicht mehr. Deshalb der Run auf Diplome als ein unerlässliches Sesam-öffne-dich in die Arbeitswelt. Heute verfügen über 40% der Erwerbstätigen über 25 Jahre in der Schweiz über eine höhere Ausbildung (beruflich und/oder akademisch). Überall hat sich die Ausbildungsdauer verlängert. Um zu überleben, zwingt das immer mehr Jugendliche zu kleinen Jobs oder zu Praktika, die nichts anderes als eine prekäre Anstellung darstellen. Dies behindert eine gründliche Weiterbildung. Korrekte Stipendien ermöglichten eine bessere Konzentration auf die Prüfungen und eine schnellere Rückkehr in den Arbeitsmarkt. "Qualifiziertes Personal, schnellstmöglich!": So die lautstarke Forderung der Wirtschaft. Jetzt kann sie etwas dafür tun.
</p><h5>Wortlaut der Initiative</h5><p>&nbsp;</p><p class="Text"><i></i></p><ul><li>I. Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert: </li><li>Art. 66 Ausbildungsbeiträge </li><li>1 Die Gesetzgebung über die Vergabe von Ausbildungsbeiträgen an Studierende von Hochschulen und anderen Institutionen des höheren Bildungswesens und über die Finanzierung dieser Beiträge ist Sache des Bundes. Der Bund berücksichtigt dabei die Anliegen der Kantone. </li><li>2 Die Ausbildungsbeiträge gewährleisten während einer anerkannten tertiären Erstausbildung einen minimalen Lebensstandard. Die anerkannte tertiäre Erstausbildung umfasst bei Studiengängen, die in Bachelor- und Masterstufe gegliedert sind, beide Stufen; diese können an unterschiedlichen Hochschultypen absolviert werden. </li><li>3 Der Bund kann den Kantonen Beiträge an ihre Aufwendungen für Ausbildungsbeiträge an Personen auf anderen Bildungsstufen ausrichten. Er kann ergänzend zu kantonalen Massnahmen die interkantonale Harmonisierung der Ausbildungsbeiträge fördern; dabei wahrt er die kantonale Schulhoheit. </li><li>4 Für den Vollzug des Ausbildungsbeitragswesens sind die Kantone zuständig, soweit das Gesetz ihn nicht dem Bund vorbehält. Die Kantone können Ausbildungsbeiträge ausrichten, die über die Beiträge des Bundes hinausgehen. </li><li>II. Die Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt geändert: </li><li>Art. 197 Ziff.8 (neu) </li><li>8. Übergangsbestimmung zu Art. 66 (Ausbildungsbeiträge) </li><li>1 Treten die Ausführungsgesetze zu Artikel 66 Absatz 1-4 nicht innerhalb von vier Jahren nach Annahme durch Volk und Stände in Kraft, so erlässt der Bundesrat die nötigen Ausführungsbestimmungen vorübergehend auf dem Verordnungsweg. </li><li>2 Im Falle einer vorübergehenden Verordnung wird der minimale Lebensstandard berechnet aufgrund: </li><li>a.der materiellen Grundsicherung gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe; und </li><li>b.der Ausbildungskosten.</li></ul><h5>Mehr zu Thema</h5><p><a href="http://www.vss-unes.ch/stipendieninitiative/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Alles zur Stipendieninitiative auf der Website des VSS</a></p><p>Drei Mal Ja für eine gerechtere und sozialere Schweiz
</p><p class="Text"><i></i></p><p class="Text">&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Schweiz</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2187</guid><pubDate>Tue, 07 Apr 2015 14:45:00 +0200</pubDate><title>Neue Vorschläge zur Aufwertung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/neue-vorschlaege-zur-aufwertung</link><description>Titel in der Höheren Berufsbildung

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Ständerat hat im Dezember 2014 – und dies ganz im Sinn des SGB – die Einführung eines professional bachelor/master in der höheren Berufsbildung abgelehnt. Der SGB hat jedoch immer betont, es brauche neue Vorschläge zur Verbesserung der Titel in der höheren Berufsbildung. Zu respektieren sei dabei jedoch die Praxisorientierung und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher Grundausbildung und höherer Berufsbildung. Diese Arbeiten schreiten nun voran.</p><p>Die Beharrlichkeit des SGB hat sich ausbezahlt. Der Ständerat hat sich nicht einfach damit begnügt, die Motion Aebischer zur Einführung eines professional bachelor/master in der höheren Berufsbildung abzulehnen. Die kleine Kammer hat gleichzeitig ein Kommissionspostulat überwiesen, das die Anliegen des SGB grossmehrheitlich aufgenommen hatte. Anschliessend fand im Februar ein runder Tisch statt, an dem die Hauptakteure der Berufsbildung vertreten waren. Zum ersten Mal seit längerer Zeit konnten seriöse Diskussionen zu den höheren Berufsbildungstiteln geführt werden, die nicht von hochschultypischen Denkmustern geprägt waren.
</p><h3>Neue Wege zeichnen sich ab</h3><p>In Anwesenheit eines OECD-Bildungsexperten wurden Wege aufgezeigt, wie die Abschlüsse der höheren Berufsbildung nach internationalen Standards bezeichnet werden könnten, ohne deren Einzigartigkeit zu opfern. Es wurde etwa betont, dass in der höheren Berufsbildung die Berufsbezeichnung eine zentralere Bedeutung einnimmt als im Hochschulwesen, wo vor allem der akademische Grad wichtig ist. Der Begriff „licensed nurse“ würde z.B aufzeigen, dass eine Pflegefachfrau einen anerkannten Abschluss hat, die zur Berufsausübung in ihrem Land berechtigt und in einem Register eingetragen ist. Der „certified carpenter“ entspricht einem von der Branche anerkannten Abschluss („Verbandszertifikat“). Die Berufsbezeichnung müsste noch ergänzt werden, um die Art und das Niveau des Diploms zu präzisieren (z.B „licensed nurse with federal diploma of higher education“). Nur im Rahmen des Diplomzusatzes müsste dann der „Typ“ genannt werden („professional education“ versus akademische Bildung). Diese Lösungsansätze wären sowohl für eidgenössische Prüfungen sowie für höhere Fachschulen anwendbar.
</p><p>Alle anwesenden Akteure haben den so neu entworfenen Pisten zugestimmt. Die Vorschläge werden in den kommenden Monaten mit den Berufsbildungspartnern weiterentwickelt.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2180</guid><pubDate>Tue, 31 Mar 2015 15:15:00 +0200</pubDate><title>Die Jugendlichen sollen Frankenschock nicht ausbaden müssen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/die-jugendlichen-sollen-frankenschock-nicht-ausbaden-muessen</link><description>Nationales Spitzentreffen der Berufsbildung

</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der SGB begrüsst die Ergebnisse des heutigen nationalen Spitzentreffens der Berufsbildung. Bund, Kantone und Sozialpartner haben ein neues Abkommen unterzeichnet. Dessen Ziel ist, den Jugendlichen nach Abschluss der obligatorischen Schule eine weitere Ausbildung zu garantieren. «Der Einfluss des Frankenschocks auf den Lehrstellenmarkt ist noch nicht absehbar», gab SGB-Präsident Paul Rechsteiner zu bedenken. «Die Jungen sind die Zukunft der Schweiz. Es ist deshalb entscheidend, dass wir zu neuen Zielen gekommen sind, um ihnen auch in Zukunft eine Ausbildung zu sichern.»
</p><p>Für den SGB müssen die Anstrengungen allerdings weitergehen. Immer mehr Arbeitnehmer/innen werden arbeitslos, auch solche mit langer Berufserfahrung. Deshalb erwartet der SGB vom Bund, dass dieser jährlich mindestens 100 zusätzliche Mio. Franken in die höhere Berufsbildung investiert. Zugleich erachtet es der SGB als dringlich, die Rahmenbedingungen für die älteren Arbeitnehmenden zu verbessern. 
</p><h5>Auskünfte:</h5><p>&nbsp;</p><p>Véronique Polito, Zentralsekretärin SGB, 079 436 21 29</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2098</guid><pubDate>Wed, 14 Jan 2015 13:58:00 +0100</pubDate><title>Löbliche Absicht, ungenügende Lösung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/loebliche-absicht-ungenuegende-loesung</link><description>Höhere Berufsbildung</description><content:encoded><![CDATA[<p> Mit dem heute vorgestellten Entwurf für eine Teilrevision des Berufsbildungsgesetzes hält sich der Bundesrat nicht an seine früheren Versprechen. Zwar will der Entwurf der höheren Berufsbildung (Vorbereitungskurse für eidgenössische Prüfungen) neue Finanzmittel zur Verfügung stellen, dies jedoch auf Kosten der beruflichen Grundausbildung. Damit nimmt der Bundesrat mutwillig in Kauf, das System der Lehre zu schwächen statt zu stärken.
</p><p>Das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat im Sommer zusätzliche Mittel von bis zu 100 Mio. Franken angekündigt, um die Vorbereitungskurse für eidgenössische Prüfungen (Berufs- und Fachprüfungen) zu finanzieren. Seither wird diskutiert, wo diese Mittel herzunehmen sind. Das Finanzdepartement, das mit seinen Steuerreformen Budgetdefizite verursacht, fordert lineares Sparen, auch in der Bildung. Deshalb sieht der Entwurf vor, dass der Bund aus dem Globalbudget der Berufsbildung schöpft, um die zusätzlichen Ausgaben zu bewerkstelligen. Folge: In diesem System kommunizierender Röhren werden die neuen Mittel für die höhere Berufsbildung künftig der beruflichen Grundbildung fehlen.
</p><p>Der SGB unterstützt die Stärkung der höheren Berufsbildung. Er erwartet jedoch ein zusätzliches Engagement des Bundes. Heute sind die Hochschulen, die Fachhochschulen und die technischen Hochschulen mit ihrer garantierten Finanzierung stark bevorteilt. "Wir wollen kein System mit zwei Geschwindigkeiten. Es braucht einen spezifischen Kredit für die höhere Berufsbildung über die heute gesprochenen Mittel hinaus. Wenn nicht, dann gefährden wir die Massnahmen zugunsten der beruflichen Grundausbildung", unterstreicht SGB-Zentralsekretärin Véronique Polito.
</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h5 class="Agencementdutexte" style=" margin-left:0cm; text-indent:0cm">Auskünfte</h5><p></p><ul><li>Véronique Polito, SGB-Zentralsekretärin, 079 436 21 29</li></ul><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2089</guid><pubDate>Thu, 18 Dec 2014 10:38:00 +0100</pubDate><title>Stipendien flopp, Titel top</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/stipendien-flopp-titel-top</link><description>Eine bildungspolitische Spätlese

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">In der abgelaufenen Wintersession haben die eidgenössischen Räte drei bildungspolitische Entscheide von Gewicht gefällt. Kurzer Kommentar.</p><h3>Stipendien: Chance verpasst </h3><p>Das Parlament hat die Chance auf ein besseres Stipendiensystem definitiv verspielt. Es verweigert der entsprechenden Volksinitiative Gefolgschaft und verabschiedet einen zahnlosen Gegenvorschlag. Denn es hat eine gesetzliche Bestimmung abgelehnt, die es ermöglicht hätte, die Stipendien zu harmonisieren und so die unterschiedliche Behandlung nach Kanton einzuebnen. Der SGB wird deshalb die Stipendieninitiative weiterhin unterstützen. Die Abstimmung findet aller Voraussicht nach 2015 statt.
</p><h3>Adieu, professional bachelor </h3><p>Die Motion des Nationalrates Aebischer, welche Absolventen der höheren Berufsbildung die Titel „professional bachelor/master“ zugänglich machen wollte, ist vom Ständerat mit grosser Mehrheit verworfen worden. Die kleine Kammer verabschiedete dafür ein deutlich ausgewogeneres Postulat. Der SGB begrüsst diesen klärenden Ausgang. Er gibt dem Bundesrat einen klaren Auftrag. Dieser hat denn auch schon zu einem runden Tisch eingeladen, der im Februar die wichtigsten Akteure der Berufsbildung versammeln wird.
</p><h3>Wissenschaftlichen Nachwuchs mehr fördern</h3><p>Der SGB ist froh darüber, dass der Ständerat das Postulat „Anreizprogramm für einen Umbau der Karrierestrukturen an Schweizer Hochschulen“ angenommen hat. Es stellt einen ersten Schritt zur Verbesserung der Karriereperspektiven an den Hochschulen dar. Die Erhöhung von Assistenzprofessoren (nach dem sogenannten Tenure Track-Verfahren) darf jedoch nicht Massnahmen zur Stützung des akademischen Mittelbaus und den Kampf gegen deren prekäre Arbeitsbedingungen in den Hochschulen beeinträchtigen.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2059</guid><pubDate>Wed, 12 Nov 2014 14:47:00 +0100</pubDate><title>Bundesrat blendet Probleme der Lehrlinge aus </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bundesrat-blendet-probleme-der-lehrlinge-aus</link><description>Bericht zur Lehrstellenmarktentwicklung
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der heute vom Bundesrat verabschiedete Bericht beschönigt die Schwierigkeiten der Jugendlichen auf dem Lehrstellenmarkt. Seit 2011 decke das Angebot die Nachfrage, somit dränge sich keine zusätzliche Massnahme auf, so der Bundesrat. Die Lage der Jugendlichen ist jedoch nicht so rosig. Mehrere Branchen bieten heute zu wenig Lehrstellen an. Das gilt vor allem für frauendominierte Bereiche wie Gesundheit und Soziales. Aus diesem Grund müssen sich junge Frauen viel häufiger bewerben als junge Männer (im Durchschnitt 15 weibliche gegenüber 9 männliche Bewerbungen). Das ist unbefriedigend und diskriminierend. 
</p><p>Auf der anderen Seite bleiben in mehreren Branchen viele Lehrstellen unbesetzt, insbesondere in solchen des Baus, des Gewerbes und der Industrie. Die Arbeitgeber sehen den Fehler bei den Jugendlichen. Diese würden den Ansprüchen nicht genügen. Oder es mangle an Werbung in der Schule oder bei den Familien. Was stimmt: die betroffenen Branche sind häufig jene, in denen die Jugendlichen schnell als billige Hilfskräfte eingesetzt und in denen die Qualität der Ausbildung sowie die Sicherheit zweitrangig werden.
</p><p>Aus diesem Grund verlangt der SGB, dass Bund und Kantone die Lehraufsicht verstärken und die Umsetzung von für die Lehrlinge bestimmten Sicherheitsmassnahmen besser kontrollieren. Die Gewerkschaftsjugend hat dazu eine Petition gestartet. <br>&nbsp;
</p><h5>Auskünfte:</h5><p><a name="Text7">Véronique Polito, SGB-Zentralsekretärin, 079 436 21 29</a></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2058</guid><pubDate>Wed, 12 Nov 2014 11:48:00 +0100</pubDate><title>Verführerisches Vorhaben, aber in die Sackgasse leitend</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/verfuehrerisches-vorhaben-aber-in-die-sackgasse-leitend</link><description>Ständerätliche Kommission lehnt Motion zur „Titeläquivalenz für die höhere Berufsbildung“ ab 
</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Nationalrat hat im Juni die Motion Aebischer angenommen. Diese verlangt die Einführung eines „professional bachelor“ in der höheren Berufsbildung. Sollte sich der Ständerat diesem Entscheid anpassen, werden heute gut integrierte Berufsleute statt einer Aufwertung eine Herabsetzung ihres Berufstitels zu gewärtigen haben. </p><p>Hauptsächlich der von Ruedi Strahm präsidierte Schweiz. Verband für Weiterbildung (SVEB) und die Konferenz der höheren Fachschulen wollen der Einführung eines „professional bachelor“ in der höheren Berufsbildung den Weg bahnen. Nicht ohne Erfolg – hauchdünn hat der Nationalrat im Juni eine entsprechende Motion von Matthias Aebischer angenommen.
</p><h3>Ein Projekt, das die Wirklichkeit verkennt</h3><p>Entgegen der Überzeugung der Anhänger der Motion sind Berufsleute mit einem Abschluss der höheren Berufsbildung heute gut im Arbeitsmarkt integriert. Ihre Erwerbsquote übersteigt diejenige der Hochschulabsolvent/innen, dies markant bei den Frauen. Und die Beschäftigungsstatistik zeigt, dass der Fachkräftemangel bei Absolvent/innen der höheren Berufsbildung ausgeprägter ist als bei jenen mit Hochschulbildung. Das gilt für den sekundären wie für den tertiären Sektor. Hinsichtlich Stellung im Beruf zeitigen beide Ausbildungen viel Nähe: auch viele Absolvent/innen einer höheren Berufsbildung sind in der Unternehmensleitung tätig oder üben eine leitende Funktion aus. 
</p><p>Einzig die Lohnfrage lässt zu wünschen übrig. Die Löhne der Beschäftigten mit Berufsdiplom haben mit der allgemeinen Lohnentwicklung nicht Schritt gehalten. Die Umbenennung eines Titels wird hier jedoch keine Aufwertung bewirken. Die Gewerkschaften wissen das zur Genüge. Der Kampf der Zürcher Kindergärtnerinnen hat dies erst kürzlich gezeigt. Der Titel des bachelor genügt nicht, um den Beruf aufzuwerten. Sogar die Berufstätigen mit Hochschulabschluss müssen heute ihre Rechte via Mobilisierung und kollektives Handeln durchsetzen (siehe „87 % Lohn für 100 % Arbeit“ in Tages-Anzeiger online vom 22.10.2014). 
</p><h3>Gegenteilige Auswirkungen programmiert</h3><p>Obwohl auf den ersten Blick verführerisch: der „professional bachelor“ ist keine gute Lösung. Die hervorragende arbeitsmarktliche Position der Absolvent/innen einer höheren Berufsbildung ist nicht vom Titelglanz abhängig, sondern von einem beruflichen know how, das nicht nur durch ein Diplom, sondern auch durch erwiesene Erfahrung in der Branche belegt wird. Der „professional bachelor“ suggeriert jedoch eine theoretische Ausbildung auf akademischer Ebene. Das wird die Kompetenzen der Diplomierten nicht geeignet bezeichnen. Statt mehr Lesbarkeit wird mehr Verwirrung in der Titelfrage herrschen. Dies umso mehr als die Schweiz als einziger Staat in Europa einen bachelor auf nichtakademischer Ebene eingeführt haben würde. Es dürfte nicht lange gehen, und die neuen Titel würden auf dem Arbeitsmarkt in Verruf geraten – vor allem gegenüber den academic bachelors, welche die Hochschulen bald neu zu taufen hätten.
</p><h3>Falsche Antwort auf wahres Problem</h3><p>Obwohl auf dem Arbeitsmarkt gut positioniert sind die Titel der höheren Berufsbildung heute dem grossen Publikum nur wenig bekannt. Das gilt insbesondere für Hochschulabsolvent/innen oder für jene, die aus einem Land ohne vergleichbare Ausbildung stammen. Das könnte zum langfristigen Handicap der höheren Berufsbildung werden, vor allem im Vergleich zu den akademischen Titeln, die dank „Bologna“ auf nationaler wie internationaler Ebene an Sichtbarkeit gewonnen haben.
</p><p>Deshalb unterstützt der SGB den Antrag der vorberatenden ständerätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur. Dieser verlangt einerseits die Ablehnung der Motion Aebischer (also des „professional bachelor“), andererseits die Annahme eines Kommissionspostulates, das den Bundesrat auffordert, neue Vorschläge zur Klärung der Titelstruktur zu unterbreiten. Der SGB ist überzeugt, dass mit dem Postulat Wege gebahnt werden, die den spezifischen Bedürfnissen der Berufstätigen besser entsprechen. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2043</guid><pubDate>Wed, 29 Oct 2014 10:59:00 +0100</pubDate><title>Wieder vier neue diplomierte Gewerkschaftssekretär/innen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/wieder-vier-neue-diplomierte-gewerkschaftssekretaer-innen</link><description>Diplomübergabe am SGB-Kongress
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie wird man oder Frau Gewerkschaftssekretär/in? Bis vor ein paar Jahren war die Antwort einfach: Man oder Frau bringen inhaltliches Feuer, sie beginnen „unten“ irgendwo, sie bilden sich weiter, entweder informell oder an der „Arbeiterschule“.
</p><p>All das ist sich gleich geblieben. Bloss die „Arbeiterschule“ gibt es seit vier Jahren nicht mehr. Sie wurde ersetzt durch die Ausbildung „Fachfrau/Fachmann für Management in gewerkschaftlichen Organisationen“. Dabei handelt es sich nicht nur um eine neudeutsche Übertünche des früheren Angebots. Wer den so benannten Abschluss schafft, hat eine eidgenössische Berufsprüfung absolviert und sich so einen anerkannten Titel der höheren Berufsbildung erworben. 
</p><p>Unter dem Patronat des SGB fanden diese Berufsprüfungen vor kurzem zum vierten Mal statt. Zwei Frauen und zwei Männer aus vier verschiedenen Regionen und vier verschiedenen Verbänden haben die Prüfungen dieses Jahr bestanden. Am SGB-Kongress überreichte ihnen Peter Sigerist, Präsident der SGB-Kommission für Qualitätssicherung, den Fachausweis. Dabei handelt es sich um:</p><ul><li>Valérie Solano, SEV,</li><li> Elisabeth Di Blasi, Syndicom, </li><li> Matteo Guagenti, Unia,</li><li> Elias Toledo, Kapers (ehemals Unia). </li></ul><p>Der Preis des SGB für die originellste Diplomarbeit ging an Valérie Solano. Valérie Solano behandelt in ihrer Arbeit die literarische Form der Erzählung als gewerkschaftliches Mittel.
</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2036</guid><pubDate>Fri, 24 Oct 2014 12:31:00 +0200</pubDate><title>Mehr Schutz für Lehrlinge!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/mehr-schutz-fuer-lehrlinge</link><description>Eine unabhängige Lehraufsicht muss Betriebe mindestens einmal im Jahr kontrollieren
</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Einhellig haben die Delegierten eine Resolution der SGB-Jugendkommission für einen besseren Lehrlingsschutz verabschiedet. Verlangt sind mehr und bessere Kontrollen der Lehrbetriebe.</p><p>Die SGB-Jugendkommission leitete mit einem gut fünfminütigen Film ins Thema ein. Lehrlinge erzählen darin von den Umständen, die eine Lehre zu einer guten machen – aber auch von Erfahrungen, die sie zu einer schlechten machen: von zu langen Arbeitszeiten, reiner Arbeit statt Lernen bei der Arbeit, zu viel Routine (Putzen, Kaffee machen usw.). Der Film endet mit dem Appell, dass man Probleme nicht einfach schlucken und den Kopf nicht in den Sand stecken soll. Mit den Gewerkschaften zusammen seien die Probleme anzugehen.
</p><p>Die Resolution der SGB-Jugendkommission geht die Probleme an. Sie kritisiert die Unternehmen, die die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Lehrlinge missachten. Mutwillig würden so Unfälle oder schulisches Scheitern in Kauf genommen. Die Unternehmen würden dabei nicht belangt werden. Denn: „die Kantone führen kaum Kontrollen durch.“ 
</p><p>Deshalb verlangt die Resolution: &nbsp;</p><ul><li>In jedem ausbildenden Betrieb mindestens eine Kontrolle pro Jahr</li><li> eine unabhängige Lehraufsicht und </li><li> strengere Kriterien für die Ausbildungsbewilligung.</li></ul><p>Angenommen hat der Kongress zudem zwei Anträge, die den SGB auffordern, sich für die rechtliche Anerkennung von im Ausland erworbenen Diplomen und in der Praxis erlangten Bildungsleistungen einzusetzen. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-2014</guid><pubDate>Tue, 07 Oct 2014 17:08:00 +0200</pubDate><title>Zweitsprache in Berufslehre: ein Schritt nach vorn</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/zweitsprache-in-berufslehre-ein-schritt-nach-vorn</link><description>Staatssekretariat hat reagiert

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB), das Berufsschullehrer/innen ausbildet, fördert künftig auch den zweisprachigen Unterricht an Berufsfachschulen. Diese neue Aufgabe verlieh ihm das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Zweisprachiger Unterricht wird als eine von vier „Stossrichtungen“ zur Schliessung einer Lücke in der Berufsbildung empfohlen. </p><p>Nachdem eine Untersuchung einen deutlichen Mangel an Mobilität und Fremdsprachenförderung in der Berufslehre festgestellt hatte, hat der Bund nun reagiert. Das ist erfreulich und zukunftsweisend. Denn in Arbeitswelt, Bildung und Privatleben sind Kontakte über die Sprachgrenzen hinweg fast alltäglich geworden. Die Fähigkeit, mit fremdsprachlichen Texten und Online-Informationen angemessen umzugehen, gehört heute zu den Grundkompetenzen in fast allen Berufen. Die „Fremdsprachenlücke“ in der Berufsbildung ist denn auch für viele Jugendliche ein wichtiger Grund, den schulischen Weg der dualen Lehre vorzuziehen. 
</p><p>Im SBFI-Newsletter vom Mai 2014 heisst es dazu denn auch: «Arbeitswelt und Bildungswesen werden immer internationaler. Diese Entwicklung stellt auch an die Berufsbildung neue Anforderungen. Um die Fremdsprachenkenntnisse der Lernenden entsprechend der wirtschaftlichen Bedürfnisse zu fördern, soll vermehrt auf bilingualen Unterricht gesetzt werden. Das SBFI unterstützt das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) beim Aufbau der nötigen Förderstrukturen.»
</p><h3>„Plattform 2. Sprache“ geht ans EHB</h3><p>Auch der SGB hat sich seit Langem für „mindestens eine zweite Sprache in der Lehre“ eingesetzt. 2008 hat er dazu die „Plattform 2. Sprache“ ins Leben gerufen. Die vom Bund mit einer Starthilfe unterstützte Internetplattform „www.2sprachen.ch / www.2langues.ch“ dokumentierte erstmals gesamtschweizerisch das Thema Fremdsprachen in der Berufsbildung und publizierte laufend „News“ dazu. Dies in einfacher Aufmachung, aber kontinuierlich und möglichst umfassend. Diese Materialien werden nun sukzessive vom EHB übernommen und für die neue Anlaufstelle nutzbar gemacht. 
</p><p>Dass auf der „Plattform 2. Sprache“ der zweisprachige Unterricht in den Vordergrund rückte, hat damit zu tun, dass hier – anders als beim Fremdsprachenunterricht – Innovation und Fortschritt am ehesten sichtbar wurden. Davon zeugt auch der an vielen Mittelschulen erfolgreich eingeführte „Immersionsunterricht“. Dennoch ging es den Gewerkschaften nicht um die Favorisierung nur eines Weges: Angesichts der Vielfalt der beruflichen Bildungswege geht es generell um den Einbezug mindestens einer zweiten Sprache (eine andere Landessprache oder Englisch) in Schule und/oder Betrieb. An der Berufsfachschule geht es dabei um ein obligatorisches Fremdsprachfach und/oder um zweisprachigen Unterricht und/oder um Sprachaufenthalte oder -austausche. Je intensiver und vielfältiger die fremdsprachliche Förderung, desto besser. Die heutige Situation jedoch, dass nämlich vier von fünf Berufslernenden ihre Lehre einsprachig durchlaufen, ist jedenfalls nicht zukunftstauglich - und kein Ruhmesblatt für unsere Berufsbildung.
</p><p>&nbsp;</p><p>Willy Nabholz ist Projektleiter der Plattform 2.Sprache und Mitglied der bildungspolitischen Kommission des SGB </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1997</guid><pubDate>Tue, 23 Sep 2014 14:57:00 +0200</pubDate><title>Spätes und zögerliches Zeichen für Frauen und ältere Erwerbstätige</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/spaetes-und-zoegerliches-zeichen-fuer-frauen-und-aeltere-erwerbstaetige</link><description>Bundesrat will Fachkräfteinitiative anstossen

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Bundesrat will im Rahmen der von ihm angekündigten Fachkräfteinitiative die Beschäftigung der Frauen und der älteren Erwerbstätigen begünstigen. Der SGB begrüsst dieses Ziel. Die dazu vorgeschlagenen Massnahmen beurteilt er jedoch skeptisch.</p><p>Es ist bedauerlich, dass die Frage der Integration von Frauen und der älteren Erwerbstätigen in den Arbeitsmarkt politisch erst dann Bedeutung erhält, wenn die Diskussion über die Kontingentierung ausländischer Fachkräfte hohe Wellen schlägt. Die Gewerkschaften haben sich seit langem für die Vereinbarkeit von Familie und Erwerb ausgesprochen – und ebenso für Bedingungen, die es auch den Älteren ermöglichen, so lange wie gewünscht beruflich tätig zu sein.
</p><p>Leider waren diese Ziele nur selten konsensfähig. Die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Erwerb haben die Betroffenen bis heute hauptsächlich auf privater Ebene zu lösen. Selbst der Familienartikel, der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie festgehalten hätte, scheiterte aufgrund des Widerstands der SVP und der Konservativen an der Urne. Wer die Immigration bekämpfte, trat auch gegen die Frauen an…
</p><h3>Wenig ambitiöse Massnahmen </h3><p>Die Gewerkschaften halten die vom Bundesrat skizzierten Massnahmen als zu wenig ambitiös. Von blossen Absichtsbekundungen, durch Partnerorganisationen unterzeichnet, hält der SGB nicht viel. Bloss auf Freiwilligkeit aufbauende Massnahmen versanden: Das hat der Lohngleichheitsdialog deutlich genug gezeigt.
</p><p>In der ausserfamiliären Betreuung widersetzt sich der SGB jedem Projekt, das die Kosten und damit die Qualität der Leistungen absenken will. So wäre es absurd, qualifiziertes Personal in den KITAS oder vergleichbaren Institutionen etwa durch Zivildienstleistende ersetzen zu wollen. Die so verursachte Qualitätseinbusse könnte Eltern dazu bewegen, ihre Kinder nicht mehr in solche Institutionen zu schicken. Besser ist es, in die Bildung des betreuenden Personals und die Verbesserung der Strukturen zu investieren als an allen Ecken sparen zu wollen. 
</p><p>Ebenso wenig überzeugt ist der SGB von der Notwendigkeit der „Beseitigung der steuerlichen Benachteiligung von Ehepartnern bei der direkten Bundessteuer“. Hier können nur hohe Einkommen profitieren. Anstatt neue Steuereinbussen zu planen, ist eine bessere öffentliche Finanzierung der ausserfamiliären Kinder und Kleinkinderbetreuung angezeigt. Das entlastet die Familien, die das Angebot nutzen. 
</p><h3>Ständerat: gute Zeichen</h3><p>Der SGB wird sich in diesem Feld engagieren. Zusammen mit den Partnern (Arbeitgebern, Kantonen, Bund) wird er konstruktive Lösungen suchen, sowohl hinsichtlich Vereinbarkeit wie bei den älteren Erwerbstätigen. Der Ständerat hat immerhin positive Zeichen gesandt. Trotz ursprünglicher Opposition des Bundesrates hat er am 23. September ein Postulat Rechsteiner verabschiedet, das nach dem Muster der nationalen Lehrstellenkonferenzen eine solche zur Thematik der älteren ArbeitnehmerInnen verlangt. Gleichzeitig hat er ein Postulat Graber verabschiedet, das den Bundesrat auffordert, ein Konzept zur Förderung von Wiedereinsteigerinnen zu erarbeiten.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Schweiz</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1836</guid><pubDate>Thu, 18 Sep 2014 10:12:00 +0200</pubDate><title>Info-Offensive zu Lehrlingsrechten und -löhnen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/info-offensive-zu-lehrlingsrechten-und-loehnen</link><description>SGB-Jugend an den SwissSkills

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">An den SwissSkills wird die Glanzseite der Schweizer Berufsbildung poliert. Die SGB-Jugend, daselbst präsent, zeigt auf, dass es auch eine Kehrseite gibt.</p><p>Der Schutz von Lehrlingen ist eine der Kernaufgaben der Gewerkschaften. Entsprechend aktiv ist die Jugendkommission des SGB im Rahmen der zur Zeit in Bern stattfindenden 1. Schweizer Berufsmeisterschaften SwissSkills: Mit einem eigenen Stand informiert sie an den SwissSkills Lehrlinge über ihre Rechte und sammelt gleichzeitig Unterschriften für ihre <a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch/lehrlingspetition" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Lehrlingspetition</a>. Diese fordert mit vier konkreten Massnahmen mehr Schutz für Lehrlinge: mindestens eine Kontrolle pro Jahr, eine unabhängige Aufsicht, strenge Kriterien für die Ausbildungsbewilligung und kein Sparen auf dem Rücken der Jugendlichen.
</p><p>Gleichzeitig hat die Jugendkommission einen <a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch/aktuell/artikel/details/auch-lehrlinge-haben-rechte" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Flyer</a> entwickelt, der Antworten auf einige typische Probleme junger Arbeitnehmer gibt und über die SGB-Jugendkommission informiert. Dabei handelt es sich um eine Kurzfassung des Bestsellers «<a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch/aktuell/artikel/details/neue-website-fuer-lehrlinge-aufgeschaltet-sgb-bestseller-neu-aufgelegt" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Ich kenne meine Rechte</a>». In einem neu erstellten <a href="http://www.youtube.com/watch?v=2PVAZ-Tzbzs" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Film</a> erzählen Stiftinnen und Stifte, was für sie eine gute Lehre ausmacht und weshalb für sie die Gewerkschaften wichtig sind. Der Film wird am SwissSkills-Stand erstmals gezeigt und gleichzeitig auf der Website der SGB-Jugend veröffentlicht.
</p><p>Last but not least hat sich die SGB-Jugendkommission des Themas angenommen, das den zukünftigen und aktuellen Lehrlingen wohl am meisten unter den Nägeln brennt: den Löhnen. In einer vollständigen <a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch/aktuell/artikel/details/lehrlingsloehne-2014-das-steht-dir-zu" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Liste</a> stellt sie erstmals tabellarisch Links zu den kantonalen Lehrlingslohnempfehlungen und zu sämtlichen kantonalen Berufsbildungsämtern zusammen.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1579</guid><pubDate>Wed, 27 Aug 2014 15:34:00 +0200</pubDate><title>Ein überfälliges Signal zur Förderung der höheren Berufsbildung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ein-ueberfaelliges-signal-zur-foerderung-der-hoeheren-berufsbildung</link><description>Massnahmen zur Stärkung der Berufsbildung </description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundesrat hat heute seine Absicht bekanntgegeben, die Berufsbildung zu stärken. Er will insbesondere Gelder freigeben zur finanziellen Entlastung von Personen, die sich auf eidgenössische Berufsexamen (Eidgenössische Fachausweise, Diplome) vorbereiten. Er will zudem für eine bessere Vergleichbarkeit und Anerkennung der höheren Berufsbildungsabschlüsse im In- und Ausland sorgen.
</p><p>Aus Sicht des SGB ist es höchste Zeit, dass der Bundesrat in diesen Fragen tätig wird. Bereits 2009 hatte der SGB gefordert, dass der Bund „Bildungsgutscheine“ einführt, die es jungen Menschen nach Abschluss ihrer Berufslehre erlauben, ihre Berufsausbildung ohne exzessive Kostenfolgen weiterzuführen. Es brauchte mehr als fünf Jahre Gespräche und Verhandlungen, damit sich die Sozialpartner, der Bund und die Kantone auf ein Finanzierungskonzept einigen konnten: Künftig soll allen Personen, die sich auf Berufsexamen vorbereiten, die Hälfte der Studiengebühren finanziert werden.
</p><p>Die Finanzierung der Vorbereitungskurse für eidgenössische Prüfungen würde die Diskriminierung der Berufsausbildung gegenüber der Gymnasialausbildung beenden. Während heute ein Gymnasiast oder eine Gymnasiastin die Ausbildung ohne grosse Kostenfolgen fortsetzen kann, muss nach Abschluss einer Berufslehre im Schnitt 10‘000 Franken für einen eidgenössischen Fachausweis und 15‘000 für ein höheres Fachdiplom (nota bene ohne Prüfungsgebühren) bezahlt werden. „Lehrlinge, die ihre Ausbildung ausserhalb der akademischen Bildungsgänge fortsetzen, werden heute finanziell benachteiligt“, erklärt die für Berufsbildungsfragen verantwortliche SGB-Zentralsekretärin Véronique Polito. „Eine finanzielle Unterstützung bringt Berufsleuten heute viel mehr als die von verschiedener Seite geforderte und vom Bundesrat nun verworfene Einführung eines ‚Professional Bachelors‘. Denn ein solcher würde nur wenig über den effektiven Wert einer Ausbildung aussagen.“
</p><p>Bundesbeiträge an höhere Berufsausbildungen bedingen jedoch eine Gesetzesänderung und müssen durch das Parlament beschlossen werden. „Da der Bundesrat parallel dazu Steuersenkungen plant, sind Bildungsreformen akut gefährdet. Denn die massiven Steuerausfälle erhöhen den Druck auf die Budgets von Bund und Kantonen“, so Polito. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB erwartet im Zusammenhang mit den Plänen des Bundesrats zur höheren Berufsausbildung hitzige Diskussionen über deren Auswirkungen auf die Verteilung von Bundesgeldern.
</p><h5>Auskünfte &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;</h5><ul><li><span>Véronique Polito, SGB-Zentralsekretärin zuständig für Bildungsfragen, 079 436 21 29</span></li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1571</guid><pubDate>Mon, 21 Jul 2014 16:12:00 +0200</pubDate><title>Bildungs- und Kulturzuständiger – und Kulturschaffender</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bildungs-und-kulturzustaendiger-und-kulturschaffender</link><description>Zum Tod von Walo Landolf (1942 – 2014)

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Text">Am 16. Juli 2014 ist im Alter von 72 Jahren Walo Landolf gestorben. Walo Landolf, ausgebildeter &nbsp;Sekundarschullehrer, wurde 1982 als Sekretär der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale sabz (heute movendo) angestellt. Als solcher war er bis Mitte 1997 zuständig für das gewerkschaftliche Kurswesen, insbesondere die Weiterbildung von FunktionärInnen und Vertrauensleuten. In diesen 15 Jahren betreute Walo auch die Gewerkschaftsschule Schweiz, die angehenden Gewerkschaftsprofis eine konzentrierte mehrwöchige Ausbildung anbot. Gleichzeitig war Walo für die sabz und den SGB für das Dossier Kultur verantwortlich. Dieses umfasste auch den damals jährlich verliehenen Literatur- und den zweijährlich verliehenen Kulturpreis sowie das Management einer eigenen Film- und Videoabteilung. Viel Energie steckte Walo in die gewerkschaftliche Aufbauarbeit für Mittel- und Osteuropa, ein vom Bund unterstütztes Programm zur Demokratisierung der ex-kommunistischen Staaten im Osten, bei welchem SGB und sabz sich für den gewerkschaftlichen Bereich einsetzten. Als sich Walo Landolf nach 15 Jahren von sabz und SGB verabschiedete, führte er das Engagement für Osteuropa weiter, zuerst beruflich für die Pro Helvetia, dann auch privat – und immer leidenschaftlich. &nbsp;</p><p class="Text">Walo Landolf war nicht nur lange Jahre für Kultur zuständig, er hat auch selbst Kultur geschaffen. Er konnte trefflich leise und laute, melancholische und anklägerische, subtile, absurde und komische Töne zu einer satirischen Botschaft mixen. Da war er im Element, vor allem bei den „Kultursympathisanten“. Dieses Kabaret begründete er mit, er verfasste grosse Teile der Texte für 7 Programme. Als Schauspieler – der grosse Lange mit tapsigem Schritt und verkniffenem Mund – fand er zu einem ganz eigenen Ausdruck. Als Texter verstand er es, gleichzeitig auf die Lachmuskeln und die Descartessche Zirbeldrüse zu zielen. </p><p class="Text">Auch nach seiner ordentlichen Pensionierung tauchte Walo Landolf noch oft in den SGB- oder &nbsp;movendo-Räumen auf, nahm Mandate gewerkschaftlicher Kulturarbeit wahr, ordnete Bestände für das Archiv. Dabei war es immer eine Freude, mit ihm zusammen zu sein: Ein eigenwilliger Mix von Engagement, Melancholie und Schalk blieb das Markenzeichen seiner Freundschaft.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Schweiz</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1558</guid><pubDate>Wed, 02 Jul 2014 14:38:00 +0200</pubDate><title>Was es zu beachten gilt </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/was-es-zu-beachten-gilt</link><description>Ferienjobs und Arbeitsrecht

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die Ferien nahen. Und damit für viele Schüler/innen und Student/innen eine Möglichkeit, sich via Ferienjobs Geld zu verschaffen. Wer einen solchen Kurzjob macht, ist Arbeitnehmer/in. Zu beachten: Auch für Kurzjobber/innen gilt das Arbeitsrecht.</p><p>Kinderarbeit ist hierzulande glücklicherweise abgeschafft. Das Arbeitsgesetz (ArG) erlaubt Erwerbsarbeit erst ab 15 Jahren. Ab 13 können Jugendliche leichte Arbeiten verrichten. Unter 13 Jahren ist Beschäftigung zulässig in sportlichen und kulturellen Tätigkeiten, dies unter speziellen Bedingungen und mit Bewilligung einer kantonalen Behörde (Art. 30 ArG; Art. 7 ArGV 5). In all diesen Fällen benötigen Minderjährige die elterliche Einwilligung für die Unterzeichnung des Arbeitsvertrages.
</p><h3>Wer darf was (nicht)?</h3><p>Die Verordnung 5 zum Arbeitsgesetz (ArGV 5) präzisiert die Anstellungsregeln für unter 18-Jährige. Verboten sind gefährliche Arbeiten, Beschäftigung in gewissen Bereichen (Diskotheken, Bars, Nachtlokale, Filmvorführungen, Zirkus und Schaustellerei, vgl. Art. 4 bis 6, ArGV 5). Sonntagsarbeit ist nur zulässig für Jugendliche mit beendeter obligatorischer Schulpflicht, maximal einen Sonntag auf zwei und ausschliesslich im Gastgewerbe (in dem Mindestbeschäftigungsalter 16 herrscht), bei Tierpflegebetrieben und in Bäckereien (ArGV 5, Art 13). In touristischen Zonen ist Sonntagsarbeit möglich in touristisch ausgerichteten Betrieben während der ganzen Dauer der Sommerferien (Art. 15 ArGV 5; Art. 25 ArGV 2). Nachtarbeit ist für unter 18-Jährige verboten, ausser sie sei für die&nbsp; berufliche Grundausbildung unerlässlich (Art. 12 ArGV 5).
</p><h3>Wie lange?</h3><p>Die Arbeit der unter 13-Jährigen darf maximal drei Stunden pro Tag und 9 Stunden pro Woche betragen (Art. 10 ArGV 5). Jugendliche über 13 Jahre ohne beendete Schulpflicht können bis zu 8 Stunden pro Tag (40 h pro Woche) während der Hälfte der Schulferien, zwischen 6.00 und 18.00 Uhr, beschäftigt werden, wobei bei mehr als fünf Stunden eine Pause von mindestens einer halben Stunde zu gewähren ist (Art. 11 ArGV 5). Für alle Jugendlichen gilt, dass ihre Arbeitsdauer jene der anderen vom Unternehmen Angestellten nicht überschreiten darf (max. 9 h pro Tag) und innerhalb einer Zeitspanne von 12 Stunden zu erfolgen hat (Art. 31 Abs. 1 ArG). Sie haben Anrecht auf eine tägliche Ruhezeit von mindestens 12 aufeinander folgenden Stunden (Art. 16 ArGV 5). Abends dürfen unter 16-Jährige nur bis 20.00 Uhr, 16- bis 18-Jährige bis 22.00 Uhr beschäftigt werden (Art. 31 Abs. 2 ArG). 
</p><h3>Bei Gefahr nein sagen </h3><p>In Ferienjobs tun viele Jugendliche die ersten Schritte in die Arbeitswelt. Auch in dieser lauern Gefahren, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Das Berufsunfallrisiko junger Jobber/innen ist sehr hoch, vor allem in den ersten Tagen der Anstellung.
</p><p>Deshalb: Sicherheitsvorschriften immer genau beachten. Die entsprechenden Unterrichtungen des Arbeitgebers sind sorgsam zu beachten, auch wenn sie einem übertrieben vorkommen sollten. In jedem Fall sind gefährliche Arbeiten bis zum Alter von 18 Jahren verboten. Ist jemand trotz allem einer Gefahr ausgesetzt, dann muss er wagen, STOPP zu sagen. Es lohnt sich, Hilfe einzuholen bei einem erfahrenen Arbeitskollegen. Unfälle wirken zu häufig zu lange nach.
</p><h3>Richtig versichern</h3><p>Während eines kleinen Ferienjobs die Sozialversicherungen zu vernachlässigen, kann sich rächen. Alle Arbeitnehmenden sind unabhängig ihres Alters obligatorisch durch den Arbeitgeber bei der Unfallversicherung zu versichern. Wenn sie weniger als 8 Stunden beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind, deckt diese Versicherung nur die Berufsunfälle. Ist das Pensum höher, sind alle Unfälle gedeckt. Bei einem Unfall hat der Arbeitgeber die Eltern zu benachrichtigen (Art. 32 ArG). Für Anstellungen unter drei Monaten gibt es keine Verpflichtung, im Krankheitsfalle ein Gehalt zu zahlen. Die anderen Sozialversicherungen (AHV/IV/EO) sind erst ab 18 obligatorisch. Wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht zahlt, ist dies Schwarzarbeit und hat Sanktionen zur Folge.
</p><h3>Lohn: minimale und übliche Löhne</h3><p>In der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn. Theoretisch könnte damit der Arbeitgeber den Lohn zahlen, der ihm passt. Allerdings muss der Arbeitgeber Gesamtarbeitsverträge (GAV) und Normalarbeitsverträge (NAV) respektieren. Für Ferienjobs besonders bedeutend sind der Landes-GAV Gastgewerbe, die verschiedenen GAV im Bau, in der Reinigung, im Detailhandel (Coop, Migros sowie kantonale und kommunale GAV), für den Temporärbereich (Personalverleih) und ebenso die kantonalen NAV in der Landwirtschaft. Die meisten vertraglichen Mindestlöhne findet man auf: <a href="http://www.gav-service.ch" target="_blank" rel="noreferrer">www.gav-service.ch</a>. Die Arbeitgeber müssen zudem die branchen- und ortsüblichen Löhne respektieren. Die meisten davon findet man auf <a href="http://www.lohnrechner.ch" target="_blank" rel="noreferrer">www.lohnrechner.ch</a> .
</p><p>Der SGB empfiehlt einen Mindestlohn von 22.- Fr./h. 
</p><h3>Und die Ferien?</h3><p>Schliesslich darf der Ferienanspruch nicht vergessen werden. Wenn man – wie gewöhnlich bei kleinen Ferienjobs – im Stundenlohn beschäftigt ist, hat man Anrecht auf einen Lohnzuschlag von 10,64 % (bis zu 20 Jahren). Bei Jugendlichen ab 20 beträgt dieser Zuschlag 8,33 %. Auf der Lohnabrechnung ist dieser Zuschlag klar auszuweisen.
</p><p><b>Tipp:</b> Die SGB-Jugendkommission hat in einer Ratgeber-Broschüre alle wichtigen Informationen zum Arbeitsrecht erfasst. Diese ist downloadbar unter: <a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch" target="_blank" rel="noreferrer">www.gewerkschaftsjugend.ch</a> .</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Arbeitsrechte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1555</guid><pubDate>Thu, 26 Jun 2014 08:36:00 +0200</pubDate><title>Mehr Schutz für Lehrlinge</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/mehr-schutz-fuer-lehrlinge</link><description>SGB-Jugendkommission lanciert Petition gegen Missbrauch in der Lehre</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Gewerkschaftsjugend <a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch/lehrlingspetition" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">lanciert heute eine Petition</a>, in welcher sie mehr Schutz für Lehrlinge fordert. Sie reagiert damit gegen die verbreitete Missachtung gesetzlicher Bestimmungen zum Schutz der Lehrlinge. Erhebungen zeigen, dass Verstösse im Bereich der Arbeitszeit (Überzeit, Abend- und Wochenendarbeit) besonders häufig sind. Zudem sind jedes Jahr 25‘000 Lehrlinge Opfer eines Berufsunfalls. Jede/r achte Lehrling verunfallt damit während der Ausbildung. Pro Jahr sterben im Schnitt drei Lehrlinge an den Folgen.
</p><p>Das muss ändern! Viel Missbrauch und auch viele Unfälle könnten verhindert werden, wenn die Behörden für eine konsequente Lehraufsicht sorgten. Deshalb fordert die Gewerkschaftsjugend in jedem ausbildenden Betrieb mindestens eine Kontrolle pro Jahr, eine unabhängige Lehraufsicht, strenge Kriterien für die Ausbildungsbewilligung und ein Ende der Sparübungen auf dem Rücken der Jugendlichen. Die Kantone müssen endlich genügend Ressourcen für die Kontrolltätigkeiten bereitstellen. Gesundheit und Sicherheit der Lehrlinge dürfen nicht mehr so leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.
</p><p>Diese Forderungen sind umso dringlicher als der Bundesrat nunmehr eine erneute Absenkung des Schutzalters für gefährliche Arbeiten in der Lehre ankündigt (auf 15 Jahre). Der Bundesrat hat jedoch seine diesbezüglichen Versprechen nicht gehalten, er hat die zuvor mit den Sozialpartnern diskutierten kompensatorischen Massnahmen abgeschwächt. Das ist nicht akzeptierbar. Die SGB-Jugendkommission fordert den Bundesrat auf, seine Verantwortung wahrzunehmen und den Kantonen Massnahmen vorzuschreiben, mit denen Gesundheit und Sicherheit der Lehrlinge geschützt werden können.&nbsp;
</p><h3>SGB-Jugendkommission</h3><p><a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite der Gewerkschaftsjugend</a></p><h5>Auskünfte:</h5><ul><li><span>Véronique Polito, Zentralsekretärin SGB, 079 436 21 29 (d und f)</span></li><li><span>Loïc Dobler, Co-Präsident SGB-Jugendkommission, Zentralsekretär syndicom,&nbsp;</span><span>079 385 66 95 (nur f)</span></li></ul><h5>&nbsp;DOKUMENTE:</h5><ul><li><span>Petition </span><span>&lt;media 2078 - - "TEXT, 140626 Petition, 140626_Petition.pdf, 243 KB"&gt;»&nbsp;Mehr Schutz für Lehrlinge!&lt;/media&gt;</span></li><li><span>Véronique Polito </span><span>&lt;media 2077 - - "TEXT, 140626 VP L schutz, 140626_VP_L_schutz.pdf, 67 KB"&gt;»&nbsp;&lt;/media&gt;</span><span>&lt;media 2077 - - "TEXT, 140626 VP L schutz, 140626_VP_L_schutz.pdf, 67 KB"&gt;Schutz der Lehrlinge muss nun prioritär werden&lt;/media&gt;</span></li><li><span>Paul Maetschke&nbsp;</span><span>&lt;media 2080 - - "TEXT, 140612 PMaetschke lehr, 140612_PMaetschke_lehr.pdf, 408 KB"&gt;»&nbsp;Den guten Ruf der Lehre verteidigen&lt;/media&gt;</span></li><li><span>Loïc Dobler</span><span>&lt;media 2081 - - "TEXT, 140626 PMaetschke lehrl-f, 140626__PMaetschke__lehrl-f.pdf, 36 KB"&gt;&nbsp;» Protégeons les apprenti-e-s !&lt;/media&gt;</span></li><li><a href="http://www.unia.ch/Lehrlinge.3975.0.html?&amp;L=10" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">Lehrlingsreport 2013/2014 der Unia</a></li></ul><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Arbeitsrechte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1519</guid><pubDate>Wed, 07 May 2014 15:49:00 +0200</pubDate><title>Mindestlöhne fördern Frauen und die Lehre </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/mindestloehne-foerdern-frauen-und-die-lehre</link><description>Was gilt, auch wenn Wendehälse mit dem Wind schreien

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">In den letzten zwei Jahren haben die höchsten Löhne den Lift genommen, die tiefsten Löhne dagegen sind dramatisch gesunken. Letzteres hätte ein gesetzlicher Mindestlohn verhindert. Opfer dieser liberalen Lohnpolitik sind vor allem die Frauen. Noch nie waren sie so gut gebildet, aber man verweigert ihnen auch bei abgeschlossener Lehre ein würdiges Salär. Erstaunt das in einem Land, in dem Minister Frauen mit Gebrauchsgegenständen aus der Küche vergleichen?</p><p>Wenn dir der Wind rau entgegenbläst, erkennst du die echten Freunde. Das zeigt auch die Mindestlohnabstimmung. Im vorherrschenden Diskurs gilt der Mindestlohn als Gefahr für die Schweiz. Lohnschutz nütze nichts. Besser sei es, als ausgebeutete&nbsp; Verkäuferin ein Taschengeld &nbsp;zu verdienen und damit eine zusätzliche Woche Familienferien zu ermöglichen als arbeitslos zu sein – und nur mehr zu den älteren Gebrauchsgegenständen in der Küche zu zählen. 
</p><p>Denn schliesslich gibt es für den Bevölkerungsschutz den Gripen. Er darf den schwedischen Fabriken entfliegen, um uns, die Schweizer Frauen, zu beschützen, wenn wir Kleider verkaufen oder die Alten in den Heimen pflegen. Mit so investierten Milliarden gedeiht das Land – und nicht mit 0,5 % mehr an Salärmasse, mit der man die Lohnmisere auslöschen könnte.
</p><p><b>Im Reich des Absurden</b></p><p>Und nun verkündet uns das Bundesamt für Statistik (BFS), dass die tiefsten Löhne um 300 Franken gesunken und die höchsten um 10‘000 Franken gestiegen sind. Der natürliche Gang der Dinge? Dem vorherrschenden Diskurs zufolge sollten die qualifizierten Verkäuferinnen von TallyWeijl eigentlich für das Privileg, für Tally Elfassi-Weijl und Beat Gruring, die Eigentümer des Unternehmens, die zu den reichsten 300 Menschen der Schweiz gehören, zu arbeiten –&nbsp; zahlen!
</p><p>Aha, hören wir, die TallyWeijl-Verkäuferinnen seien nicht produktiv. Und deshalb ihr tiefer Lohn. Aber woher dann Weijl und Gruring riesiges Vermögen? Ist es ihnen aus dem Himmel zugeflogen? Mit ein paar Gripen zusammen? Seid’s mal zufrieden, rufen uns die zu, die ihre Nase stets nach dem Wind richten: Wenn die TallyWeijl-Verkäuferinnen in der Schweiz 4000 Franken verdienen sollten, dann würden die Läden ins Ausland ausgelagert. Worauf wir, schüchtern: Um was wem zu verkaufen?
</p><h3>Das Ende der Lehre</h3><p>Die allerfrechste Behauptung der Mindestlohngegner aber gilt zweifelsohne der Lehre. Sie werde stark verlieren, die Jungen würden vom schnellen Geld verführt. Ach ja? Welcher Patron stellt denn einen Jugendlichen für 4000.- ein, wenn er ihn als Lehrling auch für 400.- haben kann? – Muss man eine Arbeitgeber-Organisation sein, um zu wagen, die eigenen Mitglieder so dumm darzustellen?
</p><p>Wenn die Mindestlöhne für die Lehre so gefährlich wären, dann wäre sie seit langem tot. Denn fast alle Sektoren im Gewerbe und im Bau sowie Teile der Industrie kennen seit vielen Jahren &nbsp;Mindestlöhne. Und trotzdem floriert die Lehre. Was auch nicht erstaunt. Denn noch nie haben die Jugendlichen so viel wie heute in ihre Ausbildung investiert…
</p><h3>Frauen zahlen die Zeche</h3><p>Die Statistiken des BFS zeigen: Es sind hauptsächlich die Frauen, die das Fehlen eines gesetzlichen Mindestlohnes bezahlen. Das nicht, weil sie in schwach produktiven Branchen arbeiten, sondern weil sie weniger häufig durch Gesamtarbeitsverträge geschützt sind. Das nicht, weil sie weniger ausgebildet wären, sondern weil ein Lehrabschluss in Verkauf, Coiffure, Gesundheit und Soziales wenig „Lohnwert“ entwickelt. Das ist fortgeschrittene Diskriminierung, banalisiert und toleriert…
</p><p>Aber selbst die frühere Chefin des Bundesamtes für Berufsbildung, die sich während Jahren für die Besserstellung der Frauen in der Berufsbildung eingesetzt hat, vollbringt nun eine Wende und marschiert mit denen, die den Wind im Rücken spüren. In der Sonntagspresse erklärte sie kürzlich den Mindestlohn als fatal für die Lehre. Vergessen hat sie dabei, dass es sich hierbei um das einzig effiziente Mittel des Lohnschutzes für Frauen handelt, die heute noch eine Lehre absolvieren wollen. Es verhält sich also gerade umgekehrt: wer Frauen die Lehren offen halten will, der macht diese dann attraktiv, wenn danach auch ein korrekter Lohn winkt. Das Minimum vom Minimum sind dabei 4000 Franken. 
</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1512</guid><pubDate>Tue, 06 May 2014 15:49:00 +0200</pubDate><title>Dossier 103: Ein starker Service Public – damit die Schweiz funktioniert</title><link>https://www.sgb.ch/themen/service-public/detail/dossier-103-ein-starker-service-public-damit-die-schweiz-funktioniert</link><description>Reden der Tagung vom 27.2.2014</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Ein gut ausgebautes Bahnnetz, die sicherste Stromversorgung in Europa, Entsorgung und Kläranlagen auf neustem technologischen Stand, sauberes Trinkwasser, ein qualitativ hochstehendes Bildungssystem, zuverlässige Postlieferungen und funktionierende Kommunikation, niedrige Kriminalitätsraten und hohe Lebenserwartung dank solider Gesundheitsversorgung sind nur einige Beispiele – die Schweiz hat europaweit den besten Standard bei den öffentlichen Dienstleistungen und Infrastrukturen. </p><p>Dieser Standard ist jedoch bedroht durch massive Sparprogramme in Kantonen und Gemeinden. Eine unverantwortliche Steuerpolitik und pessimistische Voranschläge liefern eine Steilvorlage für politische Mehrheiten zur Privatisierung von ganzen Bereichen und Institutionen. Die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich, der Arbeitsdruck nimmt zu. Dazu kommt eine medial geschürte Kritik, wonach die öffentlichen Dienstleistungen unzureichend und zu teuer seien, es gelte nun, mit Privilegien bei Besoldung und Pensionskassen aufzuräumen und den Service public effizienter zu machen. Höhere Qualität und tiefere Preise dank Markt, dank Wettbewerb! Dieses Credo erweist sich seit Jahren als untauglich für viele Bereiche des Service public, was unzählige Beispiele aus Europa belegen. Letztlich bewirkt diese Politik höhere Preise und eine schlechtere Grundversorgung.
</p><p>In diesem grimmigen Umfeld muss der Service public in den kommenden Jahren auf grosse Herausforderungen ausgerichtet werden: Bevölkerungsentwicklung, erhöhte Mobilität, begrenzte Energie- und Raumressourcen, unterschiedliches regionales Wirtschaftspotenzial und Fachkräftemangel sind Probleme, die gelöst werden müssen. Nur ein Service public, der genügend Ressourcen personeller und finanzieller Art hat, kann weiterentwickelt werden. Nur ein starker Service public sichert den hohen Lebensstandard in der Schweiz und sorgt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Chancengleichheit. Es muss in den Service public investiert werden um eine Grundversorgung der Bevölkerung nur schon auf dem heutigen Niveau zu erhalten.
</p><p>Der SGB und die Gewerkschaften der öffentlichen Dienste, SEV, VPOD, syndicom, PVB und garaNto, sind tief besorgt über die Konsequenzen und Auswirkungen der Sparmassnahmen und der denunziatorischen Debatte auf das Personal und die Qualität des Service public. Sie haben am 27. Februar 2014 in Bern eine Tagung zu den aktuellen Brennpunkten und Fragen durchgeführt. 
</p><p>In diesem Heft publizieren wir alle Referate der Tagung (jeweils in der Originalsprache) und die Resolution, die verabschiedet wurde. Damit ist eine Grundlage geschaffen für eine sachbezogene und konstruktive Diskussion, die einem Ziel dient: dem Erhalt eines starken Service public mit fairen Arbeitsbedingungen und guten Leistungen für die ganze Bevölkerung und die nächsten Generationen.</p>]]></content:encoded><category>Service Public</category><category>Energie und Umwelt</category><category>Kommunikation und Medien</category><category>Post</category><category>Verkehr</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1470</guid><pubDate>Wed, 26 Mar 2014 15:00:00 +0100</pubDate><title>Stipendieninitiative nötiger denn je</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/stipendieninitiative-noetiger-denn-je</link><description>Ständerat muss korrigieren

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Nationalrat hat eine Chance verpasst. Nach dem Ausschluss der Schweiz aus den EU-Forschungs- und Austauschprogrammen Horizon 2020 und Erasmus+ hätte sich mit der Stipendieninitiative eine Gelegenheit geboten, die höhere Bildung wieder zu stärken. Der Nationalrat jedoch bevorzugte einen indirekten Gegenvorschlag, der die Pflichten auf die Kantone abwälzt.</p><p>Der jüngste Bildungsbericht 2014 belegt es: Die universitäre Ausbildung bleibt das Vorrecht der Privilegierten. Das Kind eines Vaters mit Uniabschluss hat zweimal mehr Chancen auf akademische Studien. Das erstaunt niemanden, der weiss, wieviel der Staat in Stipendien investiert: In den letzten 20 Jahren hat die Schweiz die entsprechenden Mittel um mehr als 10 % gekürzt – anstatt sie der wachsenden Zahl der sich Ausbildenden anzupassen. Heute beziehen nur 8 % aller Jugendlichen in Ausbildung ein Stipendium – und meist nur ein geringes.
</p><h3>Nationalrat übergibt an Kantone</h3><p>Die Stipendieninitiative will diese Ungerechtigkeit eliminieren. Dazu will sie die Kompetenz des Bundes stärken und die Mittel der Kantone erhöhen. Für diese Forderungen entwickelte der Nationalrat jedoch kein Gehör. Seine Mehrheit verweigerte der Initiative Gefolgschaft. Dagegen schlug sie vor, das bestehende Bundesgesetz durch ein neues zu ersetzen, das sich wesentlich am Interkantonalen Stipendienkonkordat orientierte. Die grosse Kammer hoffte so auf einen Gegenvorschlag, der das Anliegen der Initiative aufnehme. Denn dieses sei berechtigt. In Wirklichkeit entledigt sich der Nationalrat so der Pflichten und überbürdet diese sehr locker den Kantonen.
</p><p>Das ist unverantwortlich, nach der isolationistischen Abstimmung vom 9. Februar umso mehr. Der schweizerische Arbeitsmarkt wächst, die Personenfreizügigkeit wird gefährlich in Frage gestellt – und die Schweiz versteift sich in ein Sparen bei der Bildung, als sei nix geschehen. Die neoliberale Steuerpolitik hat viele Kantone in eine so heikle Lage gebracht, dass diese zu breiten Sparprogrammen Zuflucht nehmen, die fast immer auf die Bildung zielen, vom Kindergarten bis zu den tertiären Institutionen. Und genau in diesem Moment will der Nationalrat die kantonale Kompetenz hinsichtlich Ausbildungsbeiträgen stärken.
</p><h3>Die Initiative unterstützen</h3><p>Die Anhänger von weniger Staat haben sich also im Nationalrat durchgesetzt. Diese Mehrheit verweigert unseren Jugendlichen jene Unterstützung, die sie in ihrer Ausbildung bis zum eventuellen Abschluss auf tertiärer Ebene so nötig hätten. Für den SGB hingegen ist klar, dass die Volksinitiative den Zielen von Chancengleichheit und Bildungsförderung mehr entspricht als der Gegenvorschlag. Der SGB fordert deshalb den Ständerat zu mehr Weitsicht und damit zur Korrektur auf.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Schweiz</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1469</guid><pubDate>Wed, 26 Mar 2014 14:52:00 +0100</pubDate><title>Arbeitgebervertreter blockieren Weiterbildung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/arbeitgebervertreter-blockieren-weiterbildung</link><description>Weiterbildungsgesetz wird immer schlanker
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Arbeitgeber brüsten sich oft mit der Sozialpartnerschaft. Aber vom Wort zur Tat ist ein weiter Weg. Die Wirtschaftsvertreter im Nationalrat haben dies in der dritten Sessionswoche anlässlich der Debatte zum Weiterbildungsgesetz erneut gezeigt. Sie haben jegliche Verantwortung der Patrons für die Bildung ihrer Angestellten abgelehnt. Diese liege beim Individuum. Sie widersetzten sich auch einer verbesserten Information der Bevölkerung und der Finanzierung von Projekten, die zur Entwicklung Weiterbildung vorgesehen waren. Sie taten dies eifrig und – leider – erfolgreich.
</p><p>Dabei hätte man nach dem 9. Februar mit guten Gründen auf ein Erwachen der Wirtschaftsvertreter hoffen können. Denn die Patrons tragen eine schwere Verantwortung für das Schlamassel, das die Zustimmung zur isolationistischen Initiative bewirkt hat. Denn statt in die Ausbildung ihres Personals zu investieren, haben die Arbeitgeber auf brain drain gesetzt; sie haben gut qualifiziertes ausländisches Personal rekrutiert – und so die Bevölkerung bis in die Kreise der bestens Qualifizierten hinein verunsichert.
</p><p>Müssen wir daran erinnern? Das Weiterbildungsgesetz ruht auf einem Verfassungsartikel, der 2006 von einer sehr klaren, quasi „sowjetischen“ Mehrheit angenommen wurde. Wird das Gesetz, das die Räte im Sommer verabschieden sollten, diesem Volksauftrag noch entsprechen? Zweifler scheinen leider über die besseren Karten zu verfügen…</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Schweiz</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1457</guid><pubDate>Tue, 11 Mar 2014 17:18:00 +0100</pubDate><title>Arbeitgeber verweigern jede Verantwortung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/arbeitgeber-verweigern-jede-verantwortung</link><description>Weiterbildungsgesetz umstritten
</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">In der laufenden Frühjahrssession hat der Ständerat das Weiterbildungsgesetz angepackt. Im Gegensatz zum Nationalrat zuvor beharrt er darauf, dass die Arbeitgeber in diesem Bereich Verantwortung tragen sollen. Wird der Nationalrat jetzt einlenken und den Arbeitgebern hinsichtlich Weiterbildung ihrer Angestellten eine Verantwortung auferlegen?</p><p>&nbsp;</p><p>Es ist sattsam bekannt: Die Arbeitgeber erteilen lieber Lektionen als selbst welche zu erhalten. Dasselbe gilt für ihre Vertretung auf nationaler Ebene. Wenn es um Bildung geht, dann lieben die Patrons der Patrons die Predigt der guten Vorsätze: Es sei die Lehre aufzuwerten, der Zugang zu den Gymnasien einzuschränken, es seien die Kosten des Erziehungswesens zu senken, die Lasten der ausbildenden Unternehmen zu erleichtern, das Schulwesen den Unternehmensbedürfnissen anzupassen, es sei mehr Ausbildung im technischen Bereich nötig, und ausländisches Fachpersonal sollte frei angeworben werden können usw. Die so dem Volk und dem Staat vorgetragene Liste ist lang – wie ein Rosenkranzgebet. Aber wenn die Patrons der Patrons dann ihre Verantwortung wahrzunehmen hätten, flüchten sie aus der Kirche: Die Pflichten sind für andere. Heilig bleibt da die „Freiheit“ – und die opfert man nicht auf dem Altar des Fortschritts und des sozialen Zusammenhalts.
</p><h3>Betrübliche erste Debatte</h3><p>Aktuellster Beleg für dieses Verhalten? Die Debatte über das neue Weiterbildungsgesetz. Als erste Kammer beriet der Nationalrat die Vorlage in der Wintersession. Die Arbeitgeberlobby rackerte sich ab, damit das bescheidene Sätzchen, wonach die Arbeitgeber, staatlich wie privat, die Weiterbildung ihrer Angestellten zu fördern hätten, wieder aus dem Gesetzestext verschwände. Bürgerliche Räte, die diese Bestimmung eliminieren wollten, schreckten vor keinem taktischen Ränkespiel zurück und unterstützten auch schon mal Minderheitsanträge von links, um dann die Eliminierung durchzubringen. Was denn auch gelang. Aber keineswegs zielführend ist.
</p><h3>Ständerat korrigiert</h3><p>Zum Glück hat der Ständerat in dieser Session mit klarer Mehrheit an der Bestimmung festgehalten. Gewiss könnte die von der kleinen Kammer vorgeschlagene Formulierung kühner sein. Die Gewerkschaften etwa verlangten ein individuelles Recht auf einen Bildungsurlaub. Wenn der ständerätliche Vorschlag auch mager ist, so hat er doch das Verdienst, den Arbeitgebern zu signalisieren, dass sie die Weiterbildung ihrer Angestellten nicht behindern sollten…
</p><p>Jetzt ist wieder der Nationalrat dran. Am 18. März wird er die Differenzen zu bereinigen haben. Bleibt zu hoffen, dass die grosse Kammer diesmal taktischen Spielchen und dem herben Gejammer der vom Establishment verhätschelten Arbeitgeber trotzt. Und damit wirklich gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Arbeitsrechte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1448</guid><pubDate>Fri, 28 Feb 2014 10:03:00 +0100</pubDate><title>Ein Rettungsanker für die von Schiffbruch bedrohte höhere Bildung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ein-rettungsanker-fuer-die-von-schiffbruch-bedrohte-hoehere-bildung</link><description>Gegenvorschlag zur Stipendieninitiative hat Potential

</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Text lead">Das Parlament diskutiert in der Frühjahrssession einen Gesetzesentwurf, der die Stipendien für die Bildung auf tertiärer Ebene verbessern will. Wenn die entsprechenden Vorschläge durchkommen, könnte dieses Gesetz einem wegen der Abstimmung zur „Masseneinwanderung“ in Krise geratenen Bereich aus der Patsche helfen. Und für die Berufsbildung gleichzeitig neue Perspektiven eröffnen.</p><p class="Text">Seit der Abstimmung zur „Masseneinwanderung“ reiht sich eine schlechte Nachricht an die andere. Insbesondere im Bereich der tertiären Bildung. Die Ankündigung der EU, die Verhandlungen für das Austauschprogramm Erasmus+ und das Forschungsprogramm Horizon 2020 auszusetzen, haben wie ein Elektroschock gewirkt. Nur wenige Bürger hatten zuvor realisiert, dass ein Ja zum isolationistischen Vorstoss Folgen weit über die Migration hinaus erzeugen würde.</p><h3 class="Text">Fatales Eigentor</h3><p class="Text">Das Abstimmungsresultat wird unberechenbare Folgen in einigen für die Schweiz zentralen Bereichen haben, Bildung inbegriffen. Um den aussergewöhnlichen Aufschwung der Beschäftigung während der letzten 10 Jahre (+ 13 % Vollzeitstellen) bewältigen zu können, rief die Schweiz zahlreiche sehr qualifizierte Arbeitnehmer/innen aus den Nachbarstaaten. Die meisten von ihnen besassen ein Diplom auf tertiärer Stufe. Die Schweiz hat also „brain drain“ praktiziert, sie hat Qualifikationen aus dem benachbarten Ausland „abgesaugt“. Damit hat sie die Investitionen in Grund- und höhere Ausbildung beträchtlich abbremsen können – um gleichzeitig breit von den EU-Programmen zu profitieren, und so Forschung und Innovation zu entwickeln. </p><p class="Text">Es ist klar: Für hoch qualifizierte europäische Arbeitnehmer/innen wird die Schweiz an Attraktivität verlieren. Die administrativen Schikanen, die den Familiennachzug behindern sollen, werden viele Forscher oder Ärzte abschrecken. Für diese Personen gibt es zudem genügend verlockende Perspektiven in der EU selbst. Die Schweiz, mit dem Rücken zur Wand, wird somit zwei Optionen haben: Sie investiert selbst massiv in Bildung und Erziehung und sie erweitert die Rekrutierung auf aussereuropäische Länder. </p><h3 class="Text">Zunehmendes Malaise</h3><p class="Text">Obwohl die Schweiz die benötigten Spezialist/innen nicht selbst auszubilden imstande ist, rühmt sie sich, über eines der besten Ausbildungssysteme zu verfügen, vor allem dank ihrer Berufsbildung. Diese hat jedoch viel an Attraktivität eingebüsst. Aus einem einfachen Grund: die Jugendlichen sind sich zunehmend bewusst, dass die Lehre heute nicht mehr ein würdiges Salär und eine ermunternde Perspektive für die Familiengründung garantiert.</p><p class="Text">Aus diesem Grund wollen heute viele Jugendliche ihre Ausbildung nach dem Lehrabschluss fortsetzen. Genau diese Jugendlichen jedoch, die oft aus eher bescheidenem Milieu stammen, erhalten nur selten eine finanzielle Unterstützung für die höhere Berufsbildung. Trotz sehr hohen Gebühren werden nur 3 % von ihnen unterstützt (Stipendium oder Darlehen), gegenüber 8 % im Schnitt. Eine höhere Berufsbildung bedeutet aber bedeutende persönliche und finanzielle Opfer. Das umso mehr als viele Betroffene bereits familiäre Pflichten wahrzunehmen haben.</p><h3 class="Text">Gegenentwurf bietet Aufholchance </h3><p class="Text">Diese mangelnde Anerkennung unserer jungen Berufsleute, ihr Gefühl ungerecht behandelt zu sein, ist eine Ursache jenes Malaises, das zum Resultat des 9. Februar geführt hat. Während der Frühjahrssession bietet sich dem Parlament eine erste Chance einer gewissen Wiedergutmachung. Denn dieses wird über einen Entwurf zur Revision des Gesetzes über Ausbildungsbeiträge als Gegenvorschlag zur Stipendien-Initiative des VSS zu entscheiden haben. Das Parlament soll dabei</p><p class="Text">·&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; die Bundesunterstützung an den Respekt der Minimalbeträge binden, wie sie das entsprechende interkantonale Konkordat vorsieht;</p><p class="Text">·&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; die Bundesmittel stark erhöhen, insbesondere für grosszügige Kantone;</p><p class="Text">·&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; direkte Bundesbeiträge vorsehen, um z.B. den spezifischen Bedürfnissen der höheren Berufsbildung oder dem dringenden Bedarf an qualifizierten Berufsleuten in gewissen Branchen (etwa Gesundheit) zu entsprechen.</p><p class="Text">Wenn diese drei Forderungen durchkommen, dann könnte das neue Gesetz über Ausbildungsbeiträge ein seriöser Gegenvorschlag zur VSS-Initiative sein. Das Gesetz böte so der Berufsbildung neue Entwicklungsperspektiven. Es könnte dazu beitragen, die Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Ausbildungswegen zu verkleinern. Und würde damit den Bedürfnissen des qualifizierten Personals besser entsprechen.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1439</guid><pubDate>Thu, 20 Feb 2014 18:32:00 +0100</pubDate><title>Appell der Jugendorganisationen an die Schweiz und die EU</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/appell-der-jugendorganisationen-an-die-schweiz-und-die-eu</link><description>SGB-Jugendkommission unterstützt offenen Brief zur Nicht-Weiterführung von „Erasmus+“</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die Organisationen, die sich für die Jugend einsetzen, sind überzeugt: Jugendliche, SchülerInnen, Auszubildende und StudentInnen sollen nicht die Konsequenzen der Initiative gegen Masseneinwanderung ausbaden müssen!</p><p>Wir, Unterzeichnende des vorliegenden offenen Briefes, fordern:</p><ul><li>dass die Schweizer Regierung all ihre Kräfte mobilisiert, um weiterhin den Austausch und die Aktivitäten der Jugend zu ermöglichen, die im Rahmen des neuen Erasmus+-Programms vorgesehen sind.</li><li>dass die Europäische Union ihre Solidarität mit den Jugendlichen aus der Schweiz und Europa zeigt und dass sie für diese inakzeptable Situation eine Lösung findet!</li></ul><p>Wir bitten die Europäische Union und die Schweiz, die Anliegen der Jugend nicht politischen Strategien zu opfern!
</p><p><a href="http://www.sajv.ch/erasmus/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">zum offenen Brief</a></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1430</guid><pubDate>Wed, 05 Feb 2014 15:24:00 +0100</pubDate><title>Zehn Jahre Berufsbildungsgesetz: Bilanz und Perspektiven</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/zehn-jahre-berufsbildungsgesetz-bilanz-und-perspektiven</link><description>SGB-Positionspapier</description><content:encoded><![CDATA[<h3>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ein Gesetz aufgrund von gewerkschaftlichem Druck </h3><p>Zwischen 1985 und 1995 sanken die Lehrstellen beständig. Von 243’000 gingen sie auf 191'000 zurück. Die Wirtschaftskrise der 90er Jahre ist einer der Gründe dieser Abnahme, dies umso mehr, als sie auf den industriellen Sektor, einen Hauptlieferanten von Lehrstellen, voll durchschlug. Die Krise traf deshalb während dieser Periode die Jugendlichen härter als den Rest der Bevölkerung. Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen verdoppelte sich von 1991 bis 1993, sie stieg von 3.2 auf 6.3% an<a href="typo3/#_ftn1" target="_blank" name="_ftnref1">[1]</a>. Bis zum Beginn des neuen Jahrtausends blieb die Jugendarbeitslosigkeit mehr oder weniger auf diesem Niveau, bevor sie dann aufgrund der nächsten Krise neu anstieg.
</p><p>In diesem Kontext lanciert die Gewerkschaftsjugend 1992 eine Petition, die eine Reform der Berufsbildung, bessere Arbeitsbedingungen für die Lehrlinge (Mindestlöhne und sieben Wochen Ferien) und einen erleichterten Zugang zu Weiterbildung (Bildungsurlaub und Stipendien) fordert. Der SGB reicht die mit 40‘000 Unterschriften versehene Petition beim Parlament ein. In der Folge überweist der Ständerat 1994 ein Postulat, das den Bundesrat auffordert, einen Bericht zum aktuellen Stand und zu den Entwicklungsperspektiven der Berufslehre vorzulegen<a href="typo3/#_ftn2" target="_blank" name="_ftnref2">[2]</a>. Der Bericht, 1996 vorgelegt, wird von der Politik als zu wenig ambitiös beurteilt und löst eine breite öffentliche Debatte aus. 
</p><p>Das nunmehr sensibilisierte Parlament überweist Motionen und Postulate und nimmt zwischen 1997 und 1999 zwei Bundesbeschlüsse an, die ein erhöhtes Lehrstellenangebot bezwecken (Lehrstellenbeschluss I und II). Es spricht dazu 160 Mio. Franken. Anlässlich der Debatten über die neue Bundesverfassung entscheidet das Parlament zudem, die Kompetenzen des Bundes auf den ganzen Bereich der Berufsbildung zu erweitern, inbegriffen die Berufe, die zuvor kantonaler Hoheit unterstanden (Soziales, Gesundheit und Kunst). Parallel lanciert der SGB die Lehrstelleninitiative, die er 1999 einreicht. Die Initiative fordert das Recht auf eine ausreichende berufliche Ausbildung, ein genügendes Angebot im Bereiche der beruflichen Ausbildung sowie einen nationalen, durch die Arbeitgeber finanzierten Berufsbildungsfonds.
</p><p>Im Jahr 2000 überweist der Bundesrat endlich unter politischem und gewerkschaftlichem Druck den Entwurf einer Totalrevision des Berufsbildungsgesetzes. Bundesrat und Parlament berücksichtigen einen grossen Teil der Forderungen des SGB-Volksbegehrens, weil sie diese im Grundsatz für berechtigt halten. Das neue Gesetz wird im Dezember 2002 verabschiedet und als Gegenentwurf zur SGB-Initiative präsentiert, die kurz danach dem Volk vorgelegt wird. Das Gesetz tritt im Januar 2004 in Kraft. 
</p><h3>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Insgesamt positive Bilanz</h3><p>Zehn Jahre nach Inkrafttreten des BBG zieht der SGB eine positive Bilanz des neuen Gesetzes. Er begrüsst insbesondere die folgenden Entwicklungen: </p><ul><li>Kohärentere und wirksamere nationale Strategie</li></ul><p>Die Erweiterung der Bundeskompetenzen hinsichtlich Berufsbildung hat zweifelsohne zu einer grundlegenden Reform der Berufsbildungslandschaft geführt. Der Einbezug von Sektoren des Service public, die zuvor unter kantonaler Kompetenz standen (insbesondere Soziales und Gesundheit), hat zu einer Aufwertung der Berufsbildung geführt. Diese Auffächerung hat die Lehre vermehrt auch jungen Frauen geöffnet. Sie hat ihre Chancen auf eine gute Grundausbildung mit eidgenössischer Anerkennung erhöht.
</p><p>Die Stärkung der Kompetenzen auf nationalem Niveau hat zudem die Entwicklung von Instrumenten begünstigt, die dem Bedürfnis einer vermehrten Lenkung der Berufsbildung entsprechen. Die Einführung des Lehrstellen-Barometers ist ein Beispiel dafür, ebenso die Erarbeitung von Masterplänen (z.B. Masterplan Berufsbildung, Masterplan für die Gesundheitsberufe).</p><ul><li>&nbsp;Integrativere Formen der Partnerschaft </li></ul><p>Das BBG hat die Partnerschaft der Akteure in der Berufsbildung gestärkt und zur „Verbundpartnerschaft“ geführt. Das Gesetz legte den Grundsatz einer engen Partnerschaft zwischen Bund, Kantonen und „Organisationen der Arbeitswelt“ (Sozialpartner und andere direkt betroffene Organisationen) fest und trug so zu einem konstruktiven Klima der Zusammenarbeit bei. Die Sozialpartner beider Seiten wurden auf nationaler Ebene insgesamt gut in die Entscheidungsprozesse eingebunden (insbesondere durch die jährlichen Lehrstellenkonferenzen). Sie haben so mit den Kantonen und dem Bund zur strategischen Entwicklung der Berufsbildung beigetragen. Das wiederum hat die Berufsbildung als Zweig innerhalb eines stark expandierenden Bildungssystems neu gefestigt. </p><ul><li>&nbsp;Immer mehr Lehrstellen</li></ul><p>„Sie streben ein genügendes Angebot im Bereich der Berufsbildung an, insbesondere in zukunftsfähigen Berufsfeldern.“ Das verlangt Art 1 des BBG von den Partnern der Berufsbildung. Art. 13 ermöglicht dem Bund bei einem „Ungleichgewicht auf dem Markt für berufliche Grundbildung“ eine Interventionskompetenz. Diese neuen Bestimmungen des Gesetzes decken zum Teil Forderungen der SGB-Lehrstelleninitiative ab. Das neue Gesetz hat somit dem Bund neue Interventionsmittel verliehen. Seit seinem Inkrafttreten sind beträchtliche Anstrengungen unternommen worden, um den Lehrstellenmarkt zu dynamisieren. So hat sich die Zahl der Lehrstellen seit der ersten Publikation des Lehrstellenbarometers (2005) für die aus der obligatorischen Schule Entlassenen um mehr als 25% erhöht (76'000 Lehrstellen im Jahr 2005 und 95'500 Lehrstellen 2013<a href="typo3/#_ftn3" target="_blank" name="_ftnref3">[3]</a>). 2011 hat die Zahl der in der Schweiz angebotenen Lehrstellen jene der eine Lehrstelle suchenden Jugendlichen überstiegen. 15 Jahre zuvor hätte man dies schlicht nicht denken können.</p><ul><li>Solidere Finanzbasis</li></ul><p>Der Kompetenztransfer zum Bund und die Kosten der Reform mussten sich logischerweise in einer Erhöhung der Bundesbeiträge auswirken. Das haben die Kantone und die Sozialpartner gefordert. Die Bundesbeteiligung stieg seit 2004 jedes Jahr an, um 2012 die im neuen Gesetz verlangte Schwelle von 25% zu erreichen. Das ermöglicht heute den Kantonen, einen Teil der durch das Inkrafttreten des neuen Gesetzes zusätzlich verursachten Kosten zu amortisieren. Die Berufsbildung steht so nunmehr auf einer besseren finanziellen Grundlage. Das neue Finanzierungssystem entlastet nicht nur die Kantone. Es ermöglicht ebenso, die Organisationen der Arbeitswelt, insbesondere für die Entwicklung von Berufen oder Innovationsprojekten, besser zu unterstützen.</p><ul><li>Jugendliche in Schwierigkeiten werden besser betreut</li></ul><p>Neben den Massnahmen zum Lehrstellenmarkt hat das neue Gesetz auch die Vorkehrungen zugunsten von jugendlichen Schulabgänger/innen in Schwierigkeiten gestärkt. Die Einrichtung einer zweijährigen Berufsausbildung, die zu einem eidgenössisch anerkannten Berufsattest (EBA) führt, hat sich als gutes Integrationsinstrument für Jugendliche erwiesen, die einer anspruchsvolleren Ausbildung nicht gewachsen sind. Erste Auswertungen scheinen anzuzeigen, dass die EBA die Jugendlichen besser auf dem Arbeitsmarkt platzieren als dies die auf kantonalem Niveau zertifizierten Anlehren tun. Dank dieser besseren nationalen Integration ins Berufsbildungssystem erleichtert die EBA den Weg zum Fähigkeitszeugnis und ermöglicht für einige eine Abkürzung der Zweitausbildung. Die Einführung einer systematischen individuellen Unterstützung in diesem Ausbildungsgang („individuelle Begleitung“) hat zu einer Verringerung von Misserfolgen geführt. Andere auf der Grundlage des Gesetzes eingeführte und vom Bund bezahlte Massnahmen (insbesondere das Case Management Berufsbildung) haben stark dazu beigetragen, die Betreuung von Jugendlichen in Schwierigkeiten zu professionalisieren und zu verbessern. </p><ul><li>&nbsp; Systematische Modernisierung der Berufe</li></ul><p>In ihrer Petition aus dem Jahr 1992 schlug die Gewerkschaftsjugend bereits Alarm und forderte eine tiefgreifende Modernisierung der Berufsbildung. Sie kritisierte den hohen Grad beruflicher Spezialisierung, einen zunehmenden Abstand gegenüber der Entwicklung der arbeitsmarktlichen Bedürfnisse und gegenüber den Anforderungen des lebenslangen Lernens. Mit dem neuen Gesetz kam es zu einer tiefgreifenden Reform der Berufe. Innert zehn Jahren wurde die grosse Mehrheit der Berufe nach gründlicher Analyse der Branchenbedürfnisse überarbeitet. Diese monumentale Arbeit hat zur Wiederbelebung der Berufsbildung beigetragen. Sie verlieh ihr mehr Kohärenz und eine bessere Basis für die Zukunft. Die Einführung neuer Berufe, insbesondere in den Dienstleistungen, hat die Attraktivität der Lehre insbesondere auch für die Frauen erhöht. 
</p><h3>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Neue Herausforderungen </h3><p>Trotz neuem Gesetz und neuer Aktualität der Berufsbildung sind nach wie vor zahlreiche Baustellen vorhanden. Die Unsicherheit des Arbeitsmarktes und dauernder struktureller Wandel verlangen von der Berufsbildung eine ständige Anpassung. Der SGB sieht für die nächsten zehn Jahre fünf Handlungsfelder: </p><ul><li>&nbsp;Repräsentativität der Branchen und Innovationsfähigkeit</li></ul><p>Trotz zunehmender Öffnung gegenüber den Dienstleistungen bleibt die Berufsbildung auf strategischer Ebene sehr stark durch den sekundären Sektor (Industrie und Gewerbe) und durch kleine und mittlere Betriebe beeinflusst. Aus primär historischen Gründen ist die Ausdehnung auf neue Berufe, insbesondere des Service public (z.B. Gesundheit), bis heute nicht vollauf befriedigend verlaufen. Das traditionelle Berufsbildungsmilieu ist in der Regel nicht sehr offen für Innovationen. Das zeigt sich bei der Integration von neuen Branchen, aber auch beim generellen Innovationsvermögen in der Berufsbildung.</p><ul><li>&nbsp; Hindernisse bei der Integration von Jugendlichen mit Schwierigkeiten</li></ul><p>Obwohl (insbesondere auf dem Lehrstellenmarkt) zahlreiche Anstrengungen unternommen wurden, um den Zugang der Jugendlichen zur beruflichen Grundbildung zu verbessern, erlangen immer noch rund 10% der Jugendlichen nach Ende der obligatorischen Schule kein Abschlussdiplom. Die Zahl der Jugendlichen, die auf einen Ausbildungsplatz warten, bleibt seit mehreren Jahren auf hohem Niveau (16'500 Jugendliche im Jahr 2013 = mehr als 10% eines Jahrgangs). Paradoxerweise steigt die Zahl der nicht besetzten Lehrstellen (8’500 im Jahr 2013). Die Unternehmen beschweren sich immer häufiger, nicht die geeigneten Kandidat/innen zu finden. Da die Qualifikationsansprüche auf dem Arbeitsmarkt zunehmen, wird sich die Problematik der Unterqualifizierung von Jugendlichen, die neu auf den Arbeitsmarkt gelangen wollen, in den nächsten Jahren noch zuspitzen.</p><ul><li>&nbsp;Zugang der Erwachsenen zur beruflichen Grundausbildung</li></ul><p>Auch wenn das neue BBG für Erwachsene<a href="typo3/#_ftn4" target="_blank" name="_ftnref4">[4]</a> neue Zugangswege zur beruflichen Grundausbildung eröffnet hat (z.B. durch Validierung von Bildungsleistungen), sind die Ergebnisse auf nationalem Niveau unbestreitbar schlecht. Nur wenige Erwachsene haben heute Zugang zur beruflichen Grundausbildung. Das SBFI hat kürzlich in einem noch nicht veröffentlichten Bericht festgestellt, dass die meisten Erwachsenen bis heute den klassischen Bildungsweg wählen, also die duale Lehre, die für Jugendliche konzipiert worden ist. Einerseits zeigen sich hier aus gewerkschaftlicher Sicht Probleme: Die Anstellungsbedingungen von Lehrlingen sind zumeist nicht reglementiert (aus dem Anwendungsbereich der GAV ausgeschlossen) und entsprechen nicht denen eines erwachsenen Angestellten (insbesondere beim Lohn). Andererseits zeigt es, dass Konzeption und Umsetzung der Ausbildungswege für Erwachsene mangelhaft sind. </p><ul><li>&nbsp;Dringliche Reform der höheren Berufsbildung</li></ul><p>Die strategische Bedeutung der höheren Berufsbildung wurde während der Erarbeitung des neuen BBG deutlich unterschätzt. Das führte in den letzten Jahren zu einiger Polemik. Gewisse Kreise klagten die Behörden an, die expandierenden Hochschulen (Tertiär A) gegenüber der höheren Berufsbildung (Tertiär B) begünstigen zu wollen. 2009 sprach sich der SGB zugunsten einer Aufwertung der höheren Berufsbildung aus. Anknüpfpunkt war die Forderung einer radikalen Änderung des Finanzierungssystems. Der SGB plädierte für eine systematische Förderung jener Jugendlichen, die ihre Qualifizierung via höhere Berufsbildung fortsetzen wollten. Er forderte dazu einen Bildungsgutschein von 5000 Franken. Im gleichen Jahr eröffnete der Bund unter Einschluss der Sozialpartner (Dachverbände) und der Kantone (EDK) Verhandlungen. Ihr Ausgang ist noch ungewiss. Sie werden aber die künftige Positionierung der höheren Berufsbildung entscheiden und damit indirekt auch diejenige der Lehre.</p><ul><li>&nbsp; Wirksamkeit von Aufsicht und Schutz</li></ul><p>Im neuen BBG obliegt die Lehraufsicht voll den Kantonen. Deshalb sind die Modalitäten der Umsetzung sehr unterschiedlich. Die Ressourcen variieren stark von Kanton zu Kanton. Die interkantonale Koordination ist rudimentär. Auf nationaler Ebene verfügen wir weder über eine Übersicht noch über Mittel für eine Auswertung. 
</p><p>Auch der Schutz der jugendlichen Lehrlinge wird in der Berufsbildung vernachlässigt. Schutzmassnahmen sind weitestgehend an das Arbeitsgesetz gebunden, dessen Umsetzung traditionell den Arbeitsmarktbehörden obliegt. Die intensiven Diskussionen zur Frage der Absenkung des Jugendschutzalters für gefährliche Arbeiten während der Lehre haben die zahlreichen Mängel des Systems aufgedeckt. Dabei hat sich gezeigt, dass viele Lehrlinge aufgrund mangelnder Prävention und ungenügender Kontrolle unnötigerweise Risiken ausgesetzt sind. Hier bleibt noch viel zu tun, bis die Lage der Jugendlichen akzeptabel sein wird.
</p><h3>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gewerkschaftliche Prioritäten </h3><p>Noch dürfen wir uns in Sachen Berufsbildung nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Die Stärke der gewerkschaftlichen Mobilisierung in den 90er Jahren war ein entscheidender Faktor für die tiefgehende Reform der Berufsbildung. Sie führte zu einer markanten Verbesserung der Lage. Dennoch zeigen sich heute neue Herausforderungen an. Hier die gewerkschaftlichen Prioritäten:</p><ul><li>&nbsp;Allen Jugendlichen den Zugang zu einem Diplom auf Sekundarstufe II garantieren. </li></ul><ul><li>Den Zugang von Erwachsenen zur beruflichen Grundausbildung durch bedürfnisgerechte Qualifizierungswege erleichtern (z.B. durch Modularisierung der Qualifikationsverfahren und die Finanzierung der Vorbereitungskurse auf die Prüfungen).</li></ul><ul><li>Die Attraktivität der Berufsbildung verbessern, indem den Berufstätigen Langzeitperspektiven (attraktive, nach Qualifikationen abgestufte Mindestlöhne in den GAV und Finanzierung der Weiterbildung) sowie mehr Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungen (z.B. durch Aufwertung der Berufsmatura) ermöglicht werden.</li></ul><ul><li>Die Finanzierung der höheren Berufsbildung stärken und reformieren (Bundeslösung). </li></ul><ul><li>Den Jugendschutz durch Aufwertung der Bewilligungsverfahren (z.B. Überprüfung alle 5 Jahre) und der Aufsicht verbessern.</li></ul><ul><li>Allgemein die Arbeitsbedingungen verbessern (z.B. durch GAV-Unterstellung der Lehrlinge und Mindestlöhne für Lehrlinge).</li></ul><ul><li>Sicherstellen, dass die Jugendlichen ihre Rechte kennen und dazu insbesondere die gewerkschaftliche Präsenz an den Berufsschulen verstärken. </li></ul><p>&nbsp;</p><hr><p><a href="typo3/#_ftnref1" target="_blank" name="_ftn1">[1]</a> BFS, Arbeitslosenstatistik gemäss ILO nach Altersgruppen, Quote für 15-24-jährige
</p><p><a href="typo3/#_ftnref2" target="_blank" name="_ftn2">[2]</a><a href="http://www.parlament.ch/d/suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=19943003" target="_blank" rel="noreferrer">www.parlament.ch/d/suche/Seiten/geschaefte.aspx</a></p><p>&nbsp;</p><p><a href="typo3/#_ftnref3" target="_blank" name="_ftn3">[3]</a> Lehrstellenbarometer der Lehrstellen, August 2005 bis August 2013.
</p><p><a href="typo3/#_ftnref4" target="_blank" name="_ftn4">[4]</a> Unter „Erwachsenen“ verstehen wir hier 25-jährige und ältere Personen. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1429</guid><pubDate>Wed, 05 Feb 2014 14:01:00 +0100</pubDate><title>Trotz positivem Trend noch einige Baustellen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/trotz-positivem-trend-noch-einige-baustellen</link><description>Bilanz zehn Jahre neues Berufsbildungsgesetz</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">2004 ist das neue Berufsbildungsgesetz (BBG) in Kraft getreten. In diesen zehn Jahren hat sich die Berufsbildung insgesamt erfreulich entwickelt. Es gibt heute wieder mehr Lehrstellen als vor 15 Jahren. Dennoch: es bleiben viele Herausforderungen – auch qualitativer Art und auch für die Gewerkschaften. </p><p>Das neue Berufsbildungsgesetz nahm wesentliche Forderungen der gewerkschaftlichen Bildungspolitik auf. Es war ja auch so etwas wie der indirekte Gegenvorschlag zur stark gewerkschaftlich geprägten, 2003 vom Volk verworfenen Lehrstelleninitiative. Das neue Gesetz prägte einen Willen zum Aufbruch in der Berufsbildung. Viele Akteure unterschiedlicher Herkunft waren gewillt einen Weg aus der Krise zu bahnen. Die hatte sich vor allem darin gezeigt, dass Wirtschaft und Gesellschaft während mehr als einer Dekade zu wenig Lehrstellen und Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt hatten. 
</p><p>Das Gesetz hat zu einer kohärenteren und wirksameren nationalen Lenkung der Berufsbildung geführt. Es hat dazu die Partnerschaft zwischen Bund, Kantonen und „Organisationen der Arbeitswelt“, also den Gewerkschaften und Arbeitgeber-Organisationen, gefördert. 
</p><h3>Wieder mehr Lehrstellen</h3><p>Das neue Gesetz hat dem Bund neue Interventionsmittel verliehen. Seit seinem Inkrafttreten sind beträchtliche Anstrengungen unternommen worden, um den Lehrstellenmarkt zu dynamisieren. So hat sich die Zahl der Lehrstellen seit 2005 für die aus der obligatorischen Schule Entlassenen um mehr als 25% erhöht (76'000 Lehrstellen im Jahr 2005 und 95'500 Lehrstellen 2013). 2011 hat die Zahl der in der Schweiz angebotenen Lehrstellen jene der eine Lehrstelle suchenden Jugendlichen überstiegen. 15 Jahre zuvor hätte man sich dies schlicht nicht vorstellen können. Dazu gehört, dass Jugendliche in Schwierigkeiten seither besser betreut werden. Die Einrichtung einer zweijährigen Berufsausbildung, die zu einem eidgenössisch anerkannten Berufsattest (EBA) führt, hat sich als gutes Integrationsinstrument für Jugendliche erwiesen, die einer anspruchsvolleren Ausbildung nicht gewachsen sind. 
</p><p>Trotz neuem Gesetz und neuer Aktualität der Berufsbildung sind nach wie vor zahlreiche Baustellen vorhanden. Die Unsicherheit des Arbeitsmarktes und dauernder struktureller Wandel verlangen von der Berufsbildung eine ständige Anpassung. Der SGB sieht für die nächsten zehn Jahre mehrere Handlungsfelder. 
</p><h3>Aufsicht und Schutz gewährleisten</h3><p>Im neuen BBG obliegt die Lehraufsicht voll den Kantonen. Deshalb sind die Modalitäten der Umsetzung sehr unterschiedlich. Die Ressourcen variieren stark von Kanton zu Kanton. Die interkantonale Koordination ist rudimentär. Auf nationaler Ebene verfügen wir weder über eine Übersicht noch über Mittel für eine Auswertung. 
</p><p>Der Schutz der jugendlichen Lehrlinge wird in der Berufsbildung vernachlässigt. Schutzmassnahmen sind weitestgehend an das Arbeitsgesetz gebunden, dessen Umsetzung traditionell den Arbeitsmarktbehörden obliegt. Die intensiven Diskussionen zur Frage der Absenkung des Jugendschutzalters für gefährliche Arbeiten während der Lehre haben die zahlreichen Mängel des Systems aufgedeckt. Dabei hat sich gezeigt, dass viele Lehrlinge aufgrund mangelnder Prävention und ungenügender Kontrolle unnötigerweise Risiken ausgesetzt sind. Hier bleibt noch viel zu tun.
</p><h3>Zugang für alle Jugendlichen</h3><p>Obwohl (insbesondere auf dem Lehrstellenmarkt) zahlreiche Anstrengungen unternommen wurden, um den Zugang der Jugendlichen zur beruflichen Grundbildung zu verbessern, erlangen immer noch rund 10% der Jugendlichen nach Ende der obligatorischen Schule kein Abschlussdiplom. Die Zahl der Jugendlichen, die auf einen Ausbildungsplatz warten, verharrt seit mehreren Jahren auf hohem Niveau (16'500 Jugendliche im Jahr 2013 = mehr als 10% eines Jahrgangs). Paradoxerweise steigt die Zahl der nicht besetzten Lehrstellen (8’500 im Jahr 2013). Die Unternehmen beschweren sich immer häufiger, nicht die geeigneten Kandidat/innen zu finden. Da die Qualifikationsansprüche auf dem Arbeitsmarkt zunehmen, wird sich die Problematik der Unterqualifizierung von Jugendlichen, die neu auf den Arbeitsmarkt gelangen wollen, in den nächsten Jahren noch zuspitzen.
</p><h3>Erwachsenen Zugang zur beruflichen Aus- und Weiterbildung erleichtern</h3><p>Das neue BBG hat für Erwachsene (ab 25 Jahre) neue Zugangswege zur beruflichen Grundausbildung eröffnet (z.B. durch Validierung von Bildungsleistungen). Die Absicht ist richtig, die Ergebnisse sind jedoch bisher schlecht. Nur wenige Erwachsene haben heute Zugang zur beruflichen Grundausbildung. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat kürzlich in einem noch nicht veröffentlichten Bericht festgestellt, dass die meisten Erwachsenen bis heute den klassischen Bildungsweg wählen, also die duale Lehre, die für Jugendliche konzipiert worden ist. Einerseits zeigen sich hier aus gewerkschaftlicher Sicht Probleme: Die Anstellungsbedingungen von Lehrlingen sind zumeist nicht reglementiert (aus dem Anwendungsbereich der GAV ausgeschlossen) und entsprechen nicht denen eines erwachsenen Angestellten (insbesondere beim Lohn). Andererseits zeigt sich, dass Konzeption und Umsetzung der Ausbildungswege für Erwachsene mangelhaft sind. 
</p><p>Notwendig ist zudem die Reform der höheren Berufsbildung. Ihre Bedeutung wurde während der Erarbeitung des neuen BBG deutlich unterschätzt. Das hat zu einer deutlichen Benachteiligung der Berufsleute gegenüber den Akademikern geführt. Der SGB plädiert darum für eine grundlegende Systemreform: Arbeitnehmende, die sich auf eine Berufsprüfung oder höhere Fachprüfung vorbereiten, sollen für ihre Aufwendungen vom Bund unterstützt werden können. Dafür braucht es eine markante Erhöhung der Kostenbeteiligung der öffentlichen Hand in Form einer direkten Rückvergütung der Kursgebühren.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1394</guid><pubDate>Mon, 23 Dec 2013 08:05:00 +0100</pubDate><title>Sparpolitik bedroht Lehrplan 21</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/sparpolitik-bedroht-lehrplan-21</link><description>SGB begrüsst Lehrplan, findet ihn aber zu wenig mutig</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der SGB unterstützt <a href="https://sgb.ch/fileadmin/user_upload/AD2014-05-23f_CGAS_Resolution_Bilan_campagne_SML_et_suites.pdf" class="download">in seiner heute veröffentlichten Vernehmlassungsantwort</a> den Lehrplan 21. Er hält ihn für einen unerlässlichen Schritt hin zur Schulharmonisierung in der Deutschschweiz. Der Lehrplan 21 geht jedoch zu wenig weit. Während sich die Kantone der Romandie im Rahmen einer interkantonalen Vereinbarung seinerzeit verpflichteten, ihren plan d’études romand anzuwenden, bleibt der Lehrplan 21 fakultativ. Ohne entsprechende politische Vereinbarung zwischen den Deutschschweizer Kantonen steht zu befürchten, dass der Lehrplan 21 während seiner Umsetzung zahlreiche Veränderungen erfahren wird. Der SGB bedauert zudem, dass der Lehrplan keine Harmonisierung der Stundenpläne vorsieht. Er verpasst so eine Chance, die Ungleichheiten zwischen den Kantonen abzubauen und eine Basis für die Entwicklung der Tagesschule zu bilden.
</p><p>Der SGB verlangt eine Stärkung der Berufsberatung. Den Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II vorzubereiten, ist eine der wichtigsten Aufgaben des 3. Zyklus. Die Jugendlichen sind in diesem heiklen Alter professionell zu unterstützen und zu beraten. Eine Professionalisierung dieser Orientierung würde bei den Jugendlichen manche Irrtümer und Fehlentscheide verhindern und die Übergangsphase nach der obligatorischen Schule verkürzen. 
</p><p>Gegenüber den Kantonen zieht der SGB die Alarmglocke: Die verbreiteten Sparprogramme schlagen voll auf die Bildungsbudgets durch und bedrohen so den Lehrplan 21. Der SGB verlangt vielmehr, dass die Kantone genügend Lehrpersonal vorsehen, damit den pädagogischen Herausforderungen der Reform entsprochen und jedem Kind ermöglicht wird, die Mindestkompetenzen zu erreichen. Dazu müssen die Kantone auch in die Weiterbildung der Lehrpersonen investieren.
</p><h5>Auskünfte</h5><p>&nbsp;</p><ul><li>Véronique Polito,&nbsp;Zentralsekretärin SGB,&nbsp;079 436 21 29</li></ul><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1390</guid><pubDate>Tue, 17 Dec 2013 17:03:00 +0100</pubDate><title>Gegen die Umdrehung der Argumente</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/gegen-die-umdrehung-der-argumente</link><description>Mindestlohn wertet Lehre auf
</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der gesetzliche Mindestlohn verhindert, dass Löhne der Berufsleute frei und tief fallen können. Das trägt zu einer Aufwertung der Lehre bei. Denn entgegen allen Behauptungen haben heute rund 40 % aller Tieflöhner/innen eine Lehre absolviert.</p><p>Einige Parlamentarier werden nicht müde zu unterstreichen dass ein Mindestlohn die Lehre bedrohe: Weil der Mindestlohn so klar über dem Lehrlingslohn liege, würden die Jugendlichen direkt ab Schulbank arbeiten wollen, ohne noch den Umweg über eine Ausbildung zu machen. Wer solches behauptet, ist allerdings nicht nah am Puls der Jugendlichen. Studien zeigen klar, dass die Jugendlichen unmittelbar nach dem obligatorischen Schulschluss nicht sofort ihr Leben selbständig an die Hand nehmen wollen. Sie wünschen vielmehr einen Beruf zu erlernen, der ihnen gefällt und später wirtschaftliche Sicherheit bietet. Sie sind sich bewusst, dass es einen Abschluss braucht, um in Gesellschaft und Arbeitswelt richtig Fuss zu fassen. Jugendliche, die ohne Not auf eine Ausbildung verzichten und direkt arbeiten wollen, gibt es nur in der Phantasie der Mindestlohngegner.
</p><h3>Verspäteter Eintritt in den Arbeitsmarkt</h3><p>Die TREE-Längsschnittuntersuchungen, welche die Laufbahn von 15- bis 25jährigen verfolgen, bestätigen, dass direktes Arbeiten nach Schulabschluss immer seltener wird. Aus diesem Grund nimmt denn auch die Zahl von Jugendlichen, die auf eine Lehrstelle hoffen, von Jahr zu Jahr kaum ab – und das trotz ausgeprägter Nachfrage der Firmen. Im Jahr 2013 warteten immer noch 16‘000 Jugendliche auf den Antritt einer beruflichen Ausbildung. Die Kantone ihrerseits beklagen den Erfolg ihrer Übergangslösungen nach Schulabschluss: Zwischen 1990 und 2010 hat sich die Zahl der Jugendlichen in solchen Angeboten praktisch verdoppelt. Die Zahl der Schüler/innen insgesamt dagegen ist nur um 25 % gestiegen. Zudem hat in derselben Zeitspanne der Anteil jener 18jährigen, die sich immer noch in Ausbildung befinden, stark zugenommen. Für das Jahr 2011 schätzt man denn auch, dass nur 4 % aller 15- bis 19jährigen bereits arbeiten. Ein gesetzlicher Mindestlohn wird nichts ändern an der Tendenz, dass sich die Jugendlichen länger ausbilden und ihren Eintritt in den Arbeitsmarkt hinausschieben.
</p><h3>Lehre kein Garant mehr um Familie durchzubringen</h3><p>Statt den Splitter in den Augen der Initianten sollten die „Verteidiger der Lehre“ besser den Balken in den eigenen suchen. Dann würden sie feststellen, dass es ist nicht ein „Lohndiktat“ ist, das die Lehre heute bedroht, sondern der fehlende oder teilweise überholte Schutz. Wie sonst wäre zu erklären, dass in einem Land, in dem die Lehre eine so immense Bedeutung übernimmt, mehr als ein Drittel der Tieflohnverdiener (unter 4000 Franken) einen Lehrabschluss gemacht haben. Wieso sollen ein Landschaftsgärtner, eine Pflege- oder Pharmaassistentin, ein Musiker, eine Verkäuferin, eine Coiffeuse, ein Taxifahrer, alle mit Berufsabschluss, jahrelang einen so tiefen Lohn bekommen, dass sie keine Familie davon ernähren können? Heute beziehen mehr als 10% aller, die eine Lehre abgeschlossen haben, einen Tieflohn. Für sie hat sich in den letzten Jahren die Lage noch verschlechtert: Zwischen 2002 und 2010 hatten sie einen Reallohnverlust zu beklagen. Die Löhne der bereits gut Verdienenden dagegen haben den Lift genommen, und die Produktivität ist um 6 % gewachsen.
</p><h3>Ein Mindestlohn – um Berufsleute zu schützen</h3><p>Heute sind nur 40% der Angestellten durch einen GAV mit Mindestlohn geschützt. 60 % aller Angestellten weisen keinen Schutz auf. Was vor 15 Jahren noch haltbar gewesen sein mag, ist es heute nicht mehr. Offene Grenzen und höhere Qualifizierung der europäischen Arbeitnehmenden setzen Schweizer Berufsleute unter Druck. Die Stellung der Berufsbildung beunruhigt die Kleinunternehmer immer mehr. Denn nicht nur das eidgenössische Fähigkeitszeugnis, auch die Abschlüsse der höheren Berufsbildung verlieren nach und nach an Wert in einem international offenen Arbeitsmarkt. 
</p><p>Das ist der Rahmen, innerhalb dessen die grossen Arbeitgeber-Organisationen ihren Kreuzzug gegen würdige Löhne starten. Die gleichen, die gegen ein «Lohndiktat» wettern, foutieren sich oft um Sozialpartnerschaft und zögern nicht, bereits gut ausgebildetes ausländisches Personal anzustellen. Mit ihrer Mindestlohninitiative rücken die Gewerkschaften keinen Haarspalt von ihrem Ziel des Schutzes von Lohn und Arbeitsbedingungen ab. Der gesetzliche Mindestlohn verhindert, dass die Löhne beliebig schmelzen. Dadurch wertet der Mindestlohn heute unterbezahlte qualifizierte berufliche Arbeit wieder auf. Dieser Riegel wird den Lohnrückgang der Berufsleute stoppen, die unter dem Druck der Personenfreizügigkeit stehen. Ein Ja zur Mindestlohninitiative eröffnet deshalb den Jugendlichen neue Perspektiven. Und wer den Berufsleuten würdige Löhne sichert, besorgt auch der Lehre eine Zukunft. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1386</guid><pubDate>Fri, 13 Dec 2013 16:12:00 +0100</pubDate><title>SGB fordert ein Berufsregister auf Bundesebene</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/sgb-fordert-ein-berufsregister-auf-bundesebene</link><description>Neues Gesundeitsberufegesetz</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Schweizerische Gewerkschaftsbund begrüsst das vom Bundesrat am Freitag in die Vernehmlassung geschickte Gesundheitsberufegesetz. Damit wird die Grundlage geschaffen, erstmals auf nationaler Ebene die Gesundheitsberufe auf Tertiärstufe zu regeln. Das Gesetz ist von grosser Bedeutung: Durch die Stärkung der Rahmenbedingungen für die Ausbildung des Nachwuchses in den Gesundheitsberufen wird die Gesundheitsversorgung langfristig gesichert.
</p><p>Angesichts der Alterung der Gesellschaft und der rasch steigenden Zahl chronisch kranker Menschen, wird der Bedarf an Pflegepersonal in den nächsten Jahren stetig zunehmen. Trotz der bisherigen Bemühungen, junge Menschen für diese Berufe zu begeistern, ist der Nachwuchs nicht gesichert. Heute verfügt rund ein Drittel des qualifizierten Personals &nbsp;über ein ausländisches Diplom. Da sich der Personalmangel in der gesamten EU verschärft, wird es für die Schweiz immer schwieriger, qualifiziertes Personal im Ausland zu rekrutieren. Die Schweiz muss deshalb zwingend in die Ausbildung investieren und Rahmenbedingungen schaffen, die die Weiterentwicklung der Berufsbilder und eine integrierte Gesundheitsversorgung ermöglichen. Die Rahmenbedingungen sind entscheidend, um die Attraktivität dieser Berufe zu verbessern.
</p><p>Das Gesetz definiert auf Bundesebene die minimalen Anforderungen für die Ausbildungsgänge und deren Zulassung, die Voraussetzungen für die Anerkennung der Diplome sowie die Kriterien für die Erteilung und den Entzug der Zulassung für die selbständige Berufsausübung.&nbsp; Der SGB begrüsst die grundsätzliche Stossrichtung der Gesetzesvorlage, bedauert aber dass einige Fragen erst in Form von Varianten unterbreitet werden.
</p><p>Für den SGB müssen nicht nur die Bachelor-, sondern auch die Masterausbildungen in diesem Gesetz geregelt werden. Ausserdem ist es unabdingbar, auf Bundesebene ein zentrales Berufsregister einzuführen. Ein solches Register ist ein bewährtes Instrument, das garantiert, dass die die Leute für die Ausübung ihres Berufes genügend qualifiziert sind. Das Register trägt zum Schutz der Patientinnen und Patienten bei und fördert die stetige Fortbildung. Unter Führung des Bundes könnte das Berufsregister ein effizientes Steuerungsinstrument zur Nachwuchsplanung im Gesundheitswesen werden.
</p><h5>Auskünfte:</h5><p>&nbsp;</p><ul><li><span>Véronique Polito, SGB-Zentralsekretärin, 079 436 21 29</span></li></ul><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Gesundheit</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1361</guid><pubDate>Tue, 10 Dec 2013 15:00:00 +0100</pubDate><title>Dieses Gesetz entlässt die Arbeitgeber völlig aus ihrer Pflicht</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/dieses-gesetz-entlaesst-die-arbeitgeber-voellig-aus-ihrer-pflicht</link><description>Ungenügendes Weiterbildungsgesetz
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Nationalrat entleert das Weiterbildungsgesetz über weite Strecken seines Sinnes. Die Grosse Kammer verweigert die Festschreibung jeglicher Verantwortung der Arbeitgeber. Der Bundesrat sah noch eine bescheidene Beteiligung der Arbeitgeber an den Weiterbildungsanstrengungen vor. Der Nationalrat jedoch hat den Absatz gestrichen, der privaten wie öffentlichen Arbeitgebern vorschrieb, die Weiterbildung ihrer Angestellten zu fördern.
</p><p>So amputiert, verfehlt das Gesetz sein prioritäres Ziel, nämlich den Arbeitnehmenden eine nachhaltige Integration auf dem Arbeitsmarkt zu sichern. Der Nationalrat setzt primär auf individuelle Verantwortung und Stärkung des Wettbewerbs. Statt die Unternehmen zu ermutigen, in die Qualifikationen ihres Personals zu investieren, ermuntert er sie zu auswärtiger Personalrekrutierung. 
</p><p>«Gegenüber wenig Qualifizierten auf individueller Verantwortung und dem Markt zu bestehen, grenzt an Zynismus», kritisiert SGB-Zentralsekretärin Véronique Polito. Dass die Arbeitgeber heute mehrheitlich die Weiterbildung der bereits gut Ausgebildeten und der gut Entlöhnten unterstützen, ist offenkundig. Die BFS-Erhebungen bestätigen dies: 2011 haben nur 28 % der Arbeitnehmenden ohne Ausbildung von ihrem Arbeitgeber eine Unterstützung bei Weiterbildung erhalten. Bei den Hochschulabgängern betrug dieselbe Quote 70 %.
</p><p>Der Ständerat wird hier korrigieren und das Gesetz auf die wirklichen Probleme ausrichten müssen. 
</p><h5><a name="Text7">Auskünfte: </a></h5><p>Véronique Polito, SGB-Zentralsekretäri; 079 436 21 29</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Wirtschaft</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1363</guid><pubDate>Thu, 21 Nov 2013 11:18:00 +0100</pubDate><title>Ein Gesetz, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ein-gesetz-das-mehr-fragen-aufwirft-als-beantwortet</link><description>Neues Weiterbildungsgesetz
</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">In der nationalrätlichen Debatte zum Weiterbildungsgesetz werden insbesondere die Verantwortung des Arbeitgebers und die verschiedenen Modelle eines Bildungsurlaubes umstritten sein. Trotz Anstrengungen und einiger Lichtpunkte: das Gesetz ist angesichts der Probleme, die Unternehmen haben, wenn sie qualifiziertes Personal suchen, vor allem eines: ambitions- und visionslos.</p><p>Der rasche Wandel des Arbeitsmarktes verlangt heute von den Menschen enorme Anpassungs-fähigkeiten und eine permanente Entwicklung ihrer Kompetenzen. Ein neues Gesetz über die Weiterbildung – müsste man folgern – hätte sich somit die Mittel zu geben, um allen Zugang zu Weiterbildung zu ermöglichen und die wichtigsten Mängel des heutigen Systems zu beseitigen. Der SGB sieht die zwei bedeutendsten Barrieren in den sozialen Disparitäten und in der zeitlichen Beanspruchung. 
</p><h3>Soziale Unterschiede nehmen zu</h3><p>Beim Thema Weiterbildung mangelt es an Forschung und gesicherten Daten. In einem Punkt jedoch stimmen die Beobachtungen der Forscher überein: Der Zugang zu Weiterbildung hängt vom Ausbildungsstand und vom Einkommen ab. Je höher beide liegen, desto höher auch die Anstrengungen für Weiterbildung. Weiterbildung trägt also dazu bei, die sozialen Unterschiede zwischen hoch und wenig Qualifizierten zu verstärken statt sie einzuebnen. Bereits gut Ausgebil-dete werden noch besser ausgebildet. Menschen ohne postobligatorische Ausbildung hingegen bleiben in der Tendenz ein Leben lang bildungsfern. 
</p><h3>Zeitdilemma </h3><p>Die doppelte oder gar dreifache Last, die Beruf, Bildung und familiäre Pflichten zusammen bilden, ist ein Hindernis zu Weiterbildung. Die letzten statistischen Erhebungen des BFS (Mikrozensus Aus- und Weiterbildung vom 24.6.2013) zeigen auf, dass neben der finanziellen Last (15 %) der Zeitmangel (33 %) und die familiäre Verantwortung (16 %) die wichtigsten Weiterbildungs-hindernisse sind. Eine Studie über die Kandidaten der Berufsprüfungen, die zuvor die entspre-chenden Vorbereitungskurse absolviert haben (econcept 2011), weist ebenso auf die Bedeutung dieses Problems hin.
</p><h3>Nicht auf der Höhe der Anforderungen</h3><p>Weder die eine noch die andere Barriere sind im neuen Gesetz berücksichtigt. Das Phänomen der sozialen Unterschiede wurde weitgehend ausgeblendet. Der Bundesrat spricht sich vielmehr für mehr Konkurrenz „in einem funktionierenden Markt“ aus. Die Fragen zeitlicher Belastbarkeit und der Vereinbarkeit wurden nie gebührend analysiert – und damit natürlich ebenso wenig mögliche Antworten darauf. Die Option auf einen Bildungsurlaub etwa wurde mit wackligen Argumenten weggewischt. In der Plenumsdiskussion wird der Bildungsurlaub wieder Thema sein. Die diversen Modelle dürften allerdings kaum eine Mehrheit finden. Dasselbe gilt für zahlreiche Anträge der Kommission, die Rolle und soziale Verantwortung des Arbeitgebers stärken wollen. 
</p><h3>Förderung von Grundkompetenzen in Nachholbildung</h3><p>Einen Hoffnungsschimmer gibt es bei der Förderung von Grundkompetenzen. Diese Bestimmung wurde ins Gesetz geschrieben und von der vorberatenden Kommission breit unterstützt. Das ist ein Fortschritt, da bis vor kurzem nur im spezialisierten Milieu ein solcher Bedarf anerkannt war. Mängel in elementarer Mathematik, bei Lesen, Schreiben, mündlichem Ausdruck (in einer Landessprache) und in Informatik sind indessen stark verbreitet und können unüberwindbare Hürden zur Weiterbildung darstellen. Dass nicht weitere Mittel gesprochen wurden, um ergänzende Angebote in diesem Bereich zu schaffen, kann man deshalb nur bedauern. 
</p><h3>Kurzsichtige Hoffnung auf hochqualifizierte Immigration</h3><p>Das Weiterbildungsgesetz setzt den Grundsatz der „individuellen Verantwortung“. Mit andern Worten: das „Laisser-faire“ des reinen Marktes. Der Druck auf die Arbeitenden steigt jedoch ständig, unabhängig der Qualifikationshöhe. In einer solchen Lage den Arbeitnehmenden allein die Verantwortung zu einer Weiterbildung zu übertragen, die Voraussetzung weiterer Beschäftigung ist, bedeutet, diese noch mehr in die Enge zu treiben. Zahlreiche Unternehmen aus dem privaten wie dem öffentlichen Sektor (etwa dem Gesundheitswesen) rekrutieren Personal und Kader heute im Ausland und begegnen so dem „Fachkräftemangel“. Da drängt sich schon die Frage auf, warum es am politischen Willen mangelt, die bereits hier anwesenden Menschen weiter zu bilden. Es gibt hierzulande Potential. Nur muss man das auch sehen wollen. Einige Parteien wären denn auch mehr inspiriert, Bildung und Vereinbarkeit zu fördern statt die Frauen an den Herd zurück-schicken zu wollen…
</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1323</guid><pubDate>Thu, 10 Oct 2013 09:43:00 +0200</pubDate><title>Der Bundesrat zielt an den Bedürfnissen der höheren Berufsbildung vorbei</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/der-bundesrat-zielt-an-den-beduerfnissen-der-hoeheren-berufsbildung-vorbei</link><description>SGB befürwortet die Volksinitiative oder dann einen substanziellen Gegenvorschlag</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Bundesrat lehnt die Stipendieninitiative ab und will bloss einen zahnlosen Gegenvorschlag. Die spezifischen Bedürfnisse der höheren Berufsbildung blendet er schlicht aus. Der SGB spricht sich für die Initiative aus. Noch diesen Monat wird das Geschäft von den zuständigen Parlamentskommissionen behandelt. </p><p>Die Stipendien sind das Stiefkind im schweizerischen Bildungssystem. Zwischen 1990 und 2009 ist ihr Volumen um 11 % gesunken. Gleichzeitig hat die Zahl der Ausbildenden ständig zugenommen 1990 betrug der Anteil des Bundes an der Finanzierung der Stipendien für die Sekundarstufe II und die Tertiärstufe 40 %; heute beläuft er sich nur mehr auf 8 %. Zudem führte der fehlende Harmonisierungswille zu einem kantonalen Durcheinander mit inakzeptablen Ungleichbehandlungen. 
</p><h3>Gegenvorschlag blendet Berufsbildung aus</h3><p>Was sich da im indirekten bundesrätlichen Gegenvorschlag als „Harmonisierung“ ausgeben will, ist bloss ein Verweis auf einige Bestimmungen des Interkantonalen Stipendien-Konkordates. Diese Bestimmungen haben nur sehr marginale Auswirkungen gehabt. Für die Berufsbildung bringen sie keine Besserung. Im Gegenteil: einige Bestimmungen schränken für Absolvent/innen der höheren Berufsbildung das Recht auf Finanzhilfe ein, gehe es nun um Stipendien oder Darlehen. Heute bekommen nur 3 % aller Personen in einer höheren Berufsbildung eine Unterstützung. Das ist der tiefste Anteil in allen Ausbildungskategorien (Durchschnitt: 8 %). Dabei sind die Absolvent/innen der höheren Berufsbildung keineswegs privilegiert; sie stammen vielmehr aus bescheidenen Milieus. Wenn sie ihre Ausbildung auf Stufe Tertiär B fortsetzen, haben sie bedeutende persönliche und finanzielle Opfer zu erbringen, weil die Ausbildungskosten dieser Stufe viel höher sind als auf universitärem Niveau.
</p><h3>„Stipendien statt Sozialhilfe“: der Appell der SKOS</h3><p>2011 stellte die SKOS in einem Bericht bedeutende Unvereinbarkeiten zwischen den Systemen der kantonalen Sozialhilfe und jenen der Stipendien fest: Weil der Lehreintritt die finanzielle Lage der Jungen und ihrer Familie verschlechtern könne, würde ein Teil der Jugendlichen entmutigt, eine Lehre zu absolvieren. In ihrem Bericht plädiert die SKOS dafür, eine Grundlage zu erarbeiten, die es ermögliche, die Systeme des Stipendienbezugs und der Sozialhilfe zu harmonisieren.
</p><p>Der Gegenvorschlag des Bundesrates ignoriert diese Feststellungen. Er wird gar dazu beitragen, die unbefriedigende Lage zu zementieren. 
</p><h3>Bundesrat nimmt Verantwortung nicht wahr</h3><p>Der Bundesrat zeigte anfangs Willen, die von der Initiative aufgeworfenen Fragen anzugehen, indem er einen ersten Gegenvorschlag in die Vernehmlassung schickte. Dann allerdings buchstabierte die Exekutive zurück und stellte in der endgültigen Version eines Gegenvorschlags ausschliesslich auf das interkantonale Stipendienkonkordat ab. Das Konkordat ist jedoch institutionell schwach und hat nur minime Auswirkungen auf die Praxis der Kantone. De facto verzichtet der Bund damit auf die Anwendung seiner Kompetenz, und dies genau in einem Bereich, in dem ihn die Verfassung beauftragt, die Kriterien einer nationalen Harmonisierung selbst festzulegen. So entledigt sich der Bundesrat seiner Verantwortung gegenüber den Kantonen.
</p><h3>Der SGB unterstützt die Volksinitiative des VSS </h3><p>Das aktuelle Stipendienwesen ermöglicht keine Chancengleichheit im Bildungszugang. Der SGB hat die Stipendieninitiative aktiv unterstützt, insbesondere weil diese:
</p><p>- die Kompetenzen des Bundes genauer festlegt und die Harmonisierung der Stipendienvergabe begünstigt, 
</p><p>- die Ungleichbehandlung von Berufs- und akademischer Bildung abschwächt,
</p><p>- dem Bund ermöglicht, jene Kantone zu fördern, die auch Lehrlinge finanziell unterstützen.
</p><p>Für den SGB ist klar: Wenn das Parlament die Volksinitiative nicht unterstützen will, dann soll es wenigstens einen direkten Gegenvorschlag mit dem Charakter einer echten Alternative zum Volksbegehren erarbeiten. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Gewerkschaftspolitik</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1105</guid><pubDate>Mon, 08 Jul 2013 14:46:00 +0200</pubDate><title>Aufgepasst –  nicht alles ist gestattet! </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/aufgepasst-nicht-alles-ist-gestattet</link><description>SGB-Empfehlungen zu Ferienjobs</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die Ferien nahen. Und damit für viele Schüler/innen und Student/innen eine Möglichkeit, sich via Ferienjobs Geld zu verschaffen. Wer einen solchen Kurzjob macht, ist Arbeitnehmer/in. Zu beachten: Auch für Kurzjobber/innen gilt das Arbeitsrecht.</p><p>Kinderarbeit ist hierzulande glücklicherweise abgeschafft. Das Arbeitsgesetz (ArG) erlaubt Erwerbsarbeit erst ab 15 Jahren. Ab 13 können Jugendliche leichte Arbeiten verrichten. Unter 13 Jahren ist Beschäftigung zulässig in sportlichen und kulturellen Tätigkeiten, dies unter speziellen Bedingungen und mit Bewilligung einer kantonalen Behörde (Art. 30 ArG; Art. 7 ArGV 5). In all diesen Fällen benötigen Minderjährige die elterliche Einwilligung für die Unterzeichnung des Arbeitsvertrages.
</p><h3>Wer darf was (nicht)?</h3><p>Die Verordnung 5 zum Arbeitsgesetz (ArGV 5) präzisiert die Anstellungsregeln für unter 18-Jährige. Verboten sind gefährliche Arbeiten, Beschäftigung in gewissen Bereichen (Diskotheken, Bars, Nachtlokale, Filmvorführungen, Zirkus und Schaustellerei, vgl. Art. 4 bis 6, ArGV 5). Sonntagsarbeit ist nur zulässig für Jugendliche mit beendeter obligatorischer Schulpflicht, maximal einen Sonntag auf zwei und ausschliesslich im Gastgewerbe (in dem Mindestbeschäftigungsalter 16 herrscht), bei Tierpflegebetrieben und in Bäckereien (ArGV 5, Art 13). In touristischen Zonen ist Sonntagsarbeit möglich in touristisch ausgerichteten Betrieben während der ganzen Dauer der Sommerferien (Art. 15 ArGV 5; Art. 25 ArGV 2). Nachtarbeit ist für unter 18-Jährige verboten, ausser sie sei für die&nbsp; berufliche Grundausbildung unerlässlich (Art. 12 ArGV 5).
</p><h3>Wie lange?</h3><p>Die Arbeit der unter 13-Jährigen darf maximal drei Stunden pro Tag und 9 Stunden pro Woche betragen (Art. 10 ArGV 5). Jugendliche über 13 Jahre ohne beendete Schulpflicht können bis zu 8 Stunden pro Tag (40 h pro Woche) während der Hälfte der Schulferien, zwischen 6.00 und 18.00 Uhr, beschäftigt werden, wobei bei mehr als fünf Stunden eine Pause von mindestens einer halben Stunde zu gewähren ist (Art. 11 ArGV 5). Für alle Jugendlichen gilt, dass ihre Arbeitsdauer jene der anderen vom Unternehmen Angestellten nicht überschreiten darf (max. 9 h pro Tag) und innerhalb einer Zeitspanne von 12 Stunden zu erfolgen hat (Art. 31 Abs. 1 ArG). Sie haben Anrecht auf eine tägliche Ruhezeit von mindestens 12 aufeinander folgenden Stunden (Art. 16 ArGV 5). Abends dürfen unter 16-Jährige nur bis 20.00 Uhr, 16- bis 18-Jährige bis 22.00 Uhr beschäftigt werden (Art. 31 Abs. 2 ArG). 
</p><h3>Bei Gefahr nein sagen</h3><p>In Ferienjobs tun viele Jugendliche die ersten Schritte in die Arbeitswelt. Auch in dieser lauern Gefahren, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Das Berufsunfallrisiko junger Jobber/innen ist sehr hoch, vor allem in den ersten Tagen der Anstellung.
</p><p>Deshalb: Sicherheitsvorschriften immer genau beachten. Die entsprechenden Unterrichtungen des Arbeitgebers sind sorgsam zu beachten, auch wenn sie einem übertrieben vorkommen sollten. In jedem Fall sind gefährliche Arbeiten bis zum Alter von 18 Jahren verboten. Ist jemand trotz allem einer Gefahr ausgesetzt, dann muss er wagen, STOPP zu sagen. Es lohnt sich, Hilfe einzuholen bei einem erfahrenen Arbeitskollegen. Unfälle wirken zu häufig zu lange nach.
</p><h3>Richtig versichern</h3><p>Während eines kleinen Ferienjobs die Sozialversicherungen zu vernachlässigen, kann sich rächen. Alle Arbeitnehmenden sind unabhängig ihres Alters obligatorisch durch den Arbeitgeber bei der Unfallversicherung zu versichern. Wenn sie weniger als 8 Stunden beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind, deckt diese Versicherung nur die Berufsunfälle. Ist das Pensum höher, sind alle Unfälle gedeckt. Bei einem Unfall hat der Arbeitgeber die Eltern zu benachrichtigen (Art. 32 ArG). Für Anstellungen unter drei Monaten gibt es keine Verpflichtung, im Krankheitsfalle ein Gehalt zu zahlen. Die anderen Sozialversicherungen (AHV/IV/EO) sind erst ab 18 obligatorisch. Wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht zahlt, ist dies Schwarzarbeit und hat Sanktionen zur Folge.
</p><h3>Lohn: minimale und übliche Löhne</h3><p>In der Schweiz gibt es (noch) keinen gesetzlichen Mindestlohn über alle Branchen hinweg. Theoretisch könnte damit der Arbeitgeber den Lohn zahlen, der ihm passt. Allerdings muss der Arbeitgeber Gesamtarbeitsverträge (GAV) und Normalarbeitsverträge (NAV) respektieren. Für Ferienjobs besonders bedeutend sind der Landes-GAV Gastgewerbe, die verschiedenen GAV im Bau, in der Reinigung, im Detailhandel (Coop, Migros sowie kantonale und kommunale GAV), für den Temporärbereich (Personalverleih) und ebenso die kantonalen NAV in der Landwirtschaft. Die meisten vertraglichen Mindestlöhne findet man auf: <a href="http://www.gav-service.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.gav-service.ch</a>. Die Arbeitgeber müssen zudem die branchen- und ortsüblichen Löhne respektieren. Die meisten davon findet man auf <a href="http://www.lohnrechner.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.lohnrechner.ch</a> .
</p><p>Der SGB empfiehlt für alle Angestellten einen Mindestlohn von 22.- Fr./h. 
</p><h3>Und die Ferien?</h3><p>Schliesslich darf der Ferienanspruch nicht vergessen werden. Wenn man – wie gewöhnlich bei kleinen Ferienjobs – im Stundenlohn beschäftigt ist, hat man Anrecht auf einen Lohnzuschlag von 10,64 % (bis zu 20 Jahren). Bei Jugendlichen ab 20 beträgt dieser Zuschlag 8,33 %. Auf der Lohnabrechnung ist dieser Zuschlag klar auszuweisen.
</p><h5>Internet-Stellenbörsen: aufpassen und nicht reinfallen!</h5><p>„Suchen Mädchen für einjährigen Coiffeurstage. Lohn 400.-/Monat.“ Diese Annonce erschien Ende Juni auf <a href="http://www.adosjob.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.adosjob.ch</a>. Man findet solche Kleinanzeigen oft auf Webseiten, die sich an Jugendliche auf Jobsuche wenden. Wenn auch die meisten dieser Webseiten von guten Absichten ausgehen, so heisst das noch lange nicht, dass die Stellenangebote darauf im Interesse der Jugendlichen oder rechtskonform sind. Der oben zitierte Fall stellt eindeutig einen Missbrauch dar: Der Betrieb müsste das Mädchen als Lehrling anstellen. Erst das erlaubte eine korrekte durch die Brache anerkannte Ausbildung. Vielleicht hat der Inserierende keine Berechtigung zur Lehrlingsausbildung. Er bietet also einen nicht reglementierten Stage an, um während eines Jahres von einer billigen Hilfskraft zu profitieren.
</p><p>Tipp: Die SGB-Jugendkommission hat in einer Ratgeber-Broschüre alle wichtigen Informationen zum Arbeitsrecht erfasst. Diese ist downloadbar unter: <a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.gewerkschaftsjugend.ch</a> .</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Arbeitsrechte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1098</guid><pubDate>Thu, 27 Jun 2013 14:31:00 +0200</pubDate><title>Bundesrat geht vor den Kantonen in die Knie</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bundesrat-geht-vor-den-kantonen-in-die-knie</link><description>Botschaft zur Stipendieninitiative

</description><content:encoded><![CDATA[<p>In die Knie gegangen: Anders lässt sich die Haltung des Bundesrats anhand seiner heute veröffentlichten Botschaft zur Stipendieninitiative nicht beschreiben. Was er als indirekten Gegenvorschlag bietet, entspricht den Zielen der Volksinitiative in keiner Weise. Im Gegenteil: Anstatt die gesetzlichen Bestimmungen national zu harmonisieren, stärkt der Bundesrat die kantonalen Kompetenzen, indem er beinahe ausschliesslich auf das interkantonale Konkordat verweist. Kurz: Er verzichtet darauf, selbst Kriterien der Gewährung von Stipendien festzulegen, indem er die Zuständigkeit dafür dezentralisiert.
</p><p>„In der Schweiz bevorzugt man die Bildung von Eliten: Es sind nicht die persönlichen Fähigkeiten, die über den Zugang zu einer Ausbildung entscheiden, sondern die Dicke des Portemonnaies, “ empört sich SGB-Zentralsekretärin Véronique Polito. Seit 1990 haben sich die öffentlichen Ausgaben für die Hochschulen mehr als verdoppelt. Gleichzeitig sind die Ausgaben für Stipendien um mehr als 10 % zurückgegangen, obwohl die Anzahl der Lehrlinge, Schüler/innen und Student/innen in der gleichen Zeitspanne stetig zunahmen. „Am meisten verlieren die Jugendlichen in der Berufsbildung: Das System ist heute nicht auf sie zugeschnitten und begrenzt ihren Zugang zu Ausbildungshilfen.“ So erhalten weniger als 5 % aller Lehrlinge und weniger als 3 % all jener, die eine höhere berufliche Ausbildung verfolgen, ein Stipendium.
</p><p>In zahlreichen Kantonen muss ob dieser mangelhaften Konzeption der Stipendien die Sozialhilfe einspringen. „Es ist ein Skandal, dass Jugendliche gezwungen sind, bei der Sozialhilfe anzuklopfen, um eine berufliche Erstausbildung absolvieren zu können“, stellt Katharina Prelicz-Huber, Präsidentin des VPOD, fest. Das Parlament muss korrigieren: „Wenn es die Stipendieninitiative nicht unterstützen will, dann muss es mindestens einen seriösen Gegenvorschlag verabschieden.“ 
</p><h5>Auskünfte:</h5><p>Véronique Polito, Zentralsekretärin SGB, 079 436 21 29
</p><p>Katharina Prelicz-Huber, Präsidentin VPOD, 076 391 79 15</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1064</guid><pubDate>Tue, 14 May 2013 18:15:00 +0200</pubDate><title>Neue Website für Lehrlinge aufgeschaltet – SGB-Bestseller neu aufgelegt</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/neue-website-fuer-lehrlinge-aufgeschaltet-sgb-bestseller-neu-aufgelegt</link><description>www.gewerkschaftsjugend.ch</description><content:encoded><![CDATA[<p class="PresseOberzeile">Jedes Jahr beginnen in der Schweiz 70‘000 junge Menschen eine Berufslehre in einer Unternehmung. Im Alter von 16 bis 18 Jahren treten sie damit in eine neue Welt ein – die Arbeitswelt. Mit ihrer Unterschrift unter den Lehrvertrag gehen sie weitgehende Verpflichtungen ein: Als Gegenleistung zur Berufsausbildung verpflichten sie sich, mehrere Jahre für einen Arbeitgeber zu arbeiten und Regeln einzuhalten.</p><p class="Text">Während sie der Lehrmeister auf die Pflichten aufmerksam macht, sind sich viele Lernende nicht bewusst, dass sie auch Rechte haben. Oft sind sie nicht in der Lage, diese Rechte einzufordern. Gewisse Lehrmeister haben etwa den Hang zu vergessen, dass 16-Jährige nicht mehr als 9 Stunden pro Tag arbeiten dürfen. Andere Arbeitgeber vergessen, dass für Lernende Sonntagsarbeit verboten ist. All dies geschieht, obwohl junge Arbeitskräfte gesetzlich speziell geschützt sind, damit ihre persönliche, körperliche und psychische Entwicklung nicht beeinträchtigt wird.</p><p class="Text">Im Bewusstsein um diese Schwierigkeiten hat die Jugendkommission des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) ihren beliebten Leitfaden zum Lehrlings und Jugendrecht „Ich kenne meine Rechte -&nbsp; Lehrlings- <span lang="DE">und Jugendrecht von A bis Z</span>“ aufdatiert, ergänzt und zum 16. Mal neu aufgelegt. Gleichzeitig hat die SGB-Jugendkommission für die jungen Menschen eine neue Website gestaltet. Kernelement ist dabei eine elektronische Version des Leitfadens, in der per Volltextsuche die gewünschten Informationen aufgerufen werden können. Website und Broschüre führen die wichtigsten Rechte der Jugendlichen im Zusammenhang mit der Arbeitswelt auf, etwa zu den Arbeitsbedingungen aber auch zu Sozialversicherungen und Steuern. </p><p class="Text">Der SGB-Bestseller „Ich kenne meine Rechte“ erscheint in einer Neuauflage von 50‘000 Exemplaren (deutsch und französisch). Ein Exemplar kann für 4 Franken unter <a href="#" data-mailto-token="thpsav1pumvGzni5jo" data-mailto-vector="7">info(at)sgb.ch</a> bestellt werden. Interessierten Medienschaffenden stellen wir auf Anfrage ein Gratisexemplar zu. Weitere Informationen finden sich unter <a href="http://www.gewerkschaftsjugend.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.gewerkschaftsjugend.ch</a></p><h5>Auskünfte</h5><p class="GliederungText">&nbsp;</p><ul><li><span>Véronique Polito, Zentralsekretärin SGB, 079 436 21 29</span></li><li><span>Thomas Zimmermann, Kommunikation SGB, 079 249 59 74</span></li></ul><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Gewerkschaftsrechte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1049</guid><pubDate>Thu, 25 Apr 2013 15:40:00 +0200</pubDate><title>Schutzalter für gefährliche Arbeiten nicht senken</title><link>https://www.sgb.ch/themen/arbeit/detail/schutzalter-fuer-gefaehrliche-arbeiten-nicht-senken</link><description>Workers‘ Memorial Day</description><content:encoded><![CDATA[<p>Täglich sterben weltweit laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation IAO mehr als 5500 Menschen durch Arbeitsunfälle oder wegen arbeitsbedingten Krankheiten. Das sind deutlich mehr als in kriegerischen Auseinandersetzungen sterben. Dies allein ist Grund genug, am 28. April – dem Workers‘ Memorial Day – den Arbeitnehmenden zu gedenken, die wegen der Arbeit erkrankten oder die bei der Arbeit getötet, verletzt oder verstümmelt wurden.
</p><p>Auch in der Schweiz ist das Thema Arbeitsunfälle hochaktuell – insbesondere für die Jüngsten unter den Arbeitnehmenden. Laut Zahlen der Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) stieg die Anzahl Arbeitsunfälle bei den Lernenden zwischen 1996 und 2009 um über 6 Prozent. Dies, während im gleichen Zeitraum 13.4 Prozent weniger Arbeitsunfälle insgesamt zu vermelden waren. Trotz dieser alarmierenden Entwicklung wollen Kantone sowie bürgerliche Kreise das Schutzalter für gefährliche Arbeiten von heute 16 auf neu 14 Jahre senken. Dies obendrein ohne gesicherte Faktenlage für die letzten Jahre – aktuellere Zahlen zur Unfallgefahr für Lernende führt die SSUV nicht. Ein solcher Blindflug hin zu schlechterem Schutz am Arbeitsplatz gerade für die Jüngsten ist so nicht hinnehmbar.
</p><h3>Bei Gefahr: Stopp!</h3><p>Um Unfällen am Arbeitsplatz vorzubeugen, hat der SGB mit Unterstützung der SUVA ein Lehrmittel erarbeitet. Dieses soll insbesondere Berufsschulen und gewerkschaftlichen Arbeitnehmervertretungen aber auch anderen Interessierten ein Werkzeug in die Hand geben, um die Arbeitssicherheit in der Schweiz zu verbessern. Die Grundbotschaft: Bei Gefahr darf und soll jeder und jede Arbeitnehmende Stopp! sagen – vor allem jene, die in Ausbildung sind. Die Arbeit soll unterbrochen und erst wieder aufgenommen werden, wenn die Sicherheit wieder gewährleistet ist.
</p><p>Insbesondere zum Schutz von Lernenden und jungen Arbeitnehmenden braucht es Anstrengungen. Denn als BerufseinsteigerInnen stehen sie unter zusätzlichem Druck und benötigen wegen der kurzen Berufserfahrung engere Betreuung zur Verhinderung von Unfällen. Hier stehen insbesondere auch die Arbeitgeber und Ausbildungsinstitutionen in der Pflicht – auch ihnen soll das neue Lehrmittel deshalb als Präventionsinstrument dienen.
</p><p>Das Lehrmittel „Bei Gefahr: Stopp!“ vom SGB (finanziell unterstützt von der SUVA)&nbsp;ist als kostenloser &lt;media 962 - - "TEXT, Lehrmittel STOPP d, Lehrmittel_STOPP_d.pdf, 2.6 MB"&gt;Download&lt;/media&gt; verfügbar.
</p><h5>Auskünfte</h5><p>&nbsp;</p><ul><li><span>Luca Cirigliano, SGB-Zentralsekretär, 076 335 61 97</span></li></ul><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1039</guid><pubDate>Wed, 10 Apr 2013 11:53:00 +0200</pubDate><title>Blosse Kosmetik statt materielle Stipendienharmonisierung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/blosse-kosmetik-statt-materielle-stipendienharmonisierung</link><description>Indirekter Gegenvorschlag zur Stipendieninitiative</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der am Mittwoch vom Bundesrat aufgegleiste indirekte Gegenvorschlag zur Stipendieninitiative reicht nicht, um die Probleme im Stipendienwesen wirksam zu lösen und für mehr Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung zu sorgen. „Der Gegenvorschlag ist eine schöne symbolische Geste, die aber bloss kosmetische Korrekturen bringt“, kritisiert Véronique Polito, die für Bildungsfragen zuständige SGB-Zentralsekretärin. „Echte materielle Verbesserungen plant der Bundesrat keine.“ Die Kantone sollen damit weiterhin selber bestimmen können, nach welchen (insbesondere: finanziellen) sie Stipendien oder Darlehen verteilen wollen.&nbsp;&nbsp;
</p><p>Verbesserungen wären jedoch bitter nötig. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass die Gesamtausgaben für Stipendien zwischen 1990 und 2011 um 6 Prozent gesunken sind. Allein der Bund reduzierte seine Subventionen für Stipendien seit 1998 von über 100 auf noch 25 Mio. Fr. im Jahr 2011. Gleichzeitig haben aber in den letzten 20 Jahren die Studierendenzahlen auf Sekundarstufe II sowie im Tertiärbereich stetig zugenommen. Ausserdem führte die ausgebliebene Harmonisierung des Stipendienwesens zu einer krassen Ungleichbehandlung zwischen den Studierenden: Je nach Wohnort variiert der Umfang der Stipendien stark. „Für Jugendliche aus finanzschwachen Familien wird damit der Zugang zu einer Ausbildung zur Lotterie“, sagt VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber. Dies gelte unabhängig davon, ob jemand eine berufliche oder eine allgemeine Ausbildung wählt.
</p><p>Aus Sicht des SGB und seiner Verbände darf der Zugang zu höherer Bildung aber nicht von sozialer oder geographischer Herkunft geprägt sein. Angesichts des ungenügenden Gegenvorschlags bringt nur die vom SGB seit der Lancierung mitgetragene Stipendieninitiative konkret Besserung. Nur sie erfüllt das Ziel einer echten Stipendienharmonisierung und ermöglicht mehr Chancengleichheit. Der SGB und seine Verbände setzen sich deshalb auch in Zukunft für die Stipendieninitiative ein.
</p><h5>Auskünfte</h5><p>&nbsp;</p><ul><li><span>Véronique Polito, SGB-Zentralsekretärin für Bildungsfragen, 079 436 21 29</span></li><li><span>Katharina Prelicz-Huber, Präsidentin VPOD, 076 391 79 15</span></li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1025</guid><pubDate>Tue, 26 Mar 2013 15:56:00 +0100</pubDate><title>Fachhochschulen nicht von der Berufsbildung abnabeln</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/fachhochschulen-nicht-von-der-berufsbildung-abnabeln</link><description>Der SGB zum neuen Hochschulförderungsgesetz</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Klassische Universitäten, Fachhochschulen und pädagogische Hochschulen sollen neu einer einheitlichen gesetzlichen Regelung unterworfen werden. Das gesetzgeberische Vorhaben bietet für die Fachhochschulen auch Gefahren. In einem Positionspapier hält der SGB fest, wie er diesen begegnen will.</p><p>Die Inkraftsetzung des – wie es genau heisst – neuen Bundesgesetzes über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich (HFKG) ist für 2015 vorgesehen. Der Bund wird zusammen mit den Kantonen neu die gesamte Hochschulpolitik (FH, PH, Universitäten) koordinieren können. Er wird aber einen grossen Teil seiner Vorrechte im Bereich der FH verlieren. Neue gemeinsame Koordinationsorgane wie die Schweizerische Hochschulkonferenz (aufgeteilt in Hochschulrat und Plenarversammlung), der Akkreditierungsrat und die Rektorenkonferenz werden die strategische Gesamtleitung des gesamten Hochschulgefüges übernehmen. In alleiniger Bundeskompetenz wird bloss der ETH-Bereich verbleiben.
</p><p><a name="sprungmarke0_1"></a></p><p>Fachhochschulen halten Berufsbildung attraktiv
</p><p>Einschneidende Folgen wird der neue gesetzliche Rahmen vor allem für die Fachhochschulen haben. Diese haben zwar nach weniger als 20 Jahren ihren Platz in der schweizerischen Bildungslandschaft gefunden, bleiben aber verwundbar. Ihre praktische Ausrichtung sowie ihre Verwurzelung in der Berufsbildung, wie das vom Gesetzgeber gewollt war, haben sich gelockert. Mehr als die Hälfte der FH-Studierenden kommen mittlerweile vom Gymnasium oder von einer Fachmittelschule und nicht von der Berufsmatura her. Das Lehrpersonal der FH seinerseits hat zu einem grossen Teil nur eine universitäre Ausbildung hinter sich und verfügt über eine bloss bescheidene Erfahrung der Arbeitswelt. 
</p><p>Die FH haben es vielen ehemaligen Lehrlingen ermöglicht, ein akademisches Diplom zu erwerben. Das hat Durchlässigkeit und Chancengleichheit in der Bildung wesentlich verbessert. Die FH haben so dazu beigetragen, das System der Berufsbildung gegenüber der gymnasialen Ausbildung attraktiv zu halten. Das soll so bleiben; deshalb muss sich der SGB mit der Umsetzung des HFKG befassen und sich in den Gremien engagieren, in denen die Sozialpartner Einsitz nehmen können.
</p><h3>Ein klares Profil für jeden Hochschultyp </h3><p>Die Universitäten kümmern sich traditionell um die wissenschaftliche Lehre und Forschung. Sie haben diese Bestimmung unabhängig, ohne ökonomischen Druck und auf der etablierten Grundlage der akademischen Lehr- und Forschungsfreiheit wahrzunehmen. Im Gegensatz dazu müssen FH eine praxisorientierte Ausbildung und Forschung anbieten und die Studierenden auf eine Berufsausübung vorbereiten. Zusammenarbeit mit der Arbeitswelt ist hier kein Hindernis, sondern eine Bedingung für den Erfolg. Der SGB unterstützt diese Aufgabenteilung. Das bedeutet aber für die Zulassung, dass die FH prioritär Personen mit einer Berufsmatura anziehen sollen, insbesondere in den technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fachgebieten. Ausnahmen sind in der Kunst statthaft, die kaum in der Berufsbildung verankert ist. Ansonsten hingegen sollten FH-Studierende immer über praktische Berufserfahrung in ihrem Studienbereich verfügen. Das gilt insbesondere für alle mit einer gymnasialen Matura. Die Akkreditierung einer Institution sollte unbedingt von der Einhaltung dieser Kriterien abhängen. 
</p><h3>Weniger Druck auf Personal</h3><p>Die Charakteristika jedes Hochschultyps müssen sich auch bei den Unterrichtenden spiegeln. FH-Dozent/innen sollten Erfahrung mit der Arbeitswelt und der Berufsbildung mitbringen. Gleichzeitig müssen die FH ihre Personalpolitik sozialer gestalten. Verlangt sind mehr unbefristete Verträge. Auf das System, bestehende und neue Aufgaben stets auszuschreiben und so einem internen Wettbewerb auszusetzen, ist zu verzichten. Denn dies prekarisiert das Personal. Dessen Status nähert sich so der Selbständigkeit an. Zu begrenzen ist auch der Druck, ständig neue Projekte oder externe Mandate übernehmen zu müssen. Dazu ist die Basisfinanzierung für die Forschung via laufendes Budget massiv zu erhöhen. So soll das wissenschaftliche Personal davon entlastet werden, laufend neue finanzielle Mittel erschliessen zu müssen. Schliesslich sind dem Mittelbau klare Karriere- und Qualifikationsperspektiven zu bieten, um so den Nachwuchs zu sichern, den die FH dringend brauchen.
</p><p>All diese Ziele sind nur zu erreichen, wenn alle Player der Hochschulen insbesondere das wissenschaftliche Personal (Dozent/innen und Mittelbau) – an den Entscheidprozessen, die sie betreffen, auf lokaler und nationaler Ebene teilnehmen können. Nur unter dieser Bedingung können sich die mit mehr Autonomie ausgestatteten FH nachhaltig und zum Wohle der Gesellschaft entwickeln.
</p><p>&nbsp;</p><p>&lt;media 1047 - - "TEXT, Hochschulen VP, Hochschulen_VP.pdf, 1.4 MB"&gt;Hochschulreform: Die Herausforderung annehmen (.pdf)&lt;/media&gt;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Schweiz</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-1003</guid><pubDate>Fri, 01 Mar 2013 11:53:00 +0100</pubDate><title>Im Grundsatz nein, hier pragmatisch Ja</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/im-grundsatz-nein-hier-pragmatisch-ja</link><description>Sessionsvorschau: Steuerabzüge bei beruflicher Weiterbildung</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Nationalrat wird darüber zu befinden haben, inwieweit die Kosten einer beruflichen Weiterbildung bei den Steuern abziehbar sind. Der SGB sagt aus pragmatischen Gründen Ja, grundsätzlich bevorzugte er Bildungsgutscheine.</p><p>Die Vorlage sieht vor, dass die Kosten einer beruflichen Neuausrichtung und Weiterbildung künftig abziehbar sind. Für nachgeholte Abschlüsse auf Sekundarstufe II, etwa das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis, soll dies nicht gelten, ebenso wenig für allgemeinbildende Kurse. Bundesrat und Ständerat wollen die Abzüge plafonieren. Die Bundesratsvorlage schätzt die Steuereinbussen für den Bund auf über 5 Mio. Franken pro Jahr. Eine Minderheit der vorberatenden Kommission empfiehlt Rückweisung der Vorlage. Statt eines Steuerabzugs fordert sie Bildungsgutscheine. Weiterbildungswillige könnten so die ihnen entstehenden Kosten verringern.
</p><p>Der SGB stellt sich im Grundsatz gegen eine Erweiterung der Steuerabzüge und die damit verbundenen finanziellen Einbussen für den Staat. Dennoch begrüsst der SGB den vorliegenden Vorschlag, denn dieser vereinheitlicht die heute sehr voneinander abweichenden kantonalen Praktiken und ermöglicht so mehr Steuergerechtigkeit. 
</p><p>Dass Abschlüsse auf Sekundarstufe II nicht abzugsberechtigt sind, bedauert der SGB. Diese Festlegung diskriminiert alle, die im Erwachsenenalter einen Lehrabschluss nachholen. Dabei sollte es eine politische Priorität sein, Personen mit wenig beruflichen Qualifikationen den Zugang zu einem Berufsabschluss zu erleichtern. Steuervorteile bei einer Weiterbildung sollten somit auch für sie gelten. 
</p><p>Aus der Sicht des SGB sind Steuerabzüge jedoch nicht das ideale Instrument, um berufliche Aus- und Weiterbildung zu fördern. Der Vorschlag der Kommissionsminderheit, dass der Bundesrat eine Vorlage mit Bildungsgutscheinen ausarbeiten soll, womit die Betroffenen ihre Weiterbildung bezahlen könnten, ist somit weiter zu verfolgen. Im Jahr 2009 hatte der SGB bereits einen solchen Vorschlag gemacht, um Jugendliche zu einem höheren Berufsabschluss zu motivieren. Denn gerade auf dieser Stufe mangelt es an Personal. Deshalb ist hier rasches Handeln des Bundes dringlich.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-979</guid><pubDate>Thu, 31 Jan 2013 13:38:00 +0100</pubDate><title>Ein Fortschritt, aber mit Fallstricken versehen!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ein-fortschritt-aber-mit-fallstricken-versehen</link><description>Anleitung zur Berufslehre für junge Sans Papiers</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Ab dem 1. Februar können jugendliche Sans Papiers in der Schweiz unter bestimmten Bedingungen eine Berufslehre absolvieren. Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen hat dazu im Internet eine Anleitung veröffentlicht. Risikolos ist dieser Fortschritt leider nicht.</p><p>Es ist zuallererst eine gute Nachricht, dass ab dem 1. Februar 2013 jugendliche Sans Papiers das Recht erhalten, eine Aufenthaltsbewilligung zu beantragen, um eine Lehre zu absolvieren. Die Schweiz kommt damit ihren internationalen Verpflichtungen nach. Denn 1997 hat sie das Übereinkommen über die Rechte des Kindes ratifiziert. Dadurch anerkennt sie das Recht jedes Kindes auf Bildung, sowohl auf Grund- wie auf weiterführender Stufe, auf allgemeinbildender wie auf beruflicher Ebene, und dies unabhängig vom Aufenthaltsstatus (Art. 28).
</p><p>Wie müssen Jugendliche und potentielle Arbeitgeber vorgehen, wenn sie die neue Möglichkeit nutzen wollen? Dazu hat die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen eine Anleitung veröffentlicht&nbsp;<a href="http://bit.ly/WBbzw9" target="_blank" rel="noreferrer">http://bit.ly/WBbzw9</a>. So müssen u.a. folgende Bedingungen erfüllt sein:</p><ul style="font-size: 12px; "><li style="font-size: 12px; "><span>Der/die Jugendliche hat die Schule während mindestens 5 Jahren in der Schweiz besucht.</span></li><li style="font-size: 12px; "><span>Das Gesuch muss innerhalb von 12 Monaten nach Schulabschluss eingereicht werden.</span></li><li style="font-size: 12px; "><span>Es liegt das Gesuch eines Arbeitgebers vor, welcher die betroffene Person einstellen will.</span></li><li style="font-size: 12px; "><span>Der/die Jugendliche ist gut integriert und respektiert die Rechtsordnung.</span></li><li style="font-size: 12px; "><span>Der/die Jugendliche muss die Identität offen legen.</span></li></ul><p>&nbsp;</p><p>Gefahrenlos ist die neue Chance nicht. Denn wenn die Bewilligung verweigert wird, droht dem Jugendlichen und seiner Familie die Ausweisung. Auch wenn ein Jugendlicher alle Bedingungen erfüllt, besteht keine Verpflichtung der Behörden, eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
</p><p>Deshalb rät auch die Migrationskommission zu Vorsicht und klugem Abwägen der Risiken und Chancen.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Migration</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-965</guid><pubDate>Thu, 17 Jan 2013 16:25:00 +0100</pubDate><title>Gegenvorschlag ist nur ein Köder</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/gegenvorschlag-ist-nur-ein-koeder</link><description>Stipendieninitiative stellt die richtigen Forerungen </description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Der Bundesrat will einen indirekten Gegenvorschlag zur Stipendieninitiative, und zwar in Form einer Revision des Ausbildungsbeitragsgesetzes. Für den SGB ist der Gegenvorschlag bloss ein Köder, der die gebotenen Lösungen verhindert. </p><p>„Wettbewerb darf aber nicht dazu führen, dass nicht alle Jungen die gleichen Chancen auf Bildungszugang haben. Um diese Chancen zu verbessern, braucht es ein verbessertes Stipendienwesen“. Mit diesem Bekenntnis eröffnete Bundesrat Schneider-Ammann das politische Jahr 2013 anlässlich einer Tagung seines neu auf WBF (Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung) getauften Departementes. «Lasst uns ambitiös sein», rief er seinen MitarbeiterInnen am Schluss seiner Rede ganz feierlich zu. 
</p><h3>Sand in die Augen</h3><p>Es ist legitim, seine Ambitionen zu erklären. Sie dann aber auch zu realisieren, haben nicht alle das Format. Holen wir ein bisschen aus.
</p><p>Mit Unterstützung der Gewerkschaften hat der VSS (Verband der Schweizer Studierendenschaften) vor einem Jahr die Stipendieninitiative eingereicht. Diese verlangt eine Harmonisierung der Ausbildungsbeiträge auf nationaler Ebene. Der Bund erhielte neu die Kompetenz, formale und materielle Minimalstandards festzulegen, um den Zugang zu einer tertiären Ausbildung (Hochschulen und höhere Berufsbildung) zu erleichtern. Er könnte auch, wenn als nötig erachtet, auf Ebene Sekundarstufe II legiferieren (berufliche Grundausbildung und gymnasiale Ausbildung).
</p><p>Die Anliegen der Initiative in ihrer Fülle fanden beim Bundesrat keine Gnade. Die Regierung befürwortet zwar die Harmonisierung der Stipendien, wagt es aber nicht, die Initiative zu unterstützen. Sie beantragt einen indirekten Gegenvorschlag in Form einer Revision des Ausbildungsbeitragsgesetzes. Das ist eine schöne, symbolisch positive Geste, die aber bloss kosmetische Korrekturen bewirkt. Denn vorgesehen ist die legislative Übernahme von Bestimmungen des interkantonalen Stipendienkonkordates. Dieses jedoch, 2009 ratifiziert, hat trotz bescheidener Forderungen in den Kantonen nicht durchgeschlagen. Es tritt im Verlauf des Jahres 2013 nur gerade in zehn Kantonen in Kraft. 
</p><p>Fazit: ein wirklich knochenmagerer und nicht nur ein zu schlanker Gegenvorschlag. Man kann es auch anders sagen: Hier streut der Bundesrat Sand in die Augen des Volkes – und tut so, als ob er dessen Sorgen ernst nähme. 
</p><h3 class="lead">Materielle Harmonisierung drängt sich auf</h3><p>Niemand zweifelt heute noch daran, dass das geltende Stipendiensystem den Jugendlichen gleiche Ausbildungsbedingungen verunmöglicht. Wer wie viel bekommt, hängt stark vom Wohnort ab. Für Jugendliche aus finanzschwachen Familien wird der Zugang zu einer Ausbildung heute zur Lotterie. Und das unabhängig davon, ob jemand eine berufliche oder eine allgemeine Ausbildung wählt. 
</p><p>Dieses Problem packt die Stipendieninitiative an. Denn sie fordert nicht nur eine formelle, sondern auch eine materielle Harmonisierung der Stipendien. Für den SGB ist deshalb sonnenklar: Nur die Volksinitiative erfüllt heute das Ziel einer echten Stipendienharmonisierung und der Chancengleichheit – und damit jener Werte, die der Bundesrat in seinen Sonntagspredigten auch will.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-946</guid><pubDate>Wed, 12 Dec 2012 18:19:00 +0100</pubDate><title>6 Wochen Ferien für alle Lernenden</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/6-wochen-ferien-fuer-alle-lernenden</link><description>Petition von Lernenden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vor knapp einem halben Jahr hatten drei junge Lehrlinge aus Luzern die Aufgabe, ein passendes Thema für ihre Schularbeit zu finden. Das Thema sollte direkten Bezug zur Berufslehre haben und möglichst aktuell sein. Die drei - Nicola, Marc und Damiano - haben sich entschlossen sich der extremen Belastung der Lehrlinge anzunehmen und etwas dagegen zu unternehmen. Und schnell war klar: Der beste und einfachste Weg die Lehrlinge zu entlasten ist ihnen eine Woche mehr Ferien zu gewähren.
</p><p>Da das primäre Ziel einer Berufslehre das Bestehen der Abschlussprüfungen sein sollte, kann die eine Woche mehr Ferien zu mehr Erholung und Durchhaltewillen beitragen. Zudem kann dem stetig steigenden Druck und dessen Konsequenzen wie Lustlosigkeit, Depression oder gar Burn-Outs, Einhalt geboten werden. Dass bereits Jugendliche über solche Symptome klagen, sollte unsere leistungsorientierte Gesellschaft aufrütteln und hinhorchen lassen. 
</p><p>Momentan brechen 20 % der Lernenden ihre Lehre auf Grund von Überbelastung, Stress oder Lustlosigkeit ab (vgl. Beobachter 2/07). Eine erschreckend hohe Zahl, die die Betriebe genauso wie die Wirtschaft schädigt. Dazu kommt, dass Kinder immer früher eingeschult werden, somit schon mit 14 bzw. 15 Jahren aus der obligatorischen Schule kommen. Dies führt bei den Kindern zu drastischen Umstellungen. Plötzlich erwartet man von ihnen mit 5 anstelle der vorherigen 14 Wochen Ferien klar zu kommen. Dies ist entschieden zu wenig für Kinder, die das Schutzalter von 16 Jahren noch nicht erreicht haben. Nicht zu vergessen der Grundsätzliche Ansatz: Sollte der wirklich "Erfolg über alles" heissen? Denn zurzeit ist genau dies der Fall. Und dagegen müssen wir schleunigst etwas unternehmen! 
</p><p>Die Lehrlinge von heute sind die Angestellten von morgen. Darum lasst uns Sorge tragen, so dass aus gestärkten Lehrlingen, gute und zufriedene Angestellte werden. 
</p><p>Unterschreiben Sie noch heute die Petition "6 Wochen Ferien für alle Lehrlinge" und tragen Sie somit zu einer besseren Behandlung von Lehrlingen bei: 
</p><p><a href="http://mehrferienpro.ch/" target="_blank" class="external-link-new-window" rel="noreferrer">http://mehrferienpro.ch/</a></p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><i>Der SGB und die Jugendkommission des SGB fordert schon seit Jahren ausreichend Ferien für Lehrlinge. Die Petition unterstützt er mit der Veröffentlichung dieses Textes von Mitinitiant Nicola Unternährer.</i></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Arbeitsrechte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-935</guid><pubDate>Thu, 29 Nov 2012 10:52:00 +0100</pubDate><title>Gegen den Ausverkauf des Jugendschutzes</title><link>https://www.sgb.ch/themen/arbeit/detail/gegen-den-ausverkauf-des-jugendschutzes</link><description>Jugendschutzalter für gefährliche Arbeiten nicht senken</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit Konsternation hat die SGB-Jugendkommission heute – und erst noch via Presse – davon erfahren, dass das Seco der eidgenössischen Arbeitskommission eine Vorlage unterbreitet hat, welche eine Senkung des Jugendschutzalters für gefährliche Arbeiten während der Lehre vorsieht. Dieses Vorhaben ist umso überraschender als die Berufsunfälle in der Lehre in letzter Zeit markant zugenommen haben. Zwischen 2005 und 2009 sind sie von 18 300 auf 19 700 gestiegen. Das ist ein Anstieg von 8 % innert 4 Jahren. Ein Viertel dieser verunfallten Lehrlinge sind unter 16 Jahre; dies ungeachtet der gesetzlichen Vorschriften, die für diese Jugendlichen bisher strenger gehalten sind.
</p><p>Anlässlich der Revision des Arbeitsgesetzes im Jahr 2006 hat der SGB die Senkung des Schutzalters von 20 auf 18 Jahre bekämpft. Die 2008 in Kraft getretene Verordnung 5 über den Schutz von jungen Arbeitnehmer/innen suchte die negativen Folgen dieser Revision abzumildern, indem sie insbesondere verbot, Lehrlingen unter 16 Jahren gefährliche Arbeiten zu übertragen. Jetzt wollen die Behörden sogar diesen letzten Schutz eliminieren. Dies irritiert umso mehr, als die heute geltenden Schutzbestimmungen nie evaluiert wurden. Zu allererst muss nun untersucht werden, weshalb die Zahl Berufsunfälle von jugendlichen ArbeitnehmerInnen und insbesondere von solchen unter 16 Jahren stark gestiegen ist und ob die heute geltenden Schutzbestimmungen überhaupt durchgesetzt werden. Die SGB-Jugendkommission beharrt auf wirksamen Schutzmassnahmen.&nbsp;
</p><h5>Auskünfte</h5><p>&nbsp;</p><ul><li>Véronique Polito, Zentralsekretärin SGB,&nbsp;079 436 21 29</li></ul><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Arbeitsrechte</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-928</guid><pubDate>Fri, 23 Nov 2012 17:02:00 +0100</pubDate><title>Bitte fertig lesen! Und alles!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/gewerkschaftspolitik/detail/bitte-fertig-lesen-und-alles</link><description>Jugendsession und AHV-Altersanpassung</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Wie Hyänen haben sich die Medien auf die Forderung der Jugendsession bezüglich der Erhöhung des Rentenalters gestürzt. Eine gute Gelegenheit, die Anliegen der Gewerkschaften um ein tieferes Rentenalter und höhere Renten als anachronistisch abzutun. Ein wahrlich gefundenes Fressen, auch für die Bürgerlichen und Konservativen, welche den Jahrgangs-Champagner schon knallen liessen.</p><p>Unabhängig davon, ob die Forderung nach Erhöhung des Rentenalters politisch gefällt oder nicht, gilt es als erstes zu rühmen, dass sich junge Menschen während zwei Tagen mit der politischen Zukunft auseinandersetzen. Wahrscheinlich wurde auch erstmalig über die Altersvorsorge debattiert. Dies ist grundsätzlich zu begrüssen, und die Hoffnung eines aktiven nachhaltigen Einmischens der Jugend flammt damit wieder auf. Dass der Entscheid (93 gegen 72 Stimmen) nicht in die Stossrichtung der Gewerkschaften zielt, ist bedauerlich, aber angesichts der aktuellen Lage in Europa und den damit verbundenen Abbaudebatten teilweise auch nachvollziehbar.
</p><p>Ich möchte hier aufrufen, die kurzgehaltene Forderung fertig zu lesen - inklusive der anderen Massnahmen. So fordern die Jungen etwa auch „die Förderung der berufsspezifischen Frühpensionierungen“ und auch „die Förderung von Teilzeitjobs um die Arbeitsfähigkeit auch im Alter und während der aktiven Mutterschaft zu gestalten“. Leider werden diese Massnahmen nicht im Detail ausgeführt. Mit Spannung würde ich aber die konkreten Vorstellungen und Ideen der Jugendlichen dazu hören.
</p><p>Interessant wären die Reaktionen der Bürgerlichen zudem zu anderen Forderungen der diesjährigen Jugendsession. Die Nummer 12 will beispielsweise die Beziehungen der Schweiz zu multinationalen Unternehmen mit griffigen Massnahmen in ethischen und Menschenrechtsfragen verschärfen. Macht dies auch Freude, meine Damen und Herren der FDP? Oder die Forderung 11, wonach alle Fördergelder der Nuklearforschung in die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien fliessen sollen. Was meint da die SVP dazu? Oder die Forderung 6, wonach sich Städte vermehrt in die Höhe entwickeln sollen. Was würde dies für das Zubetonieren der ländlichen Gebiete bedeuten, werte CVP? Abschliessend noch die Forderung 2. Sie thematisiert die Leistungsgesellschaft und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. „Die Jugendsession erkennt, dass der Leistungsdruck in der heutigen Gesellschaft zunimmt, insbesondere in der Arbeitswelt“, heisst es in der Einleitung dieser Petition. Und weiter meinen die jungen Menschen zu diesem Thema: „Stress und Überbelastung verursachen milliardenschwere Folgeschäden für unsere Volkswirtschaft und das Wohlergehen der Nation“. Damit würden sich die bürgerlichen Politikerinnen und Politiker wahrscheinlich noch mehr oder weniger einverstanden zeigen können. Die Petition fordert aber ein Drei-Säulen-Modell zur Stressbekämpfung. Manches liberal-konservatives Herz wird angesichts dieser Forderung wohl kurz aussetzen. Denn die erste Säule heisst Prävention und die zweite Evaluation. Mit der dritten Säule – der Repression – will die Jugendsession dafür sorgen, dass Firmen, die wiederholt und gravierend gegen die Auflagen zur Stress- und Überlastungsreduktion verstossen, mit finanziellen Sanktionen belangt werden. Damit schliesst sich der Kreis. Wütet der Neoliberalismus wie bis anhin, werden die Sanktionszahlungen der Wirtschaft so hoch sein, dass wir problemlos die Altersvorsorge finanzieren können und dies wahrscheinlich mit Rentenalter 60. Für Mann und Frau. Somit wird die Forderung 1 zur demografischen Alterung obsolet und alle Fragen sind beantwortet.</p>]]></content:encoded><category>Schweiz</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-927</guid><pubDate>Fri, 23 Nov 2012 14:46:00 +0100</pubDate><title>Verstopfter Zugang zu Lehrstellen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/verstopfter-zugang-zu-lehrstellen</link><description>Lehrstellenkonferenz</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt präsentiert sich nicht so rosig wie erhofft. Nachdem sich die Lage im 2011 deutlich entspannt hatte, werden im laufenden Jahr wieder deutlich mehr Lehrstellen nachgefragt als angeboten: 96‘500 jungen Menschen auf der Suche nach einer Berufsausbildung in einem Betrieb, standen nur 92‘000 freie Lehrplätze bereit.
</p><p>Das ist alarmierend. Nachdem die grossen Anstrengungen der letzten Jahre für den Ausbau des Lehrstellenangebots Früchte getragen haben, droht nun ein Rückschlag: Die schwächelnde Wirtschaft könnte viele Firmen dazu veranlassen, auf die Ausbildung ihres Berufs-Nachwuchses zu verzichten. Um zu verhindern, dass sich die Lage stark verschlechtert, müssen die in den Kantonen eingeführten Fördermassnahmen verstärkt werden.
</p><p>Das grosse Interesse der jungen Menschen für eine Berufsausbildung ist erfreulich. Im Jahr 2012 interessierten sich im letzten obligatorischen Schuljahr 61% der Jugendlichen für eine Berufslehre. Die von den Firmen geforderten Fähigkeiten stimmen immer weniger mit jenen überein, welche die Jugendlichen mitbringen. Obwohl im laufenden Jahr die Nachfrage nach Lehrstellen deutlich grösser war als das Angebot, blieben nicht weniger als 7‘000 Plätze unbesetzt – die meisten von ihnen in anspruchsvollen, technischen Berufen. Begründet wird dies mit einem „Mangel an geeigneten Kandidaten“. 
</p><p>Ein Teil der bürgerlichen Politiker will deshalb den Zugang zu den Gymnasien erschweren. Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund ist eine solche Zugangsbeschränkung unsinnig. Im Gegenteil: Um den steigenden Ansprüchen des Arbeitsmarkts gerecht zu werden, muss der Zugang zur höheren Bildung auf allen Ebenen gefördert werden – auch in der Berufsbildung. Deshalb fordert der SGB die Wirtschaft auf, den begabten jungen Menschen bessere Perspektiven zu bieten und den Zugang zur Berufsmaturität im Rahmen der Lehre zu ermöglichen.
</p><h5>Auskünfte</h5><p>&nbsp;</p><ul><li>Véronique Polito, Zentralsekretärin, zuständig für Berufsbildung<br>079 436 21 29</li></ul><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-924</guid><pubDate>Tue, 20 Nov 2012 17:36:00 +0100</pubDate><title>Berufsmatura ist alles andere als ein Luxus</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/berufsmatura-ist-alles-andere-als-ein-luxus</link><description>Lehrstellenkonferenz</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Die Lehrstellenkonferenz vom 23. November 2013 wird vor allem den Wandel des Arbeitsmarktes diskutieren. Der SGB wird dabei Handeln auf zwei Ebenen verlangen: Zum einen sind mehr Berufsmatura-Abschlüsse verlangt, zum anderen sind Jugendlichen ohne Ausbildung Nachholbildungen zu ermöglichen.</p><p>Für die Lehrstellenkonferenz vom 23.11. sind die beiden Themen „Desindustrialisierung“ und struktureller Wandel programmiert. Seit kurzem jedoch erhitzt eine Debatte über den richtigen Anteil der Matura die Bildungsgemüter. Auf der einen Seite plädiert der künftige Bildungsminister Schneider-Ammann für weniger gymnasiale Matura-Abschlüsse, zu fördern sei vielmehr die auf die „Praxis“ zugeschnittene Berufsbildung. Auf der andern Seite sprechen sich die Propheten der künftigen Dienstleistungsgesellschaft für mehr Universitätsabgänger/innen aus. Absolut gesetzt führten beide Ansichten zum bildungspolitischen Crash.
</p><h3>Die Schweiz an der Spitze der industrialisierten Nationen</h3><p>In den 90er Jahren führten die restriktive Geldpolitik der Nationalbank und der starke Franken zu einem Stellenabbau in der Schweizer Industrie. Damals wurde das Schlagwort der „Desindustrialisierung“ kreiert. Und heute? Heute hat die Wirklichkeit die Prognosen als falsch entlarvt. Die Schweiz ist heute eines der am höchsten industrialisierten Länder der Welt. Der Anteil der Industrie am Bruttoinlandprodukt (BIP) ist mit jenem von Deutschland und Japan vergleichbar. Misst man die industrielle Produktion an der Einwohnerzahl, dann führt die Schweiz die entsprechende internationale Rangliste an.
</p><p>Trotz aktuell ungünstigen Rahmenbedingungen für die Industrie: Von einer „Desindustrialisierung“ in der Schweiz kann man also heute nicht sprechen. Wenn die Nationalbank und der Bund den starken Franken und seine Auswirkungen effizienter bekämpfen, dann wird die Industrie auch weiterhin eine gute Zukunft in diesem Lande haben. Im Moment bieten denn auch die technischen Branchen generös Lehrstellen an. Gerade diese Betriebe hatten in jüngster Vergangenheit häufig Schwierigkeiten, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden, sowohl auf Ebene der Berufsbildungsabschlüsse wie einer tertiären Ausbildung.
</p><h3>Tertiarisierung der Qualifikationen</h3><p>Desindustrialisierung findet also nicht statt. Hingegen ist eine Tertiarisierung des Arbeitsmarktes festzustellen. Dabei geht es nicht um eine Verlagerung der Beschäftigung vom industriellen in den Dienstleistungssektor. Die Verschiebung der Stellen erfolgt vielmehr von „unten“ nach „oben“. Stellen mit hohen Anforderungen haben in den letzten 20 Jahren um 60 % zugenommen. Stellen mit wenig Anforderungen haben im gleichen Zeitraum um 25 % abgenommen. Die Stellen mit mittleren Anforderungen sind relativ stabil geblieben.
</p><p>Der Bund hat diese Entwicklung nicht verschlafen. Seit den 90er Jahren hat er tiefgreifende Reformen ergriffen. Herzstück davon waren der Aufbau der Fachhochschulen und der Berufsmatura als Vorbereitungsweg dazu. So wurde Jugendlichen in der Berufsbildung ein Übergang zu höheren Studien ermöglicht.
</p><p>Erstaunlich an der Diskussion über den richtigen Anteil der Matura ist der Fakt, dass die Berufsmatura ausgeblendet wird. Es scheint, dass niemand, auch der zuständige Bundesrat nicht, zur Kenntnis nehmen will, dass die gymnasiale Matura nur 60 % aller entsprechenden Abschlüsse darstellt. 40 % aller „Reife-Abschlüsse“ werden in der Berufsbildung erworben.
</p><h3>Mehr Matura-Abschlüsse sind nötig</h3><p>Aufgrund dieser Fakten ist die Matura-Diskussion neu aufzurollen. Denn während die gymnasiale Matura weiterhin schwach zunimmt, stagniert die Berufsmatura seit 2005 bei 12 % eines Jahrgangs. Im Jahr 2001 absolvierten zudem 70 % aller Jugendlichen ihre Berufsmatura lehrbegleitend. 2010 waren es nur mehr 56 %.
</p><p>Wenn der Arbeitsmarkt bessere Qualifikationen verlangt, dann ist die Debatte „weniger Gymnasium versus mehr Berufsbildung“ wohl falsch gelagert. Im Gegenteil: es sind mehr Matura-Abschlüsse verlangt. Dabei aber ist die Berufsmatura besonders zu fördern, vor allem in lehrbegleitender Form. Dies würde die Attraktivität der Berufsbildung gegenüber der gymnasialen Ausbildung für schulstarke Jugendliche wesentlich fördern.
</p><h3>Jugendliche ohne Qualifikationen – jetzt handeln</h3><p>Die höheren Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt haben auch ihre Kehrseite. Jugendliche ohne einen postobligatorischen Abschluss können sich kaum mehr beruflich eingliedern. Trotz den Massnahmen in den letzten Jahren bleibt die Quote der Jugendlichen ohne nachobligatorische Ausbildung bei 10%. Deshalb müssen Bund, Kantone und Sozialpartner ihre Anstrengungen vereinen, um allen Jugendlichen einen solchen Abschluss zu ermöglichen. Wichtig dabei ist eine Offensive für das Angebot einer Nachholbildung, die extra auf junge Erwachsene ohne Ausbildung zugeschnitten ist.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-903</guid><pubDate>Thu, 01 Nov 2012 11:23:00 +0100</pubDate><title>Eine kleine Geste für bessere Stipendien</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/eine-kleine-geste-fuer-bessere-stipendien</link><description>Indirekter Gegenvorschlag zur Stipendieninitiative</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Pressenotetitrebref">Der Bundesrat hat mit seinem heute vorgestellten Gegenvorschlag die Notwendigkeit erkannt, das aktuell viel zu wenig harmonisierte Stipendiensystem zu verstärken.</p><p class="Texte">Der SGB begrüsst diesen Schritt. Er bezweifelt jedoch, ob der bundesrätliche Vorschlag die Probleme zu lösen vermag. Denn dieser enthält nur Detailverbesserungen der aktuellen Gesetzgebung. Dabei berücksichtigt er einige formelle Bestimmungen, die im interkantonalen Stipendienkonkordat vorgesehen sind, das 2009 durch die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) ratifiziert wurde, aber mangels Interesse der Kantone&nbsp; noch nicht in Kraft getreten ist. Die bundesrätlichen Korrekturvorschläge sind eher kosmetischer Natur und enthalten leider keine direkte materielle Verbesserung. So könnten die Kantone weiterhin bestimmen, nach welchen (insbesondere: finanziellen) Kriterien sie Stipendien oder Darlehen verteilen wollen.</p><p class="Texte">Der SGB hat die vom VSS lancierte Volksinitiative stets unterstützt. Der SGB fordert mehr Chancengleichheit in der Bildung – und damit einen Vorschlag, der eine wirkliche Harmonisierung der Stipendien auf Bundesebene erlaubt. Der Zugang zu höherer Bildung darf nicht mehr von sozialer oder geographischer Herkunft geprägt sein.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-882</guid><pubDate>Wed, 03 Oct 2012 10:55:00 +0200</pubDate><title>Nötig ist mehr öffentlich-private Zusammenarbeit</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/noetig-ist-mehr-oeffentlich-private-zusammenarbeit</link><description>Forschungs- und Innovationsförderungsgesetz</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Das neue Forschungs- und Innovationsförderungsgesetz soll die Forschung in der Schweiz stärken und die Schaffung eines Schweizerischen Innovationsparks fördern. Bei letzterem Ziel stehen jedoch regionale Interessen der nötigen nationalen Lösung gegenüber. Ein kohärentes Projekt hat zudem auch private Investoren anzusprechen.</p><p>Die Totalrevision des Forschungs- und Innovationsförderungsgesetzes soll die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Privatwirtschaft stärken. Als Zweitrat verabschiedete der Ständerat einhellig eine Vorlage, die die Kohärenz der Förderinstrumente verbessert, die Autonomie der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) bestätigt und die gesetzlichen Grundlagen zur Schaffung eines nationalen Innovationsparks schafft. Das Resultat der ständerätlichen Debatte ist sehr erfreulich. Die bestehenden Differenzen zur grossen Kammer sind gering und sollten in der nächsten Session bereinigt werden können.
</p><h3>Gefahr regionaler Verzettelung</h3><p>Vor wenigen Tagen lancierte der Bundesrat die Vernehmlassung zur Energiestrategie 2050. Wichtiger Teil des ambitionierten Plans ist selbstverständlich auch die Energieforschung. Die Energiewende verlangt viel Innovation, die Vernetzung des Wissens und intensive Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor. Genau in diesem Zusammenhang bietet ein nationaler Innovationspark unbestreitbar eine Chance. Die zahlreichen Ambitionen von Städten und Kantonen nach einem eigenen entsprechenden Park gefährden dabei jedoch die nötige nationale Vision. Gleichzeitig ist eine Konzeption zu wählen, die sich nicht nur für die Hochschulen und die Kantone als attraktiv erweist sondern auch die Privatwirtschaft anzieht. Ohne Privatinvestoren ist ein Innovationspark nicht vorstellbar; Bund und Kantone können in diesem Bereich nur subsidiär wirken. 
</p><h3>Mehr Zusammenarbeit</h3><p>Nicht zu unterschätzen jedoch ist die Bedeutung der bereits jetzt existierenden Forschungsförderinstrumente. Die in den letzten Jahren durch die KTI geleistete Arbeit hat das Terrain privat-öffentlicher Zusammenarbeit befruchtet. Insbesondere wurde so den Fachhochschulen ermöglicht, ihren Auftrag der angewandten Forschung in Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen zu entwickeln. Solche Zusammenarbeit ist künftig zu stärken. Einerseits steigert sich so die Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Andererseits sichern sich so die Hochschulen, insbesondere die Fachhochschulen, den so dringend nötigen wissenschaftlichen Nachwuchs. 
</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-862</guid><pubDate>Fri, 07 Sep 2012 13:29:00 +0200</pubDate><title>Gripen im Aufwind, Grips im Fallwind</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/gripen-im-aufwind-grips-im-fallwind</link><description>Förderung von Bildung, Forschung, Innovation 2013 - 2016</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Geht es um den Gripen, dann richten die Bürgerlichen mit der grossen Kelle an. Geht es um die Bildung, dann kommt ihnen imperativ die Schuldenbremse in den Sinn. </p><p>Aufgrund zahlreicher öffentlicher Erklärungen wäre man versucht zu glauben, die Armee sei das Armenhaus der Nation, die Ausgaben der Sozialversicherungen explodierten und die Bildung würde so gefördert, dass die hiesige Wirtschaft künftig stärker wird. Wer das Budget 2013 analysiert, stellt fest, dass dies alles nicht zutrifft. Im August 2012 sieht der Bund vor, für das Folgejahr das Armeebudget um 3,4 % zu erhöhen. Ungefähr die gleiche Erhöhung sieht er für die Bildung vor (3,5 %), aber weniger für die „Explosion“ der Sozialversicherungen (2,7 %). Und dann sieht das Parlament ja noch vor, das Armee-Budget auf 5 Mia. Franken aufzustocken, um ihr den Kauf neuer Flugzeuge zu ermöglichen.
</p><h3>Beim Gripen stehn die Ampeln auf grün, bei der Bildung auf rot</h3><p>In der Sommersession hatte der Ständerat mit hauchdünner Mehrheit eine Erhöhung des Budgets für die Bildung, Forschung und Innovation verweigert. Nunmehr stellt die zuständige Nationalratskommission ihrem Plenum den Antrag, den Posten aufzustocken: um 300 Mio. Franken für die vier Jahre. Immerhin! Auf der einen Seite 300 Mio. Franken auf 4 Jahre für Bildung und Forschung – aufgeteilt auf Fachhochschulen, Universitäten, ETH, Nationalfonds und Kommission für Technologie und Innovation. Auf der anderen Seite 3,1 Mia. Franken für 22 Gripen! Das Parlament verfährt in der Anwendung der Schuldenbremse nach variabler Geometrie. Wahrscheinlich strahlen die Kampfflieger so hell, dass sie das Zahlengefühl so manches respektablen Politikers trüben.
</p><h3>Studierende zur Kasse gebeten</h3><p>Andere haben dafür nicht die Wahl. Für viele Studierende zählt jeder Franken. Dennoch sollen sie jetzt zur Kasse gebeten werden. Im Sommer, als die Gripen-Diskussion die Spalten unserer Zeitungen füllte, verlangte der neue ETH-Direktor, um seine Kassen wieder flott zu machen, eine Verdoppelung der Studiengebühren. Schliesslich handle es sich um eine „Eliteschule“. Man würde sich dann mit den Studiengebühren in der Höhe jener der Uni St. Gallen, einer anderen „Eliteschule“ also, bewegen.
</p><p>Will die Schweiz ein solches Bildungssystem? Pure Förderung der Elite? Elite, verstanden als die Gruppe derjenigen, die sich nicht durch intellektuelle Höchstleistungen sondern bloss durch Abstammung auszeichnen. Das dürfte wohl nicht im Interesse des Gesetzgebers sein. Gegen eine solche Sicht der Bildung hat Nationalrat Matthias Reynard (SP VS) eine Parlamentarische Initiative entwickelt. Sie verlangt einen Plafond für Studiengebühren, um deren ständige Erhöhung einzudämmen. Dieser Vorstoss wird in der Herbstsession behandelt werden. Sie verdient Unterstützung von allen, die ein qualitativ hochstehendes System wollen, das allen aufgrund ihrer persönlichen Fähigkeiten und nicht aufgrund der sozialen Herkunft zugänglich ist.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-846</guid><pubDate>Thu, 30 Aug 2012 14:01:00 +0200</pubDate><title>Gegen die schleichende Verdrängung der Musik aus der Volksschule</title><link>https://www.sgb.ch/themen/gewerkschaftspolitik/detail/gegen-die-schleichende-verdraengung-der-musik-aus-der-volksschule</link><description>Abstimmung Verfassungsartikel „Musikalische Bildung“ </description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Musikalische Ausbildung soll allen Kindern jenseits von Schicht und Einkommen zugänglich sein. Das ist für den SGB der erste Grund, den neuen Verfassungsartikel zu bejahen. Der zweite Grund: dem schleichenden Abbau des Musikunterrichts in der Volksschule muss entgegengewirkt werden.</p><p>Wenn wir am 23. September aufgerufen sind, über den „Bundesbeschluss über die Jugendmusikförderung“ abzustimmen, geht es keineswegs um ein Luxusanliegen. Der Bundesbeschluss ist der Gegenentwurf zur zurückgezogenen Volksinitiative „Jugend und Musik“. Er übernimmt die Anliegen der Initianten weitgehend und wird daher von ihnen nun auch unterstützt. 
</p><h3>Fachkräftemangel in Volksschule immer deutlicher</h3><p>Die Initiative wurde einst gestartet aus Besorgnis über den Zustand der Schulmusik. Hier geschieht nämlich ein von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommener Abbau des Service public: Seit der Abschaffung des Lehrer/innen-Seminars, in welchem angehende Lehrkräfte in allen Fächern ausgebildet wurden, können die heutigen Studierenden der pädagogischen Hochschulen diverse „Profile“ aus- und Fächer abwählen. In einer Zeit, in der Wissensfächer von der Gesellschaft als weit wichtiger eingestuft werden (Stichworte Leistungstests und Schulrankings) als nicht-selektionsrelevante Fächer wie zum Beispiel Musik und Gestalten, wählen viele Studierende diese Fächer in ihrer Ausbildung ab. Schon heute stellen wir einen Fachkräftemangel im Bereich der volksschulischen Musikausbildung fest – nicht auszudenken, was geschieht, wenn in den nächsten Jahren die Lehrkräfte in Pension gehen, die noch als Generalisten ausgebildet wurden. Der Unterricht wird in der Folge von nicht ausgebildeten Lehrpersonen erteilt werden oder ausfallen.
</p><h3>„Wir-Gefühl“ ermöglichen</h3><p>Die Schulmusiker/innen selber (diejenigen, die das Fach hochmotiviert unterrichten!) sind skeptisch, ob die Schulreformen HARMOS oder Lehrplan 21 in der Lage sind, die Probleme zu lösen: Grund genug, Gegensteuer zu geben. Aber auch aus pädagogischer Sicht ist Gegensteuer verlangt. Denn Fächer wie Musik und Sport bieten wichtige anderweitige Erfahrungen und stellen oft gerade für lernschwächere Kinder die Möglichkeit einer Bestätigung dar. Aktiv zusammen Musik zu machen hat zudem eine hohe integrative Wirkung: In unseren gemischtnationalen Klassen wäre es nötiger denn je, den Kindern ein kulturelles „Wir-Gefühl“ zu vermitteln, wenn unsere Gesellschaft von morgen funktionieren und eine Ghettoisierung der Kulturen vermieden werden soll.
</p><h3>Keine Einkommensbarrieren</h3><p>Ein anderer Teil des Bundesbeschlusses betrifft die Musikschulen: Hier gälte es, flächendeckend dafür zu sorgen, dass auch Kinder aus einkommensschwächeren Schichten die Möglichkeit hätten, ausserschulischen Musikunterricht zu besuchen. Einige Gemeinden haben hier vorbildliche Stipendiensysteme (nach Steuerkraft der Eltern), an anderen Orten entscheidet ausschliesslich das Portemonnaie. Es entscheidet heute also recht häufig der reine Zufall, wie viel musikalisches Erleben einem Kind ermöglicht wird.
</p><h3>Ein Klavier lebt länger</h3><p>Da die entscheidenden Massnahmen bei Annahme des Bundesbeschlusses auf Gesetzesebene erlassen werden müssen, kann man die Kosten heute nicht beziffern. Die Initianten sind aber keine Phantasten: Ein Überdenken der Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen kostet keine Unsummen (es geht letztlich darum zu sorgen, dass genügend Personal ausgebildet wird). Musikunterricht in der Volksschule ist eine recht „billige“ Sache und braucht keine teuren Spezialarbeitsplätze – selbst ein Klavier hat eine längere Lebensdauer als ein Computer.
</p><p>Die Musikpädagogik hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm entwickelt – nutzen wir sie!
</p><p><sub>Bild: CC BY 2.0 - <a href="http://www.flickr.com/photos/ed_welker/4275272769/" target="_blank" rel="noreferrer">www.flickr.com/photos/ed_welker/4275272769/</a></sub></p>]]></content:encoded><category>Schweiz</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-835</guid><pubDate>Tue, 14 Aug 2012 17:30:00 +0200</pubDate><title>Musikalische Ausbildung – alles andere als elitär</title><link>https://www.sgb.ch/themen/gewerkschaftspolitik/detail/musikalische-ausbildung-alles-andere-als-elitaer</link><description>Eidgenössische Volksabstimmungen vom 23. September</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Musik erst macht die Welt erträglich. Musik gut zu „machen“, darf nicht der Elite vorbehalten sein. In der Schweiz können wir am 23. September darüber abstimmen, Musizieren jenseits der sozialen Klassen zu fördern. Andere Länder zeigen, dass dies möglich ist.</p><p>Gustavo Dudamel sieht aus wie der jüngere Bruder von Carles Puyol. Er ist aber nicht Fussballer, sondern klassischer Dirigent. Er und „sein“ Ensemble, das Simon Bolivar Jugendorchester, haben es inzwischen zu Weltruhm gebracht. Sie verkörpern das venezolanische »Musikwunder«, ein gross angelegtes Projekt, das verarmte Kinder und Jugendliche von der Straße holt und ihnen eine neue Lebensperspektive gibt – durch musikalische Ausbildung und gemeinsames Musizieren. Dank großzügiger staatlicher Unterstützung („El Sistema“) hat sich eine musikalische Volksbewegung entwickelt, der inzwischen 300‘000 Kinder angehören, die kostenlos Instrumente erlernen und in über 200 Orchestern spielen. Gustavo Dudamel ist der erste internationale Star, den das System hervorgebracht hat. Die Bühne betritt er immer noch wie ein Fussballer…
</p><p>Das Beispiel aus Venezuela zeigt, dass kompetentes Musizieren nicht „elitär“ sein muss. Was das mit der Schweiz zu tun hat? Wieviel Kinder aus einkommensschwachen Schichten erlangen hier eine gründliche Musikausbildung? Die Antwort ist klar: viel zu wenige.
</p><h3>Chancengleichheit auch bei Musik</h3><p>Genau dies will die IG „jugend und musik“ ändern. 2008 hat sie deshalb eine Volksinitiative eingereicht. Eine ihrer Begründungen: „Wir wollen erreichen, dass es allen Kindern möglich ist, auf freiwilliger Basis eine Musikschule zu besuchen. Die hohen Elternbeiträge, die für musikalische Bildung zu entrichten sind, erzeugen eine Zugangssperre, wie sie kein anderer Bereich im Bildungswesen der Schweiz kennt. Die Forderung der Chancengleichheit (BV Art.2, Abs.3) wird dadurch schwer missachtet.“ Die IG hat die Volksinitiative mittlerweile zurückgezogen, weil ein Gegenvorschlag weitgehend ihren Inhalt übernimmt. Am 23. September stimmen wir über diesen Gegenvorschlag, den neuen Verfassungsartikel 67 a „musikalische Ausbildung“, ab. 
</p><p>Der SGB spricht sich für ein überzeugtes Ja zur Vorlage aus. Auch die Tochter eines Handlangers soll Bratsche lernen können und der Sohn einer Verkäuferin soll für seine Heavy Metal Band profund Elektrogitarre üben können, wenn er dies wünscht. Der erste Grund für ein Ja besteht also darin, dass Kinder aus einkommensschwachen Schichten leichter (das heisst: billiger) Zugang zu ausserschulischem Musikunterricht an den entsprechenden Schulen erhalten. Es muss kein venezolanisches Wunder wiederholt werden. Und es muss auch nicht unbedingt Klassik sein. Auch wer Rap, Metal oder Schlager bevorzugt, müsste daran interessiert sein, dass seine Kinder gutes Musizieren erlernen.
</p><h3>Wider die einseitige Bildung</h3><p>Zum zweiten will der neue Verfassungsartikel die Stellung des Faches Musik an der Volksschule stärken. Auch das ist richtig und sozial erwünscht. Denn in der Volksschule verhilft Musik – wie Sport auch – jenen Kindern und Jugendlichen, die in den Wissensfächern eher schwach sind, immer wieder zu Erfolgserlebnissen. Gut praktizierte Musik führt da zu einem sozialen Kitt, der kulturelle Grenzen sprengt. Ich erinnere mich an ein aufwendiges Kinder-Musical aus dem Jahr 2002, aufgeführt von einer dritten bis sechsten Klasse (also 9- bis 12jährigen), in jenem Quartier der Stadt Freiburg, dem für hiesige Verhältnisse am ehesten Ghettoisierung nachgesagt wird. Alle hatten sie ihre Rollen (auch die Lehrpersonen, die zuvor noch nie so lebensnah beraten konnten), ihre individuelle Aufgabe und Verantwortung – im Dienst des Werks. Das war Schule für ein Gelingen, das nur mit Solidarität möglich war. Und der Dank dafür war nicht nur der satte Applaus an vier gelungenen Aufführungen, sondern ein gewachsener Respekt unter den Kindern und den Lehrpersonen. Fast schon venezolanisch… </p>]]></content:encoded><category>Schweiz</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-820</guid><pubDate>Thu, 28 Jun 2012 13:38:00 +0200</pubDate><title>Zwei Grundsäulen fehlen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/zwei-grundsaeulen-fehlen</link><description>Künftiges Weiterbildungsgesetz </description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundesrat hat gestern die Weichen für das künftige Weiterbildungsgesetz gestellt. Der SGB begrüsst, dass der Bundesrat das Gesetz durchziehen will. Im Entwurf fehlen jedoch zwei Grundsäulen. Es braucht die Verantwortung des Arbeitgebers und das Recht auf eine Weiterbildung – insbesondere durch einen jährlichen Bildungsurlaub. Ohne diese beiden Säulen bleibt die Weiterbildung ein Privileg der bereits Privilegierten. Weiterbildung ist heute aber für alle zur unumgänglichen Bedingung geworden. 
</p><p>Die verfügbare Zeit ist für die Arbeitnehmenden das grösste Hindernis für Weiterbildung. Bildung, Beruf, soziales und familiäres Leben verträglich zu gestalten, ist für beinahe alle Arbeitnehmenden, Männer wie Frauen, sehr schwierig. Das Wirtschaftsdepartement und die Arbeitgeber, die andauernd den Fachkräftemangel beschwören, haben jetzt endlich die Möglichkeit zur korrigierenden Tat: mit einem Ja zu einem Recht auf Weiterbildung. 
</p><h5>Auskünfte</h5><p>&nbsp;</p><ul><li>Véronique Polito, Zentralsekretärin SGB, 079 436 21 29</li><li>Ewald Ackermann, Kommunikation SGB, 031 377 01 09 </li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-817</guid><pubDate>Thu, 28 Jun 2012 10:36:00 +0200</pubDate><title>Vor dem Sturm handeln</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/vor-dem-sturm-handeln</link><description>Zunehmend prekäre Anstellung von Jugendlichen</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">In vielen europäischen Staaten erreicht die Jugendarbeitslosigkeit Rekordhöhen. In der Schweiz liegt die Rate der jugendlichen Arbeitslosen viel tiefer. Doch der Schein trügt. Auch in der Schweiz werden die Anstellungsbedingungen der Jugendlichen verschlechtert.</p><p> Die Wirtschaftskrise trifft die Jugendlichen in besonderem Ausmass. In der EU sind aktuell 18,1 % aller Jugendlichen arbeitslos. Und bei den Jugendlichen, denen der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingt, sind zunehmend prekäre Anstellungsbedingungen auszumachen. Nicht weniger als 42 % (!) aller Jugendlichen bis 25 – gegenüber 15 % aller Erwerbstätigen – arbeiten temporär. Und: die Aussichten auf Besserung sind eher düster. 
</p><p>Die Schweiz scheint auf den ersten Blick von dieser Entwicklung nur wenig betroffen. Die Arbeitslosigkeit liegt vergleichsweise tief. Atypische Arbeit nimmt aber auch bei den Jugendlichen hierzulande zu. Ein Drittel aller temporär Arbeitenden in der Schweiz sind Jugendliche unter 26. Die gleiche Altersklasse stellt aber nur 10 % der Erwerbstätigen. Einer 2010 erschienenen Seco-Studie zufolge hat prekäre Arbeit bei den Jugendlichen zugenommen. 2004 arbeiteten 6 % aller Jugendlichen prekär, 2008 waren es bereits über 9 %. Die wirtschaftliche Instabilität seither und die härtere Gangart in der Arbeitslosenversicherung, seit April 2011 in Kraft, werden in den letzten vier Jahren zu einer noch schärferen Ausprägung dieser Tendenz beigetragen haben. 
</p><p>Eine Jugend ohne Berufsperspektiven ist in vielen europäischen Staaten Tatsache. Da tickt eine Zeitbombe. Wenn sich die Lage hierzulande auch weniger dramatisch präsentiert: Auch die Schweiz ist aufgerufen, ihren Jugendlichen bessere Berufsperspektiven zu bieten. Die Schweiz verfügt dazu auch über Trümpfe. Nur: sie muss sie auch ausspielen. 
</p><h3>Berufsbildung hinterfragen </h3><p>Länder mit Dualausbildung (Ausbildung in Betrieb und Schule) wie Deutschland, Dänemark, Österreich und die Schweiz haben weniger Jugendarbeitslosigkeit. Der Wertewandel führt jedoch dazu, dass in der Schweiz immer mehr Jugendliche eine gymnasiale Ausbildung der Lehre vorziehen. Aufgrund der „demografischen Lockerung“ treten gleichzeitig immer weniger Jugendliche in die Sekundarstufe II (nachobligatorische Ausbildung) ein. Um die Attraktivität der Berufslehre zu erhalten resp. zu verbessern, ist deshalb mehr schulische, weniger betriebliche Ausbildung verlangt. Wenn diese Umwertung nicht jetzt angepackt wird, dann wird die Berufslehre bald einmal weder den Anforderungen des Arbeitsmarktes noch den Erwartungen der Jugend entsprechen. Zudem soll sich Berufsbildung für die Unternehmen nicht à tout prix lohnen, wie das der Bund immer wieder propagiert. Ein Lehrling, der sich als Rentabilitätsfaktor wahrnimmt, wird wohl mehr demotiviert als motiviert…
</p><h3> Mehr sozialer Schutz </h3><p>Der Eintritt der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt ist insofern delikat, als er meist die weitere Berufskarriere bestimmt. Den Jugendlichen ist in dieser Phase besonders zu helfen. Der Leistungsabbau in der Arbeitslosenversicherung 2011 und die Absenkung des Jugendschutzalters im Arbeitsrecht von 2008 sind das Gegenteil solcher Hilfe. Sie fördern die Prekarisierung. Deshalb braucht es faire Taggelder der Arbeitslosenversicherung und einen gesetzlichen Mindestlohn für alle. 
</p><p>Schliesslich brauchen die Jugendlichen auch mehr sozialpartnerschaftlichen Schutz. In der heutigen GAV-Landschaft finden sich nur selten Bestimmungen für Lehrlinge, Praktikant/innen und temporär Arbeitende. Das ist auch ein Appell an die Gewerkschaften, die Jugendlichen vermehrt in den sozialpartnerschaftlichen Vereinbarungen zu schützen und sie an den entsprechenden Ausmarchungen zu beteiligen. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Arbeit</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-781</guid><pubDate>Thu, 24 May 2012 14:02:00 +0200</pubDate><title>Wer künftige Beschäftigung will, investiert heute! </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/wer-kuenftige-beschaeftigung-will-investiert-heute</link><description>Förderung von Bildung, Forschung und Innovation</description><content:encoded><![CDATA[<p class="lead">Das Bild glänzt, die Wirklichkeit weniger: Die Schweiz tut zu wenig für die Bildung, um der wachsenden Nachfrage nach qualifiziertem Personal zu genügen. Der Ständerat kann das ändern, wenn er seiner eigenen Kommission folgt. </p><p>In der Junisession wird der Ständerat über die Finanzierung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in der nächsten Vierjahresperiode 2013 bis 2016 entscheiden. Der Bundesrat sieht eine bescheidene Mittelerhöhung von 3.5% vor. Das ist wenig angesichts der Zunahme an Ausbildungswilligen in einigen Kategorien. 
</p><p>Die zuständige Kommission beantragt einige Verbesserungen. Sie will Erhöhungen bei den ETH (+ 100 Mio.), den Universitäten (+ 54 Mio.), bei der Forschung (+ 77 Mio.) und bei der Innovation (+ 58,9 Mio.). Im Bereich der Fachhochschulen wird die Finanzierung über den gesamten Zeitraum ausgeglichener verteilt. Die Gewerkschaften haben sich mit Erfolg dafür eingesetzt, dass die Berufsbildung bereits für das Jahr 2012 eine Erhöhung von 100 Mio. Franken durch den Bund zugesprochen erhielt. Diese Erhöhung bleibt für die Periode 2013 bis 2016, wie von den Gewerkschaften gefordert, erhalten.
</p><p>Diese dringend notwendigen Verbesserungen sind leider stark bestritten. Zudem drohen unter dem Druck knapper Finanzen auch Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Bildungsrichtungen. Eine solche Konkurrenz ist jedoch falsch. Bildung muss überall weiter entwickelt werden, umfassend und nah an den Bedürfnissen aller Inidividuen, der ganzen Gesellschaft und des Arbeitsmarktes. 
</p><h3>Sorgenkind Stipendien </h3><p>In den letzten Jahren hat sich der Bund aus dem Bereich der Stipendien quasi zurückgezogen und diese der alleinigen Verantwortung der Kantone überlassen. Das kann nicht toleriert werden, da das Stipendienwesen ein zentrales Instrument zur Förderung der Chancengleichheit in der Bildung ist. Der SGB setzt sich für eine Stipendienharmonisierung und ein stärkeres entsprechendes Engagement des Bundes ein. Deshalb fordert der SGB im Rahmen der BFI-Botschaft eine klare Erhöhung der entsprechenden Finanzmittel. Der SGB unterstützt denn auch die Stipendieninitiative des VSS, die am 20. Januar dieses Jahres eingereicht wurde und im Verlauf dieser Legislaturperiode beraten wird. </p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-734</guid><pubDate>Mon, 12 Mar 2012 15:46:00 +0100</pubDate><title>Berufsbildung für sans papiers:  Es geht vorwärts, aber sehr, sehr zögerlich!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/migration/detail/berufsbildung-fuer-sans-papiers-es-geht-vorwaerts-aber-sehr-sehr-zoegerlich</link><description>Geht es nach dem Bundesrat, sollen junge sans papiers demnächst auch eine Berufslehre antreten können. Das ist zu begrüssen. Der bundesrätliche Vorschlag ist jedoch zu hürdenreich. Und vom Parlament droht ein Rückenschuss. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Dass allen Jugendlichen unabhängig des Aufenthaltsstatus eine Grundausbildung zu ermöglichen ist, leuchtet überall ein. Der Zugang zu Bildung ist ein international abgesichertes Grundrecht. 1997 hat die Schweiz die Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Artikel 28 dieser Konvention stipuliert das Recht jedes Kindes auf eine Grund- und eine nachobligatorische Ausbildung, sei sie nun generell oder beruflich ausgerichtet, und dies unabhängig des Aufenthaltsstatus.
</p><p>Seither wurde jedoch keine gesetzliche Grundlage geschaffen, damit jugendliche sans papiers eine Berufslehre beginnen können. Das ist paradox: Junge sans papiers können bei guten Resultaten in der obligatorischen Schule anschliessend ein Gymnasium absolvieren, jedoch keine klassische Berufslehre. Warum? Weil sie keinen Arbeitsvertrag abschliessen können. Anders gesagt: eine ganze Reihe junger MigrantInnen findet sich nach Ende des Schulobligatoriums auf der Strasse, ohne dass sie dafür verantwortlich sind.
</p><p><b>Aufenthaltsbedingung, aber an Bedingungen geknüpft</b></p><p>Im September 2010 stimmte das Parlament der Motion Barthassat zu und verlangte so, dass eine Lösung für diese Ungerechtigkeit erarbeitet werde. Am 2. März 2012 gab der Bundesrat dieser Motion Folge. Er gab eine Änderung der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit <b>(</b>VZAE) in Vernehmlassung. Der Bundesrat schlägt vor, dass jugendliche sans papiers zu Ausbildungszwecken in den Genuss einer Aufenthaltsbewilligung kommen. Bedingung: Sie müssen während mindestens fünf Jahren die Schulen in der Schweiz besucht haben und sie müssen integriert sein. Der Antrag muss direkt nach Ende der obligatorischen Schule gestellt werden.
</p><p>Der SGB begrüsst die Handlungsbereitschaft des Bundesrates. Er bedauert aber, dass sich der Vorschlag auf das Modell der Härtefalllösung beruft. Denn die Jugendlichen sind so weiterhin kantonaler Willkür ausgeliefert. Einige Kantone haben sich ja durch emsige Restriktion profiliert… Zudem sollte die Frist zum Stellen des Antrags verlängert werden. Denn oft können die Jugendlichen nicht unmittelbar nach Ende der Schulzeit eine Betriebslehre antreten, sondern müssen auf eine solche warten.
</p><p><b>Schaltet Parlament wieder rückwärts?</b></p><p>Das Parlament seinerseits dürfte voraussichtlich noch in der Märzsession drei Standesinitiativen mit dem gleichen Anliegen behandeln. Erstaunlicherweise beantragt die vorberatende Kommission Ablehnung dieser Vorstösse und widerspricht damit dem Mandat, das sie selbst im September 2010 dem Bundesrat erteilt hat. Wo bleibt da die Kohärenz? Die Glaubwürdigkeit? – Wenn es etwas auf Treu und Glauben gibt, dann sollte das Parlament die Behandlung dieser Vorstösse zum mindesten verschieben, damit sich die soeben eröffnete Vernehmlassung geordnet abspielt.</p>]]></content:encoded><category>Migration</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-730</guid><pubDate>Fri, 24 Feb 2012 14:55:00 +0100</pubDate><title>Weiterbildungsgesetz: Ein Entwurf mit eklatanten Mängeln</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/weiterbildungsgesetz-ein-entwurf-mit-eklatanten-maengeln</link><description>Letzten November endlich eröffnete der Bundesrat die Vernehmlassung für ein neues Weiterbildungsgesetz. Dennoch war die Begeisterung der Gewerkschaften begrenzt. Denn die Vorlage ist zu wenig in die Zukunft gerichtet, berücksichtigt die Bedürfnisse von Gesellschaft und Arbeitswelt zu wenig; sie gleicht eher einer technisch-bürokratischen Übung mit zweifelhafter Wirkung. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 2006 hatte die Bevölkerung mit grosser Mehrheit einen neuen Verfassungsartikel zur Weiterbildung gutgeheissen. Dadurch erteilte sie dem Bundesrat den Auftrag, ein Weiterbildungsgesetz zu erarbeiten. Erst im Februar 2010 beauftragte der Bundesrat eine Expertenkommission, ein Rahmengesetz auszuarbeiten, «das die Eigenverantwortung für das lebenslange Lernen stärkt, die Chancengleichheit beim Zugang zur Weiterbildung verbessert und die Kohärenz in der Bundesgesetzgebung sicherstellt»[1]. Der Inhalt des Auftrags sowie die Zusammensetzung der Expertenkommissionen stiess beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) sofort auf grosse Skepsis. Einerseits war das anvisierte «Grundsatzgesetz ohne Fördertatbestand» ein klares Anzeichen für einen fehlenden Willen des Bundes, finanzielle Mittel für die Weiterbildung bereitzustellen. Andererseits zeigten das Mandat sowie die Auswahl der Expertinnen und Experten aus der Verwaltung und der Wissenschaft, dass der Hauptfokus der Vorlage weder auf Weiterbildung als gesellschaftlicher Aufgabe lag noch sich an den Bedürfnissen der Menschen orientierte, die sich weiterbilden. Stattdessen lag der Schwerpunkt darauf, einen Rahmen für die vom Bund bereits existierenden Massnahmen (zum Beispiel im Bereich der Arbeitslosenversicherung) festzuschreiben. Hingegen wurden die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden, die zum grössten Teil die Weiterbildung finanzieren ¬ zusammen mit der Beteiligung der Arbeitgeber macht dies etwa fünf Milliarden Franken pro Jahr aus – kaum berücksichtigt.
</p><p><b>Der Berg hat eine Maus geboren</b></p><p>Der lange Prozess führte zum heutigen vorliegenden schlanken Entwurf<a href="typo3/#_ftn2" target="_blank" name="_ftnref2">[2]</a>. Der Text legt fünf Grundsätze fest: die «individuelle Verantwortung», die «Qualitätssicherung», die «Anrechnung von Weiterbildung an die formale Bildung», die «Chancengleichheit» und den «Wettbewerb». Die Grundsätze ändern eigentlich nicht viel an der aktuellen Situation, umso mehr da sie nicht gleichzeitig mit verbindlichen Massnahmen auf Bundes- oder kantonaler Ebene verbunden werden. Die Vorlage legt viel Wert auf die individuelle Verantwortung, aber die konkreten Anreize bleiben aus. Man kann sich dann zu Recht fragen, wie das Gesetz seinen Zweck – die Stärkung des lebenslangen Lernens – denn wirklich erreichen soll.
</p><p>Der Gesetzesentwurf verbirgt sogar erhebliche Gefahren. Die Einführung des Wettbewerbsprinzips ist zum Beispiel nicht Teil der Lösung sondern Teil des Problems. Die öffentlich und staatlich unterstützten Anbieter müssten zwingend ihre Angebote zu «Marktpreisen» offerieren, wenn diese nicht explizit gesetzlich geregelt sind. Es wird dabei nicht auf die Qualität und Spezifizität des Angebotes Rücksicht genommen… sowie auch nicht auf die Arbeitsbedingungen und Löhne! Ob das die Zugänglichkeit und Qualität der Weiterbildung fördert, ist durchaus fragwürdig. 
</p><p><b>Weiterbildung als kollektives Gut</b></p><p>Ein Umdenken ist dringend nötig. Ein Gesetz, das massgebend auf die individuelle Verantwortung und die Regulierung über den Markt setzt, hat eher den Geschmack einer Alibiübung. Die Aufwertung des Weiterbildungsbereichs innerhalb der Bildungslandschaft kann nur geschehen, wenn Gesellschaft und Staat zusammen Verantwortung übernehmen. Grundsätzlich befürwortet der SGB die Schaffung eines Weiterbildungsgesetzes. Er verlangt aber, dass die Weiterbildung nicht nur – wie im derzeitigen Entwurf – in der Verantwortung der Einzelnen bleibt: Arbeitgeber und Staat müssen auch noch in die Pflicht genommen werden! Für Arbeitnehmende soll endlich ein Recht auf Weiterbildung gesetzlich verankert werden. Das kann über die Einführung eines bezahlten Bildungsurlaubs von mindestens einer Woche geschehen. Es braucht aber auch gezielte Massnahmen, um den Zugang zur Weiterbildung allgemein zu vereinfachen: Information und Beratung wären ein wichtiger Beitrag der Kantone. Sie verfügen bereits mit den Laufbahnberatungsstellen über die nötigen Strukturen. Nur sollten jetzt deren Leistungen auch für Erwachsene angepasst und zu günstigen Bedingungen zugänglich gemacht werden. Die Förderung des Erwerbs und Erhalts von Grundkompetenzen<a href="typo3/#_ftn3" target="_blank" name="_ftnref3">[3]</a> bei Erwachsenen, die im aktuellen Gesetzentwurf berücksichtigt wurde, wird vom SGB ebenfalls stark befürwortet. Leider sieht das Gesetz keine zusätzliche Mittel für diesen Zweck vor! Erst wenn angemessene finanzielle Mittel sowie alle anderen erwähnten Aspekte im neuen Gesetz berücksichtigt werden, könnte man das Gesetz als einen klaren Fortschritt betrachten.
</p><hr><p>[1] Medienmitteilung des BBT vom 25 Februar 2010
</p><p>[2] <a href="http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&amp;amp;msg-id=42136" target="_blank" rel="noreferrer">www.news.admin.ch/message/index.html</a></p><p>[3] Nach dem aktuellen Gesetzentwurf sind Grundkompetenzen grundlegende Kenntnisse im Bereich Lesen und Schreiben, Alltagsmathematik; Anwendung von Information- und Kommunikationstechnologien, sowie Grundkenntnisse von Rechten und Pflichten.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-719</guid><pubDate>Fri, 20 Jan 2012 00:00:00 +0100</pubDate><title>Stipendieninitiative: Chancengleichheit in der Bildung fördern</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/stipendieninitiative-chancengleichheit-in-der-bildung-foerdern</link><description>Stipendien sind ein gutes Mittel für die Chancengleichheit. Sie ermöglichen allen, die wollen und können, eine optimale Ausbildung. Deshalb unterstützen die SGB-Gewerkschaften die Stipendieninitiative.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bildung ist die wichtigste Ressource der Schweiz. Zu diesem Gut gilt es Sorge zu tragen. Wir wollen es optimal fördern und nutzen. Das ist nur möglich, wenn alle Menschen möglichst gleiche Bildungschancen haben. Heute hängt das individuelle Ausbildungsniveau in der Schweiz noch zu stark von jenem der Eltern oder von deren Geldbeutel ab. Das gleiche Recht auf Bildung ist somit nicht eingelöst.
</p><p> Deshalb unterstützen wir Gewerkschaften die Stipendieninitiative, denn durch die vorgeschlagene Verbesserung und Harmonisierung der Stipendien fördert sie Chancengleichheit und das Recht auf Bildung. Auch für die höchste Bildungsstufe regelt jeder Kanton das Stipendienwesen ganz anders. Die kleinräumige Schweiz leistet sich so einen absurden Stipendienföderalismus. Menschen werden bei gleicher sozialer Stellung ganz unterschiedlich unterstützt, je nach dem, in welchem Kanton sie niedergelassen sind. Die von der Initiative vorgesehene Harmonisierung ist darum überfällig.
</p><p> Aber nicht nur bei der universitären Bildung, sondern auch an den Gymnasien und bei der höheren Berufsausbildung bringt die Initiative wichtige Verbesserungen. Denn auch hier gibt es in der Schweiz heute krasse Chancenungleichheiten:</p><ul><li><p> In einzelnen Branchen mit guten Gesamtarbeitsverträgen (GAV) und/oder Bildungsfonds bezahlen die Sozialpartner einen grossen Teil der Fortbildung ihrer Beschäftigten. Leider untersteht in der Schweiz weniger als die Hälfte der Beschäftigten einem GAV, und nur wenige GAV sehen explizit eine Unterstützung der Berufsbildung oder gar der höheren Berufsbildung vor.</p></li><li><p> Männer (30%) profitieren mehr als doppelt so häufig von höherer Berufsbildung als Frauen (14%).</p></li><li><p> Je höher ein Einkommen, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass sein/ihre Bezüger/in eine höhere Berufsbildung absolviert. Dabei hätten die Niedriglohnbezüger/innen Weiterbildung am nötigsten, und sei es nur darum, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.</p></li><li><p> Je grösser das Unternehmen, umso eher haben die Beschäftigten Zugang zur höheren Berufsbildung. In der Schweiz dominieren jedoch die KMU – auch wer in diesen arbeitet, sollte Zugang zur höheren Berufsbildung haben.</p></li></ul><p> Schliesslich sind Stipendien auch für das Schweizer Erfolgsmodell «Berufslehre» wichtig: An die 20'000 Lehrlinge und Absolvent/innen von Vollzeit-Berufsschulen beziehen heute Stipendien – nach ganz unterschiedlichen und nicht immer nachvollziehbaren Kriterien. Eine Harmonisierung ist auch in diesem Bereich unerlässlich, damit Lehrlinge nicht in schlechter qualifizierte, wenn auch kurzfristig besser bezahlte Jobs abspringen.
</p><p> Für uns Gewerkschaften ist klar: Stipendien sind ein gutes Mittel für die Chancengleichheit. Sie ermöglichen allen, die wollen und können, eine optimale Ausbildung. Deshalb sagen wir JA zu einer gezielten Investition in unser wichtigstes Gut «Bildung», JA zu einer ausgewogenen Investition in unsere Zukunft, JA zur Stipendieninitiative.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-100</guid><pubDate>Mon, 05 Dec 2011 14:42:00 +0100</pubDate><title>Die Initiative fördert am Effizientesten</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/die-initiative-foerdert-am-effizientesten</link><description>2008 ist die Volksinitiative «jugend und musik» eingereicht worden. Nun steht sie in der parlamentarischen Bereinigung. Der SGB steht nach wie vor zur Volksinitiative, weil sie die landesweite musikalische Förderung der Jugendlichen wirklich voranbringt. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">Die musikalische Förderung der Jugendlichen steht in der Gunst der breiten Bevölkerung. Der Nationalrat hat sich diese Haltung zu eigen gemacht und deshalb die Volksinitiative „jugend und musik“ zur Annahme empfohlen. Der Ständerat ist von dieser klaren Position abgewichen. Er hat einen Gegenvorschlag vorgeschlagen, der zwar auch in die richtige Richtung geht, aber Unsicherheiten aufwirft, weil er für die Kantone nicht verpflichtend ist. Die Ziele der Volksinitiative wären also viel schwieriger erreichbar, und sie würden je nach Kanton unterschiedlich erreicht. Die nationalrätliche Kommission nun empfiehlt ihrem Plenum, in der Wintersession dem Beispiel des Ständerates zu folgen.&nbsp;</p><p class="Absatznormal">Der SGB unterstützt nach wie vor die Volksinitiative. Er empfiehlt dem Parlament eine Ja-Parole für die Volksinitiative. Der SGB wird jedoch auch dem – allfälligen – Gegenvorschlag zustimmen. Denn einen Fortschritt zum status quo stellt auch dieser allemal dar. Weil die Initiative aber weiter geht, ist in der Stichfrage diese zu bevorzugen.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-101</guid><pubDate>Fri, 02 Dec 2011 14:44:00 +0100</pubDate><title>Nicht auf dem Rücken der Ausbildung von Jugendlichen sparen!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/nicht-auf-dem-ruecken-der-ausbildung-von-jugendlichen-sparen</link><description>Botschaft Bildung-Forschung-Innovation (BFI)</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">Am 6. Dezember werden sich die Räte über den Betrag zu einigen haben, den der Bund 2012 der Berufsbildung zur Verfügung stellen wird. Seit Monaten schieben die beiden Räte diesen Entscheid wie eine heisse Kartoffel hin und her. Der Nationalrat hatte mehrmals einstimmig entschieden, die Finanzmittel nach den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes zu gewähren. Dieses sieht einen Bundesanteil von 25 % vor. Der Ständerat jedoch hat stets auf einem tieferen Beitrag beharrt.&nbsp;</p><p class="Absatznormal">Ergebnis: seit mehreren Jahren subventionieren damit im Bereich der Berufsbildung die Kantone den Bund. Und das haben ausgerechnet die Ständeräte, die Hüter der kantonalen Interessen, zu verantworten.&nbsp;</p><p class="Absatznormal">Dieser Fakt bleibt nicht das einzige Paradox. Während die Wirtschaft in dramatischen Tönen den sogenannten Fachkräftemangel beklagt, beeilen sich die bürgerlichen Ratsvertreter/innen, das Geld der Steuerpflichtigen für den Kampf von neuen Kampfflugzeugen aus dem Fenster zu schleudern. Dabei ist offenkundig: Dieser Entscheid wird sich auf die Budgets anderer Departemente und damit auch auf jenes für die Bildung auswirken.&nbsp;</p><p class="Absatznormal">Sicher ist: Die Zukunft wird man eher mit gut ausgebildeten Jugendlichen als mit neuen Kampfflugzeugen bestehen.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-331</guid><pubDate>Fri, 25 Nov 2011 17:30:00 +0100</pubDate><title>Mehr investieren in die Berufsbildung!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/mehr-investieren-in-die-berufsbildung</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>An der heutigen Lehrstellenkonferenz hat der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) insbesondere gefordert, dass alle Anstrengungen unternommen werden, damit 95 Prozent aller Jugendlichen einen postobligatorischen Abschluss erhalten. Das gilt auch für Jugendliche, die nur einen Teil ihrer Schulausbildung in der Schweiz verbracht haben. Zudem muss sichergestellt werden, dass Jugendliche in einer Warteschlaufe für eine Berufsausbildung endlich eine solche absolvieren können. Hierfür braucht es noch mehr Lehrstellen. Das gilt auch, wenn nun erfreulicherweise zum ersten Mal seit Jahren für die 16jährigen das Angebot an Lehrstellen grösser ist als die Nachfrage.
</p><p>Zudem verlangt der SGB, dass die Allgemeinbildung in der Lehre gestärkt wird. Jugendliche erhalten so leichteren Zugang zur Weiterbildung. Gefördert werden soll deswegen auch der Anteil der Berufsmatura. Das stärkt überdies die Attraktivität der Berufsbildung.
</p><p>Anfangs Dezember entscheidet das Parlament über die Finanzmittel, die der Berufsbildung 2012 zur Verfügung stehen sollen. Der SGB ruft das Parlament dazu auf, keine Sparübung auf dem Rücken der Ausbildung und der Jugendlichen durchzuziehen. Für die Zukunft der Schweiz sind gut ausgebildete Jugendliche wichtiger als neue Kampfflugzeuge.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-335</guid><pubDate>Wed, 09 Nov 2011 17:38:00 +0100</pubDate><title>In die gute Richtung, aber zu zaghaft</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/in-die-gute-richtung-aber-zu-zaghaft</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="Text">Das heute vom Bundesrat in die Vernehmlassung gebrachte Weiterbildungsgesetz geht zwar in die gute Richtung, die Schritte dahin sind jedoch zu wenig bestimmt. Primäres Verdienst des Rahmengesetzes ist es, den historisch bedingten Wildwuchs der Weiterbildung vermehrt zu strukturieren.&nbsp;</p><p class="Text">Der SGB begrüsst insbesondere den Willen des Bundesrates, Grundkompetenzen der Erwachsenen (Lesen, Schreiben, Rechnen, Anwendung der Informationstechnologien) systematischer zu fördern. Die dazu zur Verfügung gestellten Mittel sind jedoch viel zu bescheiden.</p><p class="Text">Der SGB bedauert, dass die Bundesrats-Konzeption der Weiterbildung allzu liberal geprägt ist. Denn der Bundesrat bindet Weiterbildung vor allem an Eigenverantwortung und -initiative der Individuen. Damit nimmt er die Arbeitgeber aus der Pflicht. Diese aber müssen – und sei es nur aus Eigeninteresse – in der Weiterbildung ihrer Beschäftigten eine zentrale Rolle wahrnehmen.</p><p class="Text">Die Einführung eines gesetzlich garantierten bezahlten Weiterbildungsurlaubes wäre eine Massnahme, die die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen würde.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81</guid><pubDate>Thu, 06 Oct 2011 13:55:00 +0200</pubDate><title>Schwerfällig und damit Gefahr von Ineffizienz</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/schwerfaellig-und-damit-gefahr-von-ineffizienz</link><description>Das neue Hochschulförderungsgesetz hat die parlamentarische Hürde genommen. Kritische Beobachtung ist angezeigt. Denn es droht die Gefahr von Ineffizienz und zu vielen regionalen Interessen. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal"><span lang="DE">Die hochschulpolitische Landschaft ist mit dem neuen Gesetz geändert. Das zeigt sich besonders darin, dass der Einfluss der Kantone auf die Fachhochschulen (FHS) stark zunimmt. Denn die Kantone werden in der Schweizerischen Hochschulkonferenz, dem neuen durch das Gesetz vorgesehenen Steuerungsorgan, dominant vertreten sein. Umgekehrt verliert der Bund bisherige Kompetenzen, die er vor allem im FHS-Bereich hatte. Gleichzeitig bindet das Gesetz auch die Bedeutung der Organisationen der Arbeitswelt – also auch der Sozialpartner – zurück. Da, wo ursprünglich eine Rückstufung der Sozialpartner vorgesehen war, konnte diese in den parlamentarischen Beratungen abgemildert werden. Denn parallel zur besagten Konferenz wird es einen ständigen Ausschuss der&nbsp;</span>Organisationen der Arbeitswelt&nbsp;<span lang="DE">geben, der zu den Traktanden der Konferenz Stellung beziehen kann. Zudem werden Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberorganisationen mit je zwei Delegierten mit beratender Stimme in der Konferenz vertreten sein.&nbsp;</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Wird das in der Praxis hinhauen? Der SGB bleibt skeptisch. Und nicht nur er allein. Es droht die Gefahr von Ineffizienz und mit der dominanten Stellung der Kantone auch die von viel regionalem Eigensinn. Zudem bleibt darüber zu wachen, dass sich die neue Struktur für die Fachhochschulen nicht hinderlich ausweisen wird.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Gleichzeitig hat das Parlament seine Debatte zur Finanzierung der Berufsbildung 2012 fortgesetzt. Der Nationalrat hat zweimal einstimmig entschieden, die Bundesmittel auf 25% zu e</span>rhöhen, wie das das Berufsbildungsgesetz ja auch seit 2004 vorschreibt. Der Ständerat jedoch beharrte auf seiner Position, diese Vorgabe mit stufenweiser Erhöhung erst 2013 zu erreichen. Im Dezember wird eine Einigungskonferenz entscheiden.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62</guid><pubDate>Sun, 26 Jun 2011 12:04:00 +0200</pubDate><title>Der Wind beginnt zu drehen!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/der-wind-beginnt-zu-drehen</link><description>Seit den neunziger Jahren verlangt der SGB von den Betrieben mehr Lehrstellen. Das Angebot soll die Nachfrage der Jugendlichen deutlich übertreffen. Denn nur so können auch die Lehrlinge wie die Gymnasiast/innen ihren persönlichen Wunsch in der Berufswahl verwirklichen. In vielen Regionen der Schweiz trifft dies aufgrund der sinkenden Schüler/innenzahlen nun für eine längere Zeitspanne ein. Die Jungen soll’s freuen. Die Betriebe sollen nicht klagen, sondern das Angebot aufrecht erhalten und attraktiver gestalten.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">Seit rund 20 Jahren kamen viele Schulabgänger/innen unter enormen Druck, wenn sie eine Lehrstelle finden wollten, die einigermassen den eigenen Vorstellungen entsprach. Dutzende von Bewerbungen schreiben, das Warten in Zusatzschlaufen (Brückenangeboten), das Bezahlen von Multi- und anderen Checks, das Gefühl, im ohnehin schwierigen Alter der Adoleszenz von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden – das war für Tausende von 16jährigen die Realität.</p><h3 class="Absatznormal" style="margin-top: 12pt; font-weight: bold;"><span>77‘000 Jugendliche stehen 81‘000 Lehrstellen offen</span></h3><p class="Absatznormal">Das Lehrstellenbarometer vom April 2011 zeigt nun: Für die 77‘000 Personen, die an einer Lehrstelle interessiert sind, stehen 81‘000 Lehrstellen zur Verfügung – 5000 mehr als 2010. Der Wind auf dem Lehrstellenmarkt beginnt also erstmals zu Gunsten der Jugendlichen zu drehen. Gut so! Ein wirklich optimal funktionierender Lehrstellenmarkt braucht allerdings einen noch grösseren, zehn bis fünfzehnprozentigen Angebotsüberhang, damit die Jugendlichen ihre Chance gemäss ihren Qualifikationen erhalten.</p><p class="Absatznormal">Erfreulich ist ebenso, dass Bund und Kantone im Rahmen der gemeinsamen Bildungsstrategie daran festhalten, dass 2015 die Abschlussquote auf der Sekundarstufe II (Lehr- oder gymnasialer Abschluss) 95 Prozent der Volksschulabgänger/innen umfassen soll. Dieses zuvor mit den Sozialpartnern ausgehandelte Ziel sollte mit den bereits eingeleiteten Massnahmen (Case Management, zweijährige berufliche Grundbildung mit individueller Begleitung, Aufwertung der Berufswahlvorbereitung u.a.m.) erreicht werden können. Es braucht aber weiterhin grosse Anstrengungen und auch mehr Mittel der öffentlichen Hand, damit auch die sozial benachteiligten Jugendlichen zu einem nachobligatorischen Bildungsabschluss geführt werden können. Dass das Parlament in der Sommersession gegen den Willen des Bundesrates zusätzliche 100 Millionen zur Stärkung der Berufsbildung beschlossen hat, rundet die positive Bilanz ab.</p><p><span style="font-size: 10pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;;"></span></p><p><span style="font-size:10.0pt; font-family:&quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;">&nbsp;</span></p><h3 class="Absatznormal" style="margin-top: 12pt; font-weight: bold;"><span>Berufsbildung versus Allgemeinbildung</span></h3><p class="Absatznormal">Gewerbe- und Berufsverbände beginnen eine fehlende Nachfrage zu befürchten und sprechen fatalerweise von einem „war for talents“ – einem „Kampf um die besten Köpfe“. Der Gewerbeverband-Direktor, H.U. Bigler, lancierte sogar die Forderung nach einer Beschränkung der Maturitätsquote auf 24 Prozent. Das käme in vielen Kantonen einem Numerus clausus für Gymnasiast/innen gleich. Nachdem die Berufswahl der Lehrlinge aufgrund der fehlenden Angebote jahrelang eingeschränkt worden ist, soll diese nun im Bereich der Allgemeinbildung erfolgen. Die fehlende Chancengleichheit in der Berufsbildung in die Allgemeinbildung transferieren? Beides ist verfassungswidrig, gesellschaftspolitisch verwerflich und ökonomisch unsinnig.&nbsp;</p><h3 class="Absatznormal" style="margin-top: 12pt; font-weight: bold;"><span>Qualität in der Berufsbildung verbessern</span></h3><p class="Absatznormal">Im Interesse der Jugendlichen müssen nun die Betriebe und die Arbeitgeberverbände statt gegen die ebenso notwendige Allgemeinbildung zu polemisieren, die Qualität der Berufsbildung an vielen Orten aufwerten. Das an sich erfolgreiche System der dualen Berufsbildung (die Wirtschaft übernimmt subsidiär vom Staat und unter dessen Aufsicht die praxisorientierte betriebliche und überbetriebliche Ausbildung, die Kantone bieten den Berufsfachschulunterricht an) soll, unterschiedlich in den einzelnen Branchen, aufgewertet werden:</p><ul><li><span style="font-family:&quot;NimbusSanNov&quot;,&quot;serif&quot;"><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span><span>Allgemeinbildender Unterricht: eine zweite Sprache für alle; Aufwertung der gesellschaftspolitischen Kompetenzen. Der neue Volkswirtschaftsdirektor, Bundesrat Schneider-Ammann, hat dazu von der Öffentlichkeit kaum beachtet, die bemerkenswerten Sätze sowohl vor dem Stände- als auch vor dem Nationalrat gesprochen: „Das Bildungssystem darf definitiv nicht allein auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet sein. Es muss auch dafür sorgen, dass junge Menschen mit Perspektiven auf ein eigenständiges Leben vorbereitet werden. Das Bildungssystem soll helfen, dass sich junge und erwachsene Bildungswillige zu selbstbewussten, eigenverantwortlichen und kritischen Bürgerinnen und Bürgern entwickeln können.“</span></li></ul><ul><li><span style="font-family:&quot;NimbusSanNov&quot;,&quot;serif&quot;"><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span><span>Die seit Generationen gender-dominierte Selektion bei der Berufswahl: Obwohl das Berufsbildungsgesetz festhält, dass die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann gefördert werden soll, konnten in diesem Bereich viel zu wenige positive Veränderungen festgestellt werden.</span></li></ul><ul><li><span style="font-family:&quot;NimbusSanNov&quot;,&quot;serif&quot;"><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span><span>Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Die Suva-Statistik weist unter den Lernenden eine 70 Prozent höhere Unfallquote gegenüber den Gelernten aus(!).</span></li></ul><ul><li><span style="font-family:&quot;NimbusSanNov&quot;,&quot;serif&quot;"><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span><span>Die betrieblichen Präsenzzeiten der Lernenden wurden in der Folge der Herabsetzung des Jugendschutzalters vielenorts flexibilisiert (mehr Nacht- und Wochenendarbeit).</span></li></ul><ul><li><span style="font-family:&quot;NimbusSanNov&quot;,&quot;serif&quot;"><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span><span>Die Lehrlingslöhne stagnieren seit Jahren.</span></li></ul><ul><li><span style="font-family:&quot;NimbusSanNov&quot;,&quot;serif&quot;"><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span><span>Nur in sehr wenigen Branchen unterstehen die Lernenden dem Schutz der Gesamtarbeitsverträge.</span></li></ul><ul><li><span style="font-family:&quot;NimbusSanNov&quot;,&quot;serif&quot;"><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span><span>Das durch das Berufsbildungsgesetz festgehaltene Mitspracherecht der Lernenden (Artikel 10) wurde nicht konkretisiert.</span></li></ul><ul><li><span style="font-family:&quot;NimbusSanNov&quot;,&quot;serif&quot;"><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span><span>Die Durchlässigkeit innerhalb des Berufs- und zwischen dem Berufs- und dem Allgemeinbildungssystem wurde zwar deutlich verbessert. Es gibt aber auch hier noch Nachholbedarf.</span></li></ul><p class="Absatznormal">Die Gewerkschaften haben in den vergangenen Jahren diese Anliegen durchaus auch vertreten. Es konnten aber in diesem qualitativen Bereich angesichts der Dominanz der quantitativen Frage nur wenige Fortschritte erzielt werden. In den nächsten Jahren können dank des Rückenwindes für die Jugendlichen leichter Erfolge erzielt werden – vorausgesetzt die Verantwortlichen in den Gewerkschaften hissen die entsprechenden Segel.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61</guid><pubDate>Wed, 22 Jun 2011 12:00:00 +0200</pubDate><title>Sichere Arbeit – korrekter Lohn </title><link>https://www.sgb.ch/themen/arbeit/detail/sichere-arbeit-korrekter-lohn</link><description>Die Ferien nahen. Und damit für viele Schüler/innen und Student/innen eine Möglichkeit, sich via Ferienjobs Geld zu verschaffen. Wer einen solchen Kurzjob macht, ist Arbeitnehmer/in. Zu beachten: Auch für Kurzjobber/innen gilt das Arbeitsrecht.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Kinderarbeit ist hierzulande glücklicherweise abgeschafft. Das Arbeitsgesetz (ArG) erlaubt Erwerbsarbeit erst ab 15 Jahren. Ab 13 können Jugendliche leichte Arbeiten verrichten. Unter 13 Jahren ist Beschäftigung zulässig in sportlichen und kulturellen Tätigkeiten, dies unter speziellen Bedingungen und mit Bewilligung einer kantonalen Behörde (Art. 30 ArG; Art. 7 ArGV 5). In all diesen Fällen benötigen Minderjährige die elterliche Einwilligung für die Unterzeichnung des Arbeitsvertrages.
</p><h3>Wer darf was (nicht)?</h3><p>Die Verordnung 5 zum Arbeitsgesetz (ArGV 5) präzisiert die Anstellungsregeln für unter 18-Jährige. Verboten sind gefährliche Arbeiten, Beschäftigung in gewissen Bereichen (Diskotheken, Bars, Nachtlokale, Filmvorführungen, Zirkus und Schaustellerei, vgl. Art. 4 bis 6, ArGV 5). Sonntagsarbeit ist nur zulässig für Jugendliche mit beendeter obligatorischer Schulpflicht, maximal einen Sonntag auf zwei und ausschliesslich im Gastgewerbe (in dem Mindestbeschäftigungsalter 16 herrscht), bei Tierpflegebetrieben und in Bäckereien (ArGV 5, Art 13). In touristischen Zonen ist Sonntagsarbeit möglich in touristisch ausgerichteten Betrieben während der ganzen Dauer der Sommerferien (Art. 15 ArGV 5; Art. 25 ArGV 2). Nachtarbeit ist für unter 18-Jährige verboten, ausser sie sei für die&nbsp;&nbsp;berufliche Grundausbildung unerlässlich (Art. 12 ArGV 5).
</p><h3>Wie lange?</h3><p>Die Arbeit der unter 13-Jährigen darf maximal drei Stunden pro Tag und 9 Stunden pro Woche betragen (Art. 10 ArGV 5). Jugendliche über 13 Jahre ohne beendete Schulpflicht können bis zu 8 Stunden pro Tag (40 h pro Woche) während der Hälfte der Schulferien, zwischen 6.00 und 18.00 Uhr, beschäftigt werden, wobei bei mehr als fünf Stunden eine Pause von mindestens einer halben Stunde zu gewähren ist (Art. 11 ArGV 5). Für alle Jugendlichen gilt, dass ihre Arbeitsdauer jene der anderen vom Unternehmen Angestellten nicht überschreiten darf (max. 9 h pro Tag) und innerhalb einer Zeitspanne von 12 Stunden zu erfolgen hat (Art. 31 Abs. 1 ArG). Sie haben Anrecht auf eine tägliche Ruhezeit von mindestens 12 aufeinander folgenden Stunden (Art. 16 ArGV 5). Abends dürfen unter 16-Jährige nur bis 20.00 Uhr, 16- bis 18-Jährige bis 22.00 Uhr beschäftigt werden (Art. 31 Abs. 2 ArG).&nbsp;
</p><h3>Gefahren ernst nehmen</h3><p>In Ferienjobs tun viele Jugendliche die ersten Schritte in die Arbeitswelt. Auch in dieser lauern Gefahren, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Das Berufsunfallsrisiko junger Jobber/innen ist sehr hoch, vor allem in den ersten Tagen der Anstellung.
</p><p>Deshalb: Sicherheitsvorschriften immer genau beachten. Die entsprechenden Unterrichtungen des Arbeitgebers sind sorgsam zu beachten, auch wenn sie einem übertrieben vorkommen sollten. Wenn der Arbeitgeber keine Einführung geben will, man selbst jedoch eine solche nötig findet, dann ist das Arbeitsinspektorat oder die Gewerkschaft zu benachrichtigen. Auf alle Fälle sind gefährliche Arbeiten bis zum Alter von 18 Jahren verboten.&nbsp;
</p><h3>Richtig versichern</h3><p>Während eines kleinen Ferienjobs die Sozialversicherungen zu vernachlässigen, kann sich rächen. Alle Arbeitnehmenden sind unabhängig ihres Alters obligatorisch durch den Arbeitgeber bei der Unfallversicherung zu versichern. Wenn sie weniger als 8 Stunden beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind, deckt diese Versicherung nur die Berufsunfälle. Ist das Pensum höher, sind alle Unfälle gedeckt. Bei einem Unfall hat der Arbeitgeber die Eltern zu benachrichtigen (Art. 32 ArG). Für Anstellungen unter drei Monaten gibt es keine Verpflichtung, im Krankheitsfalle ein Gehalt zu zahlen. Die anderen Sozialversicherungen (AHV/IV/EO) sind erst ab 18 obligatorisch. Wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht zahlt, ist dies Schwarzarbeit und hat Sanktionen zur Folge.
</p><h3>Lohn und Ferien</h3><p>In der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn. Theoretisch könnte damit der Arbeitgeber den Lohn zahlen, der ihm passt. Allerdings muss der Arbeitgeber allgemeinverbindlich erklärte Gesamtarbeitsverträge (GAV) und Normalarbeitsverträge (NAV) respektieren. Für Ferienjobs besonders bedeutend sind der Landes-GAV Gastgewerbe, die verschiedenen GAV im Bau, in der Reinigung und im Detailhandel (Coop, Migros sowie kantonale und kommunale GAV), ebenso die kantonalen NAV in der Landwirtschaft. Die Arbeitgeber müssen zudem die branchen- und ortsüblichen Löhne respektieren. Diese findet man auf man auf:&nbsp;<a href="http://www.salaire-uss.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.lohn-sgb.ch</a>.
</p><p>Gibt es keinen per GAV oder NAV vorgeschriebenen Mindestlohn, dann empfiehlt der SGB einen Bruttolohn von 15.- Fr./h für Jugendliche, die ihre obligatorische Ausbildung noch nicht beendet haben und von 22.- Fr./h für alle anderen nicht speziell qualifizierten Ferienjobber/innen. Jede Arbeit verdient einen fairen Lohn. Der Ferienlohn sollte nicht tiefer sein als der eines oder einer „normalen“ Hilfsarbeitenden zu Beginn seiner Karriere. Dass die Jugendlichen mit ihrem Lohn „nur“ ihre Freizeit-Aktivitäten finanzieren, ist kein Grund für eine Kürzung.&nbsp;
</p><p>Schliesslich darf der Ferienanspruch nicht vergessen werden. Wenn man – wie gewöhnlich bei kleinen Ferienjobs – im Stundenlohn beschäftigt ist, hat man Anrecht auf einen Lohnzuschlag von 10,64% (entspricht 5 Wochen Ferien, auf welche Jugendliche unter 20 Jahren gesetzlichen Anspruch haben)[1], was jeweils zahlreiche Arbeitgeber „vergessen“. Auf der Lohnabrechnung ist dieser Zuschlag klar auszuweisen.
</p><p>Mehr Infos:
</p><p><a href="http://www.jeunesse-syndicale.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.gewerkschaftsjugend.ch</a></p><p>Die Gewerkschaft Unia hat zum Thema Stundenlohn eine Broschüre herausgegeben. Bestellbar unter:
</p><p><a href="http://www.unia.ch/Arbeitsflexibilitaet.2569.0.html?&amp;L=0" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.unia.ch/Arbeitsflexibilitaet.2569.0.html?&amp;L=0</a>&nbsp;
</p><p>Arbeitsgesetz (ArG):&nbsp;<a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/c822_11.html" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.admin.ch/ch/d/sr/c822_11.html</a></p><p>VO 5 zum ArG:&nbsp;<a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/c822_115.html" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.admin.ch/ch/d/sr/c822_115.html</a></p><p>Liste der gefährlichen und damit für Jugendliche verbotenen Arbeiten:
</p><p><a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/c822_115_2.html" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.admin.ch/ch/d/sr/c822_115_2.html</a>&nbsp;
</p><p>&nbsp;</p><hr><p><a href="typo3/#_ftnref1" target="_blank" name="_ftn1">[1]</a>&nbsp;Bei Jugendlichen über 20 Jahren beträgt dieser Zuschlag 8,33 % (Grund: der gesetzliche Ferienanspruch beträgt 4 Wochen).</p>]]></content:encoded><category>Löhne und Vertragspolitik</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56</guid><pubDate>Thu, 09 Jun 2011 11:49:00 +0200</pubDate><title>Nationalrat stärkt einstimmig die Höhere Berufsbildung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/nationalrat-staerkt-einstimmig-die-hoehere-berufsbildung</link><description>Der Nationalrat ist den Sozialpartnern und insbesondere dem SGB einstimmig gefolgt und hat die bundesrätliche Botschaft zur Förderung der Bildung und Forschung und Innovation für 2012 (BFI 2012) um rund 100 Millionen aufgestockt. Dank diesem wichtigen gewerkschaftlichen Erfolg wird die Höhere Berufsbildung gestärkt.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">Der Ständerat hatte am 17.3.11 gegenüber dem Bundesrat immerhin den ersten Schritt getan und die Hälfte der notwendigen 100 Millionen bewilligt, damit der Bund seinen gesetzlichen Verpflichtung nachkommen kann. Gemäss Berufsbildungsgesetz müsste der Bund bereits seit 2008 einen Viertel der öffentlichen Ausgaben in der Berufsbildung – im Wesentlichen die Kosten für die Berufsfachschulen und einen Teil für die Höhere Berufsbildung – den Kantonen überweisen. Das tat dieser aber bisher nicht. Mit diesem eindrücklichen Entscheid hat der Nationalrat dem Bundesrat einen klaren Auftrag erteilt – sofern der Ständerat in der Differenzbereinigung nachzieht, wovon allerdings auszugehen ist. Damit hat das Parlament den Bundesrat im BFI-Prozess bereits zum zweiten Mal korrigiert – zu Gunsten höherer Investitionen in die Bildung, diesmal insbesondere in die höhere Berufsbildung.</p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Dieser bildungspolitisch erfreuliche Entscheid erleichtert nun die Diskussionen am „runden Tisch“ der Sozialpartner, des Bundes und der Kantone zur Stärkung der Höheren Berufsbildung. Die etwas unter Druck geratene Höhere Berufsbildung soll nicht nur international besser positioniert werden, sondern sie soll auch, vor allem im Interesse der Studierenden, besser öffentlich finanziert werden. Der SGB hat in diesem Prozess und für diesen ersten wichtigen Erfolg eine zentrale Rolle gespielt.</span></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46</guid><pubDate>Thu, 05 May 2011 11:26:00 +0200</pubDate><title>Das Recht auf Bildung auch in der Praxis wahrnehmen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/das-recht-auf-bildung-auch-in-der-praxis-wahrnehmen</link><description>Der Zugang zu Bildung hängt immer mehr vom Portemonnaie der Eltern ab, statt von Kompetenz und Motivation der Jugendlichen. Korrigieren können das Stipendien. Diese aber sind aktuell kantonal geregelt. Das wiederum will die Stipendieninitiative korrigieren. Die Unterschriftensammlung dafür läuft auf vollen Touren.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ob jemand Zugang zu Bildung hat, hängt in der Schweiz auch vom Wohnkanton ab. Einige Kantone unterstützen die sich ausbildenden Jugendlichen effizient, andere verschränken bloss die Arme. Dieses Problem von Ungleichheit will die «Stipendieninitiative» der Studentenvereinigungen (VSS) lösen. Der SGB unterstützt diese Initiative. Sie sieht insbesondere Mindestansätze für Stipendien vor, damit alle Jugendlichen in allen Kantonen, die dies nötig haben, in der Ausbildung vermehrt unterstützt werden.
</p><p>Die Initiative erlaubt damit auch, die Stipendien für Lehrlinge zu verbessern. Obwohl Lehrlinge entlöhnt sind, reicht es ihnen oft bei weitem nicht für ein würdiges Leben. Immer wieder kommt es denn auch vor, dass Lehrlinge ihre Ausbildung unterbrechen, um einen wenig qualifizierten, aber deutlich besser entlöhnten Job anzutreten. Die Folgen eines solchen Entscheides können sich allenfalls ein ganzes Leben lang auswirken. Der Mangel an einer beruflichen Grundbildung ist häufig die Quelle von Armut und Prekarität.&nbsp;
</p><p>Das Recht auf Bildung ist ein zentrales Recht. Deshalb setzt sich der SGB für ein besseres Stipendienregime ein. Deshalb der Aufruf an alle Gewerkschafter/innen im Lande: Unterschreibt die Initiative!
</p><p>Unterschriftenbogen auf:
</p><p><a href="http://www.stipendieninitiative.ch/drupal/content/unterschriftenbogen&amp;nbsp" target="_blank" rel="noreferrer">www.stipendieninitiative.ch/drupal/content/unterschriftenbogen&amp;nbsp</a>;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-31</guid><pubDate>Fri, 18 Mar 2011 10:46:00 +0100</pubDate><title>Ständerat setzt Dissonanz</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/staenderat-setzt-dissonanz</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">Der Nationalrat hatte letztes Jahr volles Gehör für die Volksinitiative jugend+musik. Er empfahl sie anlässlich seiner Beratung Volk und Ständen zur Annahme. Die Vorlage stand in dieser Session nun vor dem Ständerat. Dieser jedoch wollte einen Kontrapunkt setzen. Eine klare Mehrheit der „Föderalismushüter“ verwarf die Initiative und stellte ihr einen reichlich schwammigen Gegenvorschlag entgegen, der den Kantonen zuviel Spielraum eröffnet. Die Formulierung des Gegenvorschlags ist nicht verpflichtend, die bisherige Zuständigkeit der Kantone für den Unterricht auf der obligatorischen Stufe wird nicht angetastet.&nbsp;</p><p class="Absatznormal">Die Folgen kann man sich leicht ausmalen: das Ziel der Volksinitiative, die musikalische Ausbildung der Jugendlichen zu fördern, dürfte viel schwieriger erreicht werden, wenn die Kantone selbst bestimmen können, was sie unter Förderung des Musikunterrichts verstehen.</p><p class="Absatznormal">Der SGB unterstützt die Initiative. Er hofft, dass in der nunmehr anbrechenden Differenzbereinigung der beiden Kammern sich die schlanke und stimmige Version des Nationalrates durchsetzt, so dass Volk und Stände im Jahre 2012 mit einem Ja ein kulturpolitisches Zeichen setzen können.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-383</guid><pubDate>Thu, 17 Mar 2011 11:32:00 +0100</pubDate><title>Berufsbildung: Ständerat macht ersten Schritt zur Stärkung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/berufsbildung-staenderat-macht-ersten-schritt-zur-staerkung</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="Text">Der Ständerat hat heute im Rahmen der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation im Jahr 2012 (BFI 2012) einen zwar kleinen, aber ersten Schritt zur Stärkung der Berufsbildung getan: Er hat die Vorlage des Bundesrates um rund 50 Millionen aufgestockt, mit dem Ziel, die höhere Berufsbildung zu fördern.&nbsp;</p><p class="Text">Der Bund sollte seit 2008 einen Viertel der öffentlichen Aufgaben im Bereich der Berufsbildung finanzieren. Das tat und tut er bisher nicht. Mit dem heutigen Entscheid kommt er immerhin dem Ziel näher. Und der Bundesrat hat eine klare Absichtserklärung abgegeben, dass er im Rahmen der BFI-Botschaft 2013-16 dieses Ziel unbedingt erreichen will.&nbsp;</p><p class="Text">Der SGB hat sich stark für die Krediterhöhung engagiert. Nach diesem ersten zu begrüssenden ständerätlichen Schritt hat es nun der Nationalrat in der Hand, die bundesgesetzliche Aufgabe bereits 2012 vollständig zu erreichen und damit der höheren Berufsbildung einen neuen Schub zu geben.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-29</guid><pubDate>Thu, 17 Mar 2011 10:41:00 +0100</pubDate><title>Berufsbezogenes Rechnen gefördert</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/berufsbezogenes-rechnen-gefoerdert</link><description>Weiterbildung nicht nur für die schon gut Gebildeten: eine alte gewerkschaftliche Forderung. Und eine Forderung, für die die Gewerkschaften selbst etwas tun, wie etwa der Pilotkurs „Drei Tage ohne Polier überleben“ zeigt.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Text">Nicht nur mit Lesen und Schreiben haben viele Erwachsene Mühe. Auch Mathematik, die die vier Grundoperationen übersteigt oder kombiniert, ist nicht jedermanns Sache. Dabei wird solche Mathematik in Alltag und Beruf häufig verlangt. Ein entsprechender Mangel liegt natürlich ausgeprägter in jenen Branchen vor, in denen viel schulisch wenig Qualifizierte beschäftigt werden. Das gilt auch für den Bau. Aber auch auf dem Bau müssen die Arbeitenden ständig schätzen, messen und rechnen.</p><p class="Text">Baumeisterverband (SBV), die Gewerkschaft Unia und der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) haben zur Förderung von Berufsmathematik das Pilotprojekt „Drei Tage ohne Polier überleben“ entwickelt. Das Projekt wurde mit seinen 21 Lektionen sehr betriebsnah abgewickelt – und nicht wie üblich in speziellen Kursräumen von Bildungsanbietern. Die Teilnehmenden sollten danach etwa fähig sein, zu berechnen, wieviel Säcke Zement für den Bau einer Mauer mit x Volumen Beton benötigt würden und wie viele Ladungen Kies resp. Camionfahrten es dazu brauchen würde.</p><p class="Text">Die Kursverantwortlichen zogen danach eine positive Bilanz. Betriebsinterne, arbeitsplatzbezogene Kurse brächten viele Vorteile:</p><ul><li><span><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span>Sie seien wirksam, wenn der Bezug zur täglichen Arbeit vorhanden sei, und nachhaltig, wenn sie in dieser später dann umgesetzt werden könnten,</li></ul><ul><li><span><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;"></span></span></span>Sie förderten ein kooperatives Klima – Kursteilnehmende getrauten sich dann eher nachzufragen, wenn sie bei mathematischen Operationen Hilfe bräuchten.</li></ul><p class="Text">Die hauptberuflichen Weiterbildungsanbieter andererseits würden dazu gezwungen, vermehrt in die Rolle eines betriebsnahen Coaches zu schlüpfen.&nbsp;</p><p class="Text">400‘000 haben in der Schweiz nach einer Studie Mühe mit einfachem Rechnen. Doch, wie dieser Kurs zeigt: man kann etwas dagegen machen!</p><p class="Text">Beim SVEB kann eine entsprechende Dokumentation bestellt werden:&nbsp;<a href="#" data-mailto-token="thpsav1zcliGhspjl5jo" data-mailto-vector="7">sveb(at)alice.ch</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-22</guid><pubDate>Mon, 21 Feb 2011 17:24:00 +0100</pubDate><title>Schule privatisieren: Ein weiteres Nein</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/schule-privatisieren-ein-weiteres-nein</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">Tessin, Baselland, Thurgau und nun auch St. Gallen: Regelmässig sagen vier Fünftel der Stimmenden Nein zu kantonalen Initiativen, die die Volksschule ganz oder teilweise privatisieren wollen. Am 13. Februar waren es die Stimmenden in St. Gallen, die der „Elternlobby“ und den Jungfreisinnigen zeigten, dass sie nur für zwanzig Prozent der „Eltern“ lobbyieren. Diesmal wollten die Initianten mit der taktischen Finte, nur die Oberstufe zu privatisieren, punkten. Die Stimmbürger/innen liessen sich aber von diesem weicheren Ansatz nicht düpieren und verwarfen die Initiative mit 82,5 Prozent.</p><p class="Absatznormal">Die in vielen Kantonen 175jährige Volksschule ist trotz ihren zu behebenden Mängeln tief verwurzelt und identitätsstiftend. Der Sanktgaller Jungfreisinn hat dies zur Kenntnis genommen und zieht sich hier zurück. Die „Elternlobby“ will aber weitermachen. Affaire à suivre.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-21</guid><pubDate>Mon, 21 Feb 2011 17:18:00 +0100</pubDate><title>Immer noch das Spardiktat im Kopf</title><link>https://www.sgb.ch/themen/wirtschaft/detail/immer-noch-das-spardiktat-im-kopf</link><description>Der Bundesrat steht in Sachen Förderung von Bildung, Forschung und Innovation für das Jahr 2012 (BFI 12) auf der Bremse. Der Ständerat wird am zweitletzten Sessionstag korrigieren müssen.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">In seiner Botschaft zur BFI 12 verkennt der Bundesrat zumindest drei wesentliche Punkte, nämlich die langfristige Bedeutung der Bildungsinvestitionen, den gemeinsam geäusserten Willen der Berufsbildungsakteure und die Erfahrung aus der letzten BFI-Botschaft 2007-11.</p><h3 style="font-weight: bold;" class="Absatznormal"><span>Bildung unterschätzt</span></h3><p class="Absatznormal">Der Bundesrat attestiert in seiner Botschaft der Schweiz einen weltweiten Bildungs- und Forschungs-Spitzenplatz. Er erwähnt aber nicht, welche enormen Wachstumsraten bei den Bildungs- und Forschungsinvestitionen Länder wie Deutschland und China beschlossen haben. Die Ausführungen von Claudia Schmied, der Vorsitzenden der OECD-Bildungsministertagung vom 4./5.11.10, hat er wohl nicht zur Kenntnis genommen: „Bildung muss mehr denn je als Investition und als Motor für langfristiges Wachstum und sozialen Zusammenhalt betrachtet werden. Wir brauchen mehr besser ausgebildete Menschen, um in unserer zunehmend globalen und vielgestaltigen Gesellschaft den künftigen Wohlstand zu sichern.“ Bildung und Forschung dürfen entsprechend nicht einfach dem politischen Tagesgeschäft und auch nicht einem Ziel wie der „stabilen Staatsquote“ unterworfen werden. Bildung und Forschung als zentrales Investitionsfeld brauchen Stabilität und Stetigkeit, verlangen doch die ständigen Produktivitätssteigerungen der Wirtschaft und die komplexeren demokratischen Prozesse in der Gesellschaft für alle höhere Bildungskompetenzen. Diese Erkenntnis findet jedoch in der BFI-Botschaft mit nur 1,9 Prozent Wachstum über den ganzen BFI-Bereich (ohne EU-Programme) keinen Niederschlag.</p><p class="Absatznormal">Dabei hat uns PISA 2010 gerade gelehrt, dass mit zielgerichteten Bildungsanstrengungen Verbesserungen, insbesondere für die sozial Benachteiligten, erreicht werden können. Solche Bildungsausgaben können dann bei den Sozial- und Strafvollzugskosten wieder eingespart werden.</p><h3 class="Absatznormal"><span>Bund erfüllt seine Pflicht nicht</span></h3><p class="Absatznormal">Spätestens seit der Veröffentlichung des „Weissbuches“ der Akademien der Wissenschaften der Schweiz wurde ein Kampf zwischen Anhängern der Berufs- und jenen der Allgemeinbildung entfacht. Der Bundesrat giesst mit der BFI-Botschaft 2012 Öl in dieses Feuer, indem er ein Projekt der ETH besonders fördern, aber die Anliegen der 6. Nationalen Lehrstellenkonferenz nicht berücksichtigen will. Am 25.10.10 haben unter Leitung von Bundespräsidentin Doris Leuthard die Spitzen der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und der Sozialpartner vorgeschlagen, „den Anteil des Bundes an den Berufsbildungskosten der öffentlichen Hand möglichst rasch auf den gesetzlichen Richtwert von 25 Prozent zu erhöhen“. Der Bund sollte seit 2009 diese 25 Prozent erreicht haben. Hat er aber nicht. Und für 2012 plant er sogar einen Rückgang. Der Bund steht nach seinen eigenen Berechnungen mit 100 Millionen bei den Kantonen in der Kreide. Genau diese Mittel fehlen den Kantonen für die Stärkung der höheren Berufsbildung. Ohne sie werden die Kantone die an der 6. Nationalen Lehrstellenkonferenz beschlossene Stärkung der höheren Berufsbildung nicht realisieren. Deshalb muss der Bund endlich Verfassungsartikel 63 („er fördert ein breites und durchlässiges Angebot im Bereich der Berufsbildung“) gerecht werden.</p><h3 style="font-weight: bold;" class="Absatznormal"><span>Parlament: erneut korrigieren</span></h3><p class="Absatznormal">Für die BFI-Periode 2007-11 gab es eine vergleichbare Ausgangslage: Der Bundesrat definierte eine Wachstumszielvorgabe von nur 4,5 Prozent. Die Gewerkschaften ergriffen darauf die Initiative und forderten gemeinsam mit den Arbeitgebern und den Kantonen ein Plus von 8 bis 10 Prozent. Diesem Ziel schlossen sich alle relevanten Bildungs- und Forschungsinstitutionen an. Das Parlament beschloss schliesslich ein Plus von 6 Prozent für den ganzen BFI-Bereich.&nbsp;</p><p class="Absatznormal">Das Parlament kann auch 2011 die gleiche bildungspolitische Weitsicht haben wie 2006, wenn es bereits für den BFI-Zwischenschritt 2012 nicht nur den ETH-Bereich, sondern auch den Berufsbildungsbereich entsprechend den Vorgaben der Lehrstellenkonferenz fördert.</p>]]></content:encoded><category>Finanzen und Steuerpolitik</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-14</guid><pubDate>Wed, 02 Feb 2011 16:52:00 +0100</pubDate><title>Weiterbildung: Nicht nur für jene, die bereits schon viel haben</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/weiterbildung-nicht-nur-fuer-jene-die-bereits-schon-viel-haben</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal"><span lang="DE">Lange Jahre stand Bundesrat Couchepin unbeirrt auf der Bremse. Dann wurde er durch&nbsp;</span>Didier Burkhalter abgelöst, und es gab Wind im Dossier: Der Bundesrat beschloss die Ausarbeitung eines Weiterbildungsgesetzes.&nbsp;<span lang="DE">Haben alle, die sich seit Jahren für eine bedürfnisgerechte Förderung der Weiterbildung eingesetzt haben, zu früh aufgeatmet? Wer den bundesrätlichen Auftrag an die Expertenkommission aufmerksam liest, wer deren Zusammensetzung überprüft, der wird am guten Willen der Exekutive zweifeln: Das noch zu erarbeitende Gesetz soll keinen neuen Fördertatbestand verankern, und die Sozialpartner sollen, wie viele andere Akteure auch, lediglich konsultiert werden.&nbsp;</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Mit anderen Worten: der Bundesrat will kein verbessertes Weiterbildungsangebot für sozial Benachteiligte. Wer das will, muss seine Energie auf das Parlament richten. In Bildungsfragen hat dieses bereits mehrmals dem Bundesrat Gefolgschaft verweigert und stattdessen die Bedürfnisse der Lernenden und der Lehrenden höher veranschlagt. So etwa seinerzeit bei der Botschaft zur Förderung der Bildung, Forschung und Innovation, (wo die jüngsten mickrigen Bundesratsvorschläge erneut korrigiert werden müssen).</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Der SGB verlangt ein klares Anforderungsprofil für das Weiterbildungsgesetz. Er fordert das Recht auf eine alle 5 Jahre stattfindende Standortbestimmung, 5 Tage bezahlten Weiterbildungsurlaub pro Jahr, neue Angebote für funktionale Analphabet/innen und eine Sprachoffensive für Migrant/innen.</span></p><p class="Absatznormal">Das Parlament wird gefordert sein. Von selbst stellt sich mehrheitsfähig nicht die Erkenntnis ein, dass das neue Gesetz vorrangig die Weiterbildung Benachteiligter fördern muss. Zurzeit ist nicht mal gesichert, ob die Anbieter von Kursen im Bereich der bildungsmässig besonders Benachteiligten die bisher über den Kulturförderartikel gesteuerte Unterstützung weiter erhalten werden. Die Weiterbildungsakteure müssen sich hier durchsetzen können.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-13</guid><pubDate>Wed, 02 Feb 2011 16:46:00 +0100</pubDate><title>ECAP – Vielstimmigkeit in Harmonie</title><link>https://www.sgb.ch/themen/migration/detail/ecap-vielstimmigkeit-in-harmonie</link><description>Orchester: London Symphony. Pianist: ein Norweger. Komponist: ein Russe. Dirigent: ein Engländer italienischer Herkunft. Kann, was in der Spitzenklassik üblich ist, auch in der profanen Welt der Arbeit funktionieren? Das Beispiels des Weiterbildungsinstituts ECAP, das soeben seinen 40. Geburtstag gefeiert hat, zeigt: Ja, es kann.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der lange Nachkriegsboom im 20. Jahrhundert erzeugte eine massive Zuwanderung aus dem Süden Europas, hauptsächlich aus Süditalien. Die Einwanderer waren männlich, wenig qualifiziert (einige Jahre Volksschule) und als Saisonniers im Bau und in der Maschinenindustrie rekrutiert. Parallel dazu wuchs in der Schweiz der Rechtspopulismus. Höhepunkt war der 7.6.1970: 46 Prozent und 7 Kantone sagten ja zur 10-Prozent-Plafonierungs-Initiative von James Schwarzenbach. 300‘000 Ausländer hätten im Falle einer Annahme der Volksinitiative ausgewiesen werden müssen.&nbsp;
</p><h3 class="Titelfettunterstr"><span>Aufholen, soziale Gerechtigkeit</span></h3><p>&nbsp;<span style="font-weight:normal; text-decoration:none; text-underline:none">In diesem Umfeld ergreift die grösste italienische Gewerkschaft, CGIL, die Initiative zur Gründung der „Ente per la formazione, la riqualificazione professionale e la ricerca“, ECAP. ECAP will den italienischen Saisonniers die berufliche Grundausbildung in Abend- und Wochenendkursen als Nachholbildung ermöglichen. Die Gewerkschaften und die Migrationsvereinigungen (wie bspw. die Federazione delle Colonie Libere Italiane in Svizzera, FCLI) organisieren mit meist italienischen Geldern (Gewerkschaft und italienischer Staat) und viel Freiwilligenarbeit von solidarischen Fachkräften den Wissens- und Kulturtransfer. Von der „68er Bewegung“ demokratisch und kulturell stimuliert, findet so nicht nur berufs- und arbeitsmarktorientierter Wissenstransfer statt sondern auch eine Vermittlung zentraler kultureller und gesellschaftlicher Werte. Das Benzin dieses Motors ist „soziale Gerechtigkeit“ und „freie kulturelle Entfaltung“.&nbsp;</span>&nbsp;
</p><h3 class="Titelfettunterstr"><span lang="DE">Neue Migration</span></h3><p>&nbsp;<span style="font-weight:normal; text-decoration:none; text-underline:none">Die Veränderung der Migration verändert auch die ECAP. Die erste grosse Wirtschaftskrise nach dem II. Weltkrieg, Mitte der 70er Jahre, noch ohne Arbeitslosenversicherung, provoziert die Rückwanderung von rund 200‘000 Migranten. Als Antwort auf Schwarzenbach und die rein ökonomisch gesteuerte Migration wird die „Mitenand-Initiative für eine neue Ausländerpolitik“ lanciert. Sie will auch den Saisonniers den Aufenthaltsstatus mit Familiennachzug gewähren. Die Initiative findet vor dem Souverän keine Gnade (nur 16 Prozent Zustimmung am 4.4.81). Der wieder einsetzende und länger anhaltende Wirtschaftsaufschwung führt jedoch zu einem erneuten Anstieg der Migration und einem wachsenden Familiennachzug. ECAP ist nun damit konfrontiert, dass einerseits die berufsbildenden Bedürfnisse der zweiten Migrationsgeneration wachsen und dass anderseits die Ansprüche an das Beherrschen der lokalen Sprache steigen. Zudem erweitern sich die Herkunftsländer der Migration. Die neue Migration in den achtziger Jahren ist nicht mehr wie zuvor die italienische stark selbst organisiert. Die neuen Herkunftsländer (Ex-Jugoslawien) stellen keine Mittel für Bildung und Kultur zur Verfügung. Damit entstehen zunächst viele kleine schweizerische Organisationen, die die neuen Bildungsbedürfnisse zu bedienen trachten, allerdings mit einem tendenziell assimilatorischen Konzept (lokale Sprache lernen, anpassen, einordnen).&nbsp;</span>&nbsp;
</p><p class="Titelfettunterstr" style="text-align:justify"><span style="font-weight:normal; text-decoration:none; text-underline:none">Die Einführung der obligatorischen Arbeitslosenversicherung Ende der siebziger Jahre führt dazu, dass die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten zurückgehen, hingegen sozialstaatlich finanzierte Projekte – entlang den wirtschaftlichen Konjunkturzyklen – sich entwickeln. Damit findet eine Professionalisierung im Bereich der Bildungs- und Kulturvermittlung für die Migration statt, die allerdings stark auf die „Employability“ ausgerichtet ist. Auch die ECAP bewegt sich damit auf einen starken Wachstumspfad.&nbsp;</span></p><h3 class="Titelfettunterstr" style=" text-align:justify"><span>Gegenwart</span></h3><p>&nbsp;<span style="font-weight: normal; text-decoration: none;">Mit den neuen institutionellen Rahmenbedingungen (EU-Personenfreizügigkeit, neues Ausländergesetz mit Integrationsartikel) und mit den neuen Bedürfnissen der Wirtschaft nach höher qualifizierten Migrant/innen, aber auch aufgrund des deutlich höheren Anteils der Frauen in der Migration verbreitern und akzentuieren sich die bildungs- und kulturpolitischen Massnahmen von ECAP nochmals. War vor 40 Jahren ECAP eine zivilgesellschaftliche, italienische Organisation, italienisch finanziert, für italienische junge Männer, sind heute unter den ECAP-Lernenden 130 Herkunftsländer vertreten, die Mehrheit sowohl der Lernenden als auch der Lehrenden sind Frauen, und die Finanzierung erfolgt im wesentlichen öffentlich (kantonal) oder über die Arbeitslosenversicherung. Die Entwicklung der Zahl der Lernenden zeigt, dass die Angebote von ECAP den gewandelten gesellschaftlichen Bedürfnissen entsprechen.</span>&nbsp;
</p><p><span style="font-weight: normal; text-decoration: none;">Am Beispiel von ECAP lässt sich nachzeichnen, dass grössere gesellschaftliche Umbrüche zunächst durch zivilgesellschaftliche Initiativen auf- und wahrgenommen werden. Für die nachhaltige Erreichung der Ziele bei wachsenden Volumen und Differenzierungen braucht es aber staatliche (Mit-)Finanzierung.</span>&nbsp;
</p><p><span style="font-weight:normal; text-decoration:none; text-underline:none">Oder – um zu unserem Eingangsbild zurückzufinden: ECAP trägt in der profanen Welt seinen Teil zu Vielstimmigkeit und Harmonie auf höherer Ebene bei.</span>&nbsp;
</p><p class="Titelfettunterstr" style="text-align: justify; font-style: italic;">(<span style="font-size:10.0pt; font-family:&quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;">Gekürzte Version eines Vortrages, den P. Sigerist am 25.1.2011 anlässlich einer Weiterbildungstagung an der Uni ZH hielt.)</span></p>]]></content:encoded><category>Migration</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-8</guid><pubDate>Thu, 13 Jan 2011 16:15:00 +0100</pubDate><title>Zurück auf Feld 1 </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/zurueck-auf-feld-1</link><description>Das Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich (HFKG) hat die ständerätliche Beratung überstanden und kommt nun in die vorberatende Kommission des Nationalrates. Aus Sicht des SGB sollte die grosse Kammer das Geschäft an den Bundesrat zurückweisen.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">Die Fachhochschulen in der Schweiz stellen den krönenden wissenschaftlichen Abschluss der Berufsbildung dar. Es ist deshalb wichtig, dass der „Veredler“ dieser sehr eigenständigen Bildungsrichtung eigengesetzlich geregelt wird. Das vom Bundesrat vorgeschlagene und vom Ständerat mittlerweile im Wesentlichen bestätigte&nbsp;<span lang="DE">HFKG bedroht diese Eigenständigkeit der berufsmässig ausgerichteten Bildung. Es droht, die Fachhochschulen gleichsam zu Universitäten mit „Status 2“, zu Anhängseln der „richtigen“ Unis, zu degradieren.&nbsp;</span></p><h3 style="font-weight: bold;" class="Absatznormal"><span lang="DE">Keine Rekantonalisierung</span></h3><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Die Verfassung weist in Art. 63 die Regelungskompetenz und den Förderauftrag für die Berufsbildung dem Bund zu. Der HFKG-Entwurf rekantonalisiert d</span>ie Fachhochschulen als Teil des Hochschulsystems. Heute jedoch sind die Fachhochschulen ein (tertiärer) Teil des Bundes- resp. des verbundpartnerschaftlichen Berufsbildungssystems. Diese vorgeschlagene neue Regelung wird&nbsp;<span lang="DE">für das Berufsbildungssystem in der Praxis zu Steuerungsproblemen führen. Für den SGB gilt deshalb kategorisch:</span></p><ul><li><span lang="DE"><span><span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;">&nbsp;</span></span></span><span lang="DE">Es darf keine Rekantonalisierung der tertiären Berufsbildung geben. Der Bund muss auch weiterhin für diese Ebene der Berufsbildung zuständig sein.</span></li></ul><ul><li><span lang="DE">Der heutige Inhalt des Fachhochschulgesetz (FHG) muss im Rahmen eines neuen Hochschulkoordinationsgesetzes bestehen blieben.&nbsp;</span></li></ul><h3 class="Titelfettunterstr"><span lang="DE">Im Weiteren</span></h3><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Wir bedauern, dass der Ständerat keinen expliziten Gleichstellungs-Auftrag ins HFKG aufnehmen wollte. Zu begrüssen ist, dass die Mitbestimmung der Studierenden und der Dozierenden gegenüber dem Vernehmlassungsentwurf ein bisschen verbessert worden ist. Zu kritisieren ist zudem, dass die Vorlage der Verbundpartnerschaft als einem wesentlichen Merkmal jeglicher Berufsbildung zu wenig Beachtung schenkt.&nbsp;</span></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-400</guid><pubDate>Fri, 03 Dec 2010 12:07:00 +0100</pubDate><title>Bundesrat nimmt Berufsbildung nicht ernst</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bundesrat-nimmt-berufsbildung-nicht-ernst</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Verabschiedung der „Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation im Jahr 2012“ (BFI) setzt der Bundesrat falsche Zeichen für die Zukunft der Bildung und Forschung in der Schweiz. Er begrenzt die Ausgaben, statt dass er diesem zukunftsweisenden Bereich eine stärkere Unterstützung zukommen lässt – wie bspw. Deutschland und China, die hier massiv investieren.
</p><p>Der Bundesrat missachtet damit auch die Empfehlungen der 6. Nationalen Lehrstellenkonferenz. Sie verlangt, dass der Bundesanteil für die Berufsbildung endlich angehoben wird und zwar auf den vom Berufsbildungsgesetz vorgesehenen Viertel an den öffentlichen Ausgaben.
</p><p>Es wird nun die Aufgabe des Parlaments sein – wie bereits bei der letzten BFI-Botschaft – den Bundesrat zu korrigieren. Die Berufsbildung braucht mindestens 100 Mio. Franken zusätzlich und auch die Allgemeinbildung sowie Forschung sind zu stärken.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117</guid><pubDate>Thu, 18 Nov 2010 15:50:00 +0100</pubDate><title>Lehrer lehren sich zu wehren</title><link>https://www.sgb.ch/themen/arbeit/detail/lehrer-lehren-sich-zu-wehren</link><description>Der Protest der Lehrer/innen gegen unhaltbare Arbeitsbedingungen hat nun auch die Deutschschweiz erfasst: In Zürich hat die Lehrer/innen-Initiative „Schule im Sinkflug“ eine breite erfolgreiche Bewegung ausgelöst. In Bern gingen am 12. November Tausende von Lehrer/innen auf die Strasse. „Wir bilden die Zukunft – aber nicht gratis!“ war hier das Motto.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">Der bernische Lehrerverband LEBE und der Berner vpod haben gemeinsam gerufen – und sie kamen, die Lehrerinnen und Lehrer aus dem ganzen Kanton, vors Berner Rathaus, an diesem regnerischen 12. November – vier bis fünf Tausend an der Zahl, etwa jede dritte Lehrkraft. Die Botschaft an die Kantonsregierung und das –parlament war klar: „Wir bilden die Zukunft – aber nicht gratis!“ Konkret verlangen die Lehrer/innen: die Wiedereinführung der garantierten Lohnentwicklung und die Anpassung der Gehälter an das frühere System; eine generelle Senkung des Pflichtpensums um eine Lektion und zusätzliche Entlastungslektionen für Klassenlehrpersonen und Berufseinsteigende; kleinere Lerngruppe oder Teamteaching. Und für 2011 erwarten sie den vollen Teuerungsausgleich und 1,5 Prozent für den individuellen Lohnanstieg.</p><h3 style="font-weight: bold;" class="Absatznormal"><span>Erster Erfolg in Zürich</span></h3><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Der Lehrer/innenmangel, die sehr gute Lohnstudie des Lehrer/innendachverbandes LCH und die Lehrer/innen-Initiative „Schule im Sinkflug“ hat in Zürich, und darüber hinaus, eine breite Solidarisierungswelle ausgelöst. Auf&nbsp;<a href="http://www.schule-im-sinkflug.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.schule-im-sinkflug.ch</a>&nbsp;begründen die Lehrer/innen ihre Aktionen:&nbsp;<i>„Wir sagen ja zu Integration, Individualisierung, Teamarbeit und Partizipation, aber wir sagen nein zu überhasteten Reformprojekten, überladenen Lehrplänen, ungeeigneten Lehrmitteln und übergrossen Klassen für die geforderte Individualisierung.“</i>&nbsp;Das Kantonsparlament hat die Lage an den Schulen für einmal richtig eingeschätzt und am 15. November gegen die Stimmen von Schlüers SVP die Lehrer-Einstiegslöhne deutlich angehoben hat. Ein erster Schritt, dem weitere, in Zürich, Bern und anderswo, folgen müssen.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Empörend ist, dass die stadtzürcherischen Schulpräsidien der Aktion „Schule im Sinkflug“ gedroht haben. Per öffentlich gemachtem Brief haben sie die Lehrer/innen zu recht gewiesen, weil sie auch während der Unterrichtszeit aktiv geworden seien.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">In Bern stiess ein die Lehreraktionen gut begründendes und argumentierendes Rundschreiben der Schulkreise an die Eltern auf positives Echo. Einige Eltern nahmen denn auch an der Lehrer/innenkundgebung teil, weil ihnen deren Anliegen einleuchtet.</span></p><h3 style="font-weight: bold;" class="Titelfettunterstr"><span lang="DE">SGB-Kongress solidarisch…</span></h3><p class="Absatznormal">Am 5. November hatte sich der SGB-Kongress mit den Aktionen der Lehrer/innen und ihrer Verbände solidarisiert und festgehalten: „Auf jeder Stufe des Bildungssystems sind motivierte und engagierte Lehrpersonen das A und O für die Lernmotivation und das Wohl der Lernenden entscheidend. Auch in einem architektonisch herausragenden und prämierten Schulhaus der Volks-, Berufs- oder Hochschule lässt sich mit demotivierten, gesellschaftlich kaum mehr anerkannten Lehrpersonen nicht gut lernen. Unsere Vorschläge legen deshalb das Gewicht auf die sofortige Besserstellung der Lehrpersonen. Es ist politisch verantwortungslos, eine Schulreform nach der anderen zu beschliessen, ungeachtet ihrer inhaltlichen Qualität, ohne jenen, die sie umzusetzen haben, genügende Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Die Bewegung der Lehrer/innen ist deshalb auch die beste Antwort auf Schlüers ‚Tea-Party-Bewegung‘ gegen eine moderne Volksschule.“</p>]]></content:encoded><category>Löhne und Vertragspolitik</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121</guid><pubDate>Mon, 01 Nov 2010 15:59:00 +0100</pubDate><title>Mehr Bundesmittel für die Berufsbildung – dank SGB</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/mehr-bundesmittel-fuer-die-berufsbildung-dank-sgb</link><description>Trotz mehr Lehrstellen: noch zu viele Schulabgänger/innen finden keinen Bildungsanschluss. Und die höhere Berufsbildung gerät unter Druck. Die sechste nationale Lehrstellenkonferenz (NLK) vom 25. Oktober 2010 beschloss Besserung. Dabei stiess der SGB-Vorschlag, der Bund müsse seine Beiträge um rund 100 Millionen erhöhen, auf breite Zustimmung – ein wichtiger gewerkschaftlicher Erfolg. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal">Ausgelöst durch die Lehrstellenkrise wurde 2005 auf Druck der jugendgewerkschaftlichen Lehrstelleninitiative, lipa, und auf Vorschlag des SGB u.a. die nationale Lehrstellenkonferenz (NLK) eingesetzt. Sie sollte Massnahmen zur Schaffung von Lehrstellen beschliessen. Es entstand eine Art jährlicher runder Tisch unter Leitung des Volkswirtschaftsdepartementes, mit den Spitzen der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Dachverbänden.&nbsp;</p><h3 class="Titelfettunterstr"><span>Lehrstellenbarometer: durchzogene Bilanz</span></h3><p class="Titelfettunterstr" style="text-align:justify"><span lang="DE">Die Zunahme des Lehrstellenangebots um 3000 und der vergebenen Lehrstellen um 1000 im Vergleich zum August 2009 ist erfreulich. Allerdings interessierten sich 2000 Jugendliche mehr für eine berufliche Grundbildung. Deshalb hat sich die „Warteschlange“ (die Brückenangebote) nur um 500 zurückgebildet. Oder mit anderen Worten: immer noch kriegen 13 % aller Jugendlichen, die sich für eine Berufsbildung interessieren, keine Lehrstelle.&nbsp;</span></p><p class="Titelfettunterstr" style="text-align:justify"><span lang="DE">Die Angebote im Bereich der zweijährigen beruflichen Grundbildung sind mit 3500 Lehrstellen immer noch deutlich zu tief.</span></p><p class="Titelfettunterstr" style="text-align:justify"><span lang="DE">Besorgniserregend ist die Entwicklung bei den offen gebliebenen Lehrstellen: Die Antwort der Unternehmer, „nur ungeeignete Bewerbungen erhalten“ zu haben, ist von 58 auf 69 Prozent geklettert. Hingegen ist die Antwort „keine Bewerbungen erhalten“ von 33 auf 19 Prozent zurückgegangen. Das bedeutet, dass die Selektion bei den Arbeitgebern nochmals verschärft worden ist.</span></p><p class="Titelfettunterstr" style="text-align:justify"><span lang="DE">Deshalb mussten sich auch diesen Sommer die Jugendlichen durchschnittlich 15mal und jene, die eine Lehrstelle erhalten haben, 17mal (!) bewerben. 10 Prozent von jenen Jugendlichen, die sich für eine Lehrstelle interessieren, hatten am Stichtag 31.8.10 keine Lösung; und 5 Prozent aller Schulabgänger/innen konnten keine verbindliche Angabe zum weiteren Bildungsverlauf machen!</span></p><p class="Titelfettunterstr" style="text-align:justify"><span lang="DE">Das Lehrstellenbarometer vom 31.8.10 bestätigt damit zweierlei. Zum ersten führt der leichte Rückgang der 16jährigen immer noch nicht zu einer deutlichen Verbesserung auf dem Lehrstellenmarkt. Zum zweiten: Der oft beschworene „Wettbewerb“ zwischen Allgemein- und Berufsbildung findet kaum statt.</span></p><h3 class="Titelfettunterstr"><span lang="DE">Die Konsequenzen</span></h3><p style="margin-left:0cm; text-align:justify">Paul Rechsteiner, SGB-Präsident, forderte an der NLK drei Punkte ein. Sie wurden aufgenommen.&nbsp;</p><ul><li><span><span></span></span><span>Sämtliche aufgegleisten Fördermassnahmen der letzten Jahre sind weiter zu führen. Die Angebote der individuellen Begleitung für die zweijährigen Grundbildungen müssen auch auf die drei- und vierjährigen ausgedehnt werden. Die Lehrbetriebsverbünde, insbesondere im Bereich der zweijährigen Grundbildungen, müssen zusätzlich gefördert werden.</span></li></ul><ul><li><span><span><span><span></span>Im Jahr 2011 ist dem Ziel, 95 Prozent der Schulabgänger/innen zu einem Berufs- oder allgemeinbildenden Abschluss zu führen, deutlich näher zu kommen. Seit einigen Jahren verharrt die Abschlussquote bei knapp 90 Prozent.</span></span></span></li></ul><ul><li><span><span><span></span></span></span><span>Der Bund verpflichtet sich, spätestens ab 2012 die gemäss Berufsbildungsgesetz seit dem 1.1.08 fälligen 25 Prozent an die öffentlichen Ausgaben der Berufsbildung zu zahlen, was einer zusätzlichen Bundesausgabe von rund 100 Millionen entspricht</span></li></ul><p style="margin-left:0cm; text-align:justify">Jetzt muss der Bundesrat zur Umsetzung dieser Punkte Hand bieten.</p><h3 style="font-weight: bold;"><span>Stärkung der höheren Berufsbildung</span></h3><p style="text-align:justify">Erstmals thematisierte die NLK die höhere Berufsbildung. Diese wichtigen Abschlüsse (höhere Fachschulen, „Meisterprüfungen“ usw.) sind einerseits international nicht bekannt und damit auch nicht anerkannt. Anderseits geraten sie teilweise unter Druck der Fachhochschulen. Die NLK war sich darin einig, dass die höhere Berufsbildung mit neuen Massnahmen im Bereich der Anerkennung und der Finanzierung durchaus eine Zukunft habe. Der SGB fordert hier, zusammen mit KV Schweiz, dass die Studierenden - und dabei insbesondere die Frauen – mit Bildungsgutscheinen zu fördern seien.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-646</guid><pubDate>Mon, 25 Oct 2010 15:08:00 +0200</pubDate><title>Bildungspolitische Herausforderungen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bildungspolitische-herausforderungen</link><description>Vorschau auf den 54. SGB-Kongress: Das SGB-Kongresspapier zur Bildungspolitik enthält Leitlinien sowohl zur Allgemein- wie zur Berufs- und Weiterbildung. Sein primäres Anliegen: mehr Chancengleichheit in der Bildung. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Bildungssystem kann auf jeder seiner Stufen einen Beitrag zum Abbau der sozialen Ungleichheit leisten. Dazu muss aber in den Ausbau und die Qualität der Bildungsvermittlung investiert werden. Diese Investitionen sollen nicht in die Bildungsbürokratie fliessen, sondern direkt zu den Lehrenden selbst. Denn nur motivierte und deshalb vermehrt zu stützende und zu entlastende Lehrende können die Lernenden nachhaltig fördern. Konkret heisst das: weniger Pflichtlektionen und Anhebung der Lehrer/innenlöhne. Im Sinne der integrativen Schule für alle Kinder will der SGB ausserdem die Frühselektion in der obligatorischen Schule abschaffen.&nbsp;
</p><h3 style="font-weight: bold; ">Recht auf Bildung</h3><p>Berufs- und Weiterbildung sollen gestärkt werden – nicht gegen, sondern gleichzeitig mit der universitären Ausbildung. Das Papier fordert dazu einen Rechtsanspruch aller Jugendlichen auf eine genügende Bildung und den Zugang aller Arbeitnehmer/innen zur Weiterbildung. Bund und Kantone sollen deshalb die Höhere Berufsbildung gemeinsam fördern. Damit diese allen offen stehen kann, sind auch mehr Nachholbildung und die Anerkennung von in der Praxis erworbenen Fähigkeiten nötig. Für das momentan in Ausarbeitung stehende eidgenössische Weiterbildungsgesetz verlangt der SGB das Recht auf eine alle 5 Jahre stattfindende Standortbestimmung, 5 Tage bezahlten Weiterbildungsurlaub pro Jahr, neue Angebote für funktionale Analphabet/innen und eine Sprachoffensive für Migrant/innen.
</p><h3 style="font-weight: bold; ">Zwei Hochschultypen</h3><p>In der Hochschulbildung setzt sich der SGB für zwei unterschiedliche Typen (Universitäten und Fachhochschulen) ein, die auf ein je anderes System abstützen: das allgemeinbildende mit der gymnasialen Matur und das berufsbildende mit der Berufsmatur. Die beiden Systeme müssen jedoch eine hohe Durchlässigkeit aufweisen.
</p><p>&nbsp;</p><p><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Lesen Sie auch die Kongressvorschau zur&nbsp;Altersvorsorge, zur&nbsp;Wirtschaftspolitik der Gewerkschaften, zur&nbsp;Arbeitszeit&nbsp;sowie&nbsp;einleitende Bemerkungen zum Kongress.</span></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-138</guid><pubDate>Wed, 08 Sep 2010 14:38:00 +0200</pubDate><title>Mehr innerer Reichtum</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/mehr-innerer-reichtum</link><description>SESSIONSVORSCHAU: Ab dem 27. September wird der Nationalrat als erste Kammer die Volksinitiative „jugend und musik“ behandeln. Die beiden SGB-Verbände SMV und SMPV waren aktiv an der Unterschriftensammlung beteiligt. Der SGB unterstützt die Volksinitiative.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Musikalische Ausbildung bedeutet den Jugendlichen ein Tor zu innerem Reichtum zu öffnen. Musik zu machen: das stimuliert weit über den künstlerischen ad-hoc-Akt hinaus die Entwicklung und die Kompetenzen der Jugendlichen. Dennoch wird der musikalische Unterricht oft allzu sehr nur am Rand behandelt. Das bekommen dann vor allem nicht gut betuchte Familien zu spüren, deren Kinder ein Instrument erlernen oder in einem Orchester spielen möchten. Aber auch die Musikunterrichtenden sind oft Opfer dieser Einschätzung der Musik als etwas sehr Nebensächlichem. In vielen Gemeinden sind die Tarife der Musikschulen für ärmere Familien und für solche aus der Mittelschicht prohibitiv hoch – und gleichzeitig kann die Entlöhnung der Unterrichtenden mickrig sein. Oft haben die Unterrichtenden nur kleine Pensen, was ihre berufliche Stellung insgesamt nach unten zieht (atypische Arbeit, häufige Arbeitslosigkeit, Lücken und mangelnde Ansprüche&nbsp; in den Sozialversicherungen). Dass sie dieses Schicksal mit vielen anderen künstlerisch tätigen Menschen teilen, ist da nur ein billiger Trost.
</p><h3>Ampel von rot auf grün</h3><p>Die Volksinitiative „jugend und musik“ will der musikalischen Ausbildung einen höheren Stellenwert verschaffen. Konkret: die musikalische Ausbildung soll an der Volksschule vermehrt gefördert, Musikschulen sollen besser gestützt werden. Der Bundesrat hatte wenig Gehör für diese Anliegen und lehnt die Initiative ab. Erfreulicherweise konnte er aber die vorberatende Kommission des Nationalrates nicht überzeugen. Denn diese empfiehlt mit einer komfortablen Mehrheit, die Initiative anzunehmen.&nbsp;
</p><p>Auch der SGB unterstützt die Volksinitiative. Es ist nötig, die Arbeitsbedingungen der Musikunterrichtenden zu verbessern und die musikalische Ausbildung der Jugendlichen zu fördern.&nbsp;
</p><p><br><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Ausserdem in der Sessionsvorschau:&nbsp;11. AHV-Revision,&nbsp;Postreform&nbsp;und&nbsp;UVG-Revision.</span></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-148</guid><pubDate>Wed, 25 Aug 2010 16:56:00 +0200</pubDate><title>Genf bietet Gratistest</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/genf-bietet-gratistest</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal"><span lang="DE">Jahrelang geisselte der SGB die masslose Verbreitung der kostenpflichtigen Eignungstests für die Lehrstellenbewerbung wie Multicheck und Basic-Check. Höhepunkt in dieser unappetitlichen Entwicklung ist das neuste Angebot der Test-Verkäufer von teuren Vorbereitungskursen (!) auf diese Tests. Die von den Schüler/innen bzw. ihren Erziehungsverantwortlichen zu berappenden Tests wurden seit der Lehrstellenkrise in den neunziger Jahre fast flächendeckend von den Lehrbetrieben als notwendige Bewerbungsunterlage verlangt.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Weil die Einführung von Bildungsstandards in allen kantonalen Volksschulen noch längere Zeit auf sich warten lässt, hat der Kanton Genf nun als erster vorbildlich gehandelt: Er bietet in der&nbsp;<i>Cité des métiers et de la formation&nbsp;</i>zum ersten Mal ab Herbst 2010 einen computergestützten Test für die Evaluation der Kenntnisse in Französisch und Mathematik am Ende der obligatorischen Schulzeit an. Und das gratis. Exemple à suivre!</span></p><h3 class="Titelfettunterstr"><span lang="DE">&nbsp;</span><span lang="DE" style="text-decoration:none; text-underline:none">Attestausbildung ist sinnvoll – und verbesserungsfähig</span></h3><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Im Vorfeld der Einführung des Berufsbildungsgesetzes vom 1.1.2004 gab es – auch unter Gewerkschafter/innen – viele Diskussionen über die neue zweijährige berufliche Grundbildung mit einem eidgenössischen Attest-Abschluss (EBA), die die frühere einjährige und nur kantonal anerkannte Anlehre abzulösen hatte. Mittlerweilen liegen einige Evaluationen der EBA-Ausbildung vor. Die neuste Arbeit hat das „idheap“ in Lausanne im Auftrag des zuständigen Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) durchgeführt. Auch diese Bilanzierung bestätigt frühere Arbeiten und die Mehrheitsposition im Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB): Die Einführung der zweijährigen beruflichen Grundbildung hat die drei- bzw. vierjährigen Abschlüsse mit einem Eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) nicht zurückgedrängt. Das Niveau der beruflichen Grundbildung ist damit insgesamt angehoben worden. Die vom Gesetzgeber anvisierte Zielgruppe für dieses neue Bildungsgefäss, die sozial Benachteiligten, konnte angesprochen werden.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Die vorgesehene Durchlässigkeit zwischen EBA und EFZ (im Anschluss an eine EBA-Ausbildung Eintritt in eine verkürzte EFZ-Grundbildung) funktioniert. Allerdings nehmen erst 20 Prozent der EBA-Ausgebildeten diese Möglichkeit wahr. Dieser Prozentsatz muss angehoben werden, gibt es doch erst mit dem EFZ strukturierte Anschlussmöglichkeiten in der höheren Berufsbildung.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Wirksam ist auch die vom Gesetzgeber auf Druck der Gewerkschaften eingeführte fachlich individuelle Begleitung (fiB) der Lernenden. Allerdings profitieren erst rund die Hälfte der Lernenden von diesem zielführenden Angebot. Die Kantone müssen hier dem gesetzgeberischen Auftrag gerecht werden, ebenso die Berufsfachschulen, die ihre Stütz- und Förderkurse so organisieren müssen, dass auch die EBA-Lernenden sich an diesen beteiligen können.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Einen Kontrapunkt setzen die Meldungen vom Arbeitsmarkt: EBA-Lernende haben auch mit dem erfolgreichen Attest-Abschluss auf dem Arbeitsmarkt zur Zeit grosse Mühe, eine adäquate Lohnarbeit zu finden. Hier braucht es weiterführende Anstrengungen, bestimmt aber keine Kürzungen der Bezugsdauer von Arbeitslosenunterstützung für Jugendliche.</span></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-144</guid><pubDate>Tue, 17 Aug 2010 16:45:00 +0200</pubDate><title>Harmonisieren  –  Chancengleichheit erhöhen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/harmonisieren-chancengleichheit-erhoehen</link><description>Bessere und auf nationaler Ebene harmonisierte Stipendien verlangt eine Ende Juli lancierte Volksinitiative. Der SGB unterstützt das Volksbegehren. Denn es fördert Chancengleichheit und das Recht auf Bildung. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal"><span lang="DE">Bildung ist unser wichtigster, wenn nicht unser einziger Rohstoff. Chancengleichheit ist aber bei weitem nicht erreicht – und das Ausbildungsniveau hängt allzu oft von jenem der Eltern resp. von deren Geldbeutel ab. Das Recht auf Bildung ist somit nicht eingelöst. Fehlende Bildung kann sich jedoch für die Gesellschaft sehr teuer auswirken. Personen mit schwacher Bildung sind viel eher arbeitslos und hängen häufiger von der Sozialhilfe ab.&nbsp;</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Stipendien sind ein gutes Mittel für Chancengleichheit. Sie ermöglichen allen, die es wollen und können, eine Ausbildung zu wählen, ohne dabei ihr Einkommen allzu sehr zu strapazieren. Leider jedoch sind die Stipendien in der Schweiz nur mager. Deshalb kommt es nicht selten vor, dass Jugendliche einen wenig qualifizierenden Job einer Lehre vorziehen. Dieser Job ist für ein paar wenige Jahre besser bezahlt, bietet aber kaum Zukunftsperspektiven. Bei den Studierenden üben 90 % einen Job aus und verlängern so ihre Ausbildung – oder gefährden sie gar. Denn die immer dichter gewordenen Lehrpläne lassen für Nebenjobs kaum mehr Platz.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Kommt dazu, dass jeder Kanton sein eigenes Stipendienwesen kennt. Je nachdem ob man links oder rechts des Grenzflüssleins wohnt, kann man bei gleicher sozialer Stellung ganz unterschiedlich unterstützt werden. In Zeiten, in denen sich die Bildungssysteme angleichen und die immer mehr berufliche Mobilität verlangen, ist das absurd.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) hat aus all diesen Gründen eine&nbsp;&nbsp;</span>eidgenössische Volksinitiative lanciert. Sie will die Stipendien verbessern und auf nationaler Ebene harmonisieren. Der SGB unterstützt diese Initiative, denn sie fördert Chancengleichheit und das Recht auf Bildung. Zudem betrifft die Initiative nicht nur die Universitäten sondern die nachobligatorische Ausbildung schlechthin, also auch die Berufslehre, die Gymnasien und die höhere Berufsausbildung.</p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Unterschriftenbögen und Argumentarien:&nbsp;<a href="http://www.stipendieninitiative.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.stipendieninitiative.ch</a></span></p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-458</guid><pubDate>Tue, 15 Jun 2010 14:40:00 +0200</pubDate><title>Arbeitslos – und dann noch zusätzlich bestraft</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/arbeitslos-und-dann-noch-zusaetzlich-bestraft</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Das heute veröffentlichte Lehrstellenbarometer zeigt, dass die Lage auf dem Lehrstellenmarkt bei weitem nicht so rosig ist, wie uns dies das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) weismachen will. Arbeitslosen Jugendlichen drohen zudem weitere Verschlechterungen, wenn die Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG-Revision) durchkommen sollte. Der SGB bekämpft deshalb diesen Abbau mit aller Kraft.
</p><p>Ein funktionierender Lehrstellenmarkt setzt voraus, dass das Angebot die Nachfrage um rund 5 % überschreitet. Das ist klar nicht der Fall, wie die heutigen Zahlen (77'000 nachfragende Jugendliche, 76'000 angebotene Plätze) zeigen. Das Angebot geht damit nach 2009 erneut zurück, während es von 2004 bis 2008 stets zugenommen hatte. Zurückgegangen ist auch die Zahl der neu ausbildenden Betriebe. Die neuen Zahlen zeigen, dass es keine „demografische Lösung“ der Krise geben wird. Denn trotz dem quantitativen Rückgang der eine Lehre Nachfragenden können die Jugendlichen heute keine echte Berufswahl treffen. Sie müssen einen Beruf akzeptieren, für den sie weder Motivation noch Eignung aufweisen. Die Forderung des SGB nach 10'000 neuen Lehrstellen erweist sich vor diesem Hintergrund als berechtigt.
</p><p>Besonders betroffen von der Lehrstellenmisere sind die Jugendlichen aus Migrantenfamilien. Eine kürzlich veröffentlichte Nationalfonds-Studie bestätigt, dass diese ihre Berufswahl-Anforderungen häufig zurückschrauben müssen.
</p><p>All dessen ungeachtet hat die bürgerliche Parlamentsmehrheit in der AVIG-Revision beschlossen, das Los der arbeitslosen Jugendlichen noch zu verschlechtern. So sollen Jugendliche bis zu 30 Jahren zu jeglicher Arbeit gezwungen werden, Jugendlichen unter 25 Jahre werden die Taggelder drastisch gesenkt. Dass die Jugendlichen nun die Krise bezahlen sollen, ist skandalös.
</p><p>Der SGB besteht auf seinen Forderungen:</p><ul><li>10'000 neue Lehrstellen, insbesondere für Jugendliche mit schulischen Schwierigkeiten, wenn nötig in Lehrwerkstätten!</li></ul><ul><li>&nbsp;Weniger Hürden bei der Berufswahl: insbesondere sind Anstellungsdiskriminierungen zu bekämpfen und teure Tests à la „Multicheck“ zu verbieten!&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Arbeitslosenversicherung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-157</guid><pubDate>Fri, 11 Jun 2010 09:58:00 +0200</pubDate><title>Mehr Lehrstellen – Diskriminierung bekämpfen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/mehr-lehrstellen-diskriminierung-bekaempfen</link><description>Der SGB wiederholt es seit Jahren. Und er muss es auch jetzt wieder laut und deutlich fordern: Es braucht mehr Lehrstellen – und einen Kampf gegen die Klischees geografischer Herkunft.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal"><span lang="DE">Eine taufrisch erschienene Studie der Soziologinnen Eva Mey und Miriam Rirato zeigt auf, dass Secondas bei der Berufswahl in der Schweiz auf massive Probleme stossen. Und die Statistiken des BBT belegen monatlich, dass mehr Lehrstellen und weniger Diskriminierung bei der Lehrstellenvergabe nötig sind.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Viele Schulabgänger/innen können heute ihren Beruf nicht echt wählen. Denn das Angebot an Lehrstellen übertrifft die Zahl der Nachfragenden. Von einer echten Berufswahl kann man aber anerkannterweise erst sprechen, wenn das Angebot an Lehrstellen die Nachfrage um 15 % übersteigt. Weitere Faktoren behindern zudem den beruflichen Einstieg der Jugendlichen, nämlich die zunehmende Forderung nach „Multicheck“-Tests, das mangelnde Angebot für Jugendliche mit schulischen Schwierigkeiten und die Diskriminierungen, denen sich all jene ausgesetzt sehen, die über den „falschen“ Namen oder die „falsche“ Herkunft verfügen.</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Für den SGB ist nach wie vor klar: Alle Jugendlichen müssen Zugang zu einer Berufsbildung haben. Deshalb sind</span></p><ul><li><span lang="DE">mehr Lehrstellen zu schaffen, insbesondere für schulisch Schwache und in Branchen mit Fachkräftemangel, wenn nötig auch in Lehrwerkstätten;</span></li></ul><ul><li><span lang="DE">in allen Kantonen Berufsbildungsfonds einzurichten;</span></li></ul><ul><li><span lang="DE">Diskriminierungen entschieden zu bekämpfen. Anonyme Bewerbungen würden da Abhilfe schaffen;</span></li></ul><ul><li><span lang="DE">die finanziellen Hürden beim Zugang zur Berufsbildung zu beseitigen. Das gilt insbesondere für alle Tests à la „Multicheck“. Die Unternehmen, die solche Tests verlangen, haben sie selbst zu bezahlen.</span></li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Migration</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-465</guid><pubDate>Mon, 10 May 2010 14:51:00 +0200</pubDate><title>Rechte der Lehrlinge verteidigen: heute so nötig wie noch nie!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/arbeit/detail/rechte-der-lehrlinge-verteidigen-heute-so-noetig-wie-noch-nie</link><description>Neue Ausgabe des SGB-Bestsellers «Ich kenne meine Rechte»</description><content:encoded><![CDATA[<p>Soeben ist in 15. überarbeiteter Auflage der Lehrlingsrecht-Bestseller «Ich kenne meine Rechte – Lehrlings- und Jugendrecht von A bis Z» der SGB-Jugendkommission neu erschienen. Die neue Auflage geht auch auf beunruhigende Tendenzen der aktuellen Arbeitswelt ein. Das Lexikon behandelt Fragen des Lohnes («Lohndumping» oder «Mindestlohn»), Fragen der Prekarität («Stage», «Temporärarbeit», «Arbeit auf Abruf»), der Migration («flankierende Massnahmen», «Aufenthaltsbewilligung»), des Arbeitsmarktes («Arbeitslosenkasse», «zumutbare Arbeit», «Wechsel der Lehrstelle»), der Gesundheit und Arbeitssicherheit («Dyslexie», «Depression»). Thematisiert wird auch die gesellschaftliche Stellung der Jugendlichen («politische Mitbestimmung» oder «Zivilcourage»).&nbsp;
</p><p>Die Arbeitswelt ist für die Jugendlichen belastetender geworden. Die mangelnden Lehrstellen, die höhere Arbeitslosigkeit und der verschlechterte gesetzliche Schutz der jugendlichen Arbeitnehmenden haben Spuren hinterlassen: Immer mehr Jugendliche wenden sich um Rat und Hilfe an die Gewerkschaften. Die Gesundheit der Jugendlichen verschlechtert sich, Arbeitsunfälle von Jugendlichen sind allzu häufig, die Löhne der Lehrlinge stagnieren. Und es droht weitere Verschlechterung: Mit der Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes hat das Parlament gezeigt, dass es vor allem jugendlichen Arbeitslosen hemmungslos diskriminierende Leistungskürzungen aufbürdet. Nach der Absenkung des Schutzalters der jugendlichen Arbeitnehmenden hat die bürgerliche Mehrheit so zu einem erneuten Schlag ins Gesicht der Jugendlichen ausgeholt.
</p><p>Die neue Auflage des Lexikons beträgt mehr als 50 000 Exemplare (deutsch und französisch zusammen).&nbsp;Exemplare können zum Preis von&nbsp; 4.—&nbsp;Fr. pro Exemplar beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (<a href="#" data-mailto-token="thpsav1pumvGzni5jo" data-mailto-vector="7">info(at)sgb.ch</a>) bestellt werden.&nbsp;<a href="http://www.jeunesse-syndicale.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.gewerkschaftsjugend.ch</a>&nbsp;bietet gratis Einblick in die einzelnen Stichwörter. Wir senden den Redaktionen auf Anfrage gerne ein Gratis-Exemplar (<a href="#" data-mailto-token="thpsav1qlhu5joypzavwol5zjodhhiGzni5jo" data-mailto-vector="7">jean.christophe.schwaab(at)sgb.ch</a>).</p>]]></content:encoded><category>Arbeitsrechte</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-172</guid><pubDate>Tue, 20 Apr 2010 10:36:00 +0200</pubDate><title>Aus der Not geboren, aber unnötig </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/aus-der-not-geboren-aber-unnoetig</link><description>Teste hier - Teste da. Und dann auch noch Vorbereitung auf die Teste. Wie Pilze nach dem Regen schiesst ein neuer Dienstleistungszweig in die Höhe. Und verdient sich mit der Not der eine Lehrstelle suchenden Jugendlichen eine goldene Nase. Inakzeptabel! </description><content:encoded><![CDATA[<p>Nach wie vor und vor allem in städtischen Regionen ist es nicht leicht, eine Lehrstelle zu finden. Viele Jugendliche finden erst über lang andauernde Zwischenlösungen zu einer Berufsausbildung. Diese Not hat Profiteure auf den Plan gerufen, die einen neuen Dienstleistungszweig auf dem Rücken der Jugendlichen und ihrer Eltern aufgebaut haben. Diese Erfinder bieten Tests an, „Multicheck“, „Basiccheck“ oder ähnlich geheissen.&nbsp;
</p><h3>Teuer und unseriös</h3><p>Diese Tests, von immer mehr Unternehmen, sogar öffentlichen, gefordert, sind teuer. Sie zu absolvieren, kostet zwischen 100 und 120 Franken. Das geht insbesondere dann ins Geld, wenn sich die Jugendlichen bei verschiedenen Unternehmen bewerben, die dann je einen anderen Test verlangen. Aber das Schlimmste an der Sache ist: Diese Tests sind alles andere als seriös. Sie ruhen zumeist auf einer Pseudo-Logik, haben kaum etwas mit den künftigen Berufsanforderungen zu tun und lassen auch keine tauglichen Folgerungen auf die für den Beruf verlangten schulischen Kompetenzen zu. Diese neue Testwelle verdrängt Schritt für Schritt die von den Berufsverbänden organisierten Eignungsteste, die über einen wirklichen Bezug mit dem Beruf verfügten und es erlaubt haben, die Voraussetzungen eines Lehrstellenbewerbers richtig einzuschätzen.
</p><h3>Und immer noch mehr</h3><p>Und jetzt gibt es neu zu den Tests noch die Vorbereitungskurse auf die Tests. Die „Multichecks“ und Varianten haben eine solche Bedeutung angenommen, dass Privatschulen mittlerweile Kurse zum „Multicheck“-Training anbieten. Und auch dies gegen klingendes Geld. Und dann gibt es neu Kurse, die lehren wollen, wie man sich richtig bewirbt. Auch sie sind alles andere als gratis. Diese neuen verästelten Dienstleistungspakete können in ihrer Summe für Jugendliche, die sich alle Chancen auf eine Lehrstelle offen halten wollen, zu einer hohen finanziellen Belastung werden.&nbsp;
</p><h3>Was tun?</h3><p>Diesem mit der Not spielenden Business ist ein Ende zu bereiten. Erste Regel: Wenn ein Unternehmen einen „Multicheck“ oder ähnliches verlangt, dann hat es diesen Test zu bezahlen, auch wenn es zu keinem Lehrstellenvertrag kommt. Der Kanton Waadt hat in seinem neuen Berufsbildungsgesetz so entschieden. Unternehmen, die unbedingt die Fähigkeiten der künftigen Lehrlinge testen wollen, sollen mit Hilfe der Berufsverbände Tests entwickeln, die wirklich die Voraussetzungen zum Beruf beurteilen.&nbsp; Schliesslich ist die Berufsberatung zu verstärken. Sie hat erfolgreich schon Tausende von Jugendlichen in die richtige Berufslaufbahn geleitet – und sie tut das viel erfolgreicher als private Unternehmen, die sich primär nicht für die Integration der Jugendlichen sondern für ihren Gewinn interessieren.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-180</guid><pubDate>Thu, 11 Mar 2010 11:02:00 +0100</pubDate><title>Auch bildungspolitische Erfolge</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/auch-bildungspolitische-erfolge</link><description>Er gleicht ein bisschen der süssen Kirsche auf der Torte: dieser kleine Sieg in Sachen Bildungspolitik, der am vergangenen Abstimmungssonntag erzielt worden, aber – verständlich – in den Schatten des grossen Rentenklau-Sieges geraten ist.  </description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit über 61 Prozent der Stimmen ist der Kanton Freiburg dem am 1.8.09 in Kraft gesetzten HarmoS-Konkordat beigetreten. Damit haben nun 12 Kantone, die 67 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, Ja gesagt zur überfälligen frühkindlichen Förderung und zu neuen Tagesstrukturangeboten an den Volksschulen. Vier bevölkerungsreiche Kantone (SG, ZH, BE, FR) befürworteten die Reform an der Urne, Glarus tat dies an der Landsgemeinde, und sieben Kantone beschlossen sie parlamentarisch. In sechs relativ bevölkerungsarmen Kantonen (LU, GR, TG, NW, UR, ZG) scheiterte der Beitritt am Referendum. In acht Kantonen ist der Entscheid noch ausstehend. Die HarmoS-Umsetzungsfrist läuft am 31.7.2015 ab.
</p><h3>Privatschul-Nein im Thurgau</h3><p>Die Thurgauer Volksschule ist dieses Jahr wie in Bern 175 Jahre alt. Wer solchen Grundpfeilern der schweizerischen Identität mit der Privatisierung an den Kragen will, muss bessere Argumente haben als einige Mängel beschwören, die in allen historischen Institutionen regelmässig auftauchen - und auch zu überwinden sind. Der „Elternlobby Schweiz“ geht es mit der Privatisierung der Volksschule nicht besser als dem Tessiner Klerus, der bereits vor einigen Jahren bei einem Urnengang sowohl die eigene Initiative als auch den parlamentarischen Gegenvorschlag deutlich verloren hat. Am 30.11.09 waren es die Stimmbürger/innen in Baselland, die ihre Volksschule mit rund 80 Prozent verteidigten. Und am 7. März übertrumpften die Thurgauer/innen dieses hervorragende Ergebnis noch: 83,2 Prozent wollen weiterhin eine öffentlich-demokratische Schule! Damit können wir den von der „Elternlobby“ weiteren angekündigten kantonalen Abstimmungen gelassen entgegenblicken.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-477</guid><pubDate>Thu, 04 Feb 2010 15:08:00 +0100</pubDate><title>Bildungspolitik des SGB bestätigt</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bildungspolitik-des-sgb-bestaetigt</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der erste nationale Bildungsbericht 2010 bestätigt die wichtigsten bildungspolitischen Handlungsvorschläge des SGB:</p><ul><li>Bildung muss als langfristiges Investitionsfeld verstanden und darf deshalb nicht einer kurzfristigen Sparpolitik unterworfen werden;</li></ul><ul><li>Bildungs- und Betreuungsangebote im Vorschulalter sowie Tagesstrukturen in der Volksschule zeitigen positive Wirkungen und müssen dringend ausgebaut werden;</li></ul><ul><li>Besondere Bildungs- und Integrationsanstrengungen sind für jene vorzusehen, die nur einen Teil ihrer Schulkarriere in der Schweiz verbrachten;</li></ul><ul><li>Um wirklich 95 Prozent der Schulabgänger/innen zu einem nachobligatorischen Abschluss führen zu können (Lehrabschluss oder allgemein bildender Abschluss), müssen auch in der Krisenzeit genügend und damit zusätzliche qualitativ wertvolle Lehrstellen angeboten werden;</li></ul><ul><li>Die Berufsbildung mit ihrem Zugang in den Hochschulbereich schafft einen gewissen sozialen, allerdings immer noch keinen geschlechtermässigen Ausgleich;</li></ul><ul><li>Die höhere Berufsbildung muss weiter gestärkt werden;</li></ul><ul><li>In der Weiterbildung muss mittels einer neuen gesetzlichen Grundlage vor allem die Benachteiligung der Frauen sowie die Vermittlung der Grundkompetenzen bei sozial benachteiligten Erwachsenen verankert werden.</li></ul><p>Für die Lösung dieser bildungspolitischen Herausforderungen wird sich der SGB, bestätigt durch den Bildungsbericht, weiterhin engagieren.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-186</guid><pubDate>Wed, 27 Jan 2010 11:19:00 +0100</pubDate><title>Erste Bildungsschritte für den ökologischen Umbau</title><link>https://www.sgb.ch/themen/service-public/detail/erste-bildungsschritte-fuer-den-oekologischen-umbau</link><description>Der Nebel über dem Kopenhagener Welt-Klimagipfel vom letzten Dezember hat sich gelichtet. Sollen die Bestrebungen für einen öko-sozialen Umbau der Gesellschaft auch nur annähernd gelingen, dann sind in allen Feldern die Aufgaben entschieden anzupacken. Bildung und Forschung fällt dabei eine wichtige Rolle zu. In der Schweiz sind  erste Schritte eingeleitet.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Politik-Verantwortlichen in Kopenhagen leiden mutmasslich an derselben Krankheit wie die 15jährigen in den Staaten der OECD: 90 Prozent der 15jährigen halten die Umweltthemen zwar für relevant, aber nur 40 Prozent können Angaben zu den Ursachen und Zusammenhängen der Umweltverschmutzung machen. Bei den Jugendlichen kann diesem Mangel mit Bildung entgegengewirkt werden. Bei den Politiker/innen braucht es zusätzlich mehr Druck von Seiten der grün-sozial engagierten Menschen und ihren Organisationen.
</p><h3>Bildung für Nachhaltige Entwicklung</h3><p>Immerhin: in der Schweiz hat die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in ihr Tätigkeitsprogramm 2008-14 für die Volksschule aufgenommen. Die BNE muss jetzt im Lehrplan 21, der in der Aushandlungsphase steht, verankert, die Lehrerbildung und die Lehrmittel müssen entsprechend angepasst werden.
</p><p>Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz wurde vor sechs Jahren eine wichtige Basis für die nachhaltige Entwicklung geschaffen. Im Artikel 15 heisst es: Die berufliche Grundbildung dient der Vermittlung „der wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Kenntnisse und Fähigkeiten, welche die Lernenden dazu befähigen, zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen“. In den bisher in Kraft gesetzten Verordnungen über die berufliche Grundbildung sind die in der Regel gemeinsam angeführten Bildungsziele Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz gut verankert – dank der regen Zusammenarbeit der SGB-Gewerkschaften mit der WWF-Bildungsstelle&nbsp;<a href="http://www.umwelt-berufe.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.umwelt-berufe.ch</a>. Wo das neue ökologische Bewusstsein auch überdurchschnittliche Profitaussichten ermöglicht, entstehen zuweilen auch neue Ökoberufe wie beispielsweise der Polybauer (<a href="http://www.polybau.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.polybau.ch</a>).
</p><h3>Neue Solarkompetenzen noch im Schatten</h3><p>Der Green New Deal stösst aber nicht zuletzt oft wegen fehlender Kompetenzen an seine Grenzen. So muss heute nicht nur allgemein der Ingenieur- und vor allem der Ingenieurinnen-Mangel beklagt werden. Ebenso fehlen viele Solar-Fachleute - auf jeder Kompetenzstufe. SGB-Gewerkschaften und Umweltverbände haben deshalb gemeinsam durchgesetzt, dass im Rahmen der dritten Stufe des Konjunkturprogrammes das Projekt &nbsp;<a href="http://www.energiewissen.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.energiewissen.ch</a>&nbsp;aufgegleist wurde. Damit wird diesem Mangel entgegen gewirkt. Das ist allerdings nur ein Anfang; v.a. für den Verkehr fehlt es an entsprechenden Initiativen, obwohl über die nachhaltige Reorganisation der Mobilität wahrscheinlich die Umweltziele am ehesten erreicht werden könnten.
</p><h3>Nachhaltige Förderung der Forschung und der Innovation</h3><p>Zurzeit steht die Totalrevision des Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und der Innovation (FIFG) in der Vernehmlassung. Die SGB-Gewerkschaften werden auch hier, gemeinsam mit den Umweltverbänden, verlangen, dass dieses Gesetz die Grundlage abgeben muss, um zukünftig die wissenschaftliche Forschung und die wissensbasierte Innovation im Sinne einer sozialen und nachhaltigen Entwicklung zu fördern.</p>]]></content:encoded><category>Energie und Umwelt</category><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-193</guid><pubDate>Wed, 13 Jan 2010 11:40:00 +0100</pubDate><title>Gewerkschaften erzielen erste Erfolge</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/gewerkschaften-erzielen-erste-erfolge</link><description>Am 1. Januar 2010 traten neue Finanzierungsmassnahmen im Bereich der Bildung in Kraft. In der höheren Berufsbildung sind zusätzliche Finanzierungsmassnahmen absehbar, und ein neues Weiterbildungsgesetz ist unterwegs. Der SGB hat mit seiner Hartnäckigkeit die Türe zur Bildung für viele weiter aufgestossen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit Jahresbeginn ist die sogenannte „3. Stufe der Stabilisierungsmassnahmen des Bundes“ in Kraft getreten. Sie beinhaltet Massnahmen wie die Finanzierung von Weiterbildungsmassnahmen für Kurzarbeitende (30 Mio. Franken), monatliche Lohnzuschüsse von 1000 Franken für eine Vollzeitstelle, die unbefristet an eine Person vergeben wird, die jünger als 30 ist und zuvor mehr als 6 Monate arbeitslos war (12 Mio.). Für Bildungsmassnahmen im Energiebereich, befristete Anstellungen und für Lehrabgänger/innen sind weitere 215 Mio. vorgesehen (Details s.&nbsp;<a href="http://www.stabilisierung.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.stabilisierung.ch</a>). Zentral ist, dass diese Mittel rasch abgerufen werden und damit das Terrain für eine 4., erweiterte Stufe vorbereitet werden kann. Der SGB hat mit seinem Programm:&nbsp;<i>„Bildungsmassnahmen gegen die Krise“</i>&nbsp;bereits Anfang 2009 den Weg vorgespurt (s.&nbsp;<a href="http://www.sgb.ch/" target="_blank">www.sgb.ch</a>&nbsp;/ Themen / Bildung).
</p><h3 style="font-weight: bold;">Hoffnung auf bessere Finanzierung der HBB-Studierenden</h3><p>Seit gut zwei Jahren wird die Zukunft der höheren Berufsbildung (HBB) unter den entscheidenden Akteuren, den Berufsverbänden (Dachverbände der Arbeitgeber und -nehmer), den Kantonen (EDK) und dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), intensiv diskutiert. Ein erster Versuch zur Neuregelung und -finanzierung im Rahmen einer Masterplangruppe wurde mittlerweile auf Initiative des BBT in eine Art runden Tisches zur Zukunft der HBB umgepolt. In diesem Rahmen werden nun die verschiedenen Finanzierungsmodelle vertieft geprüft. Gleichzeitig wird auf Antrag des SGB geklärt, ob die vorbereitenden Kurse auf Abschlüsse der HBB im Berufsbildungsgesetz als subventionsberechtigt einzustufen sind.
</p><p>Der SGB und KV Schweiz haben letztes Jahr gemeinsam die Initiative gestartet, mit einem Bildungsgutschein über 5000 Franken für alle erfolgreichen Lehrlinge den Zugang zur HBB zu erleichtern. Insbesondere die in der HBB wenig vertretenen Frauen sollen so für diese Weiterbildung ermuntert werden (s.&nbsp;<a href="http://www.sgb.ch/" target="_blank">www.sgb.ch</a>&nbsp;/ Themen / Bildung). Praktisch zeitgleich wurden in acht Kantonen entsprechende Vorstösse eingereicht. Im Kanton Bern wurde nun der Vorstoss von der Regierung zur Prüfung entgegengenommen. Auch das BBT erklärte sich bereit, die nachfrageorientierte Finanzierung im Bereich der HBB zu prüfen.
</p><h3>Neues Weiterbildungsgesetz unterwegs</h3><p>Bereits an der ersten Sitzung des Bundesrates mit Didier Burkhalter konnte die jahrelange Blockade gegen ein neues Weiterbildungsgesetz (WBG), hauptsächlich von Pascal Couchepin betrieben, aufgehoben werden. Eine einzusetzende Expertenkommission muss dem Bundesrat bis 2011 einen Gesetzesentwurf&nbsp; unterbreiten. Das Risiko besteht allerdings, dass die bürgerliche Mehrheit, hörig dem Arbeitgeber- und dem Gewerbeverband, die beide ein WBG bekämpfen, nur ein zahnloses Rahmengesetz verabschiedet, das höchstens eine neue Bildungskontrollbürokratie, aber keinen erweiterten Zugang für die Arbeitnehmenden in die Weiterbildung ermöglichen wird.
</p><p>Der SGB legt deshalb für das WBG zwei Schwergewichte:&nbsp;</p><ul><li>&nbsp;Die rund 600'000 Erwachsenen, die trotz Volksschule und beruflicher Grundbildung die Grundkompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen und Informatik) nicht genügend beherrschen, müssen bedürfnisgerechten Zugang zu günstigen Bildungsangeboten erhalten.&nbsp;</li></ul><ul><li>Im WBG und im Obligationenrecht muss ein Recht auf einen Bildungsurlaub von 5 Tagen/Jahr verankert werden. Darüber hinaus soll der freie Zugang für alle Erwachsenen, auch für die älteren Arbeitnehmenden, zur Berufs- und Laufbahnberatung garantiert werden.</li></ul><p>Der Dachverband der Weiterbildungsanbieter, Sveb, dem auch Movendo und der SGB angehören, hat in einem eigenen Gesetzesentwurf den Weiterbildungsurlaub aufgenommen, was die Medien stark beachtet haben. Innerhalb des Sveb ist diese Prioritätensetzung allerdings umstritten.
</p><p>Der Kanton Zürich hat seine Steuerabzüge für Weiterbildungsausgaben (v.a. von KV Schweiz gefordert) ab 2010 deutlich erweitert und dabei die berufsbegleitenden Bildungsmassnahmen besonders berücksichtigt (Merkblatt auf&nbsp;<a href="http://www.steueramt.zh.ch/" target="_blank" rel="noreferrer">www.steueramt.zh.ch</a>).</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-487</guid><pubDate>Mon, 14 Dec 2009 15:45:00 +0100</pubDate><title>BBT-Direktorin streut Sand in die Augen </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/bbt-direktorin-streut-sand-in-die-augen</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Vor kaum einem Monat kündigte das BBT eine Senkung der Lehrstellenplätze an. Jetzt aber gibt BBT-Präsidentin Ursula Renold der «Zentralschweiz am Sonntag» zu Protokoll, dass 2009 ein Lehrstellenrekord erreicht worden sei. Das BBT-Lehrstellenbarometer vom 26.10.09 hat festgehalten, dass die Anzahl der angebotenen Lehrstellen zum ersten Mal seit 5 Jahren zurückgegangen ist. Hier von einem Lehrstellenrekord zu sprechen ist also nicht nur schönfärberisch, sondern schlicht falsch.&nbsp;
</p><p>Das Lehrstellenbarometer zeigt:&nbsp;</p><ul><li>Zum ersten Mal seit 2004 gehen die Lehrstellenzahl (87’000 im Jahr 2009 gegen&nbsp; 88’000 im Jahr 2008) wie auch die neuen Vertragsabschlüsse (82’000 für 2009 gegen 83’000 für 2008) zurück. Zwar geht auch die Zahl der Lehrstellensuchenden zurück. Der demografische Rückgang wird die Lehrstellennnot jedoch nicht lösen, denn es suchen immer mehr Jugendliche eine Lehrstelle (91'500 gegenüber 87'000 angebotenen Plätzen).&nbsp;</li></ul><ul><li>Die Zahl der Jugendlichen ohne jegliche Lösung nach obligatorischem Schulabschluss steigt innert Jahresfrist um 2000 (+28%). Die meisten dieser Jugendlichen werden sich künftig an die Sozialhilfe wenden müssen. Zwischen 2006 und 2008 war diese Zahl zurückgegangen.&nbsp;</li></ul><ul><li>Die Zahl der Jugendlichen in «Warteschlangen» (Zwischenlösungen, im nächsten Jahr erneut auf Lehrstellensuche) geht nur sehr schwach zurück (-2%), obwohl das BBT «Entspannung» und Wachstum auf dem Lehrstellenmarkt festgestellt haben will. Zudem bleibt die Zahl (21'000) hoch.</li></ul><p>Für den SGB bleibt die Lage sehr kritisch. Der angekündigte hohe Stellenabbau dürfte auch die Lehrstellen bedrohen - insbesondere in der Industrie. Deshalb fordert der SGB weiterhin:&nbsp;</p><ul><li>10'000 neue Ausbildungsplätze, insbesondere in Vollzeitberufsschulen und Lehrwerkstätten, mit spezieller Berücksichtigung des Gesundheitssektors.&nbsp;</li></ul><ul><li>Die Bildung von Berufsbildungsfonds in Kantonen, wo es solche bis jetzt noch nicht gibt.&nbsp;</li></ul><ul><li>Mehr Innovation zu Beginn der beruflichen Ausbildung, z.B. Basislehrjahre.&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-203</guid><pubDate>Mon, 30 Nov 2009 13:26:00 +0100</pubDate><title>Solidarisch mit den protestierenden StudentInnen </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/solidarisch-mit-den-protestierenden-studentinnen</link><description>Gegen die Ökonomisierung der wissenschaftlichen Ausbildung regt sich Widerstand. Der SGB begrüsst diesen Protest. Bildung muss mehr sein als Punkte ergattern. Uns sie muss allen, nicht nur Begüterten, zugänglich sein. </description><content:encoded><![CDATA[<p>In einigen Schweizer Universitäten besetzen die StudentInnen die Hörsäle. Sie kritisieren damit, dass Bildung und Forschung zunehmend von ökonomischen Interessen bestimmt werden. Sie beklagen die zahlreichen Fehlentwicklungen der „Bologna-Reform“. Der Protest gilt auch neuen Finanzbarrieren gegenüber der Bildung, etwa erhöhten Studiengebühren, mit denen sich in Bälde das Zürcher Kantonalparlament auseinander zu setzen haben wird. Auf den Punkt gebracht: Der Protest will das Recht eines und einer jeden einzelnen auf Zugang zu guter Bildung verteidigen.
</p><p>Der SGB-Vorstand begrüsst diesen Protest. Der SGB steht voll hinter den Anliegen, die der internationale Slogan der Manifestierenden ausdrückt: Education is not for sale (Bildung ist nicht käuflich). Die Unterstützung des SGB gilt neben den Studierenden auch dem technischen Personal sowie dem Mittelbau der Hochschulen, die ebenfalls die Rechnung der Sparvorhaben zu bezahlen haben.
</p><p>Der SGB unterstützt die Forderungen der Studierenden nicht erst aktuell. Seit langem schon hat er sich&nbsp;</p><ul><li>gegen Sparmassnahmen in der Bildung aller Stufen</li></ul><ul><li>gegen die Erhöhung der Studiengebühren</li></ul><ul><li>gegen die negativen Auswirkungen des „Bologna-Systems“</li></ul><ul><li>für einen Ausbau der Stipendien</li></ul><ul><li>für eine Verbesserung der Betreuungsverhältnisse</li></ul><ul><li>für eine wirkliche Mitbestimmung der Lehrlinge, der Studierenden und des Mittelbaus</li></ul><p>sowie für ein Recht auf Bildung für alle ausgesprochen.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-494</guid><pubDate>Wed, 18 Nov 2009 16:01:00 +0100</pubDate><title>SGB solidarisch mit protestierenden Studierenden </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/sgb-solidarisch-mit-protestierenden-studierenden</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Vorstand des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) ist erfreut über die weltweit hohe Beteiligung der Studierenden im Rahmen der internationalen Aktionswoche „Our Education ist not for sale“ – (Unsere Bildung ist nicht käuflich) und solidarisiert sich insbesondere mit den Studierenden an den Universitäten in Basel, Zürich und Bern.
</p><p>Der SGB unterstützt die Forderungen der Studierenden</p><ul><li>gegen Sparmassnahmen in der Bildung</li></ul><ul><li>gegen die Erhöhung der Studiengebühren</li></ul><ul><li>gegen die negativen Auswirkungen des „Bologna-Systems“</li></ul><ul><li>für einen Ausbau der Stipendien</li></ul><ul><li>für eine Verbesserung der Betreuungsverhältnisse</li></ul><ul><li>für eine wirkliche Mitbestimmung der Studierenden und des Mittelbaus</li></ul><ul><li>und für ein Recht auf Bildung für alle.</li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-209</guid><pubDate>Thu, 12 Nov 2009 13:42:00 +0100</pubDate><title>Fortschritte sind da, aber Unsicherheiten bleiben</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/fortschritte-sind-da-aber-unsicherheiten-bleiben</link><description>In Sachen Lehrstellenförderung tut sich etwas. Aber angesichts der gewaltigen Probleme zu wenig. Denn immer noch glaubt das BBT, die Demografie werde das Problem lösen. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="Absatznormal"><span lang="DE">Wie in den letzten Jahren üblich, hat Bundesrätin Leuthard Ende Oktober Sozialpartner und Kantone für eine Lehrstellenkonferenz, die fünfte ihrer Art, &nbsp;</span>versammelt. Spezielles Thema war die Berufsbildung im Gesundheitswesen, insbesondere der Mangel an Fachkräften. Aus diesem Grund waren neben dem SGB auch VPOD und SBK eng an den vorbereitenden Arbeiten beteiligt.&nbsp;</p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Das Resultat der Konferenz</span><a href="typo3/#_ftn1" target="_blank" name="_ftnref1"><span lang="FR-CH"><span style="font-size:12.0pt; font-family:&quot;Times&quot;,&quot;serif&quot;" lang="FR-CH">[1]</span></span></a><span lang="DE">&nbsp;ist für den SGB positiv. Die Analyse der Lage und die meisten unserer Forderungen zum Personalmangel im Gesundheitswesen wurden von den anderen Teilnehmenden geteilt. Die Anwesenden waren sich einig, Verbesserungen anzupacken: bei der Werbung zur Schaffung von Lehrstellen, bei der Information für Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle, bei der Unterstützung von Menschen, die sich im Gesundheitswesen beruflich neu orientieren wollen und bei der Hilfe an Kantone, die Pilotprojekte für mehr Lehrstellen schaffen. Der SGB hat erreicht, dass einige der vom BBT vorgeschlagenen Massnahmen weiter gehen als vorgesehen, etwa bei der finanziellen Förderung von ausbildenden Unternehmen und bei den Anreizen für das Schaffen von Lehrstellen. Indessen ist der Druck auf das BBT, die Kantone und die Organisationen der Arbeitswelt (OdA Santé) aufrecht zu erhalten, damit die Absichten auch wirklich umgesetzt werden und dazu die nötigen Mittel gesprochen werden.&nbsp;</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">Auf dem Lehrstellenmarkt verschlechtert sich hingegen die Lage. Das zumindest legt der «Lehrstellenbarometer&nbsp;»</span><a href="typo3/#_ftn2" target="_blank" name="_ftnref2"><span lang="FR-CH"><span style="font-size:12.0pt; font-family:&quot;Times&quot;,&quot;serif&quot;" lang="FR-CH">[2]</span></span></a><span lang="DE">&nbsp;nahe, den das BBT gleichentags veröffentlichte. Das BBT spricht sehr euphemistisch von „Stabilität“, wo Vorsicht, wenn nicht gar Pessimismus angebracht wäre.&nbsp;</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="FR-CH">Feststellbar ist nämlich:&nbsp;</span></p><p class="Absatznormal" style="margin-left:36.0pt; text-indent:-18.0pt"><span lang="DE">1.<span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span></span><span lang="DE">Die Zahl neuer Lehrstellen geht erstmals seit 2004 zurück. Der Rückgang ist zwar bescheiden (-1%), aber er könnte den Beginn einer Tendenz markieren, verursacht durch die Krise oder durch den demografischen Rückgang. Trotz letzterem ist festzustellen, dass die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, viel höher ist als die Zahl der angebotenen Lehrstellen. Das zeigt, was der SGB seit Jahren sagt - und das BBT ebenso lang negiert: Die Demografie löst die Probleme nicht.</span></p><p class="Absatznormal" style="margin-left:36.0pt; text-indent:-18.0pt"><span lang="DE">2.<span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span></span><span lang="DE">Die Zahl der Jugendlichen ohne Lösung nach der obligatorischen Schulpflicht steigt um 2000 Personen (+ 28%). Zwischen 2006 und 2008 ging diese Zahl zurück. Diese Jugendlichen sind zumeist Kandidaten für die Sozialhilfe. Aber das kümmert das BBT nicht gross…&nbsp;</span></p><p class="Absatznormal" style="margin-left:36.0pt; text-indent:-18.0pt"><span lang="DE">3.<span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span></span><span lang="DE">Die Zahl der Jugendlichen in Warteschlagen und Zwischenlösungen mindert sich nur marginal (-2%), trotz guter Konjunktur in den vorangehenden Jahren und der „Entspannung“, die das BBT im Lehrstellenmarkt zu sehen glaubt. Die Zahl ist hoch: 21</span><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;" lang="DE">′</span><span lang="DE">000 Jugendliche. Die meisten von ihnen erscheinen in der Arbeitslosenstatistik des Seco nicht</span><span lang="DE">. Die tiefere Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren hat also den Zugang der Jugendlichen zu einer postobligatorischen Ausbildung nicht wesentlich verbessert.&nbsp;</span></p><p class="Absatznormal"><span lang="DE">In diesem Kontext bleiben die Forderungen des SGB (kantonale Fonds für die Berufsbildung in allen Kantonen, «Klinkenputzer» für mehr Lehrstellen in allen Branchen und nicht nur im Gesundheitswesen, 10'000 neue Plätze in Vollzeit-Berufsschulen, Basislehrjahr) leider aktuell.</span><br>&nbsp;</p><div><hr><div id="ftn1"><p style="text-align:left"><a href="typo3/#_ftnref1" target="_blank" name="_ftn1"><span style="font-size:10.0pt; font-family:&quot;Futura Bk BT&quot;,&quot;sans-serif&quot;">[1]</span></a><span lang="DE">&nbsp;siehe&nbsp;</span><span lang="FR-CH"><a href="http://www.news-service.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/17144.pdf" target="_blank" rel="noreferrer"><span lang="DE">http://www.news-service.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/17144.pdf</span></a></span><span lang="DE">&nbsp;</span></p></div><div id="ftn2"><p><a href="typo3/#_ftnref2" target="_blank" name="_ftn2"><span style="font-size:10.0pt; font-family:&quot;Futura Bk BT&quot;,&quot;sans-serif&quot;">[2]</span></a>&nbsp;siehe&nbsp;<span lang="FR-CH"><a href="http://www.bbt.admin.ch/aktuell/medien/00483/00594/index.html?lang=fr&amp;msg-id=29686" target="_blank" rel="noreferrer"><span lang="DE">http://www.bbt.admin.ch/aktuell/medien/00483/00594/index.html?lang=fr&amp;msg-id=29686</span></a></span><span lang="DE">&nbsp;</span></p></div></div>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-208</guid><pubDate>Thu, 12 Nov 2009 13:41:00 +0100</pubDate><title>„Plattform 2. Sprache“ – Mindestens zweisprachig…</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/plattform-2-sprache-mindestens-zweisprachig</link><description>Seit 2007 wurde mit Unterstützung des BBT die „Plattform 2. Sprache“ aufgebaut (www.2sprachen.ch). Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) will damit – zusammen mit bildungsgewerkschaften.ch, dem Verband Berufsbildung Schweiz BCH und der Stiftung Sprachen und Kulturen – informieren über die „Fremdsprachenlücke“ in der beruflichen Grundbildung.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Plattform setzt sich dafür ein, dass bei allen Berufslernenden mindestens eine zweite Sprache gefördert wird (2. Landessprache oder Englisch), sei dies mit Fremdsprach-Unterricht, zweisprachigem Unterricht oder deren Kombination. Sie bietet Behörden, Schulen und Verbänden oder Betrieben Argumente und Beratung für mehr und bessere fremdsprachliche Förderung sowie Informationen über die aktuelle Entwicklung auf diesem Gebiet.
</p><p>Denn bisher gibt es keine gesamtschweizerische Instanz, Fachstelle oder Bundesbehörde, die für diese gesetzliche Aufgabe verantwortlich ist und sich dem Problem annimmt – obwohl immer noch etwa 50% aller Berufslernenden ohne Berufsmaturität ihre Fremdsprachkenntnisse, die sie aus der Volksschule mitbringen, während ihrer Lehrzeit brachliegen lassen müssen. Dabei hält die Berufsbildungsverordnung fest, dass „in der Regel eine zweite Sprache vorzusehen (ist)“ und „in Fächern, die zweisprachig unterrichtet wurden, die Prüfung ganz oder teilweise in der zweiten Sprache stattfinden (kann)“.
</p><p>Das Projekt ist diesen Sommer um ein Jahr verlängert worden mit dem Ziel, eine gesamtschweizerische Institution zu finden, die diese Förder- und Koordinationsaufgabe übernimmt. Gesucht werden also Vorschläge, Hilfestellungen und Angebote, die dazu beitragen, dass die Berufsbildung vor den Herausforderungen durch HarmoS nicht die Augen verschliesst und die Berufslernenden – bei allem Stolz auf das duale System – nicht in der Einsprachigkeit belassen werden.
</p><p style="font-style: italic;">Plattform 2. Sprache – Kontakt: info@2sprachen.ch</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-213</guid><pubDate>Wed, 21 Oct 2009 13:51:00 +0200</pubDate><title>7000 Franken für jeden Ausbildungsplatz im Gesundheits- und Sozialbereich </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/7000-franken-fuer-jeden-ausbildungsplatz-im-gesundheits-und-sozialbereich</link><description>Am 26. Oktober wird die nächste nationale Lehrstellenkonferenz abgehalten. Da treffen unter bundesrätlicher Führung die Berufsbildungsakteure zum fünften Mal zusammen und erklären sich zu Massnahmen, die die Zahl der Lehrstellen erhöhen sollen. Der SGB fordert eine konkrete Unterstützung vermehrter Ausbildung in der care economy.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie immer ist an der vom SGB initiierten Lehrstellenkonferenz der SGB auch 2009 vertreten. Sein wichtigster Vorschlag geht dahin, dass nunmehr im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens besondere und effiziente Anstrengungen zur Förderung der Berufsbildung zu unternehmen seien. Das sieht zwar auch das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) so. Dieses fordert mit Recht eine Verdoppelung bis Verdreifachung der Ausbildungskapazität in diesen Bereichen. Das BBT scheint dabei aber gewisse Barrieren zu übersehen, die dieser Forderung entgegenstehen. Vielen Betrieben im Bereich Gesundheit ist die heutige Ausbildung zu teuer. Im Spitex- und im Pflegebereich sind die Betriebe oft so klein, dass sie von einer Ausbildung absehen. Ihnen nur „Networking“ und Beratung anzubieten, dürfte also gut gemeint, aber nicht unbedingt wirksam sein.
</p><h3>7000 Franken pro Jahr und Ausbildungsplatz</h3><p>Deshalb schlägt der SGB aufgrund der Anregung des vpod als zusätzliche Fördermassnahme vor, dass Bund und Kantone während einer bestimmten Zeit jeden Ausbildungsplatz im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens mit 7000 Franken/Jahr unterstützen<i>.</i>&nbsp;Der SGB schlägt eine solche Anschubfinanzierung für sechs Jahre vor. Die geplante zweijährige berufliche Grundbildung muss zudem klar die sozial benachteiligten Schulschwächeren visieren Und sie muss nach oben durchlässig sein. Und aufgrund des Vorschlags des Pflegepersonalverbandes SBK soll die Bildung von Lehrbetriebsverbünden besonders gefördert werden.
</p><h3>Die zweite Hand darf nicht nehmen, was die erste gibt</h3><p>Schliesslich wird sich der SGB, wie die Personalverbände im Gesundheitswesen vpod und SBK zu Recht erwarten, auch dafür engagieren, dass sich die an der Konferenz versammelten Bildungsakteure gegen die verheerende Sparpolitik wenden. Denn wenn die Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Sozialwesen dauernd abgebaut bzw. „zurückgespart“ werden, dann laufen<i>&nbsp;&nbsp;</i>alle Anstrengungen, mehr Personal für diese Bereiche auszubilden, ins Leere. Die so Ausgebildeten werden später den Bereich wieder verlassen. Die heute weit überdurchschnittlichen Berufsabgänge im schweizerischen Gesundheits- und Sozialbereich belegen diesen destruktiven Abbau.
</p><p>Die vollständige schriftliche Eingabe des SGB als Download unter&nbsp;<a href="http://www.sgb.ch/" target="_blank">www.sgb.ch</a>&nbsp;/ Themen / Bildung.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-221</guid><pubDate>Tue, 29 Sep 2009 14:11:00 +0200</pubDate><title>Manchmal sehen Wissenschafter - nur die Wissenschaft </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/manchmal-sehen-wissenschafter-nur-die-wissenschaft</link><description>2030 brauche es 70 % Akademiker/innen: so skizzierten kürzlich die „Akademien der Wissenschaften Schweiz“ die künftige Bildungspolitik in einem Weissbuch. 6 Thesen zu einer Studie, die viele Verdienste hat – und wegen Sichtverengungen wieder viel verspielt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>1. Das Weissbuch „Zukunft Bildung Schweiz – Anforderungen an das schweizerische Bildungssystem 2030“ der Akademien der Wissenschaften Schweiz wurde der Öffentlichkeit provozierend vorgestellt: Der Hauptautor hat die Berufsbildung als Auslaufmodell bezeichnet. Der Diskussionsbeitrag riskiert deshalb, in einer stumpfen Polemik Berufs- vs. Allgemeinbildung zerrieben zu werden, ohne dass die an sich guten Überlegungen und Zielsetzungen überhaupt zur Kenntnis genommen werden. Möchten die Akademien ihre „Roadmap“ entsprechend politisch umsetzen, würde dies den Streit zwischen Berufs- und Allgemeinbildung entfachen und die Forderung nach mehr Bildung lähmen.&nbsp;
</p><p>2. Die Mängel des Weissbuches zeigen sich rasch: Die Berufsbildung gibt es als paralleles System zur Allgemeinbildung gar nicht, obwohl diese ab Sekundarstufe II die grösste Gruppe der Lernenden umfasst. Die Einführung der Berufsmaturität, die in die Fachhochschulen führt, wird nicht gewürdigt. Die laufenden Anstrengungen, die im Arbeitsmarkt stark nachgefragten Berufsausbildungscurricula auf der Tertiär-A und B-Stufe international anerkennen zu lassen, werden nicht zur Kenntnis genommen. Vielleicht sind sie den Verfassern auch nicht bekannt.
</p><p>3. Im Kapitel „Szenario 2030“ sind Zielsetzungen zu finden, denen wir zustimmen: „Chancengleichheit wurde (2030) in dem Sinne erreicht, dass nun die soziale Herkunft nicht mehr der entscheidende Faktor für den Bildungserfolg ist“ (S. 14). Das gilt für weitere Ziele auch. Wir nennen hier nur die verstärkte nationale Kompetenz im Bereich der Hochschulen und den angestrebten Mitteleinsatz für die Bildung von 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts, hauptsächlich aus staatlicher Quelle.
</p><p>4. Das „Szenario 2030“ lebt aber grundsätzlich vom Geist der Binnensicht. Es fokussiert auf den Willen jedes Einzelnen und dessen Lernbereitschaft, um so seine Stellung in der Gesellschaft zu verbessern. Das kommt einer Idealisierung der Wirkung von Bildung gleich. Bildungsanstrengungen allein haben noch nie die Gesellschaft sozialer gemacht. Dafür braucht es auch soziale Einsichten in der Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik.&nbsp;
</p><p>5. Wollen die Akademien für die Ausarbeitung eines „Nationalen Bildungsprogramms“ eine ernst zu nehmende Rolle spielen, müssen sie vermehrt mit allen bildungspolitischen Akteuren zusammen sitzen und geschichts- und faktenbasiertere Vorschläge entwickeln. Vor allem dürfen dabei die bildungspolitischen Entscheidungsträger nicht in Anhänger der Allgemein- resp. der Berufsbildung gespalten werden. Denn beide Systeme haben einen hohen Reform- und Mittelbedarf. Wenn sich die Bildungs-Lobby befehdet, wird sich weder das eine noch das andere System die zusätzlichen finanziellen Mittel besorgen können.
</p><p>6. Schliesslich gibt es eine reiche – auch wissenschaftliche – Literatur zur Bedeutung der Berufsbildung in der Schweiz. Nur muss man sie lesen. Hier&nbsp;<a href="http://www.sgb.ch/themen.php#top1" target="_blank">http://www.sgb.ch/themen.php#top1</a>&nbsp;können Sie dies.&nbsp;
</p><p style="font-style: italic;">Dieser Artikel beruht auf einem Beitrag, den P. Sigerist an einer von den Akademien der Wissenschaften Schweiz am 24.9.09 in Biel organisierten Tagung hielt.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-278</guid><pubDate>Tue, 07 Jul 2009 14:48:00 +0200</pubDate><title>Ungenügend, trotz steigender Jugendarbeitslosigkeit</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ungenuegend-trotz-steigender-jugendarbeitslosigkeit</link><description>Die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) will die Stipendien auf eidgenössischer Ebene harmonisieren und dabei Minimalstandards festlegen. Das ist zu begrüssen. Hingegen bedauert der SGB, dass die EDK bei der Ausarbeitung des neuen Stipendienkonkordates so zaghaft vorgegangen ist.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Krise und der voraussehbare starke Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit müssten eigentlich dazu anleiten, finanzielle Barrieren der Ausbildung zu beseitigen. Das tut das Konkordat nicht. Der SGB bedauert insbesondere:
</p><p>1. die niedrigen Beträge, die Lernenden auf der Sekundarstufe II (Berufsbildung, Gymnasium etc) zugestanden werden sollen. Die EDK empfiehlt nämlich als Minimum des Maximalbeitrages (dieser wird gesprochen, wenn die ersuchende Person alle „negativen“ Bedingungen erfüllt) lediglich Fr. 12'000.- pro Jahr Verabschiedet sich die EDK damit von ihrem deklarierten Ziel, dass 95 % aller Jugendlichen eine nachobligatorische Ausbildung absolvieren sollen? Dieser Betrag ist vor allem für jene zu tief, die in Vollzeitausbildung ihre Berufsmatura absolvieren. Während eines ganzen Jahres müssen diese Jugendlichen, die zuvor eine Lehre abgeschlossen haben, auf ein Einkommen verzichten. Die tiefen Stipendien schrecken also geradezu vor einer beruflichen Weiterentwicklung ab. Dabei wäre eine solche Berufsmatura-Ausbildung auch eine effiziente Massnahme gegen die Jugendarbeitslosigkeit: Ein Jugendlicher in so einer Vollzeitausbildung schafft einen Arbeitsplatz für einen anderen - und kehrt ein Jahr später mit gesuchten Kenntnissen auf den Arbeitsmarkt zurück. Der SGB hofft deshalb, dass die einzelnen Kantone das vom Konkordat vorgesehene Minimum überschreiten werden.
</p><p>2. Im Tertiärbereich (Universitäten, Fachhochschulen, weiterführende Berufsbildung) ermöglicht das Konkordat, dass ein Drittel der Stipendien in Form von Darlehen verliehen wird. Die EDK blendet die wachsende Verschuldung der Jugendlichen und deren verheerende Konsequenzen aus. Die Kreditkartenverschuldung in den USA scheint nicht bemerkt worden zu sein. Der SGB fordert die Kantone auf, Stipendien nicht durch Darlehen zu ersetzen.
</p><p>Positiv am Konkordat ist, dass die höhere Berufsbildung klar als erweiterte berufliche Grundbildung und nicht mehr als Weiterbildung definiert ist, was den Stipendienzugang erleichtern wird.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-279</guid><pubDate>Wed, 01 Jul 2009 14:49:00 +0200</pubDate><title>Wie Phönix aus der Asche – die LIPA-Idee bahnt sich ihren Weg</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/wie-phoenix-aus-der-asche-die-lipa-idee-bahnt-sich-ihren-weg</link><description>2003 ist die Lehrstelleninitiative (LIPA) beim Volksentscheid tief getaucht. 2009 schwimmt die zentrale Forderung der LIPA, jene nach Berufsbildungsfonds, in einigen Kantonen wieder obenauf: ein Beispiel  dafür, dass sich Beharrlichkeit lohnt wird und eine Niederlage zum Ausgangspunkt vieler kleiner Siege werden kann.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Trotz guter und bunter Kampagne erntete die Lehrstelleninitative (LIPA) am 18. Mai 2003 nur 30 % Ja. Sie war lanciert worden von der Gewerkschaftsjugend, den Jusos und der SAJV (Schweiz. Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände). Der SGB hatte tatkräftig unterstützt. Zum schlechten Resultat beigetragen hatte zweifellos, dass der Bundesrat dem Souverän gleich 9 (!) Vorlagen unterbreitete und die vereinigte Rechte so uniform für eine undifferenzierte antilinke NEIN-Stimmung sorgen konnte. Ein Debakel für die Berufsbildung? Kurzfristig ja.
</p><h3>Mittlerweile acht kantonale Berufsbildungsfonds</h3><p>Heute jedoch sieht man klar, dass die Volksinitiative massiv gewirkt hat. Der Beweis: Immer mehr Kantone führen Berufsbildungsfonds ein. Berufsbildungsfonds nach dem Muster „Wer nicht ausbildet, der muss zahlen“ waren die zentrale Forderung der LIPA. Dieses Modell eines solidarischen Lastenausgleichs zwischen allen Unternehmen (und nicht nur den ausbildenden) hatte sich bereits in den Kantonen Genf, Freiburg und Neuenburg bewährt. Seit der LIPA-Abstimmung führten fünf weitere Kantone Berufsbildungsfonds ein: Wallis und Jura (2007), Zürich (08), Tessin und Waadt (09). Die bürgerlich dominierten Parlamente in diesen fünf Ständen waren jeweils überzeugt von der Effizienz solcher kantonaler Fonds. Denn Fonds, zu denen alle Unternehmen beitragen, von denen aber nur die ausbildenden profitieren können, bestrafen „Abrahmerfirmen“ oder bieten ihnen gar einen Anreiz selbst auszubilden. Nur im Jura und in Zürich musste das Volk den Berufsbildungsfonds zustimmen – und es tat dies klar: Die Referenden aus Arbeitgeberkreisen wurden deutlich versenkt.
</p><h3>Drei weitere Kandidaten</h3><p>Dennoch ist nicht jeder Widerstand gebrochen. In BS, SO und SG etwa, wo Gewerk-schaften und SP solche Fonds verlangen, sperren sich die bürgerlichen Parteien dagegen, manchmal mit der Begründung, sie würden Branchenfonds bevorzugen. Diese Fonds beruhen auf der gleichen solidarischen Finanzierungsgrundlage wie die kantonalen; sie sind aber auf eine einzige Branche beschränkt. In der Regel handelt es sich dabei um Branchen, in denen die duale Ausbildung bereits gut entwickelt ist. Zusammen genommen werden allerdings durch die Branchenfonds nur 8 % der Lohnabhängigen abgedeckt. Der kantonale Fonds dagegen hat den Vorteil, alle Branchen zu fördern, auch solche, in denen bisher kaum ausgebildet wurde, dies aber gut möglich wäre.
</p><p>Diese Ausführungen belegen, dass sich sowohl die LIPA wie auch die fortgesetzten Bemühungen der Gewerkschaften für mehr Lehrstellen gelohnt haben. Diese Bemühungen werden auch weiterhin nötig sein. Denn den kantonalen Berufsbildungsfonds steht nunmehr ein harter Krisentest bevor: sie werden zeigen müssen, dass sie Mittel zugunsten von mehr Lehrstellen frei machen können – von den gleichen Unternehmen, die entlassen!&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-523</guid><pubDate>Mon, 08 Jun 2009 16:43:00 +0200</pubDate><title>Wenn Lehrstellen fehlen, muss der Staat handeln</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/wenn-lehrstellen-fehlen-muss-der-staat-handeln</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der heute von Bundesrätin Leuthard vorgestellte neue OECD-Länderbericht „Learning for Jobs“ gibt eine eindeutige Empfehlung: Fehlen in der Krisenperiode genügend Lehrstellen für die Schulabgänger/innen, muss der Staat zusätzliche Angebote (mit-)schaffen – sei es mit direkten Anreizen für die Ausbildungsbetriebe, sei es mit Lehrwerkstätten. Diese Schlussfolgerung – das wichtigste Resultat der OECD-Studie zur Schweizer Berufsbildung – bestätigt die vom SGB seit langem erhobenen Forderungen.
</p><p>Gerade in der heutigen Krisenzeit sind diese Empfehlungen besonders aktuell. Neue Lehrstellen für den Abbau der Warteschlaufen werden in den nächsten Monaten, allenfalls gar Jahren, kaum von der Wirtschaft geschaffen; zu unsicher sind die Zukunftsaussichten der Betriebe für ein drei- bis vierjähriges Engagement gegenüber jungen Lernenden.
</p><p>Der SGB erwartet deshalb von Bundesrätin Leuthard, dass sie die Umsetzung der Empfehlungen der OECD zügig an die Hand nimmt. Die Zahlen des jüngsten Lehrstellenbarometers spiegeln vor allem die Vergangenheit und zeigen nur eine Momentaufnahme. Bereits nächsten Sommer wird die Lage ganz anders aussehen. Frau Leuthard und der Bundesrat sind deshalb aufgefordert, die im Interesse der Jugendlichen notwendigen Massnahmen jetzt zu ergreifen, wie sie der OECD-Bericht anspricht.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-526</guid><pubDate>Tue, 26 May 2009 16:46:00 +0200</pubDate><title>Ein Gutschein von 5000.- für alle Lehrabgänger/innen</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/ein-gutschein-von-5000-fuer-alle-lehrabgaenger-innen</link><description>SGB und KV Schweiz wollen Höhere Berufsbildung fördern</description><content:encoded><![CDATA[<p>SGB und KV Schweiz fordern Bildungsgutscheine für alle erfolgreichen Absolvent/innen einer beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einer vergleichbaren Ausbildung auf Sekundarstufe II. Diese Bildungsgutscheine mit einem Wert von 5'000 Franken sollen während fünf Jahren für den Erwerb eidgenössisch anerkannter Abschlüsse der höheren Berufsbildung – Berufs- und höhere Fachprüfungen (Meisterprüfung) sowie Höhere Fachschulen – eingelöst werden können. SGB und KV Schweiz, die diese Forderung heute an einer Medienkonfe­renz begründeten, reichen gemeinsam in mehreren Kantonen entsprechende Motionen ein.
</p><p>SGB und KV Schweiz verweisen auf verschiedene Gründe, die Höhere Berufsbildung als Erfolgs­modell zu erhalten und weiter zu entwickeln:</p><ul><li>Der Bedarf an hoch qualifizierten Arbeitskräften wird weiter steigen. Die Höhere Berufsbildung ist die traditionelle Form der Weiter- und Höherqualifizierung für den beruflichen Nachwuchs und bildet einen tragenden Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Diesen Weg für Lehrabgänger/innen und junge Berufsleute gezielt zu fördern, ist volkswirtschaftlich, aber auch für den sozialen Ausgleich wichtig.</li></ul><ul><li>In Krisenzeiten halten sich die Unternehmen vor allem bei der Unterstützung längerer Weiterbil­dungen zurück. Das bekommt insbesondere die Höhere Berufsbildung zu spüren. Der Bildungsgutschein ermöglicht hier Gegensteuer: Gerade jetzt muss gezielt und langfristig in den Wissensstandort investiert werden: hoch qualifizierte Praktiker/innen für die Wettbewerbsfähig­keit der Schweizer Wirtschaft.</li></ul><ul><li>Die Höhere Berufsbildung ist eine staatsferne Ausbildungsdomäne. Der Staat engagiert sich nur mit&nbsp; rund 140 Mio. Franken (Stand 2006) an den Kosten dieser Bildung (= 0,5 % aller Bildungs­ausgaben). Vom gesamten Stipendienaufkommen fliessen schweizweit nur gerade 6,5 % in diesen Bildungsweg. Ein stärkeres staatliches Engagement in diesem Bereich ist also gerechtfertigt. SGB und KV Schweiz fordern, dass dieses vor allem direkt auf die Lernenden zielt.</li></ul><ul><li>Bildungsgutscheine stellen einen starken Anreiz dar und beeinflussen das Weiterbildungs­verhalten nachhaltig positiv. Und: Wer Lehrabgänger/innen fördert, erzielt die langfristigsten Ergebnisse.&nbsp;</li></ul><ul><li>Frauen sind heute in der Höheren Berufsbildung untervertreten (14 % gegenüber 30 % bei den Männern). Der Bildungsgutschein wird zu nötigen Korrekturen beitragen.</li></ul><p>SGB und KV Schweiz gehen bei einer schweizweiten Einführung dieses Gutscheinsystems von Kosten in der Höhe von 120 Mio. Franken pro Jahr aus. Dieser Betrag geht von der Annahme aus, dass rund 40 % der jährlich rund 60 000 LehrabgängerInnen den Gutschein nutzen würden. Bei einer erfolgreichen Nutzung der Gutscheine in den Pilotkantonen werden SGB und KV Schweiz ihre Zusammenarbeit verstärken, um eine schweizweite Lösung zu erreichen.
</p><p>In den angehängten Referaten erläutern</p><ul><li><span style="font-weight: bold;">Paul Rechsteiner</span>, Präsident des SGB, Nationalrat</li></ul><ul><li><span style="font-weight: bold;">Mario Fehr</span><b>,</b> Präsident KV Schweiz, Nationalrat</li></ul><ul><li><span style="font-weight: bold;">Prof. Michèle Rosenheck</span>, Leiterin Berufsbildungspolitik KV Schweiz</li></ul><ul><li><span style="font-weight: bold;">Peter Sigerist</span><b>, </b>Leiter Berufsbildungspolitik SGB</li></ul><p>ihre Position.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-291</guid><pubDate>Fri, 15 May 2009 15:14:00 +0200</pubDate><title>Studien zeigen gangbare Wege in die Zukunft auf</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/studien-zeigen-gangbare-wege-in-die-zukunft-auf</link><description>Der Dornröschenschlaf in der wissenschaftlichen Literatur zur Berufsbildung ist vorbei. Mehrere neuere Publikationen, darunter Berichte der OECD, entwickeln Thesen, die weiter zu verarbeiten wären. Die brisanteste Herausforderung: Wie bewältigt die Berufsbildung die nun auch auf den Lehrstellenmarkt durchschlagende Krise? Ein - unvollstän-diger - Überblick.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bis in die jüngste Vergangenheit war die Berufsbildung das Stiefkind in der Schweizer Bildungsforschung. Das spiegelte ihr tiefes gesellschaftliches Ansehen bei der – akademisch ausgebildeten – Elite. In den letzten Jahren begann sich das national und internati­onal leicht zu ändern.
</p><h3>Die OECD entdeckt die duale Berufsbildung</h3><p>Das Interesse der OECD an den dualen Berufsbildungssystemen ist stark gestiegen. Dieses Frühjahr veröffentlichte die OECD gleich drei entsprechende Berichte zur Schweiz.
</p><p>Die OECD gibt dem schweizerischen Berufsbildungssystem gute Noten. Sie weist aber auch deutlich auf die Grenzen des dualen Berufsbildungssystems hin. Insbesondere unterstreicht ihr Länderbericht die negativen Auswirkungen der laufenden Wirtschaftskrise auf den Lehrstellenmarkt. Die OECD empfiehlt der Schweiz vor allem, mittels staatlicher Angebote im Falle des Marktversagens eine Bildungsrationierung zu vermeiden. Ausbil­dende Betriebe sollen, zeitlich limitiert, während der Krise finanzielle Anreize erhalten, insbesondere die öffentliche Verwaltung soll ihr Ausbildungsengagement erhöhen, und die Schweiz soll mehr staatlich finanzierte Vollzeitangebote in der Berufsbildung (öf­fentliche Lehrwerkstätten), zumindest bis zum nächsten Aufschwung, zur Verfügung stellen. Diese Empfehlungen werden durch eine erst kürzlich erschienene Vergleichsstu­die des Berufsbildungssystems in den Niederlanden und in der Schweiz bestätigt. Diese Studien unterstreichen die jahrelange Kritik des SGB, und sie stützen dessen Vorschläge.
</p><h3>Rudolf Strahm: sehr anregend, aber idealisierend</h3><p>Im sehr anregenden „Warum wir so reich sind“ begründet Rudolf Strahm den (ungleich verteilten) Reichtum in der Schweiz vor allem mit der dualen Berufsbildung. Er relati­viert diese allzu monokausale Begründung allerdings gleich selbst, wenn auch nicht explizit. Zudem haben die neunziger Jahre gezeigt: Auch die schweizerische duale Berufs­bildung schlitterte in eine doppelt so hohe Jugendarbeitslosigkeitsrate (Relation arbeits­lose Jugendliche zu Arbeitslosen insgesamt), wie in den anderen Ländern. Dabei gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass mittlerweile ein Fünftel der Schulabgänger/innen in die mehrheitlich über Steuergelder oder über die Arbeitslosenversicherung finanzierten Warteschlaufen der Brückenangebote geschickt und mehrere Tausend Jugendliche jähr­lich von keiner Statistik erfasst werden. Strahms Buch ist nützlich, engagiert und kritisch. Es wird insbesondere dann der Entwicklung der Schweizer Berufsbildung helfen, wenn diese nicht unnötig idealisiert wird.
</p><h3>Die Verschärfung der Ungleichheit</h3><ul><li>Im Sozialbericht 2008 weist Thomas Meyer in seinem Beitrag „Wer hat, dem wird gegeben: Bildungsungleichheit in der Schweiz“ eindrücklich nach, wie die Selek­tion des schweizerischen Bildungssystem den Bildungsgang bestimmt. Das „Migrantenproblem“ ist ein Problem der sozialen Schichtung, und „der ausgeprägte und dauerhafte Mangel an Ausbildungsplätzen auf der Sekundarstufe II wirkt un­gleichheitsverschärfend“.</li></ul><ul><li>Im „Caritas-Sozialalmanach 2009“ warnt Ernest Albert („Passt der Nachwuchs?“) vor den Nachteilen, die eine sture Orientierung an der Norm „Nachwuchs und Bil­dungssystem haben auf den Bedarf der Arbeitgeber zu passen“ mit sich bringt.</li></ul><ul><li>Der breit angelegte Diskussionsband „75 Jahre eidg. Berufsbildungsgesetz“ (hrsg. von Bauder/Osterwalder) zeigt auf, wie das schweizerische Berufsbildungssystem sich historisch entwickelt hat, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Auch der Beitrag von Martina Späni in „Bildungsraum Schweiz“ kommt zu ähnlichen Ein­schätzungen.&nbsp;</li></ul><ul><li>Iten/Schulthess stellen fest, dass den jugendlichen Arbeitslosen heute im Vergleich mit den 30er Jahren weniger Solidarität und Wertschätzung entgegengebracht werde.</li></ul><p>In den kommenden Monaten und Jahren wird das duale Berufsbildungssystem nach einer nur kurzen und schwachen Erholung im Angebot von Lehrstellen erneut auf die Krisen­probe gestellt. Was zu tun ist, wissen wir heute besser. Ob es getan wird, hängt am politi­schen Willen der entscheidenden Akteure. Und dazu zählen die Jungen selbst. Es sollte niemanden überraschen, wenn nach dieser bereits sehr langen Durststrecke bei einem erneuten Rückgang der Lehrstellenangebote zumindest ein Teil der Jugend sich ihrer Mobilisierungsfähigkeit erinnern wird.
</p><p>Eine ausführliche Version dieser Übersicht befindet sich auf&nbsp;<a href="http://www.sgb.ch/d-download/Forschungbblang.doc" target="_blank">http://www.sgb.ch/d-download/Forschungbblang.doc</a></p><h3>Literatur:</h3><p>Bauder/Osterwalder (Hrsg.): 75 Jahre eidg. Berufsbildungsgesetz. hep 2008
</p><p>Caritas (Hrsg.) Sozialalmanach 2009</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-532</guid><pubDate>Tue, 28 Apr 2009 16:54:00 +0200</pubDate><title>In die Zukunft der Schweiz investieren - Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/in-die-zukunft-der-schweiz-investieren-jugendarbeitslosigkeit-bekaempfen</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Arbeitnehmende, die in einer Rezession die Stelle wechseln oder eine Stelle suchen müssen, sind einem besonders hohen Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt. Jugendliche und junge Erwachsene nach der Ausbildung befinden sich genau in dieser Situation. Wenn nichts dagegen unternommen wird, wird die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen stark ansteigen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB rechnet damit, dass ohne Gegenmassnahmen Ende 2009 rund 35'000 junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren als arbeitslos registriert sein werden – also fast doppelt so viele wie im März 2009 (22’128 Arbeitslose).&nbsp;
</p><h3>Rezessionsverstärkende Politik erhöht Jugendarbeitslosigkeit</h3><p>Bund, Kantone und Gemeinden werden 2010 eine rezessionsverstärkende Politik betreiben: Steigende Krankenkassenprämien, eine Erhöhung der CO2-Abgabe etc. kosten über 2 Mrd. Fr. Kaufkraft. Kantone und Gemeinden sind bei den Ausgaben auf einem Sparkurs. Wenn im 3. Konjunkturpaket keine Massnahmen gegen die rezessionsverstärkende Politik ergriffen werden, wird sich das Problem der Jugendarbeitslosigkeit weiter akzentuieren.&nbsp;
</p><h3>LehrabgängerInnen weiter beschäftigen</h3><p>Der SGB hat bereits zu Beginn des Jahres konkrete Massnahmen gegen die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen präsentiert (s.&nbsp;<a href="http://www.sgb.ch/" target="_blank">www.sgb.ch</a>). Im Vordergrund steht dabei die Weiterbeschäftigung von LehrabgängerInnen im Betrieb. Die Jungen sind die Zukunft der Schweiz und der Schweizer Wirtschaft. Wenn die Firmen zu ihnen nicht Sorge tragen, verpassen sie es, in ihre eigene Zukunft zu investieren. Die Unternehmen haben in den letzten Jahren im Aufschwung gut verdient. Die Kassen in den meisten Firmen sind gut gefüllt, so dass sie in der Lage sind, ihren LehrabgängerInnen in der Krise eine Perspektive zu bieten und sie weiter zu beschäftigen.
</p><p>LehrabgängerInnen, die nach der Lehre keine Stelle finden, sollen eine Zusatzausbildung machen können (z.B. im Bereich Fremdsprachen, Technik, Informatik). Solche Zusatzausbildungen sind aktiv zu fördern. Der Bund soll im dritten Konjunkturpaket Geld dafür einsetzen.&nbsp;
</p><p>Das Angebot an Praktikumsstellen muss ausgebaut werden. Allerdings dürfen keine bestehenden Arbeitsplätze durch Praktika verdrängt werden. Praktika müssen eine Ausbildungskomponente haben. Der SGB begrüsst einen Ausbau des Angebots bei den Praktikumsfirmen (vermehrt Angebote auch ausserhalb des kaufmännischen Bereichs). Die Dauer von Berufs- und Ausbildungspraktika sollte verlängert werden.
</p><h3>Drohendem Lehrstellenmangel entgegenwirken</h3><p>Die Lehrstellensituation wird sich in nächster Zeit verschärfen. Damit Jugendliche nach der Schule eine Anschlusslösung haben, braucht es daher besondere Anstrengungen.&nbsp;
</p><p>Die Kantone müssen durch einen verstärkten Einsatz der Lehrstellenförderer zusätzliche Lehrstellen schaffen. Sie müssen Betriebe, die alleine keine vollwertige Lehre anbieten können, beim Aufbau von Lehrbetriebsverbünden helfen.&nbsp;
</p><p>Im Gesundheits- und Sozialwesen herrscht Mangel an qualifiziertem Betreuungspersonal. Indem hier rasch zusätzliche Lehrstellen geschaffen werden, erhalten Jugendliche eine attraktive Perspektive und die Schweizer Bevölkerung eine Linderung des Personalmangels.&nbsp;
</p><p>Die Kantone müssen mit Hilfe des Bundes zusätzliche Berufsbildungsangebote schaffen. Wenn das Angebot an dualen Ausbildungsplätzen zu gering ist, bieten diese Lernorte eine gute Alternative.
</p><p>Die Betreuung beim Übertritt von der Schule in die Lehre kann durch eine Berufsberatung sowie durch Mentoring- und Coachingprogramme verbessert werden. Die Kantone müssen genügend Übergangsmassnahmen wie Brückenangebote, Motivationssemester und Case-Management schaffen.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Sozialpolitik</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-540</guid><pubDate>Wed, 25 Mar 2009 17:03:00 +0100</pubDate><title>Recht auf Weiterbildung: Jetzt sofort anpacken!</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/recht-auf-weiterbildung-jetzt-sofort-anpacken</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der heute bekannt gegebene Bericht des EVD zur Weiterbildungspolitik des Bundes bestätigt und erhärtet die Bedürfnisse nach einer kohärenten Weiterbildungspolitik für die Schweiz.
</p><p>Die aktuelle Krise unterstreicht noch deutlicher: Wer einen zu kleinen Bildungsrucksack hat, ist auf dem Arbeitsmarkt am stärksten durch Arbeitslosigkeit bedroht. Seit langem fordern die Gewerkschaften deshalb ein Recht auf Weiterbildung. Es wird insbesondere die Lage jener markant verbessern, die seit der Volksschule schlechtere Bildungschancen haben und von den Arbeitgebern kaum gefördert werden.
</p><p>Mit einem neuen Weiterbildungsgesetz ist dieses Recht auf Weiterbildung für alle nun zu schaffen. Angesichts der akuten Probleme darf nicht getrödelt werden.
</p><p>Die Gewerkschaften werden sich an einer Expertenkommission für die Erarbeitung eines Weiterbil­dungsgesetzes beteiligen. Sie verlangen aber auch, dass diese ihre Vorschläge rasch und zielgerich­tet erarbeitet.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-542</guid><pubDate>Mon, 23 Feb 2009 17:05:00 +0100</pubDate><title>Arbeitsmarktchancen für Geringqualifizierte und für die Höhere Berufsbildung gezielt verbessern </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/arbeitsmarktchancen-fuer-geringqualifizierte-und-fuer-die-hoehere-berufsbildung-gezielt-verbessern</link><description>Stellungnahme zur BBT-Pressekonferenz „Weiterbildung und Bildungsgutscheine“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der SGB verlangt seit längerem aufgrund seiner Erfahrungen, aber auch aufgrund der Evaluation des Einsatzes von Weiterbildungsgutscheinen im Kanton Genf, den gezielten Einsatz von Bildungsgutscheinen für klar definierte Zielgruppen: für die Geringqualifizierten (Volksschule als höchster Bildungsabschluss). Damit können diese ihre Arbeitsmarktchancen deutlich verbessern.
</p><p>Es sollen aber auch jene, die heute den gewachsenen Kompetenzanforderungen in der Wirtschaft mittels der Höheren Berufsbildung (Meisterprüfung, usw.) gerecht werden wollen, das Recht auf einen Bildungsgutschein erhalten. So können jene, die einen beruflichen Erstabschluss gemacht haben und die im Rahmen der Höheren Berufsbildung zusätzliche, praktisch orientierte Kompetenzen erlernen wollen, ebenfalls ihre Arbeitsmarktchancen und ihre Stellung im Arbeitsmarkt deutlich verbessern.
</p><p>Der SGB schlägt deshalb vor, dass mit der Übergabe eines Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses (EFZ, beruflicher Erstabschluss) auch ein Ausbildungsgutschein über 5’000 Franken, einlösbar innerhalb von 6 Jahren bei einer vom Bund anerkannten Institution der Höheren Berufsbildung, ausgegeben wird.
</p><p>Der heute durch das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT-EVD) vorgestellte Feldversuch bestätigt die Haltung des SGB. Die Massnahmen müssen auch im geplanten Bundesgesetz für Weiterbildung geregelt werden. Dieses neue Gesetz muss so rasch wie möglich erarbeitet werden.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-308</guid><pubDate>Thu, 19 Feb 2009 16:20:00 +0100</pubDate><title>10&#039;000 neue Lehrstellen wider die Krise</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/10000-neue-lehrstellen-wider-die-krise</link><description>Die SGB-Jugendkommission schlägt Alarm. In den nächsten Monaten dürfte die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen stark ansteigen. Deshalb sollen 10&#039;000 neue Ausbildungsplätze, vor allem Lehrstellen, geschaffen werden.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Trotz einiger Lichtblicke in den zwei letzten Jahren ist die Lehrstellenlage immer nochprekär. Denn immer noch sind rund 20'000 Jugendliche in Zwischenlösungen. Angesichtsder Gefahr, dass in den nächsten Monaten die Jugendarbeitslosigkeit markant zunehmenkönnte, verlangt deshalb die SGB-Jugendkommission 10'000 neue Lehrstellen, notfallsauch vollzeit-schulische. SGB-Zentralsekretär Jean Christophe Schwaab appelliert nichtnur an die Unternehmen sondern auch an die Behörden: „Insbesondere zu verbessern sinddie aktive Suche nach Lehrstellen (die sog. Klinkenputzerei), die Schaffung von Ausbildungsverbündenund die spezielle Unterstützung von schulschwächeren Jugendlichen.“Dabei sollen die kantonalen Berufsbildungsfonds helfen, die es bis heute in GE, FR, NE,VS, JU und ZH, bald auch in VD, gibt.
</p><h3>Nicht falsch sparen</h3><p>Des Weiteren fordert die SGB-Jugendkommission keine Spareinschnitte in Bildungsbudgets.Das betrifft Ausbildungsplätze in öffentlichen postobligatorischen Schulen, Unterstützungsprogrammezur Schaffung von mehr Lehrstellen und Hilfsmassnahmen für dieJugendlichen selbst, aber ebenso die arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM) für Jugendlichemit einem postobligatorischen Abschluss. Denn dank der AMM finden Jugendliche,die nach der Lehre arbeitslos geworden sind, in der Regel rasch wieder eine Stelle. Deshalb fordert die SGB-Jugendkommission, dass der Bundesrat die Kostenreduktionbei den AMM für Jugendliche wieder zurücknehmen muss.
</p><h3>Qualität sichern</h3><p>Die SGB-Jugendkommission fordert aber auch bei den dringend neu zu schaffendenLehrstellen einen qualitativ hoch stehenden Standart. Jugendliche kurzzeitig einfach nurzu beschäftigen, ohne ihnen gleichzeitig das Rüstzeug für eine berufliche Entwicklungmitzugeben, führe in die Sackgasse. Dass diese Befürchtung alles andere als grundlos ist,zeigen Umfragen der Unia. Diese belegen ein Malaise, das über die Ausbildungsqualitäthinausgeht und die allgemeine Wertschätzung der Lehrlinge umfasst. So sind etwa 52Prozent der Lehrlinge mit ihrem Lohn unzufrieden. Einer weiteren Lehrlingsbefragungder Unia aus Genf zufolge klagen 38 Prozent aller Lehrlinge gewisser Branchen übergesundheitliche Beeinträchtigungen infolge atypischer Arbeitszeiten.
</p><h3>Weitere Ergebnisse der Unia-Lehrlingsumfrage</h3><p>Die Unzufriedenheit steigt mit der Dauer der Lehre an: 55 Prozent Unzufriedene im 3. und über 60 Prozent im 4. Lehrjahr.</p><ul><li>64 Prozent der Lehrlinge erhalten einen 13. Monatslohn. Diese sind tendenziel lmit dem Lehrlingslohn zufriedener als die andern.</li></ul><ul><li>Verpflegung wird von 46 Prozent, Transport von 42 Prozent und Schulmaterialvon 19 Prozent der Jugendlichen als belastender Ausgabeposten genannt.</li></ul><ul><li>65 Prozent der Lehrbetriebe beteiligen sich nicht an Schulmaterial und Transportkosten.7 Prozent tragen Transport- und Schulmaterialkosten vollumfänglich, 27 Prozent teilweise.</li></ul>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-642</guid><pubDate>Thu, 19 Feb 2009 11:04:00 +0100</pubDate><title>Mehr und bessere Ausbildung</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/mehr-und-bessere-ausbildung</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Krise wird die Jugendlichen besonders hart treffen. Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt wird prekärer als sie ohnehin schon ist. Deshalb sind dringend neue Ausbildungsplätze nötig. Ergänzend sind ebenso die Vollzeitschulen herausgefordert. Auch auf qualitativer Seite ist in der Ausbildung Fortschritt nötig. Die dringende Ausweitung betrieblicher Ausbildung darf nicht die Qualität ausblenden. Gewerkschaftliche Umfragen bei den Lehrlingen haben teils beunruhigende Resultate ergeben. Die Lehrlinge kritisieren, dass ihre Saläre - zum Teil seit Jahren - stagnieren und dass wegen Abbau von arbeitsrechtlichen Schutzmassnahmen die Belastungen zunehmen resp. ihre Gesundheit zunehmend bedroht wird.&nbsp;
</p><p>Die SGB-Jugendkommission gibt in den angehängten Referaten von</p><ul><li><span style="font-weight: bold;">Jean Christophe Schwaab</span>, Zentralsekretär des SGB</li><li><span style="font-weight: bold;">Elena Obreschkow</span>, Jugendsekretärin Unia</li><li><span style="font-weight: bold;">Laetitia Magnin</span>, Jugendsekretärin der Unia-Genf</li><li><span style="font-weight: bold;">Jérôme Hayoz</span>, Jugendverantwortlicher SEV</li></ul><p>einen Überblick über die Probleme der Jugendlichen in Berufsausbildung und stellt ihre Lösungsvorschläge vor.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category><category>Arbeitsrechte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-572</guid><pubDate>Fri, 05 Sep 2008 11:46:00 +0200</pubDate><title>Recht auf Standortbestimmung und lebenslange Bildung für alle</title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/recht-auf-standortbestimmung-und-lebenslange-bildung-fuer-alle</link><description>Dossier Nr. 58</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Text">Mit diesem Text lanciert der SGB ein neues Berufsbildungskonzept für das lebenslange Lernen. Im Zentrum steht:</p><p class="Text">1.&nbsp;&nbsp; Das Recht auf Bildung für alle – mindestens bis zu einem Abschluss auf der Sekundarstufe II (Berufslehre oder Allgemeinbildung).&nbsp;</p><p class="Text">2.&nbsp;&nbsp; Die Förderung der Höheren Berufsbildung (Fachausweis, „Meisterprüfung“, Höhere Fachschule u.a.m.).</p><p class="Text">3.&nbsp;&nbsp; Das Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich (HFKG) hat zwingend die Fachhochschulen als Teil der Berufsbildung zu verankern.</p><p class="Text">4.&nbsp;&nbsp; Die Förderung des Systems „Validierung von Bildungsleistungen“.</p><p class="Text">5.&nbsp;&nbsp; Das Recht für alle auf eine alle 5 Jahre durchzuführende Standortbestimmung bei der Berufs- und Laufbahnberatung.&nbsp;</p><p class="Text">6.&nbsp;&nbsp; Das Recht auf 5 Tage bezahlten Weiterbildungsurlaub pro Jahr für alle.</p><p class="Text">7.&nbsp;&nbsp; Bildungsmassnahmen zur Förderung der Integration von Migrant/innen.</p><p class="Text">8.&nbsp;&nbsp; Massnahmen gegen Illettrismus.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-573</guid><pubDate>Sat, 30 Aug 2008 11:50:00 +0200</pubDate><title>Veränderungen im Bildungssystem der Schweiz </title><link>https://www.sgb.ch/themen/bildung-jugend/detail/veraenderungen-im-bildungssystem-der-schweiz</link><description>Dossier Nr. 57</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der SGB stellt eine Tendenz in Richtung zunehmende Tertiarisierung und Verschulung der Bildungslandschaft fest. Der allgemeinbildende Bildungsweg dominiert über die Berufsbildung. Der Staat nimmt seine Verantwortung im allgemeinbildende Bereich wahr, überlässt die Berufsbildung aber weitgehend der Wirtschaft.
</p><p>Die höhere Berufsbildung ist eine Erfolgsgeschichte und ausserdem eine zentrales Element zur Erreichung von mehr Chancengleichheit im schweizerischen Bildungssystem. Das Bildungssystem ist geprägt von soziodemografischen Hindernissen, welche von der Qualität der Grundschule je nach Wohnort, bis zur Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Lehrstellensuche reicht. Eine Übergangsmöglichkeit von der Berufsbildung in den Tertiärbereich kann hier einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit leisten.</p>]]></content:encoded><category>Bildung &amp; Jugend</category></item></channel></rss>